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Osteoporose

Von

Marcy B. Bolster

, MD, Harvard Medical School

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Dez 2018| Inhalt zuletzt geändert Dez 2018
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Quellen zum Thema

Bei der Erkrankung Osteoporose werden die Knochen durch eine sich verringerte Dichte schwächer, sodass sie leichter brechen.

  • Die Bestandteile, die für die Dichte und Stärke der Knochen zuständig sind, können durch Alter, Östrogenmangel, eine zu geringe Aufnahme von Vitamin D oder Kalzium sowie bestimmte Erkrankungen abnehmen.

  • Osteoporose verursacht möglicherweise keine Symptome, bis eine Knochenfraktur auftritt.

  • Knochen können ohne stärkere Gewalteinwirkung und bei einem leichten Sturz brechen.

  • Obwohl Frakturen oft schmerzhaft sind, verursachen Wirbelsäulenfrakturen in manchen Fällen keine Schmerzen, führen jedoch zu Deformitäten.

  • Der Arzt untersucht bei Osteoporose-gefährdeten Patienten die Knochendichte.

  • Osteoporose lässt sich in der Regel durch eine ausreichende Zufuhr von Kalzium und Vitamin D, gewichtsbelastenden Übungen und die Einnahme von Bisphosphonaten oder anderen Medikamenten vermeiden.

Knochen enthalten Mineralien wie Kalzium und Phosphor, die für ihre Dichte und Härte sorgen. Um die Knochendichte (oder Knochenmasse) aufrechtzuerhalten, braucht der Körper genügend Kalzium und andere Mineralien, und er muss Hormone wie Parathormon, Wachstumshormon, Kalzitonin, Östrogen und Testosteron produzieren. Eine ausreichende Zufuhr von Vitamin D ist nötig, um Kalzium aus der Nahrung aufzunehmen und in die Knochen einzulagern. Der Körper versorgt sich mit Vitamin D aus der Nahrung und produziert es unter Einwirkung von Sonnenlicht in der Haut (siehe Vitamin D).

Damit sich die Knochen an die wechselnden Anforderungen anpassen können, werden sie ständig ab- und aufgebaut.. Dieser Prozess wird auch Umgestaltung genannt (siehe Knochen). Während dieses Vorgangs lösen sich kleine Bereiche des Knochens auf und werden durch neues Knochengewebe ersetzt. Diese Umgestaltung verändert Form und Dichte der Knochen. Bei jungen Menschen wachsen die Knochen entsprechend dem Körperwachstum in die Breite und Länge. Bei Erwachsenen können die Knochen dicker werden, aber nicht mehr länger.

Verlust der Knochendichte bei Frauen

Bei Frauen nimmt die Knochendichte (oder Masse) bis etwa zum 30. Lebensjahr stetig zu. In diesem Alter sind die Knochen am stärksten. Danach nimmt die Knochendichte langsam wieder ab. Der Knochenabbau verstärkt sich noch nach den Wechseljahren, die im Alter von etwa 51 Jahren einsetzen.

Verlust der Knochendichte bei Frauen

Da bei jungen Erwachsenen mehr Knochensubstanz gebildet als abgebaut wird, verdichten sich die Knochen bis zum 30. Lebensjahr. In diesem Alter sind die Knochen am stärksten. Danach nimmt die Knochendichte langsam ab, da mehr Knochensubstanz ab- als aufgebaut wird. Wenn der Körper nicht genügend Knochenmasse aufbauen kann, nimmt die Knochendichte ab und die Knochen werden brüchiger, unter Umständen bis hin zur Osteoporose.

Arten von Osteoporose

In den USA leiden ca. 8 Millionen Frauen und 2 Millionen Männer unter Osteoporose. Es gibt vornehmlich zwei Arten von Osteoporose:

  • Primäre Osteoporose

  • Sekundäre Osteoporose

Primäre Osteoporose tritt spontan auf. Sekundäre Osteoporose wird durch eine andere Erkrankung oder durch ein Medikament verursacht.

Primäre Osteoporose

Mehr als 95 % der weiblichen und wahrscheinlich 80 % der männlichen Patienten sind an primärer Osteoporose erkrankt. Bei den Erkrankten handelt es sich zumeist um Frauen in den Wechseljahren und ältere Männer.

Osteoporose wird größtenteils durch Östrogenmangel verursacht. Dieses Hormon nimmt in den Wechseljahren stark ab. Die meisten Männer über 50 haben einen höheren Östrogenspiegel als Frauen in den Wechseljahren. Doch da dieser Wert auch bei ihnen mit zunehmendem Alter abnimmt, ist ein Östrogenmangel bei Männern und Frauen gleichermaßen die Ursache für Osteoporose. Östrogenmangel führt zu einem stärkeren und schnelleren Knochenabbau. Bei Männern kann die Ursache für Osteoporose auch in einem Mangel an männlichen Geschlechtshormonen liegen. Eine geringe Zufuhr an Kalzium oder Vitamin D kann den Knochenabbau noch verstärken. Ein Mangel an Vitamin D führt zu Kalziummangel, und eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen veranlasst diese zur Freisetzung von zu viel Nebenschilddrüsenhormon (siehe Hyperparathyreoidismus). Dies kann den Knochenabbau ebenfalls beschleunigen. Aus noch nicht geklärten Gründen nimmt auch der Knochenaufbau ab.

Darüber hinaus erhöhen zahlreiche andere Faktoren wie bestimmte Medikamente, Tabak- und hoher Alkoholkonsum, eine familiäre Vorgeschichte von Osteoporose (zum Beispiel, wenn die Eltern einer Person Hüftfrakturen hatten) sowie eine kleine Statur das Risiko des Knochenabbaus und der Osteoporose bei Frauen. Aber auch Männer sollten auf diese Risikofaktoren achten.

Sekundäre Osteoporose

Weniger als 5 % der weiblichen und rund 20 % der männlichen Patienten sind an sekundärer Osteoporose erkrankt.

Erkrankungen, die eine sekundäre Osteoporose verursachen können, sind chronische Nierenerkrankungen und Hormonstörungen (vor allem Cushing-Syndrom, Nebenschilddrüsenüberfunktion (Hyperparathyreoidismus), Schilddrüsenüberfunktion, Unterfunktion der Keimdrüsen (Hypogonadismus), ein zu hoher Prolaktinspiegel und Diabetes mellitus). Einige Krebsarten wie das multiple Myelom und auch andere chronische Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis können sekundäre Osteoporose hervorrufen. Zu den Medikamenten, die eine sekundäre Osteoporose hervorrufen können, zählen Progesteron, Kortikosteroide, Schilddrüsenhormone, bestimmte Chemotherapiemittel und Antiepileptika. Starker Alkohol- oder Koffeinkonsum und Zigarettenrauch können ebenfalls zu Osteoporose beitragen.

Risikofaktoren für primäre Osteoporose

  • Familienmitglieder mit Osteoporose

  • Kalzium- und Vitamin-D-arme Ernährung

  • Bewegungsarme Lebensweise

  • Kaukasische oder asiatische Herkunft

  • Zarter Körperbau

  • Früh einsetzende Wechseljahre

  • Rauchen von Zigaretten

  • Erhöhter Alkohol- oder Kaffeekonsum

Idiopathische Osteoporose

Die idiopathische Osteoporose ist eine seltene Form der Osteoporose. Das Wortidiopathisch bedeutet einfach „Ursache unbekannt“. Diese Osteoporoseform kommt bei Frauen vor den Wechseljahren, Männern unter 50, Kindern und Jugendlichen vor, die normale Hormon- und Vitamin-D-Spiegel haben und bei denen keinerlei erkennbare Ursachen für eine Schwächung der Knochen vorliegen.

Symptome

Am Anfang verursacht die Osteoporose keine Symptome, da der Verlust der Knochendichte schleichend vonstattengeht. Bei manchen Menschen treten nie Symptome auf. Wenn die Osteoporose zu Knochenbrüchen (Frakturen) führt, können die Patienten, je nach Art der Fraktur, Schmerzen haben. Bei Osteoporose-Patienten heilen Frakturen langsamer und können zu Deformitäten führen, wie zum Beispiel zu einer Wirbelsäulenkrümmung.

Lange Knochen, wie in den Armen und Beinen, brechen eher am Ende als in der Mitte. Die Knochen der Wirbelsäule (Rückenwirbel) sind durch die Osteoporose besonders bruchgefährdet. Solche Frakturen treten normalerweise im mittleren oder unteren Rücken auf.

Bei allen Osteoporosepatienten kann es zu Wirbelkompressionsfrakturen (einem Bruch der Rückenwirbel) kommen. Diese Frakturen kommen bei Osteoporose am häufigsten vor. Der geschwächte Wirbelkörper kann spontan oder nach einer leichten Verletzung zusammenbrechen. Diese Wirbelkompressionsfrakturen verursachen in den meisten Fällen keine Schmerzen. Meist tritt der Schmerz plötzlich auf, ist auf einen bestimmten Bereich des Rückens begrenzt und verschlimmert sich, wenn der Betroffene steht oder geht. Dieser Bereich des Rückens kann berührungsempfindlich sein. Gewöhnlich lassen der Schmerz und die Berührungsempfindlichkeit nach einer Woche langsam nach. Der Schmerz kann aber auch über Monate andauern oder chronisch werden. Brechen mehrere Wirbel ein, verkrümmt sich die Wirbelsäule (Witwenbuckel), was neben der Verformung auch eine Überdehnung der Muskeln und Schmerzen verursacht.

Fragilitätsfrakturen sind Frakturen, die sich bereits aus einer relativ geringfügigen Belastung oder einem leichten Sturz ergeben, z. B. bei einem Sturz aus dem Stehen oder einem Sturz aus dem Bett, der normalerweise bei einem gesunden Knochen keine Fraktur verursachen würde. Fragilitätsfrakturen treten häufig im oberen Unterarmknochen (Speiche bzw. Radius), an der Oberseite des Oberschenkelknochens (Femur), an der Wirbelsäule (Wirbelkompressionsfrakturen) und an dem knöchernen Vorsprung (Trochanter) am oberen Ende des Oberschenkelknochens auf. Weitere Knochen sind das obere Ende des Oberarmknochens (Humerus) und das Becken.

Eine Hüftfraktur ist eine der schwersten Frakturen und führt bei älteren Menschen häufig zu Behinderungen und zum Verlust der Unabhängigkeit.

Ein Bruch des Handgelenks kommt bei Patientinnen mit postmenopausaler Osteoporose häufig vor.

Bei Patienten mit Knochenfrakturen aufgrund von Osteoporose sind weitere Frakturen aufgrund von Osteoporose eher wahrscheinlich.

Frakturen der Nase, der Rippen, des Schlüsselbeins und der Knochen in den Füßen gelten nicht als osteoporosebedingte Frakturen.

Wussten Sie ...

  • Bei Patienten mit Knochenfrakturen aufgrund von Osteoporose sind weitere Frakturen aufgrund von Osteoporose eher wahrscheinlich.

Diagnose

  • Knochendichtemessung

  • Vitamin-D-Spiegel

  • Tests auf Ursachen der sekundären Osteoporose

Folgende Personen haben ein erhöhtes Osteoporose-Risiko:

  • Alle Frauen über 65

  • Frauen zwischen den Wechseljahren und dem 65. Lebensjahr mit Osteoporose-fördernden Faktoren

  • Alle Männer und Frauen mit Brüchen ohne oder unter geringer Belastung, auch wenn diese in der Jugend erfolgten

  • Erwachsene ab 65 mit unerklärlichen Rückenschmerzen oder einer Verringerung der Körpergröße von mindestens 3 cm

  • Patienten, bei denen Röntgenaufnahmen dünne Knochen oder Wirbelkompressionsfrakturen ergeben

  • Patienten, bei denen das Risiko für die Entwicklung einer sekundären Osteoporose besteht

Wenn der Verdacht auf Osteoporose besteht und noch keine Röntgenuntersuchungen vorgenommen wurden, führt der Arzt diese möglicherweise zur Diagnose einer Fraktur durch. Einige Befunde der Röntgenuntersuchung deuten auf Osteoporose hin, die Diagnose wird jedoch erst durch die Knochendichtemessung bestätigt.

Knochendichtemessung

Durch eine Untersuchung der Knochendichte lässt sich Osteoporose diagnostizieren, bevor es zu einem Bruch kommt. Zur Messung der Knochendichte am Finger oder der Ferse steht eine Reihe von raschen Screening-Methoden mittels Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DXA) zur Verfügung. Die Ergebnisse dieser Schnelltests sollten jedoch mit einer herkömmlichen DXA bestätigt werden. Die herkömmliche DXA ist die geeignetste Methode zur Messung der Knochendichte an der Wirbelsäule und der Hüfte, wo schwere Frakturen am wahrscheinlichsten sind. Diese Untersuchung ist schmerzlos und strahlungsarm und dauert nur 10 bis 15 Minuten. Sie eignet sich zur Überprüfung der Behandlung ebenso wie zur Diagnosestellung. Die DXA kann auch eine Osteopenie ergeben. Bei dieser Erkrankung ist die Knochendichte zwar verringert, jedoch nicht so niedrig wie bei Osteoporose. Bei Osteopenie besteht ebenfalls ein erhöhtes Frakturrisiko.

Weitere Tests

Der Kalzium-, Vitamin-D- und Hormonspiegel kann durch Bluttests ermittelt werden.

Tests zur Beurteilung der Leber- und Nierenfunktion werden ebenfalls durchgeführt.

Möglicherweise müssen weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um behandelbare Erkrankungen auszuschließen, die Osteoporose verursachen können. Wird eine solche Erkrankung erkannt, handelt es sich um eine sekundäre Osteoporose.

Vorbeugung

Vorbeugung von Osteoporose ist im Allgemeinen erfolgversprechender als eine spätere Behandlung, da eine Verringerung der Knochendichte leichter verhindert werden kann, als verloren gegangene Knochenmasse wiederaufzubauen. Präventionsmaßnahmen werden bei allen Personen empfohlen, die Knochenschwund oder Risikofaktoren für Knochenschwund aufweisen, und zwar unabhängig davon, ob eine osteoporosebedingte Fraktur vorliegt. Zu den vorbeugenden Maßnahmen gegen Osteoporose gehören:

  • Risikofaktoren managen (zum Beispiel mit dem Rauchen aufhören, übermäßigen Alkohol- und Koffeinkonsum vermeiden)

  • Ausreichend Kalzium und Vitamin D zu sich nehmen

  • Aktivitäten mit Gewichtsbelastung ausführen (wie Walking, Treppensteigen oder Krafttraining)

  • Bestimmte Medikamente einnehmen (gilt für einige Patienten)

Brüche können durch bestimmte Maßnahmen vermieden werden. Aufgrund von schlechter Koordination, Sehschwäche, Muskelschwäche, Verwirrung oder Medikamenten, die im Stehen zu Schwindel oder zu Verwirrung führen, kommt es bei älteren Menschen häufig zu Stürzen. Eine sichere Gestaltung der häuslichen Umgebung (siehe Vorbeugung) und Übungen mit einem Physiotherapeuten können hier helfen. Kräftigungsübungen, einschließlich einer Stärkung des Rumpfes, können das Gleichgewicht verbessern.

Behandlung

  • Kalzium und Vitamin D

  • Gewichtsbelastende Aktivitäten

  • Arzneimittel

  • Behandlung von Brüchen

Die Behandlungsmaßnahmen bei Osteoporose umfassen die Einnahme von Kalzium und Vitamin D in ausreichender Menge sowie Aktivitäten mit Gewichtsbelastung (wie Walking, Treppensteigen oder Krafttraining). In der Regel wird auch eine medikamentöse Behandlung empfohlen. Im Rahmen der Osteoporose-Behandlung werden auch die Erkrankungen und Risikofaktoren behandelt, die die Osteoporose verschlimmern können.

Kalzium und Vitamin D

Die ausreichende Versorgung mit Nährstoffen, vor allem mit Kalzium und Vitamin D, ist hilfreich, besonders vor Erreichen der maximalen Knochendichte (ca. 30. Lebensjahr), jedoch auch später. Vitamin D hilft dem Körper, Kalzium aufzunehmen.

Männer wie auch Frauen sollten täglich mindestens 1.000 Milligramm Kalzium zu sich nehmen. Frauen nach der Menopause, ältere Männer, Kinder in der Pubertät und schwangere oder stillende Frauen können täglich 1200 bis 1500 Milligramm benötigen. Zu den Nahrungsmitteln, die viel Kalzium enthalten, gehören Milchprodukte (wie Milch und Joghurt), bestimmte Gemüsesorten (wie Brokkoli) und Nüsse (wie Mandeln).

Kalzium aus Nahrungsmitteln ist der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln vorzuziehen (siehe Tabelle zur Menge an Kalzium in einigen Lebensmitteln). Wenn die empfohlene Menge nicht über die Nahrung aufgenommen werden kann, müssen jedoch Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden. Es gibt viele Kalziumpräparate, von denen einige auch Vitamin D enthalten. Die häufigsten Präparate sind Kalziumkarbonat und Kalziumzitrat. Bei Einnahme eines Protonenpumpenhemmers wie Omeprazol (zur Verringerung der Magensäure) oder nach einer Magenbypass-Operation wird Kalziumzitrat empfohlen.

Tabelle
icon

Menge an Kalzium in einigen Lebensmitteln

Nahrungsmittel

Portionsgröße

Menge an Kalzium (in Milligramm)

Mandeln (geröstet, unblanchiert)

30 g

80

Rucola (roh)

1 Tasse

125

Pak Choi (roh, geschnitten)

1 Tasse

74

Brot (mit Kalzium angereichert)

1 Scheibe

150 bis 200

Brot (weiß)

1 Scheibe

73

Brot (Vollkorn)

1 Scheibe

30

Brie-Käse

30 g

50

Brokkoli (gekocht)

1 Tasse

180

Brokkoli (roh)

½ Tasse

21

Buttermilch (fettarm)

1 Tasse

284

Carnation®-Pulver-Getränk-Mischung

1 Päckchen

250

Müsli (mit Kalzium angereichert*)

1 Tasse

100 bis 1000

Mangold (gekocht)

1 Tasse

100

Cheddar-Käse

45 g

307

Blattkohl

1 Tasse

50

Hüttenkäse

1 Tasse

138

Frischkäse

1 Esslöffel

14

Feigen (getrocknet, ungekocht)

1 Tasse

300

Joghurteis (Vanille, weich)

½ Tasse

103

Gruyère-Käse

30 g

270

Hartkäse (wie Cheddar oder Jack)

30 g

200

Kakaogetränk (mit Kalzium angereichert*)

1 Päckchen

320

Eiscreme (Vanille)

½ Tasse

84

Grünkohl (frisch, gekocht)

1 Tasse

94

Grünkohl (roh, geschnitten)

1 Tasse

100

Makrele (in der Dose)

85 g

250

Melasse (schwarz)

1 Esslöffel

135

Mozzarella-Käse

30 g

200

Sareptasenf

1 Tasse

40

Fettfreies Trockenmilchpulver

5 Esslöffel

300

Fettfreie Milch

1 Tasse

299

Haferbrei (Instant)

1 Päckchen

100 bis 150

Okra (gekocht)

1 Tasse

100

Orangensaft (mit Kalzium angereichert*)

177 ml

261

Parmesan-Käse

1 Esslöffel

70

Fettarme Milch (2 %)

1 Tasse

293

Lachs (in der Dose, mit Gräten)

85 g

181

Sardinen (in der Dose, in Öl und mit Gräten)

85 g

325

Sesamsamen (geröstet)

30 g

280

Saure Sahne (fettreduziert, fermentiert)

2 Esslöffel

31

Sojamilch (mit Kalzium angereichert*)

1 Tasse

299

Schweizer Käse

30 g

270

Tofu (fest, hergestellt mit Kalziumsulfat)

½ Tasse

253

Tofu (weich, hergestellt mit Kalziumsulfat)

½ Tasse

138

Rübstiel (frisch oder gekocht)

½ Tasse

99

Vollmilch

1 Tasse

276

Joghurtgetränk

355 ml

300

Joghurt (natur, fettarm)

1 Tasse

415

*Mit Kalzium angereicherte Lebensmittel sind Lebensmittel mit zusätzlichem Kalzium.

Es wird empfohlen, täglich Nahrungsergänzungsmittel mit 800 bis 1000 internationalen Einheiten (IE) Vitamin D einzunehmen. Personen mit Vitamin-D-Mangel benötigen gegebenenfalls eine noch höhere Dosis. Der Arzt kann anhand des Vitamin-D-Spiegels im Blut den zusätzlichen Bedarf an Vitamin D bestimmen. Die häufigste Lebensmittelquelle sind angereicherte Nahrungsmittel, hauptsächlich Getreide- und Milchprodukte. Vitamin D kommt auch in Lebertran und fettem Fisch vor. Zusätzliches Vitamin D wird gewöhnlich in Form von Cholecalciferol, dem natürlichen Vitamin D, oder in Form von Ergocalciferol, der aus Pflanzen gewonnenen synthetischen Form, verabreicht.

Gewichtsbelastende Aktivitäten

Gewichtsbelastende Aktivitäten wie Walking und Treppensteigen erhöhen die Knochendichte. Aktivitäten, die nicht gewichtsbelastend sind, wie Schwimmen, erhöhen nicht die Knochendichte, stärken jedoch die Rumpfmuskulatur, verbessern das Gleichgewicht und reduzieren das Risiko für Stürze. Die meisten Fachleute empfehlen ca. 30 Minuten gewichtsbelastende Aktivitäten täglich. Ein Physiotherapeut kann ein sicheres Übungsprogramm erstellen und zeigen, wie tägliche Aktivitäten sicher durchgeführt werden, um das Risiko für Stürze und Wirbelsäulenfrakturen zu minimieren.

Ironischerweise kann Leistungssport bei Frauen vor den Wechseljahren die Knochendichte leicht verringern, weil das Training die Produktion von Östrogen in den Eierstöcken dämpft.

Arzneimittel

Zur Vorbeugung und Behandlung werden größtenteils dieselben Medikamente verordnet.

Bisphosphonate (Alendronat, Risedronat, Ibandronat und Zoledronsäure) sind bei der Prävention und Behandlung aller Osteoporose-Formen hilfreich und werden meist zuerst verschrieben. Bisphosphonate verringern nachweislich den Knochenumsatz und reduzieren somit den Knochenabbau sowie das Frakturrisiko. Alendronat und Risedronat können oral eingenommen werden. Zoledronsäure wird intravenös verabreicht. Ibandronat kann oral oder intravenös verabreicht werden.

Ein orales Bisphosphonat muss nach dem Aufstehen mit einem Glas Wasser (ca. 250 ml) auf leeren Magen eingenommen werden. Während der nächsten 30 bis 60 Minuten sollte nichts mehr gegessen und getrunken werden, da dies die Aufnahme des Medikaments im Magen beeinträchtigen könnte. Da orale Bisphosphonate die Schleimhaut der Speiseröhre angreifen können, darf man sich nach der Einnahme mindestens 30 Minuten lang nicht hinlegen (60 Minuten bei Ibandronat). Einige Personen, z. B. mit Schluckbeschwerden, Magen-Darm-Beschwerden (wie Sodbrennen oder Übelkeit) und bestimmten Erkrankungen der Speiseröhre oder des Magens, dürfen Bisphosphonate nicht oral einnehmen. Ihnen kann Ibandronat oder Zoledronsäure intravenös verabreicht werden. Für folgende Personen sind Bisphosphonate nicht geeignet:

  • Schwangere oder stillende Frauen

  • Personen mit geringem Kalziumspiegel im Blut

  • Personen mit schweren Nierenerkrankungen

Zu dem Zeitpunkt ist dem Arzt die Dauer der Bisphosphonat-Einnahme noch nicht bekannt. Die meisten Patienten müssen diese Medikamente 3 bis 5 Jahre lang einnehmen, andere hingegen bis zu 10 Jahre lang. Die Dauer der Einnahme eines Bisphosphonats wird vom Arzt bestimmt und basiert auf dem Gesundheitszustand des Patienten und den Risikofaktoren für Knochenfrakturen. Während und nach der Behandlung mit einem Biphosphonat überprüft der Arzt regelmäßig, ob die Knochenmasse abnimmt. Wenn dies der Fall ist, nachdem das Biphosphonat abgesetzt wurde, kann erneut ein Bisphosphonat oder ein anderes Medikament verordnet werden.

In seltenen Fällen kann es bei der Einnahme von Bisphosphonaten zu Osteonekrose des Kieferskommen. Bei dieser Erkrankung heilt der Kieferknochen bei Menschen schlecht, die sich einer großflächigen Zahnbehandlung am Kieferknochen unterzogen haben. Patienten, denen Biphosphonate intravenös verabreicht werden und/oder die sich einer Strahlentherapie zur Behandlung einer Krebserkrankung an Kopf und Hals unterzogen haben, sind am stärksten gefährdet. Es ist jedoch nicht genau bekannt, ob Bisphosphonate eine Osteonekrose am Kiefer hervorrufen und, falls ja, welche Medikamente am wahrscheinlichsten dafür verantwortlich sind. Es gibt keine Belege dafür, dass die Absetzung von Bisphosphonaten vor einer Zahnbehandlung vor einer Osteonekrose schützt. Das Risiko, dass es zu einer Osteonekrose des Kieferknochens kommt, ist bei Menschen, die Bisphosphonate einnehmen, außergewöhnlich gering, und die möglichen Vorteile einer Behandlung der Osteoporose zur Vorbeugung von Knochenfrakturen überwiegen in der Regel gegenüber den potenziellen Risiken bei Weitem. Bei ordnungsgemäßer Anwendung werden durch Bisphosphonate viel mehr Frakturen verhindert als Fälle einer Osteonekrose des Kieferknochens verursacht.

Durch die langfristige Einnahme von Bisphosphonaten kann sich das Risiko ungewöhnlicher Brüche des Oberschenkelknochens (Femur) erhöhen. Um das Risiko dieser Frakturen zu reduzieren, kann der Arzt anordnen, dass die Bisphosphonate über einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren oder länger abgesetzt werden. Diese geplanten Zeiträume werden als Bisphosphonat-Pause oder allgemein als Medikamentenpause bezeichnet. Wie lange eine solche Biphosphonat-Pause dauert, wird vom Arzt sorgfältig abgewogen. Die Entscheidung beruht auf bestimmten Faktoren wie dem Alter der betroffenen Person, den Ergebnissen des DXA-Scans, ob sie bereits Frakturen erlitten hat und wie hoch ihr Sturzrisiko ist. Personen, die eine Bisphosphonat-Pause machen, sollten regelmäßig auf eine Verringerung der Knochendichte überwacht werden. Da sich das Frakturrisiko erhöht, während die betroffene Person eine Medikamentenpause macht, versucht der Arzt, die Vorteile der Bisphosphonate mit den möglichen Nebenwirkungen auszugleichen.

Bei ordnungsgemäßer Einnahme überwiegen die Vorteile von Bisphosphonaten zur Verhinderung von Knochenfrakturen gesamthaft gegenüber den potenziellen Risiken.

Kalzitonin ist ein weiteres Medikament, das den Knochenabbau hemmt. Es kann zur Behandlung eingesetzt werden, wird jedoch nicht häufig verschrieben. Es konnte nicht nachgewiesen werden, dass Kalzitonin das Risiko für Knochenbrüche reduziert, aber es kann bei Wirbelfrakturen schmerzlindernd wirken. Kalzitonin wird häufig als Nasenspray verabreicht. Da es den Kalziumspiegel im Blut verringern kann, muss dieser regelmäßig überwacht werden.

Bei Frauen kann eine Hormonbehandlung (z. B. mit Östrogen) die Knochendichte erhalten oder dem Abbau vorbeugen. Diese Therapie ist am effektivsten, wenn sie 4 bis 6 Jahre nach Beginn der Wechseljahre begonnen wird. Doch auch zu einem späteren Zeitpunkt verlangsamt sie den Knochenabbau und verringert das Bruchrisiko. Da eine Hormontherapie für viele Frauen jedoch mehr Risiken als Vorteile bergen kann, wird sie in der Regel nicht als Behandlungsoption gewählt. Die Entscheidung, ob eine Östrogenersatztherapie durchgeführt werden soll, ist sehr komplex (siehe Hormontherapie in den Wechseljahren).

Raloxifen ist ein östrogenartiges Medikament, das bei der Behandlung von Knochenschwund möglicherweise wirksam ist, aber nicht dieselben negativen Nebenwirkungen hat wie Östrogen. Raloxifen wird Patienten verordnet, die keine Bisphosphonate nehmen möchten oder dürfen. Raloxifen kann das Risiko einer Wirbelsäulenfraktur sowie möglicherweise das Risiko für invasiven Brustkrebs senken.

Bei Männern hat Östrogen keine Wirkung, für sie kann eine Testosteronbehandlung nützlich sein, wenn ihr Testosteron-Spiegel niedrig ist.

Denosumab ist insofern ähnlich wie Bisphosphonate, als es den Knochenabbau verhindert. Denosumab wird zweimal jährlich in der Arztpraxis als Injektion unter die Haut verabreicht. Wie Bisphosphonate verursacht Denosumab sehr selten eine Osteonekrose des Kieferknochens und kann das Risiko ungewöhnlicher Frakturen des Oberschenkelknochens erhöhen. Denosumab ist aber sicherer als Bisphosphonate bei Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung. Patienten, denen Denosumab verabreicht wird, sollten keine Medikamentenpause einlegen, da das Absetzen dieses Arzneimittels einen Verlust der Knochendichte verursachen und das Risiko einer Wirbelsäulenfraktur erhöhen kann.

Anabolika (Teriparatid und Abaloparatid) verstärken die Knochenneubildung, erhöhen die Knochendichte und verringern die Wahrscheinlichkeit von Knochenfrakturen. Teriparatid (eine synthetische Form des Parathormons) und Abaloparatid (ein Medikament, das dem Parathormon ähnelt) können täglich in kleinen Mengen gespritzt werden. Diese Therapie wird bei folgenden Patienten angewandt:

  • Bei denen es während der Bisphosphonat-Behandlung zu Knochenschwund oder neuen Brüchen kommt

  • Die keine Bisphosphonate einnehmen können

  • Die unter ungewöhnlich schwerer Osteoporose oder vielen Brüchen leiden (vor allem Wirbelbrüche)

  • Die Osteoporose haben, die durch Kortikosteroide verursacht wurde

Behandlung von Schmerzen und Brüchen

Rückenschmerzen aufgrund einer Wirbelkompressionsfraktur sollten mit Schmerzmitteln und in manchen Fällen mit feuchten Wärmeanwendungen und Massagen und/oder einer unterstützenden Orthese (wie einem Rückenkorsett) behandelt werden. Manchen Patienten wird Kalzitonin verabreicht, um die durch Wirbelbrüche verursachten Schmerzen zu lindern. Gegen chronische Rückenschmerzen können Übungen zur Stärkung der Rückenmuskulatur helfen. Nach einer Fraktur sind Bettruhe und das Tragen schwerer Gegenstände in der Regel zu vermeiden. Sobald sie dazu in der Lage sind, sollten die Betroffenen gewichtsbelastende Übungen ausführen.

Brüche aufgrund von Osteoporose müssen behandelt werden. Bei Hüftfrakturen wird die Hüfte für gewöhnlich stabilisiert und oftmals durch ein Teil- oder Komplettimplantat ersetzt (siehe Hüftgelenkersatz). Auch bei einem Bruch des Handgelenks kann eine OP erforderlich sein. Oder das Gelenk muss eingegipst werden. Zudem sollten Personen, die eine osteoporosebedingte Fraktur erlitten haben, mit einem Osteoporosemedikament behandelt werden und sicherstellen, dass sie Kalzium und Vitamin D in ausreichender Menge zu sich nehmen.

Ein kollabierter Wirbel kann durch die sogenannte Vertebroplastie wiederhergestellt werden. Bei diesem Vorgang, der pro Wirbel etwa eine Stunde dauert, wird Polymethylmethacrylat (PMMA), ein Knochenzement aus Acryl, in den beschädigten Wirbel gespritzt; das verringert die Schmerzen und die Verformung. Ein ähnlicher Eingriff ist die Kyphoplastie, bei der der Wirbel vor dem Einspritzen des PMMA mithilfe eines orthopädischen Ballons in seine normale Größe und Form gebracht wird. Mithilfe von Vertebroplastie und Kyphoplastie können die Verformungen des Knochens durch eine PMMA-Injektion gemildert werden, aber das Risiko, dass benachbarte Wirbelsäulenknochen oder Rippen brechen, wird dadurch nicht verringert, sondern möglicherweise noch erhöht. Weitere Risiken sind Rippenbrüche, das Auslaufen von Zement sowie Herz- und Lungenprobleme. Es gibt noch keine genauen Empfehlungen, wann diese Art der Behandlung durchgeführt werden sollte.

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