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Mit Tuberkulose (TB) verwandte bakterielle Infektionen

(Nicht tuberkulöse mykobakterielle Infektionen)

Von

Dylan Tierney

, MD, MPH , Harvard Medical School;


Edward A. Nardell

, MD, Harvard Medical School

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mai 2018| Inhalt zuletzt geändert Jun 2018
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Die Bakterien, die Tuberkulose (TB) verursachen, gehören zu den Mykobakterien. Es gibt viele Arten von Mykobakterien. Zahlreiche Arten, die keine Tuberkulose verursachen (sogenannte nicht tuberkulöse Mykobakterien), können unter Umständen Infektionen hervorrufen, deren Symptome ähnlich sind wie bei einer Tuberkulose. Wenn zum Beispiel die Lunge infiziert ist, sind die Hauptsymptome bei Tuberkulose sowie bei einigen nicht tuberkulösen Infektionen Husten, Fieber und Gewichtsabnahme.

Die am weitesten verbreiteten Arten gehören zur Gruppe des sogenannten Mycobacterium-avium-Komplexes (MAC), die sowohl Mycobacterium avium als auch Mycobacterium intracellulare umfasst.

Auch andere nicht tuberkulöse Mykobakterien, die nicht zum MAC gehören, führen mitunter zu Infektionen beim Menschen.

Infektion mit dem Mycobacterium-avium-Komplex

MAC-Mykobakterien lösen im Allgemeinen nur bei folgenden Personengruppen Infektionen aus:

  • Bei gebrechlichen älteren Menschen

  • Bei Personen mit geschwächtem Immunsystem

  • Bei Personen, deren Lunge durch jahrelanges Rauchen, eine alte Tuberkuloseinfektion, Bronchitis, ein Emphysem oder andere Erkrankungen vorgeschädigt ist

MAC-Lungeninfektionen

MAC-Infektionen der Lunge entwickeln sich in der Regel langsam. Zu den ersten Anzeichen gehören Husten und das Ausspucken von Schleim. Viele Patienten fühlen sich müde, verlieren an Gewicht und haben leichtes Fieber.

Die Infektion kann langsam fortschreiten oder lange Zeit stabil bleiben. Wenn sie fortschreitet, spucken die Patienten unter Umständen immer wieder Blut und leiden unter Atembeschwerden.

Eine Laboruntersuchung des Sputums der infizierten Person ist nötig, um eine MAC-Infektion von Tuberkulose zu unterscheiden. Es wird dann eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs erstellt. Diese kann einige Unterschiede zwischen Tuberkulose und einer MAC-Infektion sichtbar machen.

Weil auch bei der Behandlung von MAC-Infektionen Arzneimittelresistenz ein häufiges Problem darstellt, wird vorzugsweise eine Kombination von Antibiotika gegeben, die meist aus drei Wirkstoffen (Clarithromycin oder Azithromycin, Rifampin und Ethambutol) besteht. Die Medikamente müssen in der Regel 12 bis 18 Monate lang angewendet werden. Wenn diese Kombination keine Wirkung zeigt, werden andere Kombinationen ausprobiert.

MAC-Lymphknoteninfektionen

Eine MAC-Infektion der Lymphknoten kann sich bei Kindern typischerweise im Alter zwischen 1 und 5 Jahren entwickeln. Die Infektion wird gewöhnlich durch die Aufnahme von Erde oder Wasser, die mit den Mykobakterien verunreinigt sind, verursacht.

Antibiotika sind in der Regel nicht nötig, um die Infektion zu heilen. Stattdessen können die infizierten Lymphknoten chirurgisch entfernt werden.

Ausgedehnte MAC-Infektionen

Eine MAC-Infektion kann sich bei folgenden Personengruppen im gesamten Körper ausbreiten:

  • Menschen mit AIDS

  • Selten Personen, die an anderen Erkrankungen leiden oder Medikamente/Drogen einnehmen, aufgrund welcher das Immunsystem geschwächt ist

Die Symptome umfassen Fieber, Anämie, Bluterkrankungen, Durchfall und Bauchschmerzen.

Zur Diagnose einer ausgedehnten MAC-Infektion wird meist versucht, Bakterien aus einer Blutprobe oder einer Probe aus Knochenmark- oder Lebergewebe oder aus einem infizierten Lymphknoten in einer Kultur anzuzüchten.

Solche Infektionen werden mit zwei oder drei Antibiotika behandelt, häufig mit Clarithromycin oder Azithromycin plus Ethambutol und manchmal Rifabutin.

Schwerkranke AIDS-Patienten mit einer CD4-Zahl von weniger als 100 müssen Clarithromycin oder Azithromycin einnehmen, um eine ausgedehnte MAC-Infektion zu verhindern. Auch die effektive Behandlung der AIDS-Symptome ist wichtig. Eine solche Behandlung kann die Fähigkeit des Immunsystems zur Bekämpfung der Infektion verbessern.

Weitere Infektionen mit nicht tuberkulösen Mykobakterien

Nicht tuberkulöse Mykobakterien, die nicht zum MAC gehören, führen mitunter ebenfalls zu Infektionen beim Menschen.

Hautinfektionen

Einige Arten von Mykobakterien, meistens Mycobacterium marinum, wachsen in Schwimmbädern und sogar in Heimaquarien. Diese Mykobakterien können Hautinfektionen verursachen, wenn Menschen in kontaminierten und ungechlorten Becken schwimmen, ein kontaminiertes Heimaquarium reinigen oder sich beim Umgang mit kontaminierten Fischen oder Schalentieren die Haut aufschürfen oder schneiden.

Es können sich rötliche Pusteln bilden, die größer werden und einen violetten Farbton annehmen. Sie treten gewöhnlich an den Armen oder Knien auf.

Diese Hautinfektionen können ohne Behandlung wieder abklingen, wenn die Betroffenen ein normales Immunsystem haben. Bei Betroffenen mit einem geschwächten Immunsystem kann sich die Infektion jedoch auf andere Körperstellen ausbreiten.

Unter chronischen Infektionserkrankungen leidende Personen brauchen gewöhnlich eine 3- bis 6-monatige Behandlung mit Minocyclin, Doxycyclin, Clarithromycin oder einem anderen Antibiotikum.

Andere Infektionen

Infektionen mit Mycobacterium ulcerans (auch als Buruli-Ulkus oder Ulcus tropicum bekannt) sind nach Lepra und Tuberkulose die dritthäufigsten mykobakteriellen Erkrankungen bei Personen mit einem normalen Immunsystem. Die meisten Infektionen kommen in den tropischen Gebieten West- und Zentralafrikas vor. In Australien kommen die meisten Fälle in einer gemäßigten Zone rund um die Stadt Melbourne vor.

Die Infektion beginnt als Beule unter der Haut, einem großflächigen geschwollenen Bereich oder einer allgemeinen Schwellung von Beinen, Armen oder Gesicht. Der betroffene Bereich schmerzt nicht. Wenn die Infektion fortschreitet, verursacht sie offene Wunden an Beinen oder Armen und führt zu einer ausgedehnten Zerstörung der Haut und des darunter liegenden Gewebes.

Infektionen mit Mycobacterium ulcerans werden mit einer Kombination aus Antibiotika und gelegentlich operativ behandelt.

Andere Mykobakterienarten, wie z. B. Mycobacterium fortuitum, können Wunden, Tätowierungen und künstliche Körperteile befallen, beispielsweise künstliche Herzklappen oder Brustimplantate.

Eine weitere Art von Mykobakterien löste schwere Infektionen aus, als zur Wurzelkanalreinigung bei Kindern kontaminiertes Wasser eingesetzt wurde.

Antibiotika und die operative Entfernung der infizierten Stellen und/oder Materialien heilen die Infektion normalerweise. Falls eine solche Behandlung unwirksam ist, werden die Patienten an einen erfahrenen Spezialisten überwiesen.

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