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Überblick über psychiatrische Störungen im Kindes- und Jugendalter

Von

Josephine Elia

, MD, Sidney Kimmel Medical College of Thomas Jefferson University

Inhalt zuletzt geändert Feb 2017
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Obwohl manchmal angenommen wird, dass die Kindheit und Jugendzeit eine sorgenlose Wonnezeit ist, haben ungefähr 20% der Kinder und Jugendlichen eine oder mehrere diagnostizierbare psychiatrische Störungen. Die meisten dieser Störungen können als Übertreibung oder Verzerrung von normalen Verhaltensweisen und Emotionen gesehen werden.

Wie Erwachsene auch sind Kinder und Jugendliche im Temperament unterschiedlich. Manche sind schüchtern und zurückhaltend, andere gehen überschwänglich auf Menschen zu. Einige sind methodisch und vorsichtig, andere sind impulsiv und leichtsinnig. Ob ein Kind sich wie ein typisches Kind verhält oder ob eine Störung vorliegt, hängt von dem Grad der Beeinträchtigung und Betroffenheit durch die offensichtlichen Symptome ab. Zum Beispiel kann ein 12-jähriges Mädchen bei der Aussicht, ein Buchreferat vor der Klasse halten zu müssen, Angst haben. Diese Angst wird nicht als soziale Angststörung betrachtet, außer wenn die Furcht stark genug ist, um signifikanten Stress und Vermeidungsverhalten auszulösen

Es gibt bei vielen Störungen Überschneidungen mit Problemen und emotionalen Zuständen normaler Kinder. Deshalb können viele Behandlungsstrategien, die bei der Behandlung von Verhaltensproblemen bei Kindern nützlich sind, auch bei Kindern mit psychiatrischen Störungen angewendet werden. Ein geeigneter Umgang mit kindlichen Verhaltensproblemen kann bei von Natur aus anfälligen Kindern das Risiko der Entwicklung einer echten Störung verringern. Die wirksame Behandlung einiger Störungen (z. B. Angst) während der Kindheit kann auch das Risiko für Stimmungsstörungen im späteren Verlauf des Lebens verringern.

Die häufigsten psychischen Störungen in Kindheit und Jugend können in die folgenden Kategorien eingeteilt werden:

Schizophrenie und verwandte Störungen sind viel seltener.

Kinder und Jugendliche haben jedoch oft Symptome und Probleme, die die diagnostischen Grenzen überschreiten. Beispielsweise haben 25% der Kinder mit ADHS auch eine Angststörung und 25% erfüllen die Kriterien für eine affektive Störung.

Abklärung

Die Einschätzung von psychiatrischen Beschwerden oder Symptomen unterscheidet sich bei Kindern und Jugendlichen in 3 wichtigen Punkten von denjenigen bei Erwachsenen:

  • Bei Kindern ist der Zusammenhang mit der Entwicklung sehr wichtig. Verhaltensweisen, die bei einem Kleinkind normal sind, können in einem späteren Alter auf eine schwere psychiatrische Störung hinweisen.

  • Kinder leben in einem sozialen System, nämlich der Familie. Dieses System hat einen großen Einfluss auf die Symptome und das Verhalten des Kindes. Ein normales Kind, das in einer Familie mit Drogenmissbrauch und häuslicher Gewalt lebt, kann scheinbar eine oder mehrere psychiatrische Störungen haben.

  • Kinder haben oft nicht die sprachlichen oder gedanklichen Möglichkeiten, ihre Symptome genau zu beschreiben, deshalb muss der Arzt sich sehr auf die direkte Beobachtung verlassen und braucht eine Bestätigung durch die Beobachtung anderer Personen, etwa der Eltern und Lehrer.

In vielen Fällen sind Entwicklungs- und Verhaltensprobleme (z. B. mangelhafte schulische Fortschritte, Verzögerungen im Spracherwerb, Defizite in der sozialen Kompetenz) schwer von den Problemen aufgrund einer psychischen Störung zu unterscheiden. In diesen Fällen sollten formale Entwicklungs- und neuropsychologische Tests Teil der Untersuchung sein.

Durch diese Faktoren ist die Untersuchung eines Kindes mit einer psychiatrischen Störung weitaus schwieriger als die eines Erwachsenen. Glücklicherweise sind die meisten Fälle nicht schwierig und können von einem sorgfältigen erstversorgenden Arzt gelöst und kompetent behandelt werden. Es gibt jedoch schwierige Fälle, die dann am besten von einem Kinder- oder Jugendpsychiater betreut werden sollten.

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