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Erbrechen bei Säuglingen und Kindern

Von

Deborah M. Consolini

, MD, Sidney Kimmel Medical College of Thomas Jefferson University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2018| Inhalt zuletzt geändert Jul 2018
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Erbrechen ist das unangenehme, unfreiwillige, wuchtige Hochwürgen von Nahrung. Bei Säuglingen muss man Erbrechen von Aufstoßen/Spucken unterscheiden. Säuglinge spucken häufig kleine Mengen aus, wenn sie gefüttert werden oder kurz danach – in der Regel beim „Bäuerchen“. Das Aufstoßen/Spucken kann auftreten, weil Säuglinge schnell trinken, Luft schlucken oder überfüttert werden. Es kann aber auch ohne einen konkreten Grund auftreten. Erbrechen wird normalerweise durch eine Erkrankung ausgelöst. Erfahrene Eltern können in der Regel zwischen Aufstoßen/Spucken und Erbrechen unterscheiden. Junge Eltern jedoch müssen sich eventuell bei einem Arzt oder einer Pflegekraft informieren.

Erbrechen kann zu einer Austrocknung (Dehydratation) führen, da Flüssigkeit verloren geht. Manchmal können Kinder nicht genügend Flüssigkeit trinken, um die verlorene Flüssigkeit auszugleichen. Dies kann aufgrund dauernden Erbrechens der Fall sein oder weil sie nicht trinken möchten. Kinder, die erbrechen, wollen normalerweise nichts essen. Diese Appetitlosigkeit stellt nur selten ein Problem dar.

(Siehe auch Übelkeit und Erbrechen bei Erwachsenen.)

Ursachen

Das Erbrechen kann sehr hilfreich sein, wenn giftige Substanzen verschluckt wurden. Allerdings wird Erbrechen meist durch eine Erkrankung hervorgerufen. Normalerweise ist die Erkrankung relativ harmlos. Gelegentliches Erbrechen ist jedoch ein Anzeichen für ein schwerwiegendes Problem, z. B. eine Blockade im Magen oder Darm oder ein erhöhter Druck im Schädel (intrakranielle Hypertonie).

Häufige Ursachen

Der Grund für das Erbrechen hängt sehr vom Alter des Kindes ab.

Bei Neugeborenen und Säuglingen zählen zu den häufigsten Ursachen für Erbrechen:

Bei älteren Kindern ist die häufigste Ursache eine

  • Gastroenteritis infolge eines Virus

Seltenere Ursachen

Bei Neugeborenen und Säuglingen sind manche Ursachen, obwohl sie nicht so häufig auftreten, von großer Bedeutung, da sie lebensbedrohlich sein können:

  • Verengung oder Blockade des Magenausgangs (Pylorusstenose) bei Säuglingen im Alter von 3 bis 6 Wochen

  • Eine Blockade des Darms, hervorgerufen durch einen Geburtsfehler, z. B. eine Verschlingung (Volvulus) oder Verengung (Stenose) des Darms

  • Verschieben eines Darmsegments in das nächste (Darminvagination) bei Kindern im Alter von 3 bis 36 Monaten

Erbrechen bei Neugeborenen und Säuglingen kann auch durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten, eine Allergie gegen Kuhmilcheiweiß und durch bestimmte seltene erbliche Stoffwechselstörungen verursacht werden.

Bei älteren Kindern und Jugendlichen gehören zu den seltenen Ursachen auch schwere Infektionen (z. B. Niereninfektion oder Hirnhautentzündung), akute Appendizitis oder eine Erkrankung, die den Druck im Schädel erhöht (z. B. ein Hirntumor oder eine schwere Kopfverletzung). Bei Jugendlichen gehören außerdem zu den Auslösern: eine gastroösophageale Refluxkrankheit oder peptische Ulkuskrankheit, Nahrungsmittelallergien, zyklisches Erbrechen, ein sich langsam leerender Magen (Gastroparese), eine Schwangerschaft, Essstörungen und die Verdauung giftiger Substanzen (wie große Mengen Acetaminophen, Eisen oder Alkohol).

Beurteilung

Für den Arzt ist es das wichtigste Ziel, herauszufinden, ob das Kind dehydriert ist und ob das Erbrechen durch eine lebensbedrohliche Erkrankung hervorgerufen wird.

Warnsignale

Die folgenden Symptome und Merkmale stellen einen Grund zur Besorgnis dar:

  • Teilnahms- und Lustlosigkeit

  • Säuglinge sind untröstlich oder reizbar und die weichen Bereiche (Fontanelle) zwischen den Schädelknochen stehen hervor

  • Ältere Kinder haben heftige Kopfschmerzen, einen steifen Nacken, wodurch es schwierig wird, das Kinn auf die Brust zu legen, Fieber und sind lichtempfindlich

  • Schmerzen oder Schwellung des Abdomens oder beides

  • Anhaltendes Erbrechen bei Säuglingen, die sich nicht wie erwartet entwickeln oder wachsen

  • Blutige Stühle

Wann ein Arzt zu konsultieren ist:

Kinder, die Warnsignale aufweisen, sollten umgehend von einem Arzt untersucht werden; das Gleiche gilt für alle Neugeborenen; Kinder, die Blut erbrechen, deren Erbrochenes Kaffeesatz gleicht oder hellgrün ist sowie Kinder, die kürzlich (innerhalb einer Woche) eine Kopfverletzung erlitten haben. Nicht jedes Bauchweh zählt als Bauchschmerz (Abdominalschmerz – das Warnsignal). Wenn Kinder sich jedoch anscheinend unwohl fühlen, selbst wenn sie sich nicht erbrechen, und dieses Unwohlsein länger als einige Stunden andauert, sollten sie wahrscheinlich besser von einem Arzt untersucht werden.

Bei anderen Kindern helfen Anzeichen einer Austrocknung, besonders vermindertes Urinieren, sowie die Menge, die getrunken wird, dabei, zu entscheiden, wie schnell sie untersucht werden müssen. Die Dringlichkeit variiert auch mit dem Alter, da Säuglinge und junge Kinder schneller austrocknen können als ältere Kinder. Allgemein gilt, dass Säuglinge und Kleinkinder, die seit mehr als 8 Stunden nicht uriniert haben oder die seit mehr als 8 Stunden nicht trinken wollen, vom Arzt untersucht werden sollten.

Ein Arzt sollte informiert werden, wenn Kinder mehr als 6 bis 8 Erbrechens-Episoden haben, wenn das Erbrechen länger als 24 bis 48 Stunden anhält oder wenn andere Symptome (z. B. Husten, Fieber oder Ausschlag) auftreten.

Kinder, die nur wenige Episoden des Erbrechens haben (mit oder ohne Durchfall), und wenigstens etwas Flüssigkeit zu sich nehmen und auch ansonsten nicht sehr krank erscheinen, brauchen nur selten zum Arzt zu gehen.

Was der Arzt unternimmt:

Die Ärzte stellen zunächst Fragen zu den Symptomen und der Krankengeschichte des Kindes. Anschließend führen sie eine körperliche Untersuchung durch. Durch die Beschreibung der Symptome des Kindes und eine gründliche Untersuchung ist der Arzt normalerweise in der Lage, die Ursache des Erbrechens herauszufinden (siehe Tabelle: Einige Ursachen und Merkmale für Erbrechen bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen).

Der Arzt fragt

  • Wann das Erbrechen anfing

  • Wie häufig sie auftreten

  • Wie das Erbrochene aussieht (einschließlich der Farbe)

  • Ob es sehr kraftvoll ist (mit Druck)

  • Wie viel erbrochen wird

Bei einem eventuell auftretenden Muster – Erbrechen tritt zu bestimmten Tageszeiten oder nach bestimmten Nahrungsmitteln auf – ist der Arzt in der Lage, die mögliche Ursache herauszufinden. Auch sind für den Arzt weitere Informationen über andere Symptome (z. B. Fieber und Bauchschmerzen), den Stuhlgang (Häufigkeit und Konsistenz) und Urin wichtig, um die Ursache herauszufinden.

Der Arzt fragt auch nach vor Kurzem unternommenen Reisen und Verletzungen und, bei sexuell aktiven Mädchen im Jugendalter, nach der Verhütungsmethode.

Um weitere Anhaltspunkte für die mögliche Ursache zu finden, wird eine körperliche Untersuchung vorgenommen. Der Arzt hält fest, ob das Kind sich erwartungsgemäß entwickelt oder wächst.

Tabelle
icon

Einige Ursachen und Merkmale für Erbrechen bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen

Ursache

(von der häufigsten zur seltensten)

Häufige Merkmale*

Untersuchungen

Bei Säuglingen

Normalerweise mit Durchfall (der selten blutig ist)

Manchmal Fieber

Manchmal vor kurzem erfolgter Kontakt mit infizierten Personen (z. B. in einer Kindertagesstätte), mit Tieren in einem Streichelzoo (wo Escherichia [E.] coli übertragen werden könnten), mit Reptilien (die mit Salmonellen-Bakterien infiziert sein könnten) oder kürzlich erfolgte Einnahme nicht durchgegarter, kontaminierter Nahrungsmittel oder kontaminierten Wassers

Ärztliche Untersuchung

Manchmal körperliche Untersuchung und Anlegen einer Stuhlkultur

Symptome, die nach dem Füttern auftreten, unter anderem: Quengeligkeit, Weinen, Aufstoßen/Spucken, im Rücken überstrecken oder eine Kombination davon

Manchmal ein Husten beim Hinlegen oder geringe Gewichtszunahme oder beides

Ärztliche Untersuchung

Manchmal Behandlung mit Medikamenten, um die Säureproduktion zu unterdrücken (wenn die Symptome sich bessern, liegt als Ursache wahrscheinlich eine gastroösophageale Refluxkrankheit vor)

Manchmal eine Röntgenaufnahme des oberen Verdauungstrakts nach der oralen Einnahme von Barium (Röntgenserie des oberen GI)

Manchmal Endoskopie

Pylorusstenose (Verengung oder Blockade des Magenausgangs)

Kräftiges (heftiges) Erbrechen, das sofort und nach allen Fütterungen bei Säuglingen im Alter von 3–6 Wochen auftritt

Anzeichen einer Austrocknung, ausgemergelte Erscheinung oder beides

Bei Säuglingen, die hungrig erscheinen und gierig trinken

Häufiger bei Jungen, besonders erstgeborenen Jungen

Ultraschall des Magens

Wenn ein Ultraschall nicht durchführbar oder nicht aufschlussreich ist, Röntgenserie des oberen GI

Geburtsfehler, die eine Verengung (Stenose) oder Blockade (Atresie) des Verdauungstrakts hervorrufen

Verzögerte Passage des ersten Stuhlgangs (als Mekonium bezeichnet)

Geschwollener Bauch

In den ersten 24–48 Lebensstunden (bei Blockade des Verdauungstrakts) oder etwas später (wenn nur eine Verengung vorliegt) hellgrünes oder gelbes Erbrochenes, was auf Galle hinweist

Häufiger bei Säuglingen mit Down-Syndrom oder Säuglingen, deren Mütter während der Schwangerschaft zu viel Fruchtwasser in der Gebärmutter hatten

Röntgenaufnahme des Bauchs

Röntgenserie des oberen GI oder Röntgenaufnahmen des unteren Verdauungstrakts nach der Einnahme von Barium über das Rektum (Bariumeinlauf), je nach vermuteter Lage des Problems

Darminvagination (ein Darmsegment schiebt sich in das nächste)

Weinen, das alle 15–20 Minuten in Schüben auftritt, wobei die Kinder häufig ihre Beine zum Oberkörper ziehen

Später ein Druckschmerz des Bauchs, wenn er berührt wird und Stuhlgang, der wie Johannisbeergelee aussieht (da er Blut enthält)

Typischerweise bei Kindern im Alter von 3–36 Monaten

Einblasen von Luft in das Rektum (Lufteinlauf)

Manchmal Ultraschall des Bauchs

Malrotation (anormale Entwicklung des Darms, was zu einer anormalen Lage und erhöhten Anfälligkeit für Darmverschlingungen führt)

Hellgrünes oder gelbes Erbrochenes (Anzeichen für Galle), geschwollener Bauch und Blut im Stuhl

Häufig bei Neugeborenen

Röntgenaufnahme des Bauchs

Röntgenserie des oberen GI oder Bariumeinlauf

Fieber oder Teilnahmslosigkeit

Großes Blutbild

Anlegen einer Kultur von Blut, Urin und Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit

Wenn das Kind Atemprobleme hat, eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs

Verstopfung oder Durchfall

Schlechte Nahrungsaufnahme

Gewichtsverlust, schlechtes Wachstum oder beides

Blut im Stuhl

Symptome, die nachlassen, wenn die Säuglingsnahrung gewechselt wird

Möglicherweise Endoskopie, Koloskopie oder beides

Schlechtes Fütterungsverhalten, keine erwartungsgemäße Entwicklung und schlechtes Wachstum (Gedeihstörung)

Trägheit (Teilnahmslosigkeit)

Andere Merkmale hängen von der Erkrankung ab, z. B.

  • Gelbsucht

  • Katarakte (grauer Star)

  • Ungewöhnlicher Geruch von Körper und Urin

Screening aller Neugeborenen mithilfe einer kleinen Blutprobe, die an der Ferse entnommen wird

Bluttests zur Messung der Elektrolytspiegel (Mineralstoffe, die zur Aufrechterhaltung des Flüssigkeitshaushalts notwendig sind), von Ammoniak und Glukose

Andere Tests, je nach vermuteter Ursache

Bei Kindern und Jugendlichen

Normalerweise mit Durchfall (der selten blutig ist)

Manchmal Fieber

Manchmal vor kurzem erfolgter Kontakt mit infizierten Personen (z. B. in einer Kindertagesstätte, in einem Freizeitlager oder auf einer Kreuzfahrt), mit Tieren in einem Streichelzoo (wo Escherichia [E.] coli übertragen werden können), mit Reptilien (die mit Salmonellen-Bakterien infiziert sein könnten) oder kürzlich erfolgte Einnahme nicht durchgegarter, kontaminierter Nahrungsmittel oder kontaminierten Wassers

Ärztliche Untersuchung

Manchmal Untersuchung einer Stuhlprobe oder Anlegen einer Stuhlkultur

Sodbrennen

Schmerzen in Brust oder Oberbauch

Symptome, die sich beim Hinlegen oder nach dem Essen verschlimmern

Manchmal ein nächtlicher Husten

Ärztliche Untersuchung

Symptome, die nach der medikamentösen Behandlung zur Unterdrückung der Säureproduktion verschwinden oder sich verringern

Manchmal eine Röntgenserie des oberen GI

Manchmal Endoskopie

Gastroparese oder verzögerte Magenentleerung (langsames Leeren des Magens)

Völlegefühl nach Verzehr von nur geringen Mengen

Manchmal eine vor Kurzem aufgetretene Viruserkrankung

Ärztliche Untersuchung

Röntgenserie des oberen GI oder Röntgenaufnahmen, die nach dem oralen Füttern von Säuglingsnahrung oder Nahrung aufgenommen werden (Magenentleerungstest)

Erbrechen, das sofort nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel auftritt

Häufig Quaddeln, Schwellungen von Lippe oder Zunge, Atembeschwerden, Keuchatmung, Bauchschmerzen, Durchfall oder eine Kombination davon

Ärztliche Untersuchung

Manchmal Allergietests

Vermeidung bestimmter Nahrungsmittel, um herauszufinden, ob die Symptome abklingen

Infektionen in anderen Bereichen des Körpers als dem Verdauungstrakt

Fieber

Häufig Symptome, die auf die Infektionsstelle hindeuten, z. B. Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen, Halsschmerzen, geschwollene Lymphknoten am Hals, Schmerzen beim Urinieren, Schmerzen an der Seite (Flanke) oder eine laufende Nase

Ärztliche Untersuchung

Manchmal Tests je nach vermuteter Ursache

Anfangs ein allgemeines Krankheitsgefühl und Unbehagen in der Bauchmitte, gefolgt von Schmerzen, die in den rechten Unterbauch wandern

Danach Erbrechen, Appetitlosigkeit und Fieber

Ultraschall oder CT des Bauchs

Erhöhter Schädeldruck (intrakranielle Hypertonie), hervorgerufen durch einen Tumor oder eine Verletzung

Nächtliches oder morgendliches Aufwachen aufgrund von Kopfschmerzen

Kopfschmerzen, die sich durch Husten oder SG verschlimmern

Manchmal Sehstörungen und Schwierigkeiten beim Gehen, Reden oder Denken

CT des Gehirns

Wiederkehrende Erbrechens-Episoden, unterbrochen von Phasen des Wohlfühlens

Häufig Kopfschmerzen in Verbindung mit Erbrechen

Häufig familiär bekannte Migräne

Ärztliche Untersuchung

Manchmal Tests, um andere Ursachen für wiederkehrende Erbrechens-Episoden auszuschließen

Absichtlich zu wenig essen, um Gewicht zu verlieren oder zu viel essen (Heißhunger), gefolgt von absichtlichem Erbrechen oder Einnahme von Laxativa (Abführmitteln)

Erosion des Zahnschmelzes und Narben auf der Hand, die vom Auslösen des Brechreizes stammen

Gestörtes Körperbild

Ärztliche Untersuchung

Keine Menstruationen

Übelkeit am Morgen, Wassereinlagerungen und druckempfindliche Brüste

Sexuelle Aktivität (obwohl viele Jugendliche dies leugnen) ohne oder mit falscher Verhütungsmethode

Urin-Schwangerschaftstest

Einnahme von Giftstoffen, z. B. große Mengen Acetaminophen, Eisen oder Alkohol

Verschiedene Merkmale, je nach Substanz

Häufig bekannte frühere Einnahme der Substanz

Bluttests zur Messung der Konzentration dieser Substanz

*Zu den Merkmalen zählen Symptome und Befunde der ärztlichen Untersuchung. Die genannten Merkmale sind typisch, treten aber nicht immer auf.

SG = Stuhlgang; CT = Computertomographie; GI = Gastrointestinaltrakt.

Tests

Der Arzt wählt die Tests aufgrund der vermuteten Ursache, die sich aus den Ergebnissen der Untersuchung ableitet. Bei den meisten Kindern sind keine Tests notwendig. Bei der Vermutung von Abnormitäten im Bauch werden normalerweise Tests durchgeführt. Bei der Vermutung von erblichen Stoffwechselstörungen werden spezifische Bluttests für diese Störung durchgeführt.

Bei der Vermutung einer Austrocknung werden manchmal Bluttests durchgeführt, um die Konzentrationen der Elektrolyte zu messen (Mineralstoffe, die notwendig sind, um den Flüssigkeitshaushalt des Körpers aufrechtzuerhalten).

Behandlung

Ist eine spezifische Erkrankung die Ursache, wird diese behandelt. Erbrechen, das auf einer Gastroenteritis beruht, hört meist von selbst wieder auf.

Flüssigkeiten

Es ist wichtig, dass Kinder ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Flüssigkeit wird gewöhnlich über den Mund zugeführt (siehe Dehydratation bei Kindern). Oral einzunehmende Flüssigkeitslösungen mit ausgewogenen Elektrolytanteilen kommen zum Einsatz. In den USA sind solche Lösungen in den meisten Supermärkten und Apotheken ohne Rezept erhältlich. Sportlergetränke, Limonaden, Säfte und ähnliche Getränke sollten nicht verwendet werden, da sie zu wenig Natrium und zu viele Kohlenhydrate enthalten.

Selbst Kinder, die häufig erbrechen, können meist kleine, häufig zugeführte Flüssigkeitsmengen vertragen. Normalerweise wird alle 5 Minuten 1 Teelöffel (5 Milliliter) gegeben. Wenn das Kind diese Menge nicht wieder ausspuckt, wird die Menge allmählich erhöht. Mit Geduld und Ermutigung können die meisten Kinder ausreichend Flüssigkeit über den Mund einnehmen, ohne Flüssigkeit über die Vene (intravenöse Flüssigkeitsgabe) zugeführt zu bekommen. Kinder, die jedoch stark ausgetrocknet sind, sowie solche, die nicht genügend Flüssigkeit über den Mund aufnehmen, brauchen möglicherweise solche intravenösen Flüssigkeitsgaben.

Medikamente zur Reduzierung des Brechreizes

Medikamente, die häufig von Erwachsenen eingesetzt werden, um Übelkeit und Erbrechen zu vermindern, werden bei Kindern selten angewendet, da ihre Wirkung nicht bewiesen ist. Außerdem können diese Medikamente Nebenwirkungen hervorrufen. Wenn die Übelkeit oder das Erbrechen jedoch schwer sind oder nicht abklingen, kann der Arzt Kindern über 2 Jahren Promethazin, Prochlorperazin, Metoclopramide oder Ondansetron verabreichen.

Ernährung

Sobald das Kind ausreichend Flüssigkeit erhält und nicht erbricht, sollte es altersgerecht ernährt werden. Säuglinge können gestillt werden oder Säuglingsnahrung erhalten.

Wichtigste Punkte

  • Normalerweise wird das Erbrechen durch eine Gastroenteritis infolge eines Virus hervorgerufen, ohne langfristige oder schwerwiegende Probleme zu verursachen.

  • Manchmal ist Erbrechen ein Anzeichen für eine schwere Erkrankung.

  • Wenn das Erbrechen von Durchfällen begleitet wird, liegt der Grund wahrscheinlich an einer Gastroenteritis.

  • Kinder sollten sofort von einem Arzt untersucht werden, wenn das Erbrechen anhält oder wenn bei ihnen Warnsignale auftreten (z. B. Teilnahmslosigkeit, Reizbarkeit, heftige Kopfschmerzen, Schmerzen oder Schwellung des Bauchs, hellgrünes oder gelbes Erbrochenes oder blutiger Stuhl).

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