Der asymptomatische Patient mit pathologischen Lebertests

VonDanielle Tholey, MD, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University
Reviewed ByMinhhuyen Nguyen, MD, Fox Chase Cancer Center, Temple University
Überprüft/überarbeitet Geändert Aug. 2025
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Da die Transaminasen und die alkalische Phosphatase Bestandteile von Routinelaboruntersuchungen sind, werden pathologische Abweichungen häufig bei Patienten gesehen, die weder klinische Zeichen noch Symptome von Leberkrankheiten haben. Bei diesen Patienten sollte der Arzt eine Anamnese durchführen hinsichtlich möglicher lebertoxischer Substanzen, inkl. Alkohol, verschreibungspflichtiger und nichtverschreibungspflichtiger Medikamente und anderer Substanzen, pflanzlicher Tees, pflanzliche Heilmittel und Umwelt- und anderer chemischer Substanzen.

(Siehe auch Untersuchung des Patienten mit einer Lebererkrankung und Laboruntersuchungen der Leber und Gallenblase.)

Aminotransferasen

Bei einer leichten und isolierten Erhöhung der Alaninaminotransferase (ALT) oder der Aspartataminotransferase (AST; < um das Zweifache des Normalwerts) sollte der Test wiederholt werden; in etwa einem Drittel der Fälle normalisiert sich der Wert. Es ist wichtig zu klären, ob die Laboruntersuchungen im nüchternen Zustand durchgeführt wurden, da die orale Aufnahme leichte Erhöhungen der Leberwerte verursachen kann. Wenn Veränderungen bei anderen Laboruntersuchungsergebnissen vorhanden, schwer sind oder bei weiteren Tests persistieren, sind weitere Untersuchungen angezeigt:

Führt die ganze Untersuchungsreihe zu keinem Ergebnis, muss eine Leberbiopsie erwogen werden.

Alkalische Phosphatase

Die isolierte Erhöhung der alkalischen Phosphatase bei einem asymptomatischen Patienten erfordert die Sicherung eines hepatischen Ursprungs durch eine gleichzeitige Erhöhung der 5'-Nucleotidase oder Gamma-Glutamyltransferase. Wenn der hepatische Ursprung gesichert ist, sind bildgebende Verfahren für die Leber, in der Regel Ultraschallsonographie und Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie indiziert.

Wenn durch bildgebende Verfahren keine strukturelle Auffälligkeit festgestellt wird, ist eine intrahepatische Cholestase möglich und kann durch eine Anamnese mit Exposition gegenüber bestimmten Medikamenten, Substanzen oder Toxinen nahegelegt werden. Infiltrative Krankheiten und Lebermetastasen (z. B. als Folge eines Kolonkarzinoms) sollten ebenfalls in Erwägung gezogen werden. Bei Frauen müssen antimitochondriale Antikörper bestimmt werden, um auf primäre biliäre Cholangitis zu untersuchen. Bei dauerhaft bestehenden, unerklärlichen Erhöhungen oder bei Verdacht auf eine intrahepatische Cholestase sollte eine Leberbiopsie diskutiert werden.

Bilirubin

Asymptomatische Erhöhungen des Bilirubinspiegels sollten weiter untersucht werden, indem unterschieden wird, ob der Patient an einer indirekten oder direkten Hyperbilirubinämie leidet, da die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen davon abhängt. Bei asymptomatischen Patienten handelt es sich meist um eine indirekte Hyperbilirubinämie, die in der Regel mit einer gutartigen Erkrankung (z.B. Gilbert-Syndrom) zusammenhängt. Es ist wichtig, eine indirekte Hyperbilirubinämie aufgrund einer Hämolyse auszuschließen, daher sollte immer eine Hämoglobinuntersuchung angeordnet werden. Bei Feststellung einer Anämie sollten zusätzliche Untersuchungen auf hämolytische Erkrankungen sowie eine hämatologische Konsultation erfolgen. Schließlich können einige Medikamente Hyperbilirubinämie verursachen. Jeder Patient mit direkter Hyperbilirubinämie oder symptomatischer indirekter Hyperbilirubinämie sollte weiter untersucht werden.

Siehe auch Gelbsucht, Angeborene Störungen des Bilirubinstoffwechsels und Tests auf Leberschäden.

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