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Vaginalkarzinom

Von

Pedro T. Ramirez

, MD, The University of Texas MD Anderson Cancer Center;


Gloria Salvo

, MD, MD Anderson Cancer Center

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Feb 2019| Inhalt zuletzt geändert Feb 2019
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Quellen zum Thema

Scheidenkrebs ist eine seltene Krebserkrankung, die sich normalerweise in den Zellen entwickelt, welche die Scheide auskleiden, typischerweise bei Frauen über 60 Jahren.

  • Scheidenkrebs kann ungewöhnliche Scheidenblutungen hervorrufen, insbesondere nach dem Geschlechtsverkehr.

  • Wenn der Arzt einen Krebsverdacht hat, entfernt und untersucht er Gewebeproben aus der Scheide (Biopsie).

  • Der Krebs wird operativ entfernt oder bestrahlt.

In den Vereinigten Staaten macht der Scheidenkrebs nur ungefähr 1 Prozent der gynäkologischen Karzinome aus. Das Durchschnittsalter bei der Diagnose liegt bei 60 bis 65 Jahren.

Lage der inneren weiblichen Fortpflanzungsorgane

Lage der inneren weiblichen Fortpflanzungsorgane

Scheidenkrebs kann vom humanen Papillomavirus (HPV) verursacht werden, demselben Virus, das auch Genitalwarzen und Gebärmutterhalskrebs hervorruft. Eine HPV-Infektion, Gebärmutterhalskrebs oder Vulvakrebs erhöhen das Risiko, Scheidenkrebs zu bekommen.

Bei mehr als 95 Prozent der Scheidenkrebserkrankungen handelt es sich um ein Plattenepithelkarzinom, das sich in den flachen, hautartigen Zellen entwickelt, welche die Scheide auskleiden. Die meisten anderen Scheidenkrebsarten sind Adenokarzinome, die sich aus Drüsenzellen entwickeln. Eine seltene Art, das Klarzelladenokarzinom, tritt fast ausschließlich bei Frauen auf, deren Mütter das Medikament Diethylstilbestrol (DES) genommen haben, das zur Verhinderung einer Fehlgeburt während der Schwangerschaft verschrieben wurde. (In den Vereinigten Staaten wurde das Medikament 1971 verboten.)

Wenn er nicht behandelt wird, wächst der Scheidenkrebs weiter und greift das umliegende Gewebe an. Mit der Zeit kann er in die Blut- und Lymphgefäße eindringen und sich auf Blase, Mastdarm, nahe gelegene Lymphknoten und andere Teile des Körpers ausbreiten.

Symptome

Das häufigste Symptom von Scheidenkrebs sind ungewöhnliche Scheidenblutungen während oder nach dem Geschlechtsverkehr, zwischen den Monatsblutungen und nach der Menopause. Auf der Scheidenhaut können sich wunde Stellen bilden. Sie können bluten und sich infizieren. Manche Frauen haben auch wässrigen Ausfluss. Manche Frauen haben keinerlei Symptome.

Große Tumoren können die Blase beeinträchtigen und zu häufigem Harndrang sowie Schmerzen beim Wasserlassen führen. Bei fortgeschrittenem Krebs können ungewöhnliche Verbindungen (Fisteln) zwischen Scheide und Blase oder Mastdarm entstehen.

Diagnose

  • Biopsie

Der Verdacht auf Scheidenkrebs entsteht aufgrund der Symptome, bei ungewöhnlichem Sichtbefund während der Untersuchung des Beckens und bei einem auffälligen Papanicolaou-Test (Pap-Test). Der Arzt kann ein Instrument mit einer binokularen Vergrößerungslinse (Kolposkop) verwenden, um die Scheide zu untersuchen.

Zur Bestätigung der Diagnose wird Gewebe aus der Scheidenwand entfernt und mikroskopisch untersucht (Biopsie). Dabei wird darauf geachtet, dass Proben von allen Geschwüren, wunden Stellen oder bei der Untersuchung als auffällig erachteten Bereichen genommen werden.

Es können andere Tests, wie die Verwendung eines Betrachtungsschlauchs (Endoskopie) zur Untersuchung von Blase und Mastdarm, eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs und eine Computertomographie (CT), angewendet werden, um festzustellen, ob sich der Krebs ausgebreitet hat.

Stadieneinteilung bei Scheidenkrebs

Der Arzt gründet die Stadieneinteilung darauf, wie weit sich der Krebs ausgebreitet hat. Die Stadien reichen von I (frühestes Stadium) bis IV (fortgeschritten).

  • Stadium I: Der Krebs ist auf die Scheidenwand beschränkt.

  • Stadium II: Der Krebs hat sich durch die Scheidenwand auf nahe gelegenes Gewebe ausgebreitet, ist aber noch innerhalb des Beckens (das die inneren Fortpflanzungsorgane, Blase und Mastdarm enthält).

  • Stadium III: Der Krebs hat sich im ganzen Beckenbereich ausgebreitet (Blase oder Mastdarm sind aber nicht betroffen).

  • Stadium IV: Der Krebs hat sich auf Blase oder Mastdarm oder außerhalb des Beckens ausgebreitet (z. B. auf Lunge oder Knochen).

Prognose

Die Prognose für Frauen mit Scheidenkrebs hängt vom Stadium der Krebserkrankung ab.

5 Jahre nach der Diagnose und Behandlung sind die folgenden Prozentanteile der betroffenen Frauen noch am Leben (5-Jahres-Überlebensrate):

  • Stadium 1: Rund 65 bis 70 %

  • Stadium 2: 47 %

  • Stadium 3: 30 %

  • Stadium 4: Nur etwa 15 bis 20 %

Behandlung

  • Entfernung der Scheide, der Gebärmutter und der nahe gelegenen Lymphknoten bei Vaginalkarzinomen im Frühstadium

  • Strahlentherapie bei den meisten anderen Vaginalkarzinomen

Die Behandlung von Scheidenkrebs ist ebenfalls vom Stadium abhängig.

Bei Scheidenkrebs im Frühstadium ist die bevorzugte Behandlungsmethode die Entfernung von Scheide, Gebärmutter, den Lymphknoten im Becken und dem oberen Teil der Scheide. Manchmal wird eine Strahlentherapie nach der Operation durchgeführt.

Bei den meisten anderen Formen von Scheidenkrebs wird eine Strahlentherapie eingesetzt. Normalerweise handelt es sich um eine Kombination aus interner Bestrahlung (durch die Verwendung radioaktiver Implantate, die in der Scheide platziert werden, Brachytherapie genannt) und externer Bestrahlung (von einem Ort außerhalb des Körpers auf das Becken gerichtet).

Die Bestrahlung kann nicht angewendet werden, wenn sich Fisteln gebildet haben. In diesen Fällen werden einige oder alle Organe im Becken entfernt (sogenannte Beckenexenteration). Zu diesen Organen gehören die Fortpflanzungsorgane (Scheide, Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke), Blase, Harnröhre, Mastdarm und After. Welche Organe entfernt werden und ob alle entfernt werden, ist von vielen Faktoren abhängig, wie beispielsweise der Stelle, an der sich der Krebs befindet, der Anatomie der Frau und ihren Zielen nach der Operation. Es werden bleibende Öffnungen für Urin (Urostomie) und Stuhl (Kolostomie) in den Unterbauch gelegt, damit diese Abfallprodukte den Körper verlassen und in Beuteln aufgefangen werden können. Nach dieser Behandlung hat die Frau normalerweise für ein paar Tage Blutungen, Ausfluss und leidet unter erheblicher Druckempfindlichkeit und Schmerzen. Der Krankenhausaufenthalt dauert typischerweise 3 bis 5 Tage. Es kann zu Komplikationen wie einer Infektion oder einem Aufreißen der Operationswunde, Darmverschluss und der Bildung von Fisteln kommen.

Es kann sein, dass nach einer Behandlung von Scheidenkrebs Schwierigkeiten beim Geschlechtsverkehr auftreten oder dieser unmöglich wird.

Weitere Informationen

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