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Übersicht über Hirntumoren bei Kindern

Von

Renee Gresh

, Nemours A.I. duPont Hospital for Children

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Aug 2019| Inhalt zuletzt geändert Aug 2019
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Hirntumoren (siehe auch Hirntumoren bei Erwachsenen) sind die zweithäufigste Form von Krebs im Kindesalter unter 15 Jahren (nach Leukämie) und die zweitgrößte Todesursache aufgrund von Krebs.

  • Die häufigsten Hirntumoren bei Kindern sind Astrozytome. Seltenere Arten sind Medulloblastome und Ependymome.

  • Hirntumoren können verschiedene Symptome hervorrufen, darunter Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen, Teilnahmslosigkeit und Koordinations- oder Gleichgewichtsstörungen.

  • Die Diagnose basiert gewöhnlich auf den Ergebnissen einer Magnetresonanztomographie und einer Biopsie.

  • Mögliche Behandlungsformen sind eine Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie oder eine Kombination dieser Behandlungen.

Die Ursache der meisten Hirntumoren wird in der Regel nicht aufgeklärt. Hohe Dosen einer Bestrahlung und bestimmte genetische Störungen (z. B.: Neurofibromatose sind jedoch bekannte Ursachen für Hirntumoren.

Symptome

Die ersten Symptome eines Hirntumors können durch einen erhöhten Druck im Schädel (intrakranieller Druck) bedingt sein. Der Druck kann deshalb erhöht sein, da der Tumor den Fluss der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit behindert oder da der Tumor viel Platz einnimmt. Ein erhöhter Druck kann verschiedene Folgen haben:

  • Ein vergrößerter Kopf (Hydrozephalus) bei Säuglingen und sehr kleinen Kindern

  • Kopfschmerzen

  • Übelkeit und Erbrechen (häufig beim Aufwachen)

  • Sehstörungen wie Doppeltsehen

  • Schwierigkeiten, nach oben zu schauen

  • Stimmungsschwankungen oder Bewusstseinsstörungen, wodurch das Kind gereizt, lustlos, verwirrt oder benommen ist

Weitere Symptome hängen davon ab, an welcher Stelle sich der Tumor im Gehirn befindet.

Diagnose

  • Bildgebende Verfahren

  • Üblicherweise Biopsie bzw. manchmal Operation, zur Entfernung kompletter Tumore

  • Manchmal Spinalpunktion

Ärzte vermuten einen Hirntumor anhand der Symptome.

Zur Feststellung eines Hirntumors wird gewöhnlich ein bildgebendes Verfahren wie Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt, wodurch der Tumor meist zu erkennen ist. Auch eine Computertomographie (CT) kann gemacht werden. Vor der MRT oder CT wird ein Kontrastmittel in die Venen injiziert (intravenös verabreicht). Durch das Kontrastmittel wird das Bild klarer. Wird ein Hirntumor vermutet, wird zur Bestätigung der Diagnose für gewöhnlich ein kleines Gewebestück entfernt (Biopsie). Manchmal wird statt einer kleinen Gewebeprobe gleich der gesamte Tumor entfernt.

In einigen Fällen wird eine Spinalpunktion (Lumbalpunktion) durchgeführt, um eine Probe der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit mikroskopisch zu untersuchen. Dieses Verfahren wird routinemäßig durchgeführt, um zu prüfen, ob sich Tumorzellen auf die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit ausgebreitet haben, oder wenn die Diagnose nicht eindeutig ist.

Behandlung

  • Operative Entfernung des Tumors

  • Chemotherapie, Strahlentherapie oder beides

  • Drainage der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit

Für gewöhnlich werden Hirntumoren durch Entfernung des Tumors behandelt. Anschließend wird eine Chemotherapie, Strahlentherapie oder beides durchgeführt. Die Behandlung sollte von einem Team von Experten, die Erfahrung bei der Behandlung von Hirntumoren bei Kindern haben, geplant werden. Zum Versorgungsteam können Ärzte gehören, die sich auf die Versorgung und Behandlung von Babys, Kindern und Jugendlichen spezialisiert haben, wie pädiatrische Krebsspezialisten (Onkologen), pädiatrische Neurologen, pädiatrische Neurochirurgen und Radioonkologen.

Wenn möglich, wird der Tumor operativ anhand einer Schädeleröffnung (Kraniotomie) entfernt. Vielfach bleiben nach einer solchen Operation keine oder nur geringe Schäden am Gehirn zurück. Nach der Operation kann eine MRT durchgeführt werden, um festzustellen, ob etwas vom Tumor zurückgeblieben ist und wenn ja wie viel.

Wenn der Tumor nicht operativ entfernt werden kann, sind zusätzliche Behandlungen erforderlich. Bei Kindern unter 5 bis 10 Jahren kann abhängig von der Art des Tumors zunächst eine Chemotherapie durchgeführt werden, da eine Strahlentherapie das Wachstum und die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigen kann. Sofern erforderlich, kann eine Strahlentherapie durchgeführt werden, wenn das Kind älter ist. Chemotherapie ist auch mit ernsten Nebenwirkungen verbunden.

Wenn der Tumor den Fluss der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit behindert, kann eine Sonde verwendet werden, über die die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit vor der operativen Entfernung des Tumors abfließen kann. Nach einer örtlichen Betäubung oder Vollnarkose wird die Sonde durch eine winzige Öffnung, die in den Schädel gebohrt wird, eingeführt, und die Flüssigkeit wird abgesaugt, um den Schädeldruck zu verringern. Die Sonde wird mit einem Messgerät verbunden, das den Gehirndruck misst. Nach ein paar Tagen wird der Katheter wieder entfernt oder in eine permanente Drainagevorrichtung (Shunt – siehe Hydrozephalus) umgewandelt.

Da Krebs bei Kindern relativ selten ist, sollte bei allen Kindern mit Hirntumor die Teilnahme an einer klinischen Studie in Betracht gezogen werden. Bei solchen Studien erhalten einige Kinder die herkömmliche Behandlung, und andere Kinder die Behandlung, die getestet wird (als experimentelle Behandlung bezeichnet). Die experimentellen Behandlungsansätze können neue Arzneimittel, Medikamente, die auf neue Weise verwendet werden, neue Operations- oder Bestrahlungstechniken umfassen. Experimentelle Behandlungen sind jedoch nicht immer wirksam, und ihre Nebenwirkungen oder damit verbundene Komplikationen sind möglicherweise nicht bekannt.

Weitere Informationen

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