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Präventionsmaßnahmen

Von

Magda Lenartowicz

, MD, Trinity Hospice, Los Angeles

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2020| Inhalt zuletzt geändert Okt 2020
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Quellen zum Thema

Es steht eine Vielzahl von Präventionsmaßnahmen zur Verfügung. Dazu zählt u. a. Folgendes:

Die Chemoprävention umfasst cholesterinsenkende Arzneimittel zur Vorbeugung von Atherosklerose, Aspirin zur Vorbeugung von Herzinfarkten oder Schlaganfällen, Tamoxifen zur Vorbeugung von Brustkrebs bei Frauen mit erhöhtem Krankheitsrisiko sowie blutdrucksenkende Mittel zur Vorbeugung von Schlaganfällen.

Wussten Sie ...

  • Durch eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und Raucherentwöhnung kann den drei häufigsten Todesursachen in den Vereinigten Staaten vorgebeugt werden (Herzinfarkt, Krebs und Schlaganfall).

Gesunde Lebensweise

Lebensweise und Krankheit hängen eng zusammen. Zum Beispiel können eine ungesunde Ernährung Ernährung Bei der Atherosklerose lagert sich in den Wänden mittelgroßer und großer Arterien fetthaltige Substanz (Atherome, atherosklerotische Plaques) ab, die den Blutfluss behindert und... Erfahren Sie mehr Ernährung (hoher Kaloriengehalt, viel gesättigtes Fett und Transfettsäuren), keine regelmäßige Bewegung und Rauchen das Risiko von Herzinfarkt, Krebs und Schlaganfall, den drei häufigsten Todesursachen in den Vereinigten Staaten, erhöhen. Das Aufgeben ungesunder Lebensgewohnheiten kann zur Prävention bestimmter Erkrankungen beitragen und/oder die Fitness und Lebensqualität verbessern. Durch Gespräche mit Ärzten und anderen medizinischen Fachkräften können Menschen richtige Entscheidungen treffen und gesunde Gewohnheiten annehmen. Die Entscheidung für eine gesunde Lebensweise kann jedoch nur von der Person selbst getroffen werden. Für viele Menschen ist es schwer, sich konsistent gesund zu ernähren und sich ausreichend zu bewegen. Diejenigen, die es jedoch schaffen, reduzieren damit das Risiko schwerer Erkrankungen. Sie fühlen sich oft besser und haben mehr Energie.

Gesunde Essgewohnheiten Ernährung Bei der koronaren Herzkrankheit (KHK) ist die Blutversorgung des Herzmuskels verringert oder völlig unterbrochen. Der Herzmuskel benötigt eine konstante Versorgung mit Blut, das mit Sauerstoff... Erfahren Sie mehr Ernährung können helfen, Krankheiten wie Bluthochdruck, Herzleiden, Diabetes, Osteoporose sowie bestimmten Krebsarten vorzubeugen bzw. sie besser zu kontrollieren. Zu den Empfehlungen gehören:

Körperliche Bewegung und Sport Der Nutzen sportlicher Betätigung Regelmäßiger Sport stärkt Herz und Lunge, versetzt das Herz-Kreislauf-System in die Lage, den Körper bei jedem Herzschlag mit mehr Sauerstoff zu versorgen, und steigert die Sauerstoffmenge,... Erfahren Sie mehr können Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Herzleiden, Schlaganfall, Diabetes, einigen Krebsarten, Verstopfung, Stürzen und anderen Gesundheitsproblemen vorbeugen. Am besten sind mäßig anstrengende körperliche Aktivitäten während insgesamt 150 Minuten pro Woche oder anstrengendes Ausdauertraining während 75 Minuten pro Woche (oder eine Kombination davon). Die sportliche Betätigung sollte jeweils mindestens 10 Minuten dauern und gleichmäßig über die Woche verteilt werden. Auf jeden Fall gilt: Auch wenig Bewegung ist viel besser als gar keine. Personen, die beispielsweise nur ein paar Mal pro Woche jeweils 10 Minuten für körperliche Bewegung aufwenden, können dennoch davon profitieren, insbesondere wenn es sich um anstrengende Übungen handelt. Gehen ist eine einfache, wirksame Übung, die viele Leute genießen. Bestimmte Übungsarten können bestimmten Problemen entgegenwirken. Dehnübungen können beispielsweise die Gelenkigkeit erhöhen und Stürzen vorbeugen. Ausdauerübungen können das Risiko für Herzinfarkt oder Angina pectoris senken.

Mit dem Rauchen aufzuhören, Behandlung Obwohl sie eine große Herausforderung darstellt, ist die Entwöhnung eines der wichtigsten Dinge, die ein Raucher für seine Gesundheit tun kann. Die Raucherentwöhnung bringt einen sofortigen... Erfahren Sie mehr ist für eine gesunde Lebensweise wichtig. Ein Arzt kann die Raucherentwöhnung unterstützen und beratend begleiten, indem er unter anderem Informationen und Empfehlungen über Nikotinersatzprodukte, Bupropion und Vareniclin (Arzneimittel, die das Verlangen nach Nikotin senken) und andere Hilfsmittel bereitstellt.

Sichere Sexualpraktiken Übersicht über Empfängnisverhütungen Unter Empfängnisverhütung versteht man Vorkehrungen, welche die Befruchtung einer Eizelle durch eine Samenzelle (Empfängnis) bzw. die Einnistung des befruchteten Eis in die Gebä... Erfahren Sie mehr sind weiterhin wichtig. Zu sicherem Sex gehört vor allem der Verzicht auf riskante Sexualpartner und eine monogame Lebensweise in einer Paarbeziehung. Menschen, die mehr als einen Sexualpartner haben, können durch korrekte Benutzung eines Latexkondoms das Risiko sexuell übertragbarer Krankheiten deutlich senken ( Vorbeugung Vorbeugung Sexuell übertragbare Krankheiten (Geschlechtskrankheiten) sind Infektionen, die normalerweise, aber nicht ausschließlich, durch sexuelle Kontakte von Person zu Person übertragen... Erfahren Sie mehr Vorbeugung ). Personen, die gegen Latex allergisch sind, können Kondome aus anderen Materialien benutzen.

Die Einschränkung des Alkoholkonsums Alkohol Alkohol (Ethanol) macht depressiv. Der rasche oder regelmäßige Konsum von großen Mengen Alkohol kann zu gesundheitlichen Problemen, wie Organschäden, Koma und Tod, fü... Erfahren Sie mehr ist wichtig. Obwohl kleine Mengen Alkohol, insbesondere Rotwein, eventuell gewisse gesundheitliche Vorteile mit sich bringen, ist übermäßiger Alkoholkonsum (z. B. mehr als 1 bis 2 Gläser pro Tag, bei Frauen eher weniger) hingegen gefährlich. Als ein Glas gelten ca. 350 ml Bier, 150 ml Wein oder 50 ml Spirituosen, wie etwa Whisky.

Die Vorbeugung von Verletzungen spielt beim Erhalt einer gesunden Lebensweise eine wichtige Rolle. Menschen können ihr Verletzungsrisiko senken, indem sie bestimmte Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, wie z. B. das Tragen von geeigneter Schutzausrüstung.

Ausreichender Schlaf Überblick über den Schlaf Schlaf ist für das Überleben und die Gesundheit notwendig. Warum er aber erforderlich ist und wie Menschen von ihm profitieren, ist nicht genau bekannt. Der Schlaf hat einen erholsamen Effekt... Erfahren Sie mehr ist ebenfalls Teil einer gesunden Lebensweise, der sich vor allem auf die Stimmung und die psychische Verfassung auswirkt. Schlafmangel ist ein Risikofaktor für Verletzungen.

1x1 der Sicherheit

Mit einfachen Sicherheitsmaßnahmen kann Verletzungen vorgebeugt werden. Einige Beispiele:

Allgemeine Sicherheit

  • Erste-Hilfe-Kenntnisse

  • Vorbereitung oder Kauf einer Erste-Hilfe-Ausrüstung

  • Kenntnisse über Herz-Lungen-Reanimation (kardiopulmonale Reanimation, CPR) und andere Methoden zur Befreiung blockierter Atemwege, etwa das Heimlich-Manöver

  • Tragen eines Helms beim Fahrrad- oder Motorradfahren und der für Sportler empfohlenen zusätzlichen Schutzausrüstung, etwa Handgelenkschoner für Inliner und Skateboarder

  • Schusswaffen sicher aufbewahren

  • Niemals allein schwimmen

  • Bei wiederholten Handgelenkbewegungen (etwa beim Tippen) eine Position einnehmen, die kein Risiko für das Karpaltunnelsyndrom darstellt

  • Regelmäßig und sicher Sport treiben

  • Kein oder begrenzter Alkoholkonsum

Sicherheit zu Hause

Zur Vorbeugung von Stürzen und sturzbedingten Verletzungen von Kindern:

  • Sicherheitsschlösser an Kellertüren anbringen

  • Fenster schließen und verriegeln, wenn Kinder anwesend sind

  • Scharfkantige Möbel austauschen oder deren Ecken abdecken

  • Keine Laufstühle benutzen.

  • Fensterschutzvorrichtungen anbringen, insbesondere über dem Erdgeschoss

  • Treppengitter an der obersten und untersten Treppenstufe anbringen

Zur Vermeidung einer Vergiftung:

  • Niemals Reinigungsmittel vermengen

  • WC-Reiniger, Schädlingsbekämpfungsmittel, Alkohol und Frostschutzmittel fest verschlossen und außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren

  • Arzneimittel immer in der Originalpackung aufbewahren und Tablettenbehälter mit Sicherheitsverschluss verwenden, wenn Kinder im Haushalt leben oder zu Besuch kommen

  • Anweisungen zur sicheren Entsorgung abgelaufener Arzneimittel und nicht länger notwendiger Arzneimittel folgen (siehe Entsorgung nicht verbrauchter Arzneimittel auf der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit).

Zur Brandverhütung:

  • Funktionierende Rauchmelder auf allen Etagen einschließlich Keller sowie in allen Schlafzimmern anbringen

  • Batterien monatlich testen und alle 6 Monate auswechseln

  • Fluchtweg planen und sich damit vertraut machen

  • Feuerlöscher in oder in der Nähe der Küche aufbewahren

  • Elektrisches System vom Fachmann inspizieren lassen

  • Kerzen nicht unbeaufsichtigt brennen lassen

  • Nicht im Bett rauchen

Zur Vermeidung einer Kohlenmonoxidvergiftung:

  • Angemessene Belüftung für Verbrennungsquellen in geschlossenen Räumen sicherstellen (z. B. Ofen, Heißwasserheizung, Holz- oder Kohleofen und Kerosinheizung)

  • Ofenrohre und Kamine regelmäßig reinigen und auf Lecks untersuchen

  • Kohlenmonoxidmelder im Haus anbringen

Zur Vermeidung einer Radonexposition:

  • Radonwerte im Haus überprüfen

  • Angemessene Belüftung, vor allem im Keller, sicherstellen

Zur Vermeidung einer Bleivergiftung:

  • Sich an die örtliche Gesundheitsbehörde wenden und erkundigen, wie im Trinkwasser toxische Bleiwerte ermittelt werden können

  • Herausfinden, ob die im Haus verwendeten Farben und Lacke bleihaltig sind (trifft auf ältere Häuser zu) und ggf. Farbsplitter testen

  • Keramikgeschirr von nichtamerikanischen Herstellern auf Blei untersuchen.

  • Kinder auf Bleiwerte untersuchen lassen, falls der Kinderarzt dies empfiehlt

Zur Vermeidung von Verbrennungen:

  • Warmwassertemperatur auf max. 54,44 °C einstellen

Lebensmittelsicherheit

  • Mindesthaltbarkeit auf der Packung beachten

  • Verderbliche Lebensmittel unverzüglich in den Kühlschrank stellen

  • Keine Waren in verbeulten Konserven, ohne Deckel oder mit gewölbtem Deckel kaufen

  • Kühlschranktemperatur auf 4 °C und Tiefkühlfach auf –18 °C einstellen.

  • Frisches Fleisch (einschließlich Geflügel und Fisch) einfrieren, wenn es nicht innerhalb von 2 Tagen verzehrt wird

  • Fleischsäfte nicht auf andere Lebensmittel tropfen lassen

  • Vor und nach der Zubereitung von Speisen Hände waschen

  • Lebensmittel sorgfältig garen

  • Für rohes und gegartes Fleisch nicht dieselben Utensilien oder Servierplatten verwenden

  • Arbeitsplatten, Küchenbretter und Utensilien nach der Benutzung in heißem Seifenwasser spülen

Sicherheit im Auto

  • Geschwindigkeitsbegrenzungen beachten und defensiv fahren

  • Sicherstellen, dass alle Insassen den Sicherheitsgurt angelegt haben

  • Kinder in Autokindersitze oder andere, für ihre Größe und Gewicht geeignete Sitzvorrichtungen setzen

  • Nicht zulassen, dass Babys oder Kinder im fahrenden Fahrzeug auf den Schoss genommen werden

  • Vor dem Autofahren keinen Alkohol trinken und keine Freizeitdrogen oder Präparate einnehmen, die schläfrig machen

Impfungen

Impfstoffe Impfungen für Kinder Impfungen schützen Kinder vor vielen Infektionskrankheiten. Impfstoffe enthalten entweder nicht infektiöse Bestandteile von Bakterien und Viren oder abgeschwächte Erreger, die keine Krankheit... Erfahren Sie mehr haben sich in der Vergangenheit als enorm erfolgreich erwiesen. Gefährliche und manchmal tödlich verlaufende Infektionskrankheiten wie Diphtherie, Keuchhusten, Tetanus, Mumps, Masern, Röteln und Kinderlähmung treten im Vergleich früher dank wirksamer und sicherer Impfstoffe um mehr als 99 % seltener auf. Darüber hinaus werden durch jeden für Impfungen ausgegebenen US-Dollar Gesundheitskosten in Höhe von ca. 16 US-Dollar gespart.

Impfstoffen werden viele Nebenwirkungen zugeschrieben (siehe Bedenken bezüglich Impfungen Bedenken bezüglich Impfungen für Kinder Trotz der strengen Sicherheitssysteme in den USA machen sich viele Eltern dennoch Sorgen über den Einsatz von Impfstoffen und das übliche Impfschema für Kinder. Diese Bedenken können dazu führen... Erfahren Sie mehr ). Die tatsächlich auftretenden Nebenwirkungen hängen vom Impfstoff ab, doch die häufigsten Nebenwirkungen sind in der Regel geringfügig und umfassen Schwellungen, Druckschmerz und allergische Reaktionen an der Injektionsstelle sowie gelegentlich Fieber oder Schüttelfrost. Schwerere Nebenwirkungen können auftreten. Diese umfassen Autoimmunreaktionen (z. B. das Guillain-Barré-Syndrom, das vorübergehende Schwäche oder Lähmung verursacht). Schwerwiegende Nebenwirkungen treten jedoch sehr selten auf, wenn der Impfstoff vorschriftsmäßig angewendet wird.

Systematische und breit angelegte Untersuchungen haben keine Beweise für einen Zusammenhang zwischen Impfstoffen und anderen schweren Erkrankungen wie Autismus geliefert. Berichten, dass Impfstoffe Krankheiten wie AIDS auslösen oder Unfruchtbarkeit hervorrufen können, fehlt jegliche faktische Grundlage. Eine Impfung abzulehnen, um Nebenwirkungen zu vermeiden, kann das Infektionsrisiko erhöhen, was eine größere gesundheitliche Gefahr als die möglichen Nebenwirkungen einer Impfung darstellt.

Wussten Sie ...

  • Impfungen kommen auch nicht geimpften Personen zugute.

Kinder und Jugendliche, ältere Erwachsene und Personen mit beeinträchtigtem Immunsystem sind am ehesten für Infektionen anfällig, denen durch Impfung vorgebeugt werden kann. Sie gehören zudem oft zur anfälligsten Gruppe für schwere Symptome, die durch diese Infektionen verursacht werden. Beispielsweise ruft ein Krampfhusten (Keuchhusten) bei Kleinkindern oftmals schwere Symptome hervor, während er bei älteren, sonst gesunden Menschen so mild wie eine Erkältung sein kann. Obwohl die Impfung vor allem für anfällige Personen wichtig ist, ist es ebenso wichtig, auch alle anderen Personen zu impfen. Dadurch wird die geimpfte Person vor der Krankheit geschützt. Zudem sinkt die Anzahl der Menschen der betreffenden Gemeinde, die an der Infektion erkranken und diese folglich auf anfälligere Personen übertragen könnten. Indem so viele Menschen wie möglich geimpft werden, sinkt somit in der Gemeinde die Anzahl von Todesfällen und ernsten Komplikationen. Dieses Phänomen wird Herdenimmunität genannt.

Screening

Unter Früherkennung bzw. Screening versteht man die Untersuchung von Personen, die gefährdet sind, eine Krankheit zu bekommen, jedoch noch keine Symptome aufweisen (siehe auch Entscheidungen über medizinische Tests, Screening-Tests Screening-Tests Da viele verschiedene Erkrankungen die gleichen Symptome verursachen können, kann die Feststellung der tatsächlichen Ursache für die Ärzte oder andere medizinische Fachkräfte der Grundversorgung... Erfahren Sie mehr ). Mit einem Screening kann eine Früherkennung ermöglicht werden, was wiederum eine rechtzeitige Behandlung ermöglicht und manchmal verhindert, dass eine Krankheit tödlich verläuft. Krankheiten im Gebärmutterhals und im Darm können beispielsweise diagnostiziert und geheilt werden, bevor sie sich zu einer Krebserkrankung entwickeln.

Screening-Programme haben die Anzahl der aus bestimmten Krankheiten resultierenden Todesfälle stark reduziert. Die Anzahl der an Gebärmutterhalskrebs gestorbenen Amerikanerinnen – der häufigsten Todesursache unter US-Amerikanerinnen – ist beispielsweise seit 1955 um 75 % gesunken. Mit Früherkennungsmaßnahmen können außerdem Krankheiten diagnostiziert werden, die nicht heilbar sind, aber behandelt werden können, bevor sie allzu großen Schaden anrichten (z. B. Bluthochdruck).

Screening-Empfehlungen werden normalerweise von Behörden oder Berufsverbänden herausgegeben und beruhen auf dem aktuellen Stand der Forschung. Unterschiedliche Organisationen können jedoch unterschiedliche Empfehlungen herausgeben. Dafür gibt es mehrere Gründe. Auch die besten Forschungsergebnisse sind nicht immer absolut schlüssig. Screening-Empfehlungen müssen zudem berücksichtigen, welches Risiko und welcher Aufwand akzeptabel sind – Faktoren, die nicht mit Bestimmtheit vorhergesagt werden können. Die Versorgung muss daher personalisiert und an die Situation einzelner Patienten angepasst werden, die Screening-Maßnahmen mit ihren Hausarzt besprechen sollten.

Wussten Sie ...

  • Einige Untersuchungen zur Diagnose von Erkrankungen, bevor Symptome auftreten (Screening-Tests) können unter Umständen mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen.

Man würde annehmen, dass jede Untersuchung, die eine schwere Erkrankung diagnostizieren kann, durchgeführt werden sollte. Dies ist jedoch nicht der Fall. Obwohl Früherkennungsmaßnahmen vielerlei Nutzen bieten, können sie auch Probleme verursachen. Da die Ergebnisse der Screening-Tests mitunter auch bei Personen positiv ausfallen, die nicht krank sind, muss sich eine bestimmte Anzahl dieser Personen weiteren unnötigen, oftmals kostspieligen und ggf. schmerzhaften oder gefährlichen Untersuchungen und/oder Behandlungen unterziehen.

Manchmal zeigen Früherkennungsmaßnahmen Auffälligkeiten, die nicht behandelt werden können oder müssen. Prostatakrebs Prostatakrebs Das Risiko für Prostatakrebs steigt mit zunehmendem Alter. Symptome wie Probleme beim Wasserlassen, häufiger und starker Harndrang sowie Blut im Urin treten meist erst im fortgeschrittenen Stadium... Erfahren Sie mehr Prostatakrebs wächst beispielsweise oft so langsam, dass es bei einem älteren Mann unwahrscheinlich ist, dass sich der Krebs auf seine Gesundheit auswirkt, bevor er an einer anderen Todesursache stirbt. In solchen Fällen kann die Behandlung schlimmer als die Krankheit sein. Ein anderes Beispiel betrifft computertomografische Ganzkörperuntersuchungen zur Krebsvorsorge. Solche Untersuchungen werden nicht empfohlen, da ihr Nutzen (z. B. Leben retten) gegenüber den Risiken (z. B. Erkrankungen durch die Strahlenexposition, einschließlich Krebs) nicht überwiegt. Hinzu kommt, dass viele Menschen ängstlich werden, sobald sie erfahren, dass sie eine ernste Krankheit haben könnten, was sich wiederum auf die Gesundheit auswirkt.

Aus diesen Gründen sind Früherkennungsmaßnahmen nur in den folgenden Fällen empfehlenswert:

  • Wenn bei der Person ein reales Krankheitsrisiko besteht

  • Wenn sich der Screening-Test durch eine hohe Genauigkeit auszeichnet

  • Wenn die Krankheit bei einer Diagnose vor dem Auftreten von Symptomen wirksamer behandelt werden kann

  • Wenn der Nutzen angemessener Früherkennungsmaßnahmen relativ kostengünstig für die medizinische Versorgung ist

Einige Früherkennungsmaßnahmen (z. B. zur Diagnose von Gebärmutterhals- und Darmkrebs) werden bei Personen eines bestimmten Alters und Geschlechts empfohlen. Bei Personen mit erhöhtem Risiko aufgrund anderer Faktoren können die Tests bereits in jüngeren Jahren, in kürzeren Intervallen oder zusammen mit weiteren Tests empfohlen werden. Einer Person mit Dickdarmkrebs in der Familie oder mit einer Krankheit wie Colitis ulcerosa, die das Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken, erhöht, wird also empfohlen, sich häufiger einer Koloskopie zu unterziehen als Personen mit durchschnittlichem Risiko. Ebenso wird einer Frau mit Brustkrebs in der Familie empfohlen, neben einer Mammographie auch eine Magnetresonanztomographie (MRT) machen zu lassen.

Einige Früherkennungsmaßnahmen werden Personen mit bestimmten Störungen empfohlen. Personen mit Diabetes sollten beispielsweise mindestens einmal täglich ihre Füße auf Rötungen und Geschwüre untersuchen, die bei Nichtbehandlung zu schweren Infektionen und letztlich zur Amputation führen können.

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Präventive Arzneimitteltherapie

Präventive medikamentöse Behandlung (auch Chemoprävention genannt) ist die Verabreichung von Arzneimitteln zur Vorbeugung gegen eine Erkrankung. Damit diese Behandlung empfohlen wird, muss die Person einerseits die Risikofaktoren der vorzubeugenden Erkrankung aufweisen und andererseits die Wahrscheinlichkeit gering sein, dass die Person die durch das Arzneimittel ausgelösten Nebenwirkungen entwickelt.

Die präventive medikamentöse Behandlung ist in der Tat sinnvoll, wenn es beispielsweise um die Vorbeugung einer Infektion bei Personen mit einer bestimmten Erkrankung (etwa AIDS) oder um die Vorbeugung von Kopfschmerzen bei Migränepatienten geht, sowie in vielen anderen spezifischen Situationen. Obwohl die präventive medikamentöse Behandlung nur in bestimmten Situationen wirksam ist, sind einige dieser Situationen weit verbreitet, so dass die Behandlung für viele Menschen sinnvoll ist. Erwachsenen mit Risikofaktoren für eine koronare Herzerkrankung oder einen Schlaganfall wird beispielsweise häufig Aspirin empfohlen. Neugeborene bekommen üblicherweise Augentropfen, um einer Gonokokkeninfektion der Augen vorzubeugen. Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko können von einer präventiven medikamentösen Behandlung profitieren (z. B. mit dem Arzneimittel Tamoxifen).

Drei Ebenen der Prävention

Die drei Ebenen der Prävention sind die primäre, sekundäre und tertiäre Prävention.

Bei der primären Prävention wird der Entstehung einer Erkrankung tatsächlich vorgebeugt. Impfungen, Beratung zur Änderung von Hochrisikoverhaltensweisen und manchmal Chemoprävention sind Beispiele für primäre Vorsorgemaßnahmen.

Bei der sekundären Prävention wird die Krankheit frühzeitig entdeckt und behandelt, oft bevor sich Symptome zeigen, wodurch schwerwiegende Folgen minimiert werden.

Zur Sekundärprävention gehören Screening-Programme, z. B. die Mammographie zur Diagnose von Brustkrebs und Dual-Röntgenabsorptionsmessung (DEXA) zur Erkennung von Osteoporose. Bei Personen mit sexuell übertragbaren Krankheiten umfasst sie mitunter auch die Ermittlung der Sexualpartner (Kontaktverfolgung), um diese ebenfalls zu behandeln und eine weitere Übertragung einzudämmen.

Bei der tertiären Prävention wird eine bereits vorliegende, meist chronische Krankheit behandelt, um weitere Komplikationen oder Schäden zu verhindern. Die Tertiärprävention konzentriert sich beispielsweise bei Diabetespatienten auf die Überwachung des Blutzuckerspiegels, ausgezeichnete Hautpflege, regelmäßige Untersuchung der Füße sowie regelmäßige Bewegung zur Vorbeugung von Herz- und Blutgefäßerkrankungen. Eine Tertiärprävention kann für einen Patienten, der einen Schlaganfall hatte, darin bestehen, dass er Aspirin zur Vorbeugung eines zweiten Schlaganfalls einnimmt.

Die Tertiärprävention kann auch unterstützende und wiederherstellende Maßnahmen umfassen, die einer Verschlechterung vorbeugen und die Lebensqualität maximieren sollen, z. B. Rehabilitation nach einer Verletzung, einem Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Zur Tertiärprävention gehört auch die Vorbeugung von Komplikationen bei Personen mit Behinderungen wie etwa Druckgeschwüre bei bettlägerigen Personen.

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