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Ohnmacht

Von

Andrea D. Thompson

, MD, PhD, Department of Internal Medicine, Division of Cardiovascular Medicine, University of Michigan;


Michael J. Shea

, MD, Michigan Medicine at the University of Michigan

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mai 2018| Inhalt zuletzt geändert Jun 2018
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Quellen zum Thema

Benommenheit (nahe einem Ohnmachtsanfall) ist das Gefühl, gleich in Ohnmacht zu fallen.

Ein Ohnmachtsanfall (Synkope) ist ein plötzlicher, kurzer Bewusstseinsverlust, bei dem die Person auf den Boden fällt oder in einen Stuhl sinkt und dann wieder zu Bewusstsein kommt. Die Person ist regungslos und schlapp und hat meist kalte Beine und Arme, einen schwachen Puls und eine oberflächliche Atmung.

Einige Menschen fühlen sich benommen oder es ist ihnen schwindelig, bevor sie ohnmächtig werden. Anderen ist übel, heiß oder sie sehen verschwommen oder haben einen Tunnelblick. Sie spüren ein Kribbeln in den Lippen oder Fingerspitzen, haben Schmerzen im Brustkorb oder Palpitationen. Seltener werden Menschen ganz plötzlich ohne irgendwelche Warnsignale ohnmächtig.

Anfälle, also Störungen der elektrischen Aktivität des Gehirns, und ein Herzstillstand, bei dem das Herz vollständig aufhört zu schlagen, können zu Bewusstlosigkeit führen, was aber nicht als Ohnmachtsanfall gilt. Manchmal zucken die Muskeln bei ohnmächtigen Personen kurz, was einem Krampfanfall ähnelt.

Ohnmachtsanfälle können in jedem Alter auftreten, aber bei älteren Menschen liegen häufiger gefährliche Ursachen für die Ohnmacht vor.

Ursachen

Bewusstlosigkeit kann nur eintreten, wenn die Gehirnfunktion insgesamt gestört ist. Diese Störung tritt meist aufgrund einer schlechten Gesamtdurchblutung des Gehirns ein. Manchmal ist die Durchblutung zwar ausreichend, aber das Blut enthält nicht genug Sauerstoff oder Glukose (Blutzucker), der bzw. die vom Gehirn zum Funktionieren benötigt wird.

Die Durchblutung des Gehirns kann auf verschiedene Weise reduziert sein. Die häufigste Ursache ist eine Störung des normalen Blutrückflusses zum Herzen (und damit auch des Blutflusses aus dem Herzen heraus). Seltener ist die Ursache eine Störung, die sich auf das Pumpen von Blut auswirkt (normalerweise eine Herzkrankheit). Obwohl Schlaganfälle die Durchblutung des Gehirns verringern, ist die Durchblutung nur in einem Teil des Gehirns gestört. Daher verursachen Schlaganfälle nur selten Ohnmacht, mit Ausnahme der wenigen Schlaganfälle, bei denen der Teil des Gehirns betroffen ist, der für die Aufrechterhaltung des Bewusstseins zuständig ist.

Die häufigsten Ursachen sind folgende:

  • Starke emotionale Belastung (wie Angst, Schmerz oder das Sehen von Blut)

  • Husten oder starkes Drücken bei der Darm- oder Blasenentleerung

  • Langes Stehen

  • Plötzliches Aufstehen

  • Schwangerschaft

  • Verwendung bestimmter Medikamente

  • Idiopathisch (d. h., die Ursache ist nicht bestimmbar)

Diese häufigen Ursachen führen fast ausschließlich nur beim Aufstehen zur Ohnmacht. Wenn die betroffene Person umfällt, wird die Durchblutung des Gehirns verstärkt und das Bewusstsein ist schnell wiederhergestellt, auch wenn sich die Person ein paar Minuten bis Stunden lang noch nicht wieder vollständig normal fühlt. Einige Menschen fühlen sich danach für ein paar Stunden müde oder erschöpft. Diese Ursachen sind in der Regel harmlos, solange sich die Person beim Sturz nicht verletzt.

Die meisten dieser Ursachen bringen einen verminderten Rückfluss des Bluts zum Herzen mit sich. Starke emotionale Belastung (insbesondere durch das Sehen von Blut ausgelöst) oder Schmerzen können den Vagusnerv aktivieren. Die Aktivierung des Vagusnervs weitet die Blutgefäße und verringert den Blutrückfluss zum Herzen. Dadurch wird die Herzfrequenz langsamer. Beide Faktoren führen zu Benommenheit und manchmal zu Ohnmacht (vasovagale Synkope oder neurokardiogene Synkope genannt).

Starkes Drücken während der Darm- oder Blasenentleerung oder Husten erhöht den Druck auf den Brustkorb. Erhöhter Druck auf den Brustkorb kann den Vagusnerv aktivieren und außerdem den Blutrückfluss zum Herzen verringern – zwei Faktoren, die zu Ohnmacht führen können.

So können gesunde Menschen ohnmächtig werden, wenn sie lange Zeit stillstehen müssen (besonders häufig bei Soldaten, ein Phänomen, das Exerzierplatz-Synkope genannt wird), denn die Beinmuskeln müssen aktiviert werden, um das Blut zum Herzen zurück zu pumpen.

Zu rasches Aufsetzen oder Aufstehen kann einen Ohnmachtsanfall verursachen, weil durch den Positionswechsel das Blut in den Beinen bleibt und der Blutdruck plötzlich absinkt. Normalerweise erhöht der Körper schnell die Herzfrequenz und zieht die Blutgefäße zusammen, um den Blutdruck aufrechtzuerhalten. Wenn der Körper nicht auf diesem Wege einen Ausgleich schafft, tritt häufig Benommenheit ein und in seltenen Fällen kann es zu einem Ohnmachtsanfall kommen. Bestimmte Gehirn- und Rückenmarkserkrankungen, lange Bettruhe und bestimmte Medikamente (insbesondere gegen Bluthochdruck) können diesen Ausgleichsversuch des Körpers stören und beim Aufstehen einen Ohnmachtsanfall zur Folge haben.

Hormonelle Veränderungen in der Frühschwangerschaft führen manchmal zu Ohnmachtsanfällen.

Ein niedriger Blutzuckerspiegel (Hypoglykämie) führt zunächst zu Verwirrung, Benommenheit, Zittern und weiteren Symptomen. Wenn dieser Zustand der Hypoglykämie sehr stark ist oder über einen langen Zeitraum anhält, kann die Person das Bewusstsein verlieren. Da diese anderen Symptome normalerweise vor dem Ohnmachtsanfall auftreten, sind Personen mit Hypoglykämie meist gewarnt, bevor sie ohnmächtig werden. Die Ursache für Hypoglykämie liegt meist in der Anwendung von Medikamenten gegen Diabetes, insbesondere Insulin. In seltenen Fällen haben die Betroffenen einen Tumor, der Insulin produziert.

Weniger häufige, aber ernstzunehmende Ursachen sind

  • Erkrankungen der Herzklappen (meist die Aortenklappe)

  • Eine zu schnelle oder zu langsame Herzfrequenz

  • Blockierung einer Lungenarterie durch ein Blutgerinnsel (Lungenembolie)

  • Herzinfarkt oder andere Herzmuskelerkrankung

Erkrankungen der Herzklappen können den Blutfluss aus dem Herzen blockieren. Bei einer sehr schnellen Herzfrequenz hat das Herz nicht genügend Zeit, um sich mit Blut zu füllen. Daher wird weniger Blut gepumpt. Bei einer sehr langsamen Herzfrequenz wird eventuell nicht genug Blut gepumpt. Blutgerinnsel in der Lunge können dazu führen, dass das Herz nicht genug Blut pumpt. Während eines Herzinfarkts tritt nur selten Ohnmacht ein (meist bei älteren Menschen). Ohnmachtsanfälle können auch durch andere seltene Herzmuskelerkrankungen – Kardiomyopathien genannt – hervorgerufen werden, insbesondere während körperlicher Aktivität, meist aufgrund einer Herzrhythmusstörung.

Die meisten Schlaganfälle führen zwar nicht zur Ohnmacht, dennoch kann ein Schlaganfall bzw. eine transitorische ischämische Attacke (TIA) Ohnmacht zur Folge haben, sofern bestimmte Blutgefäße am Hirnstamm betroffen sind (Infarkt der hinteren Zirkulation). Auf ähnliche Weise kann ein Ohnmachtsanfall manchmal aufgrund von Migräne auftreten, wenn davon diese Blutgefäße betroffen sind.

Beurteilung

Falls möglich, sollte ein Zeuge des Ohnmachtsanfalls dem Arzt das Geschehen schildern, da die Person, die ohnmächtig wurde, sich möglicherweise nicht erinnern kann.

Warnsignale

Bei Ohnmachtsanfällen geben bestimmte Symptome und Merkmale Anlass zur Sorge. Hierzu gehören

  • Ohnmacht während körperlicher Aktivität

  • Mehrere Ohnmachtsanfälle innerhalb eines kurzen Zeitraums

  • Plötzlicher Ohnmachtsanfall ohne Warnsignale oder offensichtlichen Auslöser

  • Ohnmachtsanfall, dem mögliche Herzsymptome vorausgehen bzw. folgen, z. B. Schmerzen im Brustkorb, Palpitationen oder Kurzatmigkeit

  • Fortgeschrittenes Alter

  • Erhebliche Verletzung infolge des Ohnmachtsanfalls

  • Plötzliche unerwartete Todesfälle, Ohnmacht während körperlicher Aktivität oder wiederholte Ohnmacht oder Krampfanfälle in der Familiengeschichte, für die keine Ursachen gefunden wurden

Wann ein Arzt zu konsultieren ist:

Wenngleich die meisten Ohnmachtsanfälle nicht gravierend sind, sollte von einem Arzt eingeschätzt werden, ob die Ursache ernst oder relativ harmlos ist. Nach einem Ohnmachtsanfall sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, insbesondere bei Warnsignalen.

Was der Arzt unternimmt:

Ärzte stellen zunächst immer Fragen zu den Symptomen und zur Krankengeschichte des Patienten. Anschließend führt er eine körperliche Untersuchung durch. Häufig geben die Anamnese und die Befunde der körperlichen Untersuchung bereits Hinweise auf die Ursache für den Ohnmachtsanfall und darauf, welche Tests durchzuführen sind.

Der Arzt fragt, welche Ereignisse vor dem Ohnmachtsanfall lagen. Er fragt, ob die Person Sport getrieben, gestritten oder sich in einer emotional belastenden Situation befunden hat. Weiterhin fragt er, ob die Person gelegen oder gestanden hat, und falls sie gestanden hat, wie lange. Der Arzt fragt nach Symptomen, die unmittelbar vor oder nach dem Ereignis aufgetreten sind, z. B., ob die Person sich benommen fühlte oder ihr schwindelig war, ob ihr übel war, sie geschwitzt hat, verschwommen gesehen hat oder einen Tunnelblick hatte, ob Lippen oder Fingerspitzen gekribbelt haben, ob die Person Schmerzen im Brustkorb oder Palpitationen hatte.

Zeugen werden gebeten, den Ablauf zu beschreiben. Ein plötzlicher Ohnmachtsanfall ohne Warnsignale oder offensichtlichen Auslöser weist auf eine Herzkrankheit hin. Wenn dem Ohnmachtsanfall ein kurzer Zeitraum mit Symptomen vorausging, z. B. Benommenheit, Übelkeit, Gähnen, verschwommenes Sehen oder Schwitzen, und der Ohnmachtsanfall während einer quälenden oder unangenehmen Situation auftritt, liegt vermutlich eine vasovagale Synkope vor. Diese ist nicht gefährlich.

Der Arzt fragt nach früheren Schwindel- oder Ohnmachtsanfällen und anderen Erkrankungen, Medikamenten oder Symptomen, die mit dem Ohnmachtsanfall im Zusammenhang stehen könnten. Außerdem wird die Person auf Verletzungen infolge des Ohnmachtsanfalls untersucht.

Anschließend werden die Vitalzeichen der Person gemessen. Herzfrequenz und Blutdruck werden gemessen, während die Person liegt und nochmals nach 3 Minuten in stehender Position. Das Herz wird abgehört und auf Zeichen für eine Anomalie der Herzklappen oder Durchblutung untersucht. Es folgt eine neurologische Untersuchung auf Anzeichen für einen Schlaganfall.

Tabelle
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Einige Ursachen und Merkmale von Ohnmachtsanfällen

Ursache

Häufige Merkmale*

Tests

Ernstzunehmende Ursachen

Erkrankungen der Herzklappen, z. B. eine Aortenstenose, Mitralstenose oder Versagen einer künstlichen Herzklappe

Kardiomyopathie (Erkrankung des Herzmuskels), insbesondere die hypertrophe Kardiomyopathie

Ohnmachtsanfall während oder nach körperlicher Aktivität, gefolgt von schneller Erholung

Bei jungen oder älteren Menschen

Häufig bei Personen, von denen bekannt ist, dass bei ihnen Herzgeräusche vorlagen

Echokardiographie (Ultraschalluntersuchung des Herzens)

Sehr langsame Herzfrequenz (meist weniger als 35 Schläge pro Minute), häufiger bei älteren Menschen

Sehr schnelle Herzfrequenz (meist über 150 Schläge pro Minute)

Ohnmachtsanfall ohne Warnsignale, gefolgt von sofortiger Erholung nach dem Aufwachen

Ohnmachtsanfall, der in jeder Position auftreten kann

Manchmal bei Einnahme bestimmter Medikamente, insbesondere Medikamente zur Behandlung von Herzkrankheiten wie Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika)

EKG, manchmal ambulantes Langzeit-EKG (tragbarer Holter-Monitor, der 24 Stunden lang getragen wird, oder seltener ein Aufzeichnungsgerät, das unter die Haut eingesetzt wird)

Manchmal Blutuntersuchung zur Messung von Elektrolyten wie Natrium und Kalium

Lungenembolie (Blockierung einer Lungenarterie durch ein Blutgerinnsel)

Häufig stechender Schmerz beim Einatmen, Kurzatmigkeit, schnelle Atmung und schnelle Herzfrequenz

Manchmal leichtes Fieber, blutiger Husten oder Kreislaufschock

Wahrscheinlicher bei Personen mit Risikofaktoren für Lungenembolie (z. B. bei früheren Blutgerinnseln, kürzlich erfolgten chirurgischen Eingriffen, insbesondere an den Beinen, längerer Bettruhe, Gipsbein oder Schiene am Bein, höherem Alter, Rauchen oder Krebs)

CT oder Szintigraphie der Lunge

Blutuntersuchung zur Erkennung von Blutgerinnseln (D-Dimer-Test)

Herzinfarkt (Myokardinfarkt)

Normalerweise bei älteren Patienten

Manchmal Beschwerden im Brustbereich, Gefühl von Verdauungsstörungen, Kurzatmigkeit oder Übelkeit

EKG

Blutuntersuchung zur Messung von Substanzen, die auf eine Herzschädigung hinweisen (kardiale Marker)

Starke allergische Reaktion (Anaphylaxie), die zu Blutdruckabfall führt

Ohnmachtsanfall während oder kurz nach Belastung mit einem Allergieauslöser, z. B. Medikament oder Insektenstich

Übermäßiges Schwitzen und blasse Hautfarbe

Bei Menschen mit oder ohne frühere Allergien

Normalerweise Nesselsucht, Keuchatmung oder Schwellung mancher Körperstellen (als angioneurotisches Ödem bekannt)

Allergietest

Niedriger Blutzuckerspiegel (Hypoglykämie)

Ohnmachtsanfall, nachdem andere Symptome wie Verwirrtheit, Zittern und Schwitzen aufgetreten sind

Nicht ansprechbar oder verwirrt, was bis zur Behandlung der Person anhält

Fast ausschließlich bei Personen mit Diabetes

Blutzuckermessung durch Stich in den Finger

Unmittelbare Erholung nach Glukoseinfusion

Weniger schwerwiegende Ursachen

Erhöhter Druck im Brustbereich (z. B. aufgrund von Husten oder nach starkem Drücken bei Blasen- oder Darmentleerung)

Ohnmachtsanfall während einer Aktivität, die den Druck im Brustbereich erhöht

Warnsignale (zum Beispiel Schwindel, Übelkeit oder Schwitzen)

Schnelle, aber nicht unmittelbare Erholung (innerhalb von 5 bis 15 Minuten; der Betroffene kann sich aber noch mehrere Stunden unwohl fühlen)

Nur ärztliche Untersuchung

Starke emotionale Belastung (etwa Schmerzen, Furcht oder Schreck beim Sehen von Blut)

Ohnmachtsanfall während starker emotionaler Belastung

Warnsignale (zum Beispiel Schwindel, Übelkeit oder Schwitzen)

Schnelle, aber nicht unmittelbare Erholung (innerhalb von 5 bis 15 Minuten)

Meist offensichtliche Ursache

Nur ärztliche Untersuchung

Ohnmachtsanfall, dem manchmal Störungen des Tastsinns, Sehstörungen oder Störungen anderer Funktionen (Aura genannt) vorausgehen

Lichtempfindlichkeit

Nur ärztliche Untersuchung

Langes Stehen

Aufgrund früherer Ereignisse offensichtliche Ursache

Keine anderen Symptome

Nur ärztliche Untersuchung

Schwangerschaft

Bei gesunden Frauen im gebärfähigen Alter

Keine anderen Symptome

Meist bei Frauen in der Frühschwangerschaft oder bei nicht erkannter Schwangerschaft

Urin-Schwangerschaftstest

Hyperventilation

Häufig Kribbeln im Mundbereich oder in den Fingern vor einem Ohnmachtsanfall

Meist während oder als Reaktion auf eine emotional belastende Situation

Schnelle Atmung, die von der Person selbst oder von anderen nicht bemerkt wird

Typisch bei jüngeren Menschen

Nur ärztliche Untersuchung

Medikamente, die zur Senkung des Blutdrucks verabreicht werden (aber selten Betablocker), wie Schleifendiuretika und Nitrate

Benommenheit, gefolgt von Ohnmacht innerhalb weniger Minuten nach dem Aufsetzen oder Aufstehen

Blutdruckabfall beim Aufstehen, während der Untersuchung erkannt

Ärztliche Untersuchung

Manchmal Kipptisch-Test

Medikamente, die zu einem unregelmäßigen oder schnellen Herzschlag führen, indem sie sich auf die elektrische Aktivität des Herzens auswirken, wie Antipsychotika (hauptsächlich Phenothiazine), manche Antiarrhythmika, manche Antidepressiva und manche Antibiotika.

Manchmal Palpitationen und Benommenheit

Plötzlicher Bewusstseinsverlust

Ärztliche Untersuchung

EKG

Störung des vegetativen Nervensystems (verantwortlich für die Regulierung der inneren Körperprozesse, für die keine bewusste Anstrengung erforderlich ist, z. B. Blutdruck)

Benommenheit, gefolgt von Ohnmacht innerhalb weniger Minuten nach dem Aufsetzen oder Aufstehen

Blutdruckabfall beim Aufstehen, während der Untersuchung erkannt

Ärztliche Untersuchung

Manchmal Kipptisch-Test

Verlust an Leistungsfähigkeit aufgrund von Bettruhe über viele Tage

Benommenheit, gefolgt von Ohnmacht innerhalb weniger Minuten nach dem Aufsetzen oder Aufstehen

Blutdruckabfall beim Aufstehen, während der Untersuchung erkannt

Ärztliche Untersuchung

Manchmal Kipptisch-Test

Anämie

Benommenheit, gefolgt von Ohnmacht innerhalb weniger Minuten nach dem Aufsetzen oder Aufstehen

Chronische Erschöpfung

Manchmal dunkler Stuhl oder starke Menstruation

Ein großes Blutbild

Stuhluntersuchung auf Blut

*Die Merkmale umfassen die Symptome und die Befunde der ärztlichen Untersuchung. Die genannten Merkmale sind typisch, treten aber nicht immer auf.

Bei allen Menschen wird nach einem Ohnmachtsanfall ein EKG durchgeführt und mit einem Sensor auf dem Finger (Pulsoximetrie) kann der Sauerstoffgehalt im Blut gemessen.

CT = Computertomographie, EKG = Elektrokardiographie, MRT = Magnetresonanztomographie.

Tests

Die Untersuchung wird normalerweise auch dann durchgeführt, wenn ein offensichtlicher, harmloser Auslöser vorliegt oder die Betroffenen sich ansonsten wohlfühlen. Welche Untersuchung durchgeführt wird, richtet sich nach der vermuteten Ursache.

  • Elektrokardiographie (EKG)

  • Langzeit-EKG (tragbarer Holter-Monitor oder Ereignis-Rekorder)

  • Messung des Sauerstoffs im Blut (Pulsoximetrie)

  • Messung des Blutzuckers durch Stich in den Finger

  • Manchmal eine Ultraschallsonographie des Herzens (Echokardiographie)

  • Manchmal Kipptisch-Test

  • Mitunter Bluttests

  • Selten bildgebende Aufzeichnungen des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark)

Wenn ein Ohnmachtsanfall Verletzungen zur Folge hat oder mehrmals auftritt (insbesondere innerhalb eines kurzen Zeitraums), ist eine intensivere ärztliche Beurteilung gerechtfertigt. Bildaufnahmen des Herzens und Gehirns werden nicht routinemäßig erstellt. Sie werden lediglich erstellt, wenn der Arzt ein Herz oder Gehirnproblem vermutet.

Bei Verdacht auf Herzkrankheit, z. B. Herzinfarkt, Herzrhythmusstörung oder Herzklappenanomalie, wird die Person meist zur Beobachtung in ein Krankenhaus eingewiesen.

Es wird ein EKG aufgezeichnet. Das EKG weist eventuell auf eine Herzrhythmusstörung oder ein anderes Herzproblem hin, manchmal ist es aber auch normal, wenn sich die Herzrhythmusstörung gerade wieder gelegt hat. Manchmal wird die Person zur Beobachtung der Herzaktivität für 24 Stunden in ein Krankenhaus eingewiesen. Seltener erhält die Person ein kleines Gerät zur Herzüberwachung mit nach Hause (Langzeit-EKG genannt). In noch selteneren Fällen wird ein Aufzeichnungsgerät unter die Haut implantiert.

Der Sauerstoffgehalt im Blut wird gemessen. Während oder unmittelbar nach einem Ohnmachtsanfall wird eine Pulsoximetrie durchgeführt, um den Sauerstoffgehalt im Blut zu messen (dieser kann Hinweise auf Blutgerinnsel liefern). Ist der Sauerstoffgehalt im Blut niedrig, wird eine Computertomographie (CT) oder eine Lungenuntersuchung durchgeführt, um das Vorhandensein von Blutgerinnseln zu prüfen.

Wenn die Befunde der körperlichen Untersuchung dies nahelegen, werden Labortests durchgeführt. Bei allen Frauen im gebärfähigen Alter sollte auch ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden.

Ein Echokardiographie kann bei Personen durchgeführt werden, die aufgrund körperlicher Aktivität ohnmächtig wurden, die Herzgeräusche haben oder bei denen der Ohnmachtsanfall im Sitzen oder Stehen auftrat.

Eine Kipptischuntersuchung wird manchmal durchgeführt, wenn die Person beim Aufstehen ohnmächtig geworden ist. Außerdem wird diese Untersuchung herangezogen, wenn der Ohnmachtsanfall durch körperliche Aktivität ausgelöst wurde und mit der Echokardiographie oder dem Belastungstest keine Ursache gefunden wurde.

Belastungstests werden bei Verdacht auf Herzrhythmusstörungen herangezogen, die durch körperliche Aktivität ausgelöst werden. Häufig wird dieser Test bei Patienten durchgeführt, bei denen die Symptome durch körperliche Aktivität ausgelöst werden.

Elektrophysiologische (EP) Untersuchungen umfassen Tests, mit denen die elektrische Aktivität und die elektrische Reizleitung des Herzens aufgezeichnet werden. Dies geschieht, indem Kabel durch die Blutgefäße ins Herz geschoben werden. EP Untersuchungen werden manchmal durchgeführt, wenn bei Patienten, die an unerklärter wiederholter Ohnmacht leiden, bei Patienten mit unerklärten Warnsignalen und bei Patienten mit einer Krankengeschichte mit Herzinsuffizienz aufgrund eines Herzinfarkts mithilfe anderer Untersuchungen keine Herzrhythmusstörung festgestellt werden kann.

Bei Verdacht auf einen Anfall wird eventuell ein Elektroenzephalogramm aufgezeichnet.

Bei Verdacht auf eine Störung des zentralen Nervensystems werden eine CTund eineMagnetresonanztomographie des Kopfes und Gehirns gemacht.

Behandlung

Eine spezifische Behandlung hängt von der Ursache ab. Beispielsweise benötigen Personen, bei denen die Ursache der Ohnmachtsanfälle eine Herzrhythmusstörung ist, einen Herzschrittmacher und/oder Defibrillator.

Wenn man Zeuge eines Ohnmachtsanfalls wird, sollte zunächst geprüft werden, ob die Person atmet. Wenn die Person nicht atmet, sollten die Anwesenden einen Notarzt rufen und mit der Herzdruckmassage beginnen. Dabei kann auch ein automatischer externer Defibrillator (AED) verwendet werden, falls verfügbar. Sobald die Person im Krankenhaus ankommt, wird die Ursache des Ohnmachtsanfalls mit Medikamente oder anderen geeigneten Maßnahmen behandelt, z. B. mit einem Gleichstrom-Defibrillator, um das Herz zu aktivieren, oder es kommen Medikamente oder ein chirurgischer Eingriff zur Öffnung blockierter Arterien zum Einsatz.

Wenn die Person atmet, sollte sie in liegender Position bleiben. Wenn die Person zu schnell aufsteht, kann erneut eine Ohnmacht eintreten.

Wichtige Informationen für ältere Menschen

Ältere Menschen sind besonders anfällig für Ohnmacht, da die Durchblutung des Gehirns im Alter abnimmt. Die häufigste Ursache für Ohnmachtsanfälle bei älteren Menschen ist, dass sich der Blutdruck nicht schnell genug anpassen kann, wenn die Person aufsteht. Die Durchblutung nimmt ab, weil die Arterien sich versteifen und sich nicht mehr schnell genug anpassen können. Aufgrund der körperlichen Inaktivität sind die Muskeln, die das Blut durch die Venen und wieder zurück zum Herzen pumpen, nicht mehr so aktiv, und bei Herzkrankheiten wird das Blut weniger wirksam gepumpt.

Bei älteren Menschen haben Ohnmachtsanfälle häufig mehr als eine Ursache. Beispielsweise kann die gleichzeitige Einnahme verschiedener Medikamente zur Behandlung von Herzkrankheiten oder Bluthochdruck oder das Stehen in einer heißen Kirche während eines langen und emotionalen Gottesdienstes zu Ohnmacht führen, auch wenn ein Faktor allein nicht ausreichen würde, einen Ohnmachtsanfall zu verursachen.

Wichtigste Punkte

  • Ohnmachtsanfälle resultieren meist aus nicht ausreichender Durchblutung des Gehirns.

  • Die meisten Ursachen einer Ohnmacht sind harmlos.

  • Einige seltenere Ursachen sind ernst oder potenziell tödlich.

  • Wenn für die Ohnmacht ein Auslöser offensichtlich ist (z. B. starke Emotionen) oder ihr Symptome (wie Benommenheit, Übelkeit oder Schwitzen) vorausgehen und wenn es bis zur Erholung ein paar Minuten dauert, handelt es sich wahrscheinlich um eine vasovagale Synkope und ist harmlos.

  • Ohnmacht aufgrund von Herzrhythmusstörungen tritt meist abrupt auf, und die Erholung setzt danach schnell ein.

  • Nach Ohnmachtsanfällen sind die Betroffenen eventuell durch ihren Arzt angehalten, das Führen von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen einzuschränken, bis die Ursache der Ohnmachtsanfälle bestimmt und behandelt wurde. Denn wenn die Ursache eine unerkannte Herzkrankheit ist, kann die nächste Manifestation der Krankheit tödlich sein.

  • Wenn die Ursache der Ohnmachtsanfälle eine niedrige Herzfrequenz ist, braucht die Person einen Herzschrittmacher.

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