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Katarakt (Grauer Star)

Von

Leila M. Khazaeni

, MD, Loma Linda University School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jun 2019| Inhalt zuletzt geändert Jun 2019
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Kurzinformationen
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Quellen zum Thema

Bei einer Katarakt handelt es sich um eine Trübung (Opazität) der Linse des Auges, die einen fortschreitenden, schmerzlosen Verlust des Sehvermögens verursacht.

  • Das Sehen kann unscharf sein, Kontraste können verloren gehen, und um Lichtquellen herum erscheinen Lichthöfe.

  • Ärzte können Katarakte erkennen, indem sie das Auge mit einer Spaltlampe untersuchen.

  • Die meisten Katarakte können entfernt und durch eine künstliche Linse ersetzt werden.

(Zur Entwicklung der kongenitalen Katarakt, siehe Kongenitale Katarakt.)

Derzeit sind Katarakte weltweit die Hauptursache für Erblindungen. Katarakte sind in den Vereinigten Staaten weit verbreitet, wo sie vorwiegend ältere Erwachsene betreffen. Fast jeder Fünfte im Alter von 65 bis 74 Jahren entwickelt Katarakte, die schwer genug sind, um das Sehvermögen zu reduzieren, und beinahe jeder Zweite über 75 Jahre hat Katarakte. Glücklicherweise können Patienten in den Vereinigten Staaten ihre Katarakte behandeln lassen, bevor sie zur Blindheit führen.

Katarakte entstehen vorwiegend infolge des Alterns oder ohne deutliche Ursache. Folgende Risikofaktoren tragen jedoch dazu bei:

  • Den langfristigen Einsatz bestimmter Medikamente (zum Beispiel Kortikosteroide)

  • Eine längere Belastung durch Röntgenstrahlen (wie etwa bei einer Strahlentherapie für das Auge)

  • Entzündliche und Infektionskrankheiten des Auges (wie zum Beispiel Uveitis)

  • Krankheiten wie Diabetes

  • Schlechte Ernährung

  • Rauchen

  • Eine längere Belastung durch direkte Sonneneinstrahlung

  • Alkoholkonsum

  • Hitze aus einer Infrarotquelle

Menschen, die von einer Katarakt in einem Auge betroffen sind, neigen eher dazu, später auch in dem anderen Auge eine zu entwickeln. Manchmal können sich Katarakte in beiden Augen gleichzeitig entwickeln. Eine Katarakt kann angeboren sein (kongenitale Katarakte). Bei Kindern kann sie sich aber auch infolge einer Verletzung oder Erkrankung entwickeln.

Wussten Sie ...

  • Derzeit sind Katarakte weltweit die Hauptursache für Erblindungen.

Symptome

Katarakte entstehen in der Regel langsam über mehrere Jahre. Weil das ganze Licht, das in das Auge eindringt, durch die Linse geht, kann eine Katarakt (Linsentrübung) dieses Licht blockieren oder streuen und damit das Sehvermögen verschlechtern. Zu den frühen Symptomen gehören unter anderem:

  • Das Erscheinen von Lichthöfen und Sternchen um Lichter herum (Blendung)

  • Probleme beim Lesen aufgrund zunehmender Probleme bei der Unterscheidung zwischen Hell- und Dunkelkontrasten bei gedruckten Buchstaben

  • Bedarf für helleres Licht, um gut sehen zu können

  • Probleme bei der Unterscheidung von dunkelblau und schwarz

  • Verschwommene Sicht

  • Farben erscheinen gelblich und weniger leuchtend

  • In selteneren Fällen das Doppeltsehen (auch Geisterbilder genannt)

Auch wenn Katarakte fast nie Schmerzen verursachen, können sie in seltenen Fällen anschwellen und den Augeninnendruck erhöhen (Glaukom), was schmerzhaft sein kann.

Wie Katarakte die Sehkraft beeinträchtigen

Auf der linken Seite nimmt eine normale Linse das Licht auf und bündelt es auf der Netzhaut. Auf der rechten Seite blockiert eine Katarakt einen Teil des Lichts und streut es, sodass eine scharfe Bündelung auf der Netzhaut verhindert wird.

Wie Katarakte die Sehkraft beeinträchtigen

Wie stark die Veränderung der Sehkraft ist, hängt von der Intensität der ins Auge einfallenden Lichtstrahlen sowie von der Position der Katarakt ab.

Bei einer Katarakt in der Mitte (im Inneren) der Linse (Kerntrübung) treten am häufigsten die folgenden Symptome auf:

  • Verschlechterte Weitsicht

  • Zunächst verbesserte Nahsicht, da die Katarakt als stärkere Linse fungiert und dadurch das Licht erneut bündelt

Personen, die seit ihren Mittvierzigern eine Lesebrille brauchten, stellen möglicherweise fest, dass sie auch ohne Brille wieder eine gute Nahsicht haben. Dieser Effekt ist nur vorübergehend und lässt mit zunehmender Trübung der Katarakt nach.

Bei einer Katarakt am hinteren Teil der Linse (hintere subkapsuläre Katarakt) sind die folgenden Symptome am häufigsten:

  • Verschwommenes Sehen (geringere Sehschärfe) beim Zusammenziehen der Pupillen (beispielsweise bei hellem Licht oder beim Lesen)

  • Kontrastverlust

  • Wahrnehmen von Lichthöfen und Sternchen (Blendung) bei hellem Licht oder von Autoscheinwerfern bei Nachtfahrten

Personen, die pupillenverengende Medikamente (z. B. bestimmte Augentropfen für Glaukome) anwenden, können auch unter einem stärkeren Verlust des Sehvermögens leiden.

Wussten Sie ...

  • Gelegentlich kann eine Katarakt in einem bestimmten Teil der Linse eine Verbesserung der Nahsicht verursachen, und man kann wieder lesen, ohne eine Lesebrille zu benötigen.

Diagnose

  • Ärztliche Untersuchung mittels Ophthalmoskop

  • Spaltlampenuntersuchung

Normalerweise kann der Arzt eine Katarakt bei der Untersuchung des Auges mit einem Ophthalmoskop (einem in der Hand gehaltenen Vergrößerungsglas, das den hinteren Raum des Auges erleuchtet) erkennen.

Ein Arzt kann durch den Einsatz einer Spaltlampe (ein Gerät, das dem Arzt ermöglicht, das Auge bei starker Vergrößerung zu untersuchen) den genauen Standort der Katarakt ebenso identifizieren, wie das Ausmaß, in dem das Licht blockiert wird. Die Spaltlampe gestattet eine detailliertere Untersuchung der Linse und anderer Bereiche des Auges.

Vorbeugung

Verschiedene Maßnahmen können helfen, Katarakten vorzubeugen, z. B.:

  • Konsequentes Tragen von Brillen oder Sonnenbrillen mit UV-Filter

  • nicht rauchen

  • Einschränken des Alkoholkonsums

  • Bei Diabetikern: stabile Einstellung des Blutzuckers

  • Ernährung, die reich ist an Vitamin C, Vitamin A und Substanzen, die als Karotinoide bezeichnet werden (enthalten in dunkelgrünem Blattgemüse wie Spinat und Grünkohl).

Der Einsatz von Östrogenen bei Frauen nach der Menopause kann auch eine Schutzwirkung haben, doch sollte dies nicht der einzige Grund für die Einnahme von Östrogen sein. Zu guter Letzt sollten Patienten, die über eine längere Zeit hinweg Kortikosteroide einnehmen, mit ihrem Arzt die Möglichkeit der Einnahme eines anderen Medikamentes besprechen.

Behandlung

  • Brillen oder Kontaktlinsen zur Verbesserung der Sehfähigkeit

  • Chirurgischer Eingriff zum Entfernen der Katarakt und Einsetzen einer Intraokularlinse

Bis das Sehvermögen deutlich von einer Katarakt beeinträchtigt ist, lässt sich die Sehschärfe häufig mit einer Brille oder Kontaktlinsen verbessern. Das Tragen einer Sonnenbrille bei hellem Licht und Lampen, die kein direktes Licht abgeben, können eine Blendung reduzieren und das Sehvermögen unterstützen. In seltenen Fällen können Augentropfen, die die Pupille über einen längeren Zeitraum erweitern, zur Unterstützung des Sehvermögens eingesetzt werden, wenn die Katarakt klein ist und sich im Zentrum der Linse befindet.

Operation

Die Katarakt kann nur durch einen chirurgischen Eingriff entfernt werden. Es gibt keine Augentropfen oder Medikamente, die Katarakte verschwinden lassen. Eine Kataraktoperation kann bei Patienten jeden Alters vorgenommen werden und ist im Allgemeinen sicher, sogar bei Menschen mit Krankheiten wie Herzerkrankungen und Diabetes.

In den meisten Fällen sollten sich Betroffene einer Operation nur dann unterziehen, wenn ihr Sehvermögen durch Katarakte derart eingeschränkt ist, dass sie sich unsicher oder eingeschränkt fühlen oder nicht in der Lage sind, ihren Alltagsverrichtungen nachzugehen. Eine Entfernung von Katarakten vor dem Eintritt einer solchen Situation hat keine Vorteile. In sehr seltenen Fällen verursachen Katarakte Veränderungen, wie beispielsweise Entzündungen des Auges oder einen erhöhten Augeninnendruck (Glaukom), die den Arzt veranlassen, eine schnelle Entfernung der Katarakt zu empfehlen.

Ein chirurgischer Eingriff zur Entfernung einer Katarakt erfolgt fast immer unter Einsatz eines Lokalanästhetikums (einer Injektion oder Augentropfen), um die Oberfläche des Auges zu betäuben. Darüber hinaus erhalten die Patienten normalerweise auch ein Beruhigungsmittel. In seltenen Fällen brauchen Kinder oder Erwachsene, die im Verlauf des Eingriffs nicht ruhig bleiben können, eine Vollnarkose.

Bei dem Eingriff nimmt der Arzt für gewöhnlich einen kleinen Einschnitt im Auge vor und entfernt die Katarakt, indem er sie mit Ultraschall aufbricht und die Teile aus der Linsenkapsel herausnimmt (Phakoemulsifikation). Manchmal setzen Ärzte in bestimmten Abschnitten der Kataraktoperation einen Laser ein, der als Femtosekundenlaser bezeichnet wird, zum Beispiel bei Einschnitten sowie beim Eindringen in die Katarakt und zum Aufweichen, damit sie leichter mit Ultraschall entfernt werden kann. Wo keine Phakoemulsifikation möglich ist, kann der Arzt einfach die Linse mit einem chirurgischen Eingriff ohne Ultraschall entfernen. Diese Technik wird als konventionelle extrakapsuläre Kataraktextraktion bezeichnet.

Sobald alle Teile der Katarakt entfernt sind, setzt der Chirurg normalerweise eine Linse aus Plastik oder Silikon (Intraokularlinse) in die Linsenkapsel ein. Dennoch kann die intraokulare Linse nicht immer sicher platziert werden. Wenn das Einsetzen einer Linse nicht möglich ist, müssen die Patienten dicke Brillengläser oder Kontaktlinsen tragen, nachdem die Katarakt entfernt wurde.

Erholung

Der Eingriff nimmt im Normalfall etwa 30 Minuten in Anspruch, und der Patient kann noch am selben Tag nach Hause entlassen werden. Nähte sind gewöhnlich nicht nötig, weil der Einschnitt klein ist und von allein heilt.

Patienten sollen im Voraus Vorkehrungen treffen, um zu Hause im Verlauf mehrerer Tage nach der Operation zusätzliche Hilfe zu erhalten, da ihre Bewegungsfreiheit eingeschränkt sein könnte (z. B. könnte es verboten sein, sich vornüberzubeugen oder schwere Gegenstände zu heben). Für einen kurzen Zeitraum nach dem Eingriff kann es zu Veränderungen des Sehvermögens wie verschwommenem Sehen und Schmerzen durch helles Licht kommen.

In den ersten Wochen nach der Operation werden Augentropfen mit Kortikosteroiden und mit Antibiotika eingesetzt, um Infektionen zu verhindern, Entzündungen zu reduzieren und die Heilung zu fördern. Patienten erhalten eine Brille oder einen Plastikschirm, die sie während des Schlafens tragen, um das Auge vor Verletzungen zu schützen, bis die Heilung abgeschlossen ist, was normalerweise wenige Wochen in Anspruch nimmt. Augenreiben, schweres Heben und übermäßiges Vornüberbeugen werden vermieden. Patienten suchen den Arzt einen Tag nach der Operation und anschließend normalerweise nach einer Woche und einem Monat auf. Wenn ein Patient unter Katarakten in beiden Augen leidet, warten viele Ärzte mehrere Monate, bis das erste Auge geheilt ist, um dann die Katarakt aus dem anderen Auge zu entfernen.

Viele Menschen stellen schon wenige Wochen nach der Kataraktoperation fest, dass sich ihre Fernsicht verbessert hat. Fast alle brauchen eine Lesebrille, und einige Patienten benötigen zudem eine Brille, um die bestmögliche Fernsicht zu erreichen.

Neuere intraokulare und multifokale Linsen ermöglichen eine gute Nah- und Fernsicht ohne Brillen, auch wenn einige Patienten weniger Kontraste wahrnehmen und mit diesen Linsen in der Nacht Sternchen und Lichthöfe sehen. Vor dem chirurgischen Eingriff nimmt der Arzt Berechnungen vor, um die Stärke der künstlichen Linse zu bestimmen. Daher ist ein Übergang von Brillen mit dicken Gläsern vor der Operation zu viel dünneren Gläsern nach dem Eingriff möglich. Einige Patienten mit neueren multifokalen Linsen brauchen keine Brille mehr oder benötigen sie nur für bestimmte Dinge, zum Beispiel zum Autofahren bei Nacht, Lesen bei schwachem Licht oder für das Sehen aus mittlerer Entfernung, wie etwa bei der Arbeit mit dem Computer. Manche anderen Linsen können Astigmatismus korrigieren, was ebenfalls nach dem Eingriff die Notwendigkeit einer Brille mindern kann.

Komplikationen

Größere Komplikationen nach einer Kataraktoperation sind selten. Durch eine angemessene ärztliche Nachsorge können diese Komplikationen frühzeitig entdeckt und behandelt werden. Komplikationen sind:

  • Patienten können Infektionen (Endophthalmitis) oder schwere Blutungen im Auge entwickeln, die zu einem Verlust des Sehvermögens führen können.

  • Der Augeninnendruck kann zu hoch werden, was unbehandelt zum Glaukom führen kann, oder das Implantat kann sich verschieben.

  • Der hintere Teil des Auges (die Netzhaut) kann anschwellen oder sich lösen.

  • In seltenen Fällen kann es sein, dass Patienten mit Erkrankungen der Netzhaut wie diabetischer Retinopathie feststellen, dass sich ihr Sehvermögen nach der Operation verschlechtert hat.

Bei einigen Patienten trübt sich die dünne, durchsichtige, hintere Schicht (Kapsel), die nach der Entfernung der ursprünglichen Linse in dem Auge zurückgelassen wurde, und beeinträchtigt damit das Sehvermögen. Dieses Problem wird als sekundäre Katarakt (oder posteriore Kapselopazifikation) bezeichnet und tritt bei etwa jedem vierten Patienten auf, der sich einer Kataraktoperation unterzogen hat, und zwar Monate oder Jahre nach dem Einsetzen einer künstlichen Linse. Typischerweise wird dieser Zustand durch den Einsatz eines Lasers behandelt, mit dem kleine Öffnung in der trüben Kapsel geschaffen wird, die das Licht durchlässt.

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