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Scheidenblutungen

Von

David H. Barad

, MD, MS, Center for Human Reproduction

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Apr 2020| Inhalt zuletzt geändert Apr 2020
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Anormale Scheidenblutungen schließen sämtliche auftretende Blutungen ein

  • Vor der Pubertät

  • Während der Schwangerschaft

  • Nach der Menopause

  • Zwischen zwei Menstruationen

Im gebärfähigen Alter treten Scheidenblutungen meist als Menstruationsblutung auf. Jedoch wird eine Menstruation als anormal angesehen, wenn sie

  • Übermäßig stark wird (pro Stunde werden mehr als 1 oder 2 Tampons benötigt)

  • Zu lange dauert (mehr als 7 Tage)

  • Zu häufig einsetzt (üblicherweise bei weniger als 21 Tagen zwischen den Menstruationen)

  • Zu unregelmäßig einsetzt (üblicherweise bei mehr als 90 Tagen zwischen den Menstruationen)

Typischerweise dauert die Menstruation zwischen 3 und 7 Tage und setzt alle 21 bis 35 Tage ein. Bei Jugendlichen können die Intervalle zwischen den Menstruationen stärker schwanken und bis zu 45 Tage dauern.

Scheidenblutungen können in der Frühphase oder in der Spätphase der Schwangerschaft auftreten und auf Probleme (Komplikationen) in Verbindung mit der Schwangerschaft hinweisen.

Längere oder übermäßige Blutungen können ungeachtet ihrer Ursache zu Eisenmangel, Anämie und manchmal zu einem gefährlich niedrigen Blutdruck (Kreislaufschock) führen.

Ursachen

Scheidenblutungen können entstehen durch:

Häufige Ursachen

Die wahrscheinlichen Gründe für Scheidenblutungen sind abhängig vom Alter der Frau.

Neugeborene Mädchen können minimale Scheidenblutungen haben. Vor der Geburt nehmen sie Östrogen von der Mutter über die Plazenta auf. Nach der Geburt sinkt der hohe Östrogenspiegel schnell ab, was manchmal leichte Blutungen während der ersten 1 bis 2 Lebenswochen verursacht.

Während der Kindheit sind Scheidenblutungen anormal und ungewöhnlich. Wenn diese auftreten, werden sie meist durch Folgendes verursacht:

  • Einen Gegenstand (Fremdkörper), wie Toilettenpapier oder ein Spielzeug, in der Scheide

  • Eine Verletzung

Im gebärfähigen Alter ist die häufigste Ursache Folgendes:

Uterusblutungen aufgrund einer ovulatorischen Dysfunktion treten auf, wenn sich die hormonelle Steuerung der Menstruation verändert. Dies tritt häufiger bei heranwachsenden Mädchen auf (wenn die Menstruation gerade erst beginnt) oder bei Frauen in den späten Vierzigern (wenn die Menstruation ihrem Ende entgegengeht).

Andere häufige Ursachen für Scheidenblutungen im gebärfähigen Alter umfassen:

  • Schwangerschaftskomplikationen bei einer Frau, die nicht weiß, dass sie schwanger ist

  • Myome in der Gebärmutter

  • Blutungen beim Eisprung (bei der Ovulation) während des Menstruationszyklus

  • Verwendung der Pille (orale Kontrazeptiva), die Schmierblutungen oder Blutungen zwischen zwei Menstruationen hervorrufen kann (sogenannte Zwischenblutungen)

Nach den Wechseljahren ist die häufigste Ursache Folgendes:

  • Altersbedingte Ausdünnung der Scheidenschleimhaut (atrophische Vaginitis) oder der Gebärmutterschleimhaut

Seltenere Ursachen

Gebärmutterhalskrebs, Scheidenkrebs oder Krebserkrankungen der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumkarzinom) können Blutungen verursachen, meist nach der Menopause. Krebs ist im gebärfähigen Alter eine seltene Ursache.

Bestimmte Erkrankungen des Hormonsystems (wie Schilddrüsenunterfunktion) sind eine seltenere Ursache von Blutungen.

Extrem starke Menstruationsblutungen können ein erstes Anzeichen für eine Blutungsstörung sein.

Kinder können Hormonstörungen haben, die dazu führen, dass die Pubertät zu früh einsetzt. Diese Störung wird Pubertas praecox genannt. Bei diesen Kindern beginnt die Menstruation, die Brüste entwickeln sich und die Scham- und Achselbehaarung erscheint zu früh.

In seltenen Fällen werden die Blutungen durch einen Tumor oder eine Verletzung durch einen nicht vermuteten Kindesmissbrauch hervorgerufen.

Beurteilung

Der Arzt prüft bei Frauen im gebärfähigen Alter, ob eine Schwangerschaft vorliegt.

Der Arzt konzentriert sich zunächst darauf, festzustellen, ob die Ursache der Scheidenblutung eine ernsthafte oder lebensbedrohliche Erkrankung ist (wie eine rupturierte ektope Schwangerschaft) und ob die Blutung übermäßig ist und eventuell zu einem Kreislaufschock führen könnte.

Warnsignale

Bei Frauen mit Scheidenblutungen sind bestimmte Symptome besorgniserregend:

  • Bewusstlosigkeit, Schwächegefühl, Schwindel, kalte und klamme Haut, Schwierigkeiten beim Atmen und ein schwacher und schneller Puls (was auf einen Kreislaufschock hinweist)

  • Blutungen, die vor Beginn der Menstruation auftreten (vor der Pubertät) oder nach ihrem Ende (nach der Menopause)

  • Blutungen während Schwangerschaft

  • Übermäßige Blutung

  • Bei Kindern Probleme beim Gehen oder Sitzen, blaue Flecken oder Kratzer um die Genitalien, den After oder den Mund und/oder Scheidenausfluss oder eine juckende Scheide (das können Anzeichen von sexuellem Missbrauch sein)

Von zu starken Blutungen spricht man in folgenden Fällen:

  • Frauen verlieren mehr als eine Tasse Blut.

  • Mehr als 1 Einlage oder Tampon ist innerhalb einer oder weniger Stunden voll.

  • Im Blut sind große Klumpen zu sehen.

Wann ein Arzt zu konsultieren ist:

Frauen, bei denen die meisten dieser Warnsignale auftreten, sollten unverzüglich einen Arzt aufsuchen, ebenso Frauen mit großen Blut- oder Gewebeklumpen im Blut oder mit Symptomen, die auf eine Blutungsstörung hinweisen. Die Symptome einer Blutungsstörung umfassen die Neigung zu Blutergüssen, übermäßiges Bluten beim Zähneputzen oder nach kleinen Schnitten und Ausschlag mit kleinen rötlich-violetten Pünktchen oder größeren Flecken (die auf Blutungen in der Haut hinweisen). Wenn jedoch das einzige Warnsignal Scheidenblutungen vor der Pubertät oder nach der Menopause sind, ist eine Wartezeit von etwa einer Woche nicht gesundheitsgefährdend.

Frauen ohne Warnsignale sollten so bald wie möglich einen Termin vereinbaren, eine Wartezeit von einigen Tagen ist wahrscheinlich jedoch nicht gesundheitsgefährdend.

Wenn die Scheidenblutungen bei Neugeborenen länger als 2 Wochen anhalten, sollten sie zu einem Arzt gebracht werden.

Was der Arzt unternimmt:

Der Arzt befragt die Frau (oder ihre Betreuungsperson) zunächst zu ihren Symptomen und ihrer Krankengeschichte. Anschließend führt er eine körperliche Untersuchung durch. Die Befunde in der Krankengeschichte und bei der körperlichen Untersuchung deuten häufig auf eine Ursache für die Blutung und die eventuell erforderlichen Untersuchungen hin (siehe Tabelle mit einigen Ursachen und Merkmalen von Scheidenblutungen).

Der Arzt stellt Fragen zu den Blutungen:

  • Wie viele Binden pro Tag oder Stunde benötigt werden

  • Wie lange die Blutungen dauern

  • Wann es angefangen hat

  • Wann sie in Bezug auf die Menstruation und den Geschlechtsverkehr auftreten

Er stellt ebenfalls Fragen zur Menstruationsgeschichte der Frau:

  • Wie alt sie war, als ihre Menstruation einsetzte

  • Wie lange sie dauern

  • Wie stark sie ist

  • Wie groß der Abstand zwischen den Menstruationen ist

  • Ob sie regelmäßig kommt

Die Frau wird gefragt, ob sie zuvor schon einmal anormale Blutungen hatte, eine Erkrankung hatte, die Blutungen verursachen kann (wie eine noch nicht lange zurückliegende Fehlgeburt) oder die Pille oder andere Hormone einnimmt.

Die Frau wird nach anderen Symptomen, wie Benommenheit, Bauchschmerzen und übermäßigen Blutungen nach dem Zähneputzen oder einem kleinen Schnitt gefragt.

Die körperliche Untersuchung schließt eine Untersuchung des Beckens ein. Während der Untersuchung kann der Arzt feststellen, ob bei Kindern Pubertas praecox vorliegt (auf der Grundlage von Schambehaarung und Brüsten). Manchmal kann er bei Frauen jeden Alters Erkrankungen des Gebärmutterhalses, der Gebärmutter oder der Scheide feststellen.

Tabelle
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Einige Ursachen und Merkmale von Scheidenblutungen

Ursache

Häufige Merkmale*

Untersuchungen

Während des Säuglingsalters

Kontakt mit dem Östrogen der Mutter vor der Geburt

Leichte Blutungen während der ersten 1–2 Lebenswochen

Ärztliche Untersuchung

Während der Kindheit

Ein Gegenstand (Fremdkörper) in der Scheide

Üblicherweise übelriechender Ausfluss, der häufig kleine Mengen Blut enthält

Manchmal ein Vorfall in der Krankengeschichte, dass ein Gegenstand in die Scheide eingeführt wurde

Eine ärztliche Untersuchung, gegebenenfalls nach Sedierung des Mädchens oder nach einer Vollnarkose

Entwicklung von Brüsten und Beginn der Scham- und Achselbehaarung (wie es während der Pubertät auftritt) in einem jungen Alter

Ärztliche Untersuchung

Röntgenaufnahmen der Hand und des Handgelenks, um nach beschleunigtem Knochenwachstum zu suchen

Bluttests zum Messen des Hormonspiegels

Sexueller Missbrauch

Schwierigkeiten beim Gehen oder Sitzen und/oder Blutergüsse oder Risse im Bereich von Genitalien, After oder Mund

Vaginaler Ausfluss oder Juckreiz

Ärztliche Untersuchung

Im gebärfähigen Alter

Untypische Blutungen aus der Gebärmutter, insbesondere anovulatorische Uterusblutungen†

Normalerweise Blutungen, die häufig oder unregelmäßig auftreten, oder die länger andauern oder stärker sind als typische Menstruationen

Tests, um andere mögliche Ursachen auszuschließen, einschließlich Bluttests und Ultraschalluntersuchung, meist durch ein Ultraschall-Handgerät, das in die Scheide eingeführt wird

Endometriose (Gewebe an ungewöhnlichen Stellen, das sich normalerweise nur in der Gebärmutterschleimhaut befindet)

Stechender oder krampfartiger Schmerz, der vor und während der ersten Tage der Menstruation auftritt

Häufig Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs und/oder Stuhlgangs

Kann letztendlich Schmerzen unabhängig vom Menstruationszyklus verursachen

Gegebenenfalls Unfruchtbarkeit

Ärztliche Untersuchung

Einführen eines dünnen Beobachtungsschlauchs (Laparoskop) in die Bauchhöhle, um nach anormalem Gewebe zu suchen und eine Probe zu entnehmen

Myome (gutartige Tumoren) in der Gebärmutter

Häufig keine anderen Symptome

Bei großen Myomen manchmal Schmerz, Druckgefühl oder Schweregefühl im Beckenbereich

Ärztliche Untersuchung

Häufig Ultraschall oder Hydrosonographie (Ultraschall nach Injektion von Flüssigkeit in die Gebärmutter)

MRT, wenn die Ergebnisse unklar sind

Hormonelle Störungen, z. B. Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose)

  • Langsame Herzfrequenz

  • Gewichtszunahme

  • Kälteunverträglichkeit

  • Trockene und raue Haut

  • Gröbere Gesichtszüge und ein stumpfer Gesichtsausdruck

  • Lustlosigkeit

Bluttests zur Messung des Schilddrüsenhormonspiegels

Übermäßige Körperbehaarung (Hirsutismus)

Unregelmäßige oder keine Menstruation, Akne und übermäßiges Fett am Rumpf

Dunklere und dickere Haut in der Achselhöhle oder im Nacken sowie in Hautfalten

Ärztliche Untersuchung

Bluttests zur Messung des Hormonspiegels, beispielsweise von Testosteron (ein männliches Hormon) und follikelstimulierendem Hormon (das die Eierstöcke zur Bildung von Östrogen und Progesteron anregt)

Ultraschalluntersuchung des Beckens

Polypen im Gebärmutterhals oder in der Gebärmutter

Häufig ohne Symptome

Blutungen zwischen den Menstruationen oder nach dem Geschlechtsverkehr

Komplikationen aufgrund einer nicht festgestellten Schwangerschaft

Krampfartige Unterleibsschmerzen (im untersten Teil des Rumpfs) oder Rückenschmerzen

Manchmal Abgang von Gewebe durch die Scheide (tritt üblicherweise bei einer Fehlgeburt auf)

Wenn eine ektope Schwangerschaft aufbricht, anhaltende Unterleibsschmerzen und manchmal Schwindel, Benommenheit oder gefährlich niedriger Blutdruck (Kreislaufschock)

Ärztliche Untersuchung

Ultraschalluntersuchung des Beckens

Bei einer vermuteten ektopen Schwangerschaft:

  • Urin- und Bluttests, um das in der Plazenta gebildete Hormon namens humanes Choriongonadotropin (hCG) zu messen

  • Gegebenenfalls bei einer vermuteten ektopen Schwangerschaft eine Laparoskopie (Einführung eines dünnen Beobachtungsschlauchs durch den Bauch) oder Laparotomie (großer Einschnitt in das Abdomen, durch den der Arzt Organe direkt betrachten kann)

Schmierblutungen oder Blutungen zwischen den Menstruationen (Zwischenblutungen) normalerweise während der ersten Monate einer Verwendung oraler oder anderer hormoneller Kontrazeptiva

Häufig keine anderen Symptome

Ärztliche Untersuchung

Nach der Menopause

Ausdünnung der Scheidenschleimhaut (atrophische Vaginitis)

Geringer Ausfluss

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Ärztliche Untersuchung

Mikroskopische Untersuchung und Analyse eines Abstrichs

Verdickung der Gebärmutterschleimhaut (endometriale Hyperplasie)

Häufig keine anderen Symptome

Hysteroskopie (Einführen eines Beobachtungsschlauchs durch die Scheide zur Ansicht der Gebärmutter) oder Hydrosonographie

Biopsie des Gewebes, das der Gebärmutterschleimhaut entnommen wurde

Häufig symptomfrei, bis der Krebs fortgeschritten ist

Manchmal Scheidenblutungen oder brauner oder blutiger Ausfluss

Schmerzen, die sich stetig entwickeln

Manchmal Gewichtsverlust

Eine Biopsie

Gegebenenfalls bildgebende Verfahren des Beckens, wie eine Ultraschalluntersuchung, MRT oder CT

In jedem Alter

Neigung zu Blutergüssen

Übermäßiges Bluten beim Zähneputzen oder nach kleineren Schnitten

Ein Ausschlag kleiner rötlich-violetter Punkte (Petechien) oder größerer Flecken (Purpura), die auf Blutungen in der Haut hinweisen

Großes Blutbild, einschließlich der Anzahl der Blutplättchen

Bluttests, um die Gerinnungsfähigkeit des Blutes zu bewerten (Thromboplastinzeit oder partielle Thromboplastinzeit)

Untersuchung einer Blutprobe unter einem Mikroskop

Verletzung (einschließlich als Folge eines sexuellen Missbrauchs)

Manchmal mehrere Verletzungen in der Krankengeschichte

Häufig Scheidenausfluss

Ärztliche Untersuchung

Wenn sexueller Missbrauch vermutet wird:

  • Mikroskopische Untersuchung und Analyse eines Abstrichs

  • Tests zur Feststellung sexuell übertragbarer Krankheiten durch Entnahme von Sekret aus dem Gebärmutterhals

* Zu den Merkmalen zählen Symptome und Befunde der ärztlichen Untersuchung. Die genannten Merkmale sind typisch, treten aber nicht immer auf.

† Bei einer anovulatorischen Uterusblutung setzen die Eierstöcke kein Ei frei (Ovulation). Diese Art von Blutung wird durch Veränderungen in der hormonellen Steuerung des Menstruationszyklus verursacht.

CT = Computertomographie; MRT = Magnetresonanztomographie.

Tests

Wenn die Frau im gebärfähigen Alter ist, führt der Arzt Folgendes immer durch:

  • Einen Schwangerschafts-Urintest

Wenn der Schwangerschafts-Urintest negativ ist, der Arzt jedoch immer noch eine Schwangerschaft vermutet, wird ein Schwangerschafts-Bluttest durchgeführt. Der Bluttest ist bei sehr frühen Schwangerschaften (weniger als 5 Wochen) genauer als der Urintest.

Zu den üblicherweise vorgenommenen Tests gehört Folgendes:

  • Bluttests zur Messung des Schilddrüsenhormonspiegels

  • Wenn die Blutung stark war oder lange Zeit angedauert hat, wird ein großes Blutbild auf Anämie überprüft

Andere Bluttests werden entsprechend der vom Arzt vermuteten Krankheiten durchgeführt. Wenn beispielsweise eine Blutungsstörung vermutet wird, wird die Gerinnungsfähigkeit des Blutes evaluiert. Wenn das polyzystische Ovarialsyndrom vermutet wird, werden Bluttests durchgeführt, um den Spiegel der männlichen Hormone zu ermitteln.

Eine Ultraschalluntersuchung wird oft durchgeführt, um nach Auffälligkeiten der Fortpflanzungsorgane zu suchen, vor allem, wenn die Frau über 35 ist, Risikofaktoren für Endometriumkarzinome aufweist oder die Blutungen trotz der Behandlung weiterhin auftreten. Bei der Ultraschalluntersuchung wird üblicherweise ein Ultraschall-Handgerät in die Scheide eingeführt, kann aber auch auf dem Abdomen platziert werden.

Wenn bei der Ultraschalluntersuchung eine Verdickung der Gebärmutterschleimhaut festgestellt wird (endometriale Hyperplasie), kann eine Hysteroskopie oder eine Hydrosonographie durchgeführt werden, um nach kleinen Verwachsungen in der Gebärmutter zu suchen. Bei der Hysteroskopie wird ein Beobachtungsschlauch durch die Scheide in die Gebärmutter eingeführt. Bei einer Hydrosonographie wird während des Ultraschalls Flüssigkeit in die Gebärmutter injiziert, damit Auffälligkeiten besser zu erkennen sind. Wenn die Testergebnisse auffällig oder bei Frauen über 35 oder Frauen mit Risikofaktoren nicht schlüssig sind, kann der Arzt eine Gewebeprobe aus der Gebärmutterschleimhaut zur Analyse entnehmen. Die Probe kann durch Absaugen (durch einen Schlauch) oder durch Abschaben entnommen werden – dieses Verfahren wird Dilatation und Kürettage genannt (D und K).

Je nachdem, welche Erkrankungen in Frage kommen, können andere Tests durchgeführt werden. Beispielsweise kann eine Biopsie des Gebärmutterhalses durchgeführt werden, um auf Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses zu testen.

Treten auffällige Blutungen auf, die nicht die üblichen Ursachen haben, können diese mit Veränderungen der hormonellen Steuerung des Menstruationszyklus zusammenhängen.

Behandlung

Wenn eine Frau an einem Kreislaufschock leidet, werden ihr intravenös Flüssigkeit und gegebenenfalls Bluttransfusionen zugeführt, um den Blutdruck wieder zu stabilisieren.

Wenn den Scheidenblutungen eine andere Ursache zugrunde liegt, ist diese Erkrankung möglichst zu behandeln. Wenn durch die Blutungen ein Eisenmangel verursacht wurde, wird der Frau ein Eisenpräparat verabreicht.

Die Antibabypille und andere Hormone können zur Behandlung von abnormalen Blutungen der Gebärmutter eingenommen werden, wenn diese durch Veränderungen der hormonellen Steuerung des Menstruationszyklus ausgelöst wurden.

Polypen, Myome, Krebs und einige gutartige Tumoren können chirurgisch aus der Gebärmutter entfernt werden.

Grundlegendes bei älteren Frauen

Blutungen nach der Menopause (die später als 6 Monate nach der Menopause auftreten) sind relativ häufig, werden aber immer als anormal angesehen. Diese Blutungen können auf eine präkanzeröse Erkrankung (wie eine Verdickung der Gebärmutterschleimhaut) oder Krebs hindeuten. Daher sollten ältere Frauen unverzüglich einen Arzt aufsuchen, wenn eine solche Blutung auftritt, damit Krebs ausgeschlossen oder sofort behandelt werden kann.

Ältere Frauen sollten unverzüglich einen Arzt aufsuchen, wenn bei ihnen Folgendes auftritt:

  • Jegliche Scheidenblutungen

  • Ein rosafarbener oder brauner Scheidenausfluss, der kleine Mengen Blut enthalten kann

Jedoch haben Blutungen nach der Menopause viele andere Ursachen. Hierzu gehören

  • Ausdünnen und Austrocknen der Gebärmutter- oder Scheidenschleimhaut (die häufigste Ursache)

  • Einnahme von Östrogen oder eine andere Hormontherapie, vor allem, wenn die Einnahme abgebrochen wird

  • Polypen im Gebärmutterhals oder in der Gebärmutter

  • Myome

  • Infektionen

Da das Gewebe der Scheide dünn und trocken sein kann, kann eine Untersuchung der Scheide unangenehm sein. Der Arzt kann versuchen, ein kleineres Instrument (Spekulum) zu verwenden, damit die Untersuchung weniger unangenehm ist.

Wichtigste Punkte

  • Im gebärfähigen Alter ist die häufigste Ursache einer anormalen Scheidenblutung eine Schwangerschaft.

  • Bei Frauen, die nicht schwanger sind, ist die häufigste Ursache eine anormale Blutung aus der Gebärmutter, insbesondere eine Uterusblutung aufgrund einer ovulatorischen Dysfunktion, die mit Veränderungen in der hormonellen Steuerung des Menstruationszyklus zusammenhängt und dazu führt, dass die Eierstöcke kein Ei freisetzen.

  • Bei Kindern ist der Grund üblicherweise ein Fremdkörper oder eine Verletzung, manchmal ist der Grund jedoch sexueller Missbrauch.

  • Bei Frauen im gebärfähigen Alter wird ein Schwangerschaftstest durchgeführt, auch wenn die Frau nicht glaubt, dass sie schwanger sein könnte.

  • Wenn eine Scheidenblutung nach der Menopause auftritt, ist eine Beurteilung notwendig, um Krebs auszuschließen.

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