Transiente Tachypnoe des Neugeborenen

(Atemrasen beim Neugeborenen; Flüssigkeitslunge bei Neugeborenen)

VonArcangela Lattari Balest, MD, University of Pittsburgh, School of Medicine
Überprüft vonAlicia R. Pekarsky, MD, State University of New York Upstate Medical University, Upstate Golisano Children's Hospital
Überprüft/überarbeitet Sept. 2025 | Geändert Okt. 2025
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Bei der transitorischen Tachypnoe handelt es sich um ein vorübergehendes beschleunigtes und manchmal beschwerliches Atmen, häufig mit niedrigem Sauerstoffspiegel im Blut aufgrund einer erheblichen Flüssigkeitsansammlung in den Lungen nach der Geburt.

  • Diese Störung kann bei Frühgeburten oder voll ausgetragenen Neugeborenen mit bestimmten Risikofaktoren auftreten.

  • Betroffene Neugeborene atmen schnell, können beim Ausatmen Grunzlaute von sich geben und blau anlaufen oder grau werden, wenn sie nicht ausreichend Sauerstoff in ihrem Blut haben.

  • Die Diagnose stützt sich auf die schnelle Atemfrequenz und die Atembeschwerden und kann durch eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs bestätigt werden.

  • Die meisten betroffenen Neugeborenen brauchen eine Behandlung mit Sauerstoff, manche benötigen eine künstliche Beatmung.

  • Das Hauptmerkmal dieser Störung ist, dass sie vorübergehend (transient) ist und beinahe alle betroffenen Neugeborenen sich innerhalb von 2 bis 3 Tagen davon wieder erholen.

(Siehe auch Übersicht über allgemeine Beschwerden bei Neugeborenen.)

Tachypnoe bedeutet „schnelles Atmen“. Eine „transitorische Tachypnoe“ bedeutet, dass die „schnelle Atmung“ vorübergehend ist.

Vor der Geburt sind die Lungenbläschen (Alveolen) mit Flüssigkeit gefüllt. Nach der Geburt muss diese Flüssigkeit aus der Lunge weichen, damit sich die Lungenbläschen mit Luft füllen können und die Atmung des Neugeborenen normal einsetzen kann. Ein Teil der Flüssigkeit wird während einer vaginalen Entbindung durch den Druck auf den Brustkorb des Neugeborenen aus der Lunge gepresst. Der größte Teil der Flüssigkeit wird jedoch schnell von den Zellen, die die Lungenbläschen auskleiden, direkt resorbiert. Hormone, die während der Geburt ausgeschüttet werden, veranlassen die Zellen in den Lungenbläschen, Flüssigkeit zu absorbieren. Verzögert sich diese Reabsorption, bleibt ein Teil der Flüssigkeit in den Lungenbläschen zurück und das Neugeborene hat Schwierigkeiten beim Atmen (Atemnot).

Die transitorische Tachypnoe tritt häufiger bei Frühgeburten (Entbindung vor der 37. Schwangerschaftswoche) und bei voll ausgetragenen Babys (Entbindung zwischen der 37. und 42. Schwangerschaftswoche) mit bestimmten Risikofaktoren auf. Bei voll ausgetragenen Neugeborenen tritt die transitorische Tachypnoe beispielsweise häufiger bei denjenigen auf, die mittels Kaiserschnitt (Sectio caesarea) entbunden werden. Die transitorische Tachypnoe ist bei diesen Neugeborenen häufiger, da der normale Wehenprozess nicht stattfindet oder verkürzt ist. Auch bei Neugeborenen, die für ihr Schwangerschaftsalter zu schwer sind, bei männlichen Neugeborenen, Säuglingen, die früher geboren wurden (auch bei solchen, die als voll ausgetragen gelten und zwischen der 37. und 40. Schwangerschaftswoche geboren wurden), und bei denjenigen, deren Mutter während der Schwangerschaft unter Diabetes und/oder Asthma litt, ist die Krankheit häufiger.

Symptome einer transitorischen Tachypnoe

Neugeborene mit transitorischer Tachypnoe leiden beinahe sofort nach der Geburt unter Atembeschwerden. Das häufigste Symptom ist eine schnelle Atmung (Tachypnoe).

Andere Symptome sind Retraktionen (die Brustmuskeln, die sich an und unter den Rippen befinden, werden während des schnellen Atmens eingezogen), Beben der Nasenflügel während des Einatmens und Grunzgeräusche beim Ausatmen.

Wenn die Sauerstoffsättigung im Blut zu gering ist, können die Haut und/oder die Lippen sich bläulich verfärben (Zyanose). Bei Neugeborenen mit dunkler Haut kann die Haut blau, grau oder weißlich erscheinen, und diese Veränderungen können in den Schleimhäuten, die das Innere von Mund, Nase und Augenlidern auskleiden, besser sichtbar sein.

Diagnose einer transitorischen Tachypnoe

  • Atemfrequenz und Atembeschwerden

  • Röntgenaufnahme des Brustkorbs

  • Bluttests und Kulturen nach Bedarf

Ärzte vermuten eine transitorischen Tachypnoe bei Neugeborenen, die kurz nach der Geburt schnell und schwer atmen.

Ärzte erstellen eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs, um nach Flüssigkeit in der Lunge zu suchen, nehmen Blut ab und legen Blutkulturen an, um andere Störungen, die ähnliche Symptome hervorrufen, auszuschließen, wie z. B. Blutvergiftung (Sepsis), Lungenentzündung (Pneumonie) oder Atemnotsyndrom.

Behandlung einer transitorischen Tachypnoe

  • Sauerstoff

  • Manchmal andere Maßnahmen, die die Atmung unterstützen

Neugeborenen wird manchmal Sauerstoff durch einen Nasentubus zugeführt, der an den Nasenflügeln befestigt wird, damit sie Luft atmen, die mehr Sauerstoff als die normale Raumluft enthält.

Manche Neugeborene benötigen möglicherweise eine kontinuierliche Überdruckbeatmung (CPAP). Die kontinuierliche Überdruckbeatmung ermöglicht den Neugeborenen selbstständig zu atmen, während Sauerstoff mit geringem Druck über einen Nasentubus zugeführt wird, der an den Nasenflügeln befestigt wird. Manche Säuglinge benötigen gelegentlich ein Beatmungsgerät (ein Gerät, das dabei hilft, Luft in die Lunge und wieder herauszubefördern).

Prognose bei einer transitorischen Tachypnoe

Die meisten Neugeborenen mit transitorischer Tachypnoe erholen sich innerhalb von 2 bis 3 Tagen ohne Behandlung oder mit einer kurzen Zeit mit zusätzlichem Sauerstoff vollständig.

Selbst mit Behandlung entwickelt eine sehr kleine Anzahl von Säuglingen einen hohen Blutdruck in der Lunge (persistierende pulmonale Hypertonie) oder haben eine kollabierte Lunge (Pneumothorax).

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