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Krebsvorbeugung

Von

Robert Peter Gale

, MD, PhD, Imperial College London

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2018| Inhalt zuletzt geändert Aug 2018
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Kurzinformationen
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Es gibt viele verschiedene Arten von Krebs, die verschiedene Ursachen und Risikofaktoren haben. Außerdem haben einzelne Personen unterschiedliche Risiken, an verschiedenen Krebserkrankungen zu erkranken. Deshalb sind nicht alle Vorbeugungsstrategien für alle Menschen wirksam. Es gibt jedoch für viele Menschen allgemeine Strategien zur Senkung des Krebsrisikos.

Die frühe Erkennung von Krebs oder Krebsvorstufen kann Leben retten. Es ist also wichtig, dass Patienten Krebsvorsorgeuntersuchungen empfohlen werden.

Faktoren im Zusammenhang mit der Lebensweise

Die Senkung des Risikos für bestimmte Krebsarten kann durch Änderung der Ernährungsgewohnheiten und der Lebensweise möglich sein. Wie sehr das Risiko gesenkt werden kann, hängt von der spezifischen Krebsart ab.

Eine Ernährungsumstellung senkt das Risiko mancher Krebsarten:

  • Verringerter Alkoholkonsum kann das Risiko von Kopf- und Hals-, Leber- und Speiseröhrenkrebs senken.

  • Verringerter Fettverzehr scheint das Risiko für Brust- und Darmkrebs zu senken.

  • Weniger verarbeitetes Fleisch und mehr Vollkornprodukte sowie Obst und Gemüse zu sich zu nehmen, kann das Risiko für einige Krebsarten senken.

Das Krebsrisiko kann auch durch die Zubereitungsart des Fleisches erhöht werden. Durch das Grillen, Kochen oder Braten von Fleisch entstehen bestimmte chemische Stoffe, die mit Darmkrebs in Verbindung gebracht wurden. Die Verwendung anderer Kochmethoden verringert die Bildung dieser chemischen Stoffe und kann das Darmkrebsrisiko verringern.

Tabakkonsum wird mit einem Drittel aller Krebsarten direkt in Verbindung gebracht. Nicht zu rauchen und auch nicht passiv mitzurauchen, kann die Risiken von Lungen-, Nieren- und Blasenkrebs sowie Krebs im Hals- und Kopfbereich deutlich senken. Menschen, die mit dem Rauchen aufgehört haben, können ebenfalls ihr Krebsrisiko verringern; die Risiken nehmen im Laufe der Zeit ab. Wer auf Schnupf- und Kautabak verzichtet, senkt das Risiko für Mund- und Zungenkrebs.

Übergewicht oder Fettleibigkeit erhöht das Krebsrisiko, insbesondere das für Brustkrebs, Darmkrebs, Gebärmutterschleimhautkrebs, Speiseröhrenkrebs, Nierenkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Betroffenen sollten versuchen, durch Ernährung und Bewegung ein gesundes Körpergewicht beizubehalten. Körperliche Aktivität selbst kann das Risiko für Brust-, Gebärmutterschleimhaut- und Prostatakrebs senken.

Umweltfaktoren

Karzinogene sind Stoffe, die das Krebsrisiko erhöhen. Manche Karzinogene, wie Asbest und Benzene, können am Arbeitsplatz vorhanden sein. Arbeitskräfte in Branchen, die bekannte Karzinogene anwenden, sollten angemessene Vorsichtsmaßnahmen treffen, um den Kontakt zu vermeiden oder zu minimieren. Andere Karzinogene treten zuhause oder in der Umgebung auf. Zum Beispiel zerfallen radioaktive Elemente, die natürlich in der Erde vorkommen, zu radioaktivem Radon-Gas, das sich in den Häusern von Menschen sammeln kann, die in bestimmten Gebieten leben. Der Kontakt mit Radon erhöht das Risiko für Lungenkrebs, besonders bei Rauchern.

Das Hautkrebsrisiko kann sinken, sobald man direkte Sonneneinstrahlung (insbesondere um die Mittagszeit) meidet. Es ist ebenfalls hilfreich, die Haut durch Sonnenschutzpräparate mit breitem Spektrum und einem Lichtschutzfaktor (LSF) von mindestens 30 zu schützen, das sowohl gegen UV-A- und UV-B-Strahlen schützt, um das Hautkrebsrisiko zu senken.

Krebsimpfstoffe

Schutzimpfungen können bestimmten Krebsarten vorbeugen, die durch Viren verursacht werden. Bestimmte sexuell übertragbare Stämme des humanen Papillomavirus (HPV) verursachen Gebärmutterhalskrebs, Analkrebs und einige Formen von Kopf- und Halskrebs. HPV-Schutzimpfungen vor dem ersten Geschlechtsverkehr können das Risiko für diese Krebserkrankungen deutlich senken.

Beispielsweise erhöht eine Infektion mit dem Hepatitis B-Virus das Risiko für Leberkrebs. Schutzimpfungen gegen das Hepatitis‑B‑Virus können dabei helfen, Leberkrebs vorzubeugen.

Andere Faktoren

Personen, die Azetylsalizylsäure oder nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) einnehmen, leiden seltener an kolorektalen Karzinomen.

Papanicolaou(Pap)-Tests können bei der Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs helfen, weil mit ihnen Krebsvorstufen der Gebärmutterhalszellen erkannt werden können. Die Entfernung von Darmpolypen im Krebsvorstadium kann dabei helfen, kolorektalen Karzinomen vorzubeugen.

Das Risiko für Brust- und Gebärmutterschleimhautkrebs kann ggf. dadurch gesenkt werden, die Symptome der Wechseljahre nicht mit einer Hormontherapie (z. B. Östrogen und Progesteron) zu behandeln.

Zusätzliche Informationen

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