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Haemophilus-influenzae -Infektionen

(Hemophilus influenza Infection; Hemophilus)

Von

Larry M. Bush

, MD, FACP, Charles E. Schmidt College of Medicine, Florida Atlantic University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Feb 2020| Inhalt zuletzt geändert Feb 2020
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Haemophilus influenzae ist ein gramnegatives Bakterium, das eine Infektion der Atemwege hervorrufen kann, die sich auf andere Organe ausweiten kann.

  • Übertragen wird die Infektion durch Niesen, Husten oder Berührung.

  • Die Bakterien können Mittelohrentzündungen, Sinusitis und schwerere Infektionen wie Meningitis (Hirnhautentzündung) und Epiglottitis sowie Atemwegsinfektionen hervorrufen.

  • Die Identifizierung der Bakterien in einer Blut- oder Gewebeprobe bestätigt die Diagnose.

  • Kinder erhalten routinemäßig einen Impfstoff, der Infektionen durch Haemophilus influenzae Typ B wirksam vorbeugt.

  • Die Infektionen werden mit in Tablettenform verabreichten Antibiotika behandelt; in schweren Fällen erfolgt die Verabreichung auch intravenös.

Viele Spezies von Haemophilus kommen normalerweise in den oberen Atemwegen von Kindern und Erwachsenen vor und verursachen in nur seltenen Fällen eine Erkrankung. Eine Spezies ruft weichen Schanker hervor, eine sexuell übertragbare Erkrankung. Andere Spezies verursachen Infektionen der Herzklappen (Endokarditis) und in seltenen Fällen Eiteransammlungen (Abszesse) in Gehirn, Lunge und Leber. Die für die meisten Infektionen verantwortliche Spezies ist Haemophilus influenzae.

Haemophilus influenzae kann bei Kindern und manchmal auch bei Erwachsenen Infektionen hervorrufen.

Das Risiko einer Infektion mit Haemophilus influenzae ist in den folgenden Bevölkerungsgruppen erhöht:

  • Kinder (insbesondere Jungen)

  • Afroamerikaner

  • Amerikanische Ureinwohner

  • Personen, die in einer Tagesstätte arbeiten oder solche Einrichtungen frequentieren

  • Menschen, die in übervölkerten Verhältnissen leben

  • Personen mit einem Immundefekt, nicht vorhandener Milz oder Sichelzellkrankheit

Übertragen wird die Infektion durch Niesen, Husten oder Kontakt mit Infizierten.

Bei einer Art von Haemophilus influenzae, die als Typ B bezeichnet wird, ist die Wahrscheinlichkeit schwerer Infektionen höher.

Bei Kindern kann sich Haemophilus influenzae vom Typ B (Hib) über den Blutkreislauf ausbreiten (wo eine Bakteriämie ausgelöst wird) und Gelenke, Knochen, Lunge, die Haut im Gesicht und Nacken, Augen, Harnwege und andere Organe befallen.

Die Bakterien können zwei schwere, oft tödliche Infektionen hervorrufen:

Manche Stämme verursachen eine Mittelohrentzündung bei Kindern, eine Sinusitis bei Kindern und Erwachsenen und eine Lungenentzündung bei Erwachsenen, insbesondere bei Menschen mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) oder AIDS.

Die Symptome variieren je nach betroffener Körperregion.

Diagnose

  • Kultur einer Blutprobe oder Probe aus anderen Körperflüssigkeiten

  • Mitunter Untersuchung einer Probe der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Entnahme durch Lumbalpunktion)

Zur Diagnose dieser Infektion werden Blutproben, Proben von Eiter oder anderen Körperflüssigkeiten entnommen, ins Labor geschickt und Bakterienkulturen angelegt. Wenn die Patienten Symptome einer Meningitis (Hirnhautentzündung) haben, wird eine Lumbalpunktion durchgeführt, um eine Probe der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Zerebrospinalflüssigkeit) zu entnehmen. Die Identifizierung der Bakterien in der Probe bestätigt die Diagnose.

Wenn die Bakterien identifiziert sind, werden sie möglicherweise untersucht, um zu sehen, welche Antibiotika wirksam sind (ein Prozess, der als Resistenzprüfung bezeichnet wird).

Vorbeugung

Kinder werden routinemäßig gegen Haemophilus influenzae vom Typ B geimpft (siehe Tabelle: Routine Vaccinations for Infants, Children, and Adolescents). Der Impfstoff hat die Anzahl ernster Infektionen mit Haemophilus influenzae vom Typ B wie etwa Meningitis (Hirnhautentzündung), Epiglottitis und Bakteriämie stark reduziert.

Wenn es im Haushalt eines Patienten mit einer schweren Infektion mit Haemophilus influenzae vom Typ B Kinder unter 4 Jahren gibt, die nicht vollständig gegen Haemophilus influenzae vom Typ B immunisiert sind, sollten diese auf jeden Fall eine Impfung erhalten. Mit Ausnahme von schwangeren Frauen sollten auch alle im Haushalt lebenden Familienangehörigen das Antibiotikum Rifampin bekommen, um einer Infektion vorzubeugen.

Wenn sich zwei oder mehr Kinder in einem Kindergarten oder einer Kindertagesstätte in einem Zeitraum von 60 Tagen eine Infektion mit Haemophilus influenzae vom Typ B zuziehen, sollte allen Erwachsenen und Kindern, die mit ihnen in Kontakt waren, ein Antibiotikum verabreicht werden.

Behandlung

  • Antibiotika

Durch Haemophilus influenzae verursachte Infektionen werden mit Antibiotika behandelt. Welche Antibiotika zum Einsatz kommen, hängt von der Schwere und dem Ort der Infektion und den Ergebnissen der Resistenzprüfung ab.

Schwer kranke Kinder werden stationär aufgenommen und nach Beginn der Antibiotikagabe 24 Stunden lang unter Quarantäne gestellt (respiratorische Isolation), um eine Ansteckung weiterer Personen durch das Einatmen infizierter Tröpfchen in der Luft zu verhindern.

Eine Meningitis (Hirnhautentzündung) muss so schnell wie möglich behandelt werden. Es wird intravenös ein Antibiotikum – gewöhnlich Ceftriaxon oder Cefotaxim – verabreicht. Kortikosteroide können einem Hirnschaden entgegenwirken.

Auch bei Kehldeckelentzündung (Epiglottitis) muss mit der Behandlung so schnell wie möglich begonnen werden. Die Patienten benötigen möglicherweise Hilfe beim Atmen. Es kann ein künstlicher Zugang zur Luftröhre, z. B. ein Atemschlauch, eingeführt werden, oder in seltenen Fällen kann ein Luftröhrenschnitt (eine sogenannte Tracheostomie) vorgenommen werden. Es wird ein Antibiotikum – gewöhnlich Ceftriaxon, Cefotaxim oder Cefuroxim – verabreicht.

Andere Infektionen mit Haemophilus influenzae werden mit verschiedenen oralen Antibiotika behandelt. Diese Antibiotika umfassen Amoxicillin/Clavulanat, Azithromycin, Cephalosporine, Fluorchinolone und Clarithromycin.

Weitere Informationen

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