Überblick über Substanzgebrauch

VonMashal Khan, MD, NewYork-Presbyterian Hospital
Reviewed ByMark Zimmerman, MD, South County Psychiatry
Überprüft/überarbeitet Geändert Aug. 2025
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Substanzgebrauchsstörungen betreffen Substanzen, die das Belohnungssystem des Gehirns direkt aktivieren. Dopamin ist der wichtigste Neurotransmitter in diesem Belohnungssystem, obwohl Gamma-Aminobuttersäure (GABA), endogene Opioide und Cannabinoide sowie andere Neurotransmitter je nach Substanz ebenfalls eine Rolle spielen (1). Die Aktivierung des Belohnungssystems führt in der Regel zu Lustgefühlen; die spezifischen Merkmale der hervorgerufenen Lustgefühle sind je nach Substanz sehr unterschiedlich. Diese Medikamente oder Substanzen werden in 10 verschiedene Klassen eingeteilt, mit unterschiedlichen, wenn auch nicht ganz eindeutigen, pharmakologischen Mechanismen (1, 2). (Siehe Tabelle .)

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Diese Klassifizierung beruht nicht darauf, ob ein Medikament legal (z. B. Alkohol, Koffein), illegal (z. B. Halluzinogene) oder auf Rezept erhältlich ist (z. B. Morphin, Lorazepam).

Der Begriff "Betäubungsmittel" ist sowohl ein rechtlicher als auch ein umgangssprachlicher Begriff. Ursprünglich bezog sich der Begriff auf Medikamente, die Narkose verursachten (Gefühllosigkeit oder Stupor), insbesondere Opioide (z. B. Opium, Opium-Derivate). Der Begriff wird jedoch derzeit so wahllos verwendet (z. B. stuft die US-Regierung das Stimulans Kokain als Betäubungsmittel ein), dass er kaum noch eine wissenschaftliche oder medizinische Bedeutung hat.

Psychologische, verhaltensbezogene und physiologische Veränderungen können durch den Konsum von Substanzen (Intoxikation) und deren anschließende Entwöhnung (Entzug) hervorgerufen werden. Substanzkonsum kann auch zu psychiatrischen Störungen führen (z. B. Depression, Psychose, Angst oder neurokognitive Störungen) (3–5).

Substanzgebrauchsstörungen beinhalten pathologische Verhaltensmuster, bei denen Patienten auch weiterhin eine Substanz verwenden, auch wenn erhebliche Probleme aufgrund der Verwendung auftreten. Es gibt auch physiologische Manifestationen, einschließlich Veränderungen in der neuronalen Verschaltung (1, 6). Der Begriff „Substanzgebrauchsstörung“ ist präziser, klarer definiert und hat weniger negative Konnotationen als „Sucht“, „Missbrauch“ oder „Abhängigkeit“.

Medikamente der Klasse 10 unterscheiden sich darin, wie wahrscheinlich es ist, dass sie eine Substanzgebrauchsstörung verursachen. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Substanz missbraucht wird oder zu einer Substanzgebrauchsstörung führt, hängt von einer Kombination von Faktoren ab, einschließlich der folgenden (7):

  • Applikationsweg

  • Rate, mit der das Medikament die Blut-Hirn-Schranke durchquert und die Belohnungsbahn stimuliert

  • Zeit-Effekt bis zum Einsetzen

  • Die Fähigkeit, Toleranz und/oder Entzugserscheinungen zu induzieren

Eingestufte Drogen (kontrollierte Substanzen)

In den Vereinigten Staaten werden Medikamente, die als kontrollierte Substanzen klassifiziert sind, von der Drug Enforcement Administration (DEA) reguliert. (Siehe Tabelle ). Kontrollierte Substanzen werden auf Grundlage ihres Potenzials zur Förderung einer Substanzgebrauchsstörung, des Vorliegens einer anerkannten medizinischen Anwendung und ihrer sicheren Anwendbarkeit unter ärztlicher Aufsicht in fünf Kategorien (oder Klassen) eingeteilt. Diese Klassifizierung entscheidet darüber, wie stark eine Substanz überwacht werden muss.

  • Kategorie I: Diese Substanzen besitzen ein hohes Missbrauchspotenzial, keine von der US-amerikanischen DEA anerkannte medizinische Verwendung und es fehlt an akzeptierter Sicherheit. Diese Substanzen dürfen nur zu den von der Regierung genehmigten Forschungszwecken genutzt werden.

  • Kategorien II bis IV: Diese Medikamente weisen ein zunehmend geringeres Missbrauchspotenzial auf (von Kategorie II bis IV). Sie haben genau definierte medizinische Verwendungen. Rezepte für diese Arzneimittel müssen die bundesweite DEA-Lizenznummer des verschreibenden Arztes enthalten.

  • Kategorie V: Diese Substanzen haben das geringste Missbrauchspotenzial. Einige Substanzen der Klasse V sind nicht verschreibungspflichtig.

Die einzelstaatlichen Klassifizierungen können von den bundesweiten Klassifizierungen der Vereinigten Staaten abweichen.

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Literatur

  1. 1. Volkow ND, Michaelides M, Baler R. The Neuroscience of Drug Reward and Addiction. Physiol Rev. 2019;99(4):2115-2140. doi:10.1152/physrev.00014.2018

  2. 2. American Psychiatric Association. Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders. 5th ed, Text Revision. American Psychiatric Association Publishing; 2022:543-553.

  3. 3. Tucker JS, Huang W, Green HD Jr, Pollard MS. Patterns of Substance Use and Associations with Mental, Physical, and Social Functioning: A Latent Class Analysis of a National Sample of U.S. Adults Ages 30-80. Subst Use Misuse. 2021;56(1):131-139. doi:10.1080/10826084.2020.1843059

  4. 4. Fiorentini A, Cantù F, Crisanti C, Cereda G, Oldani L, Brambilla P. Substance-Induced Psychoses: An Updated Literature Review. Front Psychiatry. 2021;12:694863. Published 2021 Dec 23. doi:10.3389/fpsyt.2021.694863

  5. 5. Melugin PR, Nolan SO, Siciliano CA. Bidirectional causality between addiction and cognitive deficits. Int Rev Neurobiol. 2021;157:371-407. doi:10.1016/bs.irn.2020.11.001

  6. 6. McNally GP, Jean-Richard-Dit-Bressel P, Millan EZ, Lawrence AJ. Pathways to the persistence of drug use despite its adverse consequences. Mol Psychiatry. 2023;28(6):2228-2237. doi:10.1038/s41380-023-02040-z

  7. 7. Allain F, Minogianis EA, Roberts DC, Samaha AN. How fast and how often: The pharmacokinetics of drug use are decisive in addiction. Neurosci Biobehav Rev. 2015;56:166-179. doi:10.1016/j.neubiorev.2015.06.012

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