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Übersicht Gallenfunktion

Von

Ali A. Siddiqui

, MD, Thomas Jefferson University

Inhalt zuletzt geändert Jun 2018
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Quellen zum Thema

Die Leber Leberstruktur und -funktion Die Leber ist ein wesentliches Organ für metobolische Stoffwechselvorgänge. Hepatozyten (Leberparenchymzellen) sind in der Leber für die Stoffwechselfunktionen verantwortlich: Bildung und Ausscheidung... Erfahren Sie mehr produziert jeden Tag 500 bis 600 ml Gallenflüssigkeit. Galle ist isosmotisch mit dem Plasma und besteht v. a. aus Wasser und Elektrolyten, aber auch aus organischen Verbindungen wie Gallensalzen, Phospholipiden (vorwiegend Lecithin), Cholesterin, Bilirubin und anderen endogen produzierten oder aufgenommenen Verbindungen, z. B. Proteinen, die die gastrointestinale Funktion regulieren, Medikamenten und deren Metaboliten. Bilirubin ist ein Abbauprodukt von Häm-Verbindungen aus abgebauten roten Blutkörperchen und ist das Pigment, das der Galle seine gelb-grüne Farbe gibt.

Gallensalze (Gallensäuren) sind die wichtigsten organischen Komponenten in Galle. Die Leber transportiert die Gallensäuren aktiv in die kleinsten Gallengänge (Canaliculi), die von den apikalen Membransegmenten benachbarter Hepatozyten gebildet werden. Der canaliculäre Transport bestimmt die Geschwindigkeit der Gallebildung. Einmal abgesondert, ziehen die Gallensalze durch Osmose andere Galleverbindungen (insbesondere Natrium und Wasser) in die Canaliculi. Gallensalze sind auch biologische Detergentien, die es dem Körper ermöglichen Cholesterin und potentiell toxische Substanzen (z. B. Bilirubin, Medikamentenmetaboliten) auszuscheiden. Die Funktion der Gallensalze im Duodenum ist, die aufgenommenen Fette und fettlöslichen Vitamine löslich zu machen und so ihre Verdauung und Resorption zu erleichtern. Von der Leber fließt die gesammelte Galle in den rechten oder linken Hepaticus und dann in den Ductus hepaticus communis (DHC).

Im Nüchternzustand geht etwa 75% der Galle aus dem DHC über den Ductus cysticus in die Gallenblase. Der Rest fließt direkt in den gemeinsamen Gallengang (Ductus choledochus, gebildet durch die Kreuzung des gemeinsamen Lebergangs und des Zysticus) in den Zwölffingerdarm. Im Nüchternzustand nimmt die Gallenblase bis zu 90% des Wassers aus der Galle auf. So wird die Galle konzentriert und speichert.

Ansicht der Leber und Gallenblase

Ansicht der Leber und Gallenblase

Gallenflüssigkeit entleert sich aus der Gallenblase in den Choledochus, dieser mündet zusammen mit dem Pankreasgang in der Ampulla Vateri (Papille) und drainiert ins Duodenum. Bevor sich der Gallengang mit dem Pankreasgang verbindet, verjüngt er sich auf ca. 0,6 cm.

Der Oddi-Muskel, der sowohl den Pankreasgang und den gemeinsamen Gallengang umfasst, hat für jeden Kanal einen Schließmuskel. Normalerweise kann Galle nicht retrograd in den Pankreasgang fließen. Die Schließmuskel reagieren sehr empfindlich auf Cholezystokinin und andere Darmhormone (wie z. B. gastrin-releasing peptide) und auf Veränderungen des cholinergen Tonus (z. B. durch Anticholinergika)

Beim Essen werden Darmhormone ausgeschüttet und cholinerge Nerven stimuliert, was die Gallenblase zur Kontraktion anregt und zur Relaxation des Sphinkter Oddi führt. Dadurch entleert die Gallenblase 50 bis 75% ihres Inhalts in den Zwölffingerdarm. Auf der anderen Seite bewirkt im Nüchternzustand eine Zunahme des Sphinktertonus die Füllung der Gallenblase.

Gallensalze werden im proximalen Teil des Dünndarms durch passive Diffusion nur schlecht resorbiert, der wesentliche Teil der Gallensalze erreicht das terminale Ileum, wo ca. 90% aktiv in die portale Zirkulation resorbiert werden. In der Leber werden die Gallensalze sehr wirkungsvoll extrahiert, verstoffwechselt (z. B. konjugiert, wenn sie in freier Form ankommen) und zurück in die Galle sezerniert. Über diesen Weg, von der Leber zur Galle zur Leber, der sog. enterohepatischen Zirkulation, zirkulieren die Gallensalze ca. 10- bis 12-mal am Tag.

Die meisten Erkrankungen der Gallenwege ergeben sich aus Gallensteinen, obwohl akalkuläre Gallenschmerzen Akalkulöser biliärer Schmerz Unter akalkulösem biliärem Schmerz versteht man Gallenkoliken in Abwesenheit von Gallensteinen infolge struktureller oder funktioneller Störungen. Manchmal werden sie mit einer laparoskopischen... Erfahren Sie mehr ohne Gallensteine auftreten und das Postcholezystektomiesyndrom Postcholezystektomiesyndrom Unter einem Postcholezystektomiesyndrom versteht man das Auftreten von abdominellen Beschwerden nach einer Cholezystektomie. (Siehe auch Übersicht Gallenfunktion.) Das Postcholezystektomiesyndrom... Erfahren Sie mehr auftritt, nachdem die Gallenblase selbst entfernt wurde. Gallensteine in der Gallenblase (Cholelithiasis Cholelithiasis Unter einer Cholelithiasis versteht man das Vorhandensein von einem oder mehreren Konkrementen (Gallensteinen) in der Gallenblase. In den entwickelten Ländern haben etwa 10% der Erwachsenen... Erfahren Sie mehr  Cholelithiasis ) sind in der Regel asymptomatisch. Der Gallenfluss kann durch Gallensteine in den Gallenwegen blockiert werden (Choledocholithiasis Choledocholithiasis und Cholangitis Choledocholithiasis ist das Vorhandensein von Steinen in Gallengänge; die Steine können sich in der Gallenblase selbst oder in den Gallengängen bilden. Diese Steine können Gallenkolik, biliären... Erfahren Sie mehr ), was eine Gallenkolik auslöst oder eine Entzündung der Gallenblase (Cholezystitis) verursacht. Die Cholecystitis kann akut Akute Cholezystitis Die akute Cholezystitis ist eine Entzündung der Gallenblase, die sich innerhalb von Stunden, meist als Folge eines Zystikusverschlusses entwickelt. Die Symptome sind Schmerzen und Druckschmerzhaftigkeit... Erfahren Sie mehr auftreten, sich über Stunden entwickeln oder chronisch Chronische Cholezystitis Unter einer chronischen Cholezystitis versteht man eine lang andauernde Gallenblasenentzündung meist aufgrund von Gallensteinen. (Siehe auch Übersicht Gallenfunktion.) Die Ursache für eine chronische... Erfahren Sie mehr sein, die für eine lange Zeit besteht.

Eine Verstopfung der Gallenwege kann auch zu einer Entzündung der Gallengänge (akute Cholangitis) führen, die in der Regel mit einer bakteriellen Infektion einhergeht. Der Gallenfluss kann blockiert oder verlangsamt (sog. Cholestase) sein durch Tumoren Tumoren der Gallenblase und des Gallengangssystems Gallenblasen- und Gallengangstumoren können einen extrahepatischen Gallengangsverschluss verursachen. Symptome können völlig fehlen, sind aber häufig konstitutionell oder reflektieren einen... Erfahren Sie mehr oder bei Patienten mit AIDS durch Strikturen aufgrund von opportunistischen Infektionen (AIDS-Cholangiopathie AIDS-Cholangiopathie AIDS-Cholangiopathie ist eine Gallengangsobstruktion, die auf Stenosen der Gallenwege folgen, welche wiederum durch verschiedene opportunistischen Infektionen verursacht werden. (Siehe auch... Erfahren Sie mehr ). Eine Cholestase kann auch zu einer Entzündung, Fibrose und Strikturen der Gallenwege (sog. sklerosierende Cholangitis Sklerosierende Cholangitis Die sklerosierende Cholangitis ist ein chronisch cholestatisches Syndrom, charakterisiert durch ungleichmäßig in der Leber verteilte Entzündungsherde, Fibrose und Strikturen der intra- und extrahepatischen... Erfahren Sie mehr ) führen. In der Regel ist die Ursache der sklerosierenden Cholangitis unbekannt (sog. primäre sklerosierende Cholangitis Primär sklerosierende Cholangitis (PSC) Die primär sklerosierende Cholangitis (PSC) zeichnet sich durch fleckförmige Entzündung, Fibrose und Strikturen der Gallengänge aus, deren Ursache nicht bekannt ist. 80% der Patienten haben... Erfahren Sie mehr ).

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