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Blasenmole

(gestationsbedingte Trophoblasterkrankung; Mola hydatiforma)

Von

Pedro T. Ramirez

, MD, The University of Texas MD Anderson Cancer Center;


Gloria Salvo

, MD, MD Anderson Cancer Center

Vollständige Überprüfung/Überarbeitung Aug 2022
DIE AUSGABE FÜR MEDIZINISCHE FACHKREISE ANSEHEN

Eine Blasenmole (Mola hydatiforma) und andere Formen von gestationsbedingter Trophoblasterkrankung sind das Wachstum einer abnormen befruchteten Eizelle oder eine Überwucherung des Gewebes aus der Plazenta.

  • Frauen mit Blasenmolen wirken schwanger, aber die Gebärmutter erweitert sich sehr viel schneller, als es bei einer normalen Schwangerschaft der Fall wäre.

  • Die meisten Frauen leiden unter schwerer Übelkeit und Erbrechen, Scheidenblutungen und einige haben sehr hohen Blutdruck.

  • Es werden Ultraschalluntersuchungen und Bluttests zur Messung des humanen Choriongonadotropins (das früh in einer Schwangerschaft gebildet wird) durchgeführt.

  • Blasenmolen werden mit einer Ausschabung (Dilatation und Kürettage, D und K) behandelt.

  • Wenn die Erkrankung fortdauert, muss eine Chemotherapie durchgeführt werden.

Zumeist handelt es sich bei der Blasenmole um eine abnorme, befruchtete Eizelle, die sich nicht zum Fötus entwickelt, sondern zu einem Abortivei (Mola hydatiforma). Eine Blasenmole kann auch aus Zellen entstehen, die nach einer Fehlgeburt Fehlgeburt Unter einer Fehlgeburt versteht man den Verlust eines Kindes aufgrund natürlicher Ursachen vor der 20. Schwangerschaftswoche. Fehlgeburten können aufgrund einer Komplikation beim Fötus (z. B... Erfahren Sie mehr , einer normalen Geburt oder einer extrauterinen bzw. ektopen Schwangerschaft Ektope Schwangerschaft Unter einer ektopen Schwangerschaft wird die Einnistung (Einpflanzung) eines befruchteten Eis in einem ungewöhnlichen Bereich verstanden. Bei einer ektopen Schwangerschaft kann der Fötus nicht... Erfahren Sie mehr in der Gebärmutter zurückbleiben. In seltenen Fällen entwickelt sich neben einem lebenden Fötus auch eine Blasenmole. In diesen Fällen stirbt der Fötus typischerweise und es kommt zu einer Fehlgeburt.

Molenblasen treten am häufigsten bei Frauen unter 17 oder über 35 Jahren auf. In den Vereinigten Staaten treten sie bei ungefähr 1 von 2000 Schwangerschaften auf. Aus unbekannten Gründen treten Molenblasen in asiatischen Ländern häufiger auf.

Molenblasen sind eine Form von gestationsbedingter Trophoblasterkrankung.

Wussten Sie ...

  • Eine nicht normale, befruchtete Eizelle oder entartetes Plazentagewebe kann zu stark wachsen und Symptome verursachen, die denen einer Schwangerschaft gleichen, wobei jedoch der Unterleib viel schneller anschwillt.

Arten von gestationsbedingten Trophoblasterkrankungen

Gestationsbedingte Trophoblasterkrankungen entstehen in Zellen (sogenannte Trophoblasten), die den entstehenden Fötus Entwicklung des Embryos Mit der Befruchtung beginnt ein Ablauf verschiedener Entwicklungsstadien. Das Ei wird zunächst zur Blastozyste, dann zum Embryo, später zum Fötus. Normalerweise setzen die Eierstöcke in jedem... Erfahren Sie mehr Entwicklung des Embryos umgeben und mit der Zeit die Plazenta und Fruchtblase bilden. Die betroffenen Zellen wachsen auffällig stark und vermehren sich rasch.

Gestationsbedingte Trophoblasterkrankungen

  • Gutartige Tumoren, die bösartig werden können: Zu diesen Tumoren gehören die hydatidiforme Mole, die vergrößerte Plazenta und Knötchen in der Plazenta.

  • Bösartige Tumoren in der Plazenta: Zu diesen Tumoren (sogenannte gestationsbedingte trophoblastische Neoplasien) zählen der trophoblastische Tumor der Plazenta, der epithelioide trophoblastische Tumor, das Chorionkarzinom und die invasive Mole.

Etwa 80 Prozent der Fälle von gestationsbedingter Trophoblasterkrankung sind nicht bösartig.

Der Rest neigt dazu, fortzudauern und allmählich in das umliegende Gewebe einzudringen. Ungefähr 2 bis 3 Prozent der Blasenmolen entwickeln sich zu Chorionkarzinomen. Ein Chorionkarzinom kann sich über die Lymphgefäße oder den Blutkreislauf rasch ausbreiten.

Trophoblastische Plazentatumoren und epithelioide trophoblastische Tumoren sind äußerst selten.

Symptome einer Blasenmole

Frauen mit einer Blasenmole (Mola hydatiforma) fühlen sich schwanger. Weil aber Molenschwangerschaften jedoch deutlich rascher wachsen als ein Fötus, rundet sich der Bauch viel schneller als bei einer normalen Schwangerschaft. Häufig kommt es zu starker Übelkeit mit Erbrechen und zu Scheidenblutungen. Wenn Teile der Mole zerfallen, können Gewebefetzen durch die Scheide abgehen, die Weintrauben ähneln. Diese Symptome machen eine rasche Abklärung durch den Arzt erforderlich.

Molenschwangerschaften können zu schweren Komplikationen führen, so u. a. zu Folgendem:

Wenn sich ein Chorionkarzinom entwickelt, haben die Frauen möglicherweise andere Symptome, die durch die Ausbreitung (Metastasierung) auf andere Körperteile verursacht werden.

Eine überaktive Schilddrüse (Hyperthyreose Hyperthyreose Eine Schilddrüsenüberfunktion ist eine Überaktivität der Schilddrüse, die zu hohen Spiegeln der Schilddrüsenhormone und einer Beschleunigung der Lebensfunktionen führt. Die Basedow-Krankheit... Erfahren Sie mehr Hyperthyreose ) kann bei Frauen mit gestationsbedingten Trophoblasterkrankungen auftreten. Zu den Symptomen zählen eine außergewöhnlich schnelle Herzfrequenz (Tachykardie), warme Haut, Schweißausbrüche, Hitzeunverträglichkeit und leichtes Zittern.

Diagnose einer Blasenmole

  • Bluttests

  • Ultraschall

Eine Blasenmole (Mola hydatiforma) lässt sich vielfach schon bald nach ihrer Entstehung feststellen. Vermutet wird eine Blasenmole (Mola hydatiforma) anhand der Symptome, wie z. B. der stark vergrößerten Gebärmutter und dem Ausfluss von weintraubenartigem Gewebe aus der Scheide.

Ein Schwangerschaftstest wird durchgeführt. Bei Vorliegen einer Molenschwangerschaft ist der Test positiv, aber es können keine fötalen Bewegungen und kein fötaler Herzschlag festgestellt werden.

Bei einer Blutuntersuchung wird der Spiegel des humanen Choriongonadotropins (hCG – ein Hormon, das normalerweise zu Beginn der Schwangerschaft gebildet wird) gemessen. Wenn eine Molenschwangerschaft oder eine andere Art von gestationsbedingter Trophoblasterkrankung vorliegt, ist der Spiegel gewöhnlich sehr hoch, weil diese Tumoren eine große Menge dieses Hormons produzieren.

Wenn der hCG-Spiegel sehr hoch ist, führen Ärzte Bluttests durch, um die Schilddrüsenfunktion zu überprüfen und festzustellen, ob eine Hyperthyreose vorliegt.

Eine Ultraschalluntersuchung lässt erkennen, ob es sich bei dem Gewächs wirklich um eine Blasenmole und nicht um einen Fötus oder eine Fruchtblase handelt (die den Fötus und Flüssigkeit enthalten würde).

Eine Gewebeprobe wird bei der Durchführung einer Dilatation und Kürettage Dilatation und Kürettage Manchmal empfehlen Ärzte Screening-Tests, die durchgeführt werden um bei Frauen die keine Symptome aufweisen nach Erkrankungen zu suchen. Wenn die Frauen Symptome im Fortpflanzungssystem haben... Erfahren Sie mehr Dilatation und Kürettage (D und K) entnommen oder aus dem abgestoßenen Gewebe gewonnen und anschließend mikroskopisch untersucht (Biopsie), um die Diagnose zu bestätigen. Anormales Gewebe kann während einer Ausschabung (D und K) entfernt werden.

Wenn die Diagnose einer gestationsbedingten Trophoblasterkrankung gestellt wird, werden Tests vorgenommen, um herauszufinden, ob sich der Tumor auf andere Bereiche des Körpers ausgebreitet hat (Stadienbestimmung). Tests umfassen eine Computertomographie (CT) des Brust-, Bauch- und Beckenbereichs. Eine MRT kann ebenfalls durchgeführt werden.

Wenn eine gestationsbedingte Trophoblasterkrankung diagnostiziert wird, spricht der Arzt mit der Frau über ihren Wunsch, Kinder bekommen zu können.

Stadieneinteilung

Die Stadieneinteilung der gestationsbedingten trophoblastischen Neoplasie (Form der gestationsbedingten Trophoblasterkrankungen, die normalerweise bösartig ist) erfolgt anhand ihrer Ausbreitung:

  • Stadium I: Der Tumor ist nur im Uterus (nicht im Gebärmutterhals, dem unteren Teil der Gebärmutter [Uterus])

  • Stadium II: Der Tumor hat sich außerhalb der Gebärmutter (Uterus) auf Eierstock, Eileiter, Scheide und/oder umgebendes Gewebe ausgebreitet.

  • Stadium III: Der Tumor hat sich auf die Lunge ausgebreitet.

  • Stadium IV: Der Tumor hat sich auf entferntere Bereiche wie Hirn, Leber, Nieren und/oder Verdauungstrakt ausgebreitet.

Prognose bei einer Blasenmole

Die meisten Frauen können geheilt werden, wenn sie eine Behandlung erhalten. Die Wahrscheinlichkeit einer Heilung hängt davon ab, ob die Mole sich ausgebreitet hat, aber auch von anderen Faktoren:

  • Wenn die Mole sich nicht ausgebreitet hat: Nahezu 100 Prozent

  • Wenn die Mole sich ausgebreitet hat, jedoch als risikoarm eingestuft wird: 90 bis 95 Prozent

  • Wenn sich das Chorionkarzinom weit ausgebreitet hat und als sehr riskant eingestuft wird: 60 bis 80 Prozent

Die meisten Frauen, die eine Molenschwangerschaft hatten, können danach Kinder bekommen und haben kein höheres Risiko, eine Fehlgeburt zu erleiden, Komplikationen während der Schwangerschaft zu bekommen oder Kinder mit Geburtsfehlern auf die Welt zu bringen.

Etwa 1 bis 2 Prozent der Frauen, die eine Molenschwangerschaft hatten, haben eine weitere. Daher wird bei Frauen mit früheren Blasenmolen bei nachfolgenden Schwangerschaften frühzeitig eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Wenn Frauen aufeinanderfolgende Molenschwangerschaften haben, werden Gentests durchgeführt.

Behandlung einer Blasenmole

  • Entfernung der Mole

  • Tests zur Kontrolle auf Rezidive und/oder Ausbreitung

  • Bei Bedarf Chemotherapie

Für gewöhnlich kann jede Form von gestationsbedingter Trophoblasterkrankung erfolgreich diagnostiziert und behandelt werden, ohne die Fortpflanzungsfunktion zu gefährden.

Eine Blasenmole (Mola hydatiforma) oder andere Formen gestationsbedingter trophoblastischer Neoplasien werden vollständig entfernt, normalerweise mittels Ausschabung (D und K) mit Absaugung. Eine Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie Behandlung Eierstockkrebs, der typischerweise auf der Oberfläche der Eierstöcke beginnt, wird gewöhnlich erst diagnostiziert, wenn er fortgeschritten ist. Eierstockkrebs verursacht ggf. keine Symptome... Erfahren Sie mehr ) ist nur selten notwendig, kann aber vorgenommen werden, wenn die betroffene Frau keinen Kinderwunsch hat.

Nach der Entfernung der Mole werden Tests werden durchgeführt, um festzustellen, ob die betroffene Frau eine zusätzliche Behandlung benötigt.

Es wird eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs gemacht, um festzustellen, ob sich die Mole zur Lunge hin ausgebreitet hat.

Die Konzentration des humanen Choriongonadotropins (hCG) im Blut wird bestimmt, um festzustellen, ob die Blasenmole vollständig entfernt wurde. Ist das der Fall, normalisiert sich der Spiegel in der Regel innerhalb von 10 Wochen, bleibt dann normal und es ist keine weitere Behandlung notwendig. Während der hCG-Messung sollten Frauen eine wirksame Verhütungsmethode anwenden, da eine Schwangerschaft die Interpretation der hCG-Messung erschwert. Wenn sich der Spiegel nicht normalisiert, wird die Krankheit als fortbestehend betrachtet. In diesem Fall wird eine Computertomographie (CT) des Gehirns, des Brustkorbs, des Bauchraums und des Beckens gemacht, um zu bestimmen, ob sich ein Chorionkarzinom entwickelt und ausgebreitet hat.

Eine Chemotherapie ist notwendig, wenn die Mole weiterhin vorhanden ist oder sich ausgebreitet hat. Wenn die Mole als risikoarm eingestuft wird, kann die Chemotherapie nur aus einem Medikament bestehen (Methotrexat oder Dactinomycin). Falls diese Behandlung unwirksam ist, kann eine Kombination aus chemotherapeutischen Arzneimitteln (wie z. B. Etoposid, Methotrexat, Dactinomycin, Cyclophosphamid und Vincristin) verwendet oder eine Hysterektomie vorgenommen werden.

Wenn sich die Blasenmole weit ausgebreitet hat und als hochgefährlich eingestuft wird, überweist der Arzt die Frau an einen Spezialisten. Die Behandlung umfasst in der Regel mehrere Chemotherapeutika (in der Regel Etoposid, Methotrexat, Dactinomycin, Cyclophosphamid und Vincristin). Die Behandlung kann eine Strahlentherapie sowie eine Hysterektomie umfassen.

Nach einer Hysterektomie wird eine Chemotherapie durchgeführt und die hCG-Spiegel werden überwacht, um sicherzustellen, dass die Krankheit erfolgreich behandelt wurde.

Frauen, bei denen eine Blasenmole entfernt wurde, sollten 12 Monate warten, bevor sie wieder schwanger werden. Oftmals werden orale Verhütungsmittel Orale Verhütungsmittel Hormonelle Verhütungsmittel können wie folgt angewendet werden: Orale Einnahme (orale Verhütungsmittel) Einführen in die Scheide (Vaginalringe) Auftragen auf die Haut (Pflaster) Implantieren... Erfahren Sie mehr Orale Verhütungsmittel empfohlen, aber es können auch andere effektive Verhütungsmethoden verwendet werden. Die Schwangerschaft wird hinausgezögert, damit der Arzt sicherstellen kann, dass die Behandlung erfolgreich war.

Wenn Frauen, die eine Blasenmole hatten, schwanger werden, wird früh in der Schwangerschaft eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um festzustellen, ob die Schwangerschaft normal ist. Nachdem das Kind entbunden wurde, schicken Ärzte die Plazenta in der Regel an ein Labor, wo sie auf Anomalien untersucht wird.

Weitere Informationen

Die folgenden Quellen in englischer Sprache können nützlich sein. Bitte beachten Sie, dass das MANUAL nicht für den Inhalt dieser Quelle verantwortlich ist.

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