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Hepatitis B-Impfstoff

Von

Margot L. Savoy

, MD, MPH, Lewis Katz School of Medicine at Temple University

Inhalt zuletzt geändert Jul 2019
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Der Hepatitis-B-Impfstoff ist 80 bis 100% wirksam bei der Verhinderung einer Infektion oder klinischer Hepatitis B bei Menschen, die die Impfstoffserie abschließen.

Vorbereitungen

Der Hepatitis B-Impfstoff (HepB) wird unter der Verwendung rekombinanter DNA-Technologie produziert. Ein Plasmid, das das Gen für das Hepatitis-B-Oberflächenantigen (HBsAg) enthält, wird in gewöhnliche Bäckerhefe eingefügt, die dann HBsAg produziert. Das HBsAg wird geerntet und gereinigt. Dieser Impfstoff kann keine Hepatitis-B-Virus-Infektion verursachen, da bei diesem Prozess keine potenziell infektiöse Virus-DNA oder vollständige Viruspartikel hergestellt werden.

Substanzen mit einem einzelnen Antigen und solche, die Hepatitis-A und Hepatitis-B-Impfstoffe kombinieren (Twinrix®), stehen zur Verfügung. Zwei Einzelantigen-Impfstoffe, Engerix-B® und Recombivax HB®, sind mit Aluminium konjugiert. Eine neuere Formulierung, HepB-CpG (Heplisav-B®) verwendet das immunstimulierende Adjuvans Cytidin-Phosphat-Guanosin-Oligodesoxynukleotid (CpG-ODN).

Indikationen

Die HepB-Impfung ist eine routinemäßige Impfung im Kindesalter (siehe Tabelle: Empfohlener Impfplan für das Alter von 0–6 Jahren).

Der HepB-Impfstoff ist auch für Erwachsene, die zuvor nicht geimpft worden sind, indiziert, wenn eine der folgenden Bedingungen vorliegt:

  • Wunsch nach Schutz vor Hepatitis B bei Personen, die bisher nicht geimpft wurden

  • Ein sexuell aktiver Lebensstil bei Personen, die nicht in einer langfristigen, beidseitig monogamen Beziehung sind (z. B. > 1 Sexpartner in den vorangegangenen 6 Monaten)

  • Bedürfnis nach Evaluation oder Behandlung einer sexuell übertragbaren Krankheit

  • Aktueller oder kürzlicher Gebrauch illegaler injizierbarer Drogen

  • Sex zwischen Männern

  • Beschäftigung, bei der die Beschäftigten möglicherweise mit Blut oder anderen potenziell infektiösen Körperflüssigkeiten in Kontakt kommen können (z. B. Beschäftigte im Gesundheitswesen, im Gefängnis oder in der öffentlichen Sicherheit)

  • Diabetes bei Personen < 60 Jahren (so bald wie möglich nach der Diagnose) und manchmal bei denjenigen ≥ 60 Jahren (basierend auf ihrem Risiko, sich zu infizieren, bei einer Infektion schwere Konsequenzen zu haben und eine ausreichende Immunantwort auf die Impfung zu haben)

  • Nierenerkrankung im Endstadium (z. B. Behandlung mit Hämodialyse)

  • HIV-Infektion

  • Eine chronische Lebererkrankung

  • Gerinnungsfaktorstörung

  • Haushaltskontakt und/oder sexueller Kontakt mit Personen, die positiv für das Hepatitis-B-Oberflächen-Antigen sind (HBsAg)

  • Reisen in endemische Gebiete

  • Zeit, die (als Patienten, Bewohner oder Angestellte) in Justizvollzugsanstalten oder in Einrichtungen verbracht wird, die Behandlung sexuell übertragbarer Krankheiten, HIV-Tests und -Behandlung, Behandlung und Präventionsdienste für Drogenmissbrauch, Dienste für injizierende Drogenkonsumenten oder Männer, die Sex mit Männern haben, oder Betreuung von Patienten mit Entwicklungsstörungen oder mit Nierenerkrankungen im Endstadium (einschließlich derjenigen, die eine Langzeit-Hämodialyse erhalten) anbieten

Die Kombination aus dem HepA- und HepB-Impfstoff kann bei Personen ≥ 18 Jahren eingesetzt werden, die Indikationen entweder für den Hepatitis-A- oder den Hepatitis-B-Impfstoff haben und die nicht zuvor mit einem der Bestandteile der Impfstoffe geimpft worden sind.

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Die wichtigste Kontraindikation für eine Hep-B-Impfung ist

  • Eine schwere allergische Reaktion (z. B. Anaphylaxie) nach einer vorherigen Dosis von Bäkerhefe oder einer Impfstoffkomponente

Die wichtigste Vorsichtsmaßnahme bei einer Hep-B-Impfung ist

  • Mittelschwere oder schwere Krankheit mit oder ohne Fieber (die Impfung wird, wenn möglich, verschoben, bis die Krankheit vorüber ist)

Dosierung und Verabreichung

Die Dosis einer Hep-B-Impfung beträgt 0,5 ml i.m. bis zum Alter von 20 Jahren oder 1 ml i.m. für Erwachsene (≥ 20 Jahre).

Der Impfstoff wird Kindern in der Regel in einer Serie von 3 Dosen verabreicht, im Alter von 0 Monaten, bei 1 bis 2 Monaten und bei 6 bis 18 Monaten.

Alle Kinder, die nicht zuvor mit dem HepB-Impfstoff geimpft worden sind, sollten im Alter von 11 oder 12 Jahren geimpft werden. Ein Behandlungsschema mit 3 Dosen wird verwendet; die 1. und 2. Dosis werden ≥ 4 Wochen voneinander getrennt und die 3. Dosis wird 4 bis 6 Monate nach der 2. Dosis gegeben. Allerdings kann ein Behandlungsschema mit 2 Dosen, das Recombivax HB® verwendet, zum Einsatz kommen; die 2. Dosis wird 4 bis 6 Monate nach der 1. Dosis verabreicht.

Der übliche Schema für Erwachsene, die Engerix-B® oder Recombivax HB® verwenden, umfasst eine Serie von drei Dosen mit 2 Dosen, die ≥ 4 Wochen voneinander getrennt werden, und eine 3. Dosis 4 bis 6 Monate nach der 2. Dosis. Heplisav-B® wird in 2 Dosen im Abstand von mindestens 4 Wochen verabreicht und kann als Ersatz in einer 3-Dosen-Serie mit einem anderen HepB-Impfstoff verabreicht werden. Heplisav-B® sollte während der Schwangerschaft nicht verabreicht werden, da keine Sicherheitsdaten zur Anwendung während der Schwangerschaft vorliegen.

Ungeimpften Erwachsenen, die mit einer Hämodialyse behandelt werden oder die immungeschwächt sind, sollte 1 Dosis von Recombivax HB® 40 mcg/ml innerhalb eines Behandlungsschemas mit 3 Dosen bei 0, 1 und 6 Monaten gegeben werden; es können auch 2 simultane Dosen von Engerix-B® 20 μg/ml innerhalb eines Behandlungsschemas mit 4 Dosen bei 0, 1, 2 und 6 Monaten, gegeben werden.

Wenn Personen ungeimpft sind oder nicht vollständig geimpft wurden, sollten die fehlenden Dosen zur Vervollständigung der HepB-Serie mit 3 Dosen verabreicht werden. Die 2. Dosis wird 1 Monat nach der 1. Dosis gegeben; die 3. Dosis wird ≥ 2 Monate nach der 2. Dosis gegeben (und ≥ 4 Monate nach der 1. Dosis). Wenn der Kombinationsimpfstoff für Hepatitis A und Hepatitis B (Twinrix®) verwendet wird, werden 3 Dosen bei 0, 1 und 6 Monaten gegeben oder 4 Dosen an den Tagen 0, 7 und 21 bis 30, gefolgt von einer Auffrischungsimpfung bei 12 Monaten. Wenn eine Person die Weiterführung der Serie versäumt, bevor sie abgeschlossen ist, muss die Serie nicht neu begonnen werden.

Nebenwirkungen

Schwerwiegende unerwünschte Nebenwirkungen sind sehr selten und beinhalten Anaphylaxie.

Zu den schwachen Nebenwirkungen zählen Schmerzen an der Injektionsstelle und gelegentlich eine Erhöhung der Temperatur auf etwa > 38° C.

Weitere Informationen

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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