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Übersicht von sexuell übertragbaren Krankheiten

Von

Sheldon R. Morris

, MD, MPH, University of California San Diego

Inhalt zuletzt geändert Mrz 2018
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Quellen zum Thema

Sexuell übertragbare Krankheiten (STD), auch als sexuell übertragbare Infektionen (STI) bezeichnet, können durch einer Reihe von Mikroorganismen verursacht werden, die stark in Größe, Lebenszyklus, Symptomen, und die Empfindlichkeit auf verfügbare Behandlungen variieren.

Bakterielle sexuell übertragbare Krankheiten sind

Viral sexuell übertragbare Krankheiten enthalten

Parasitäre Infektionen, die sexuell übertragen werden können, umfassen

Viele andere Infektionen wie z. B. Salmonellose, Shigellose, Campylobacteriose, Amöbiasis, Giardiasis, Hepatitis (A, B und C) und Zytomegalievirusinfektion werden nicht primär als STD angesehen, können aber auch sexuell übertragen werden.

Da zu sexuellen Aktivitäten auch der enge Kontakt von Haut und Schleimhäuten von Genitalien, Mund und Rektum einhergehen können, werden die Erreger effizient von Mensch zu Mensch verbreitet. Einige sexuell übertragbare Krankheiten verursachen Entzündungen (z. B. bei Gonorrhö- oder Chlamydien-Infektion) oder Ulzerationen (z. B. bei Herpes simplex, Syphilis oder Ulcus molle), die die Übertragung anderer Infektionen (z. B. HIV) prädisponieren.

Die STD-Prävalenz ist nach wie vor in den meisten Teilen der Welt hoch trotz diagnostischer und therapeutischer Fortschritte, die rasch dazu führen können, dass Patienten mit vielen STDs nicht mehr infektiös sind. In den USA treten schätzungsweise jedes Jahr 20 Millionen neuer Fälle von sexuell übertragbaren Krankheiten auf; etwa die Hälfte treten bei Menschen im Alter von 15 und 24 Jahren auf (siehe auch CDC: Sexually Transmitted Disease Surveillance 2016).

Zu den Faktoren, die die Kontrolle von sexuell übertragbaren Krankheiten behindern, zählen

  • Ungeschützter Geschlechtsverkehr mit mehreren Partnern

  • Schwierigkeiten von sowohl Ärzten als auch Patienten, über sexuelle Themen zu sprechen

  • Unzureichende Finanzierung für die Einführung vorliegender Diagnosetests und Behandlungen und für die Entwicklung neuer Tests und Behandlungen

  • Die Anfälligkeit für eine Reinfektion, wenn beide Partner nicht gleichzeitig behandelt werden

  • Unvollständige Behandlung, die zu einer Entwicklung resistenter Organismen führen kann

  • Internationale Reisen, die eine schnelle globale Verbreitung von sexuell übertragbaren Krankheiten erleichtern

Symptome und Beschwerden

Die Symptome und Befunde von STDs variieren abhängig von der Infektion. Viele STDs verursachen Läsionen im Genitalbereich (siehe Tabelle: Abgrenzung der häufigen sexuell übertragbaren Genitalläsionen).

Tabelle
icon

Abgrenzung der häufigen sexuell übertragbaren Genitalläsionen

Befund

Andere Kennzeichen

Grund*

Solitäres schmerzloses Ulkus

Induriert, nicht druckdolente oder nur geringfügiger Druckschmerz

Relativ schmerzlose Lymphknotenschwellung

Häufiges Auftreten von kleinen, schmerzhaften oberflächlichen Geschwüren auf erythematöser Basis

Manchmal mit Bläschen

Inguinale Adenopathie

Flaches schmerzhaftes Ulkus

Nichtindurierte, druckdolente Ulzera mit zerfransten, unterminierten Kanten und einem roten Rand, die in der Größe variieren und oft konfluieren.

Regionale Adenopathie

Kleine Papel oder Ulkus, oft asymptomatisch oder unbemerkt

Sehr druckempfindliche und schmerzhafte Adenopathie, manchmal mit distalem Lymphödem oder Drainage der Haut

Manchmal Fieber

Multiple, flache Ulzera

Charakteristische extragenitale Läsionen und Gänge

Aufgekratzte Skabies

Multiple, flache Läsionen

Sichtbare Läuse oder Eibeutel (Nissen), die an Haarstiele angeheftet sind

Pediculosis pubis mit Abschälen

Erhabene Läsion

Samtige, übelriechende, granulierte Läsionen

Keine inguinale Adenopathie

*Weitere Ursachen für Ulzera sind z. B. Plaques muqueses einer sekundären Syphilis, erosive Balanitis, gummatöse Ulzerationen bei tertiärer Syphilis, Behçet-Syndrom, Epitheliom und Trauma.

Diagnose

  • Oft klinische Untersuchung

  • Gram-Färbung und Kultur

  • Labortests

STDs werden unter sehr unterschiedlichen Begleitumständen diagnostiziert und behandelt; in vielen davon sind die diagnostischen Möglichkeiten begrenzt oder die Patientennachsorge ist nicht gesichert. Daher wird die Identifikation des ursächlichen Erregers oft nicht angestrebt. Die Diagnose erfolgt oft nur aufgrund von klinischen Kriterien.

Diagnostische Tests können Gram-Färbung und Kultur oder Labortests wie Nukleinsäureamplifikation-Tests (NAATs) umfassen. Eine diagnostische Untersuchung erfolgt öfter in den folgenden Fällen:

  • Die Diagnose ist unklar.

  • Die Infektion ist schwer.

  • Die anfängliche Behandlung ist nicht effektiv.

  • Andere Gründe (z. B. Überwachung der öffentlichen Gesundheitsdienste, psychosoziale Gründe, darunter extreme psychische Belastung und Depression) sind erforderlich.

Therapie

  • syndromale Behandlung

  • Manchmal antimikrobielle Mittel

  • Gleichzeitige Behandlung der Sexualpartner

Da diagnostische Verfahren oft begrenzt oder nicht verfügbar sind und/oder die Nachbetreuung der Patienten unsicher ist, erfolgt die initiale Therapie oft krankheitsbezogen, d. h. gerichtet auf das Erregerspektrum, das das klinische Syndrom (z. B. Urethritis, Zervizitis, genitale Ulzera, Adnexitis/PID) am ehesten verursacht.

Die meisten STDs können erfolgreich mit Medikamenten behandelt werden. Jedoch stellen Arzneimittelresistenzen ein zunehmendes Problem dar.

Patienten, die wegen einer STD behandelt werden, sollten auf Geschlechtsverkehr verzichten bis die Infektion bei ihnen und ihren Sexualpartnern abgeklungen ist. Sexualpartner sollten getestet und gleichzeitig behandelt werden.

Viral sexuell übertragbare Krankheiten, vor allem Herpes und HIV-Infektion, bestehen in der Regel ein Leben lang fort. Antivirale Medikamente können alle diese Infektionen steuern, aber noch nicht heilen.

Vorbeugung

Die Kontrolle und Nachsorge von STDs hängt ab von

  • Geeigneten Einrichtungen und geübtes Personal für Diagnose und Behandlung

  • Vorhandensein von Programmen des öffentlichen Gesundheitsdienstes zum Auffinden und Behandeln aktueller und kurz zurückliegenderSexualpartner der Patienten

  • Nachsorgeoptionen für die behandelten Patienten, um sicherzustellen, dass sie geheilt wurden

  • Aufklärung von Beschäftigten im Gesundheitswesen und der Öffentlichkeit

  • Vermeidung von Hochrisiko-Verhalten in der Bevölkerung

Kondome und Femidome verringern, wenn richtig eingesetzt, erheblich das Risiko für manche sexuell übertragbare Krankheiten.

Impfstoffe sind für die meisten sexuell übertragbaren Krankheiten nicht verfügbar, außer für Hepatitis A und Hepatitis B und HPV-Infektion.

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