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Schielen

(Schielen, schielendes Auge, wanderndes Auge)

Von

Christopher M. Fecarotta

, MD, Phoenix Children’s Hospital;


Wendy W. Huang

, MD, PhD, Phoenix Children’s Hospital

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2018| Inhalt zuletzt geändert Okt 2018
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Kurzinformationen
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Beim Schielen weicht ein Auge zeitweilig oder dauerhaft von der normalen Parallelstellung ab, sodass die Augen nicht mehr dieselbe Blickrichtung haben und nicht mehr dasselbe Objekt fixieren. Wenn keine Behandlung erfolgt, kann Schielen zur Sehschwäche und zum permanenten Verlust des Sehvermögens führen. Schielen wird durch die Korrektur von jeglichen Refraktionsfehlern, bei Sehschwäche mit einem Pflaster oder Augentropfen und in einigen Fällen operativ behandelt.

  • Beim Schielen weicht ein Auge von der normalen Parallelstellung ab.

  • Es verursacht Refraktionsfehler und eine Ungleichheit der Muskeln, die die Bewegung der Augen steuern.

  • Zu den Symptomen gehören Doppeltsehen und der Verlust des Sehvermögens.

  • Die Diagnose basiert auf einer Augenuntersuchung.

  • Schielen korrigiert sich manchmal von selbst, erfordert in den meisten Fällen jedoch eine Brille, Kontaktlinsen oder einer Operation.

Etwa 3 Prozent der Kinder schielen. Bei etwa 50 Prozent der Kinder, die nicht behandelt werden, führt Schielen zu Sehschwäche und einem damit verbundenen Sehverlust.

Ursachen

Strabismus tritt abhängig von der Ursache bereits in den ersten Lebensmonaten oder später in der Kindheit auf.

Bei Säuglingen unter 6 Monaten zählen zu den Risikofaktoren für Schielen: Strabismus in der Familie, Gendefekte (wie z. B. Down-Syndrom, Belastung des ungeborenen Kindes mit Suchtmitteln (einschließlich Alkohol), Frühgeburt, Geburtsfehler der Augen und Zerebralparese.

Bei Säuglingen ab 6 Monaten wird Schielen (Strabismus) häufig durch einen Refraktionsfehler (Übersichtigkeit [Hyperopie]) oder das ungleichmäßige Anspannen der Muskeln, die die Stellung der Augen kontrollieren, verursacht. Eine starke Sehschwäche auf einem Auge (aufgrund eines Refraktionsfehlers oder selteneren Erkrankungen wie Katarakten) kann zum Schielen führen, da sie die Fähigkeit des Gehirns beeinträchtigt, die Augen richtig auszurichten. Zu den weiteren Ursachen zählen Retinoblastom (eine Art von Augenkrebs) und neurologische Erkrankungen wie Zerebralparese, Spina bifida, Schwäche der Hirnnerven, die die Bewegung der Augen steuern, Kopfverletzung und Virusinfektion des Gehirns (Enzephalitis). Manchmal kann eine Fraktur der Augenhöhle die Bewegung des Auges behindern und zum Schielen führen.

Formen

Es gibt verschiedene Formen des Schielens. Horizontales Schielen kann beispielsweise durch eine Einwärtsbewegung (Einwärtsschielen, Esotropie) oder eine Auswärtsbewegung der Augen (Auswärtsschielen, Exotropie) gekennzeichnet sein. Beim vertikalen Schielen wird zwischen Aufwärtsschielen (Hypertropie) und Abwärtsschielen (Hypotropie) unterschieden. Der Ausrichtungsfehler kann dauerhaft (das Auge wandert ständig) oder abwechselnd (das Auge dreht sich nur manchmal) vorhanden und entweder leicht oder schwer sein.

Schielen: Ein falsch ausgerichtetes Auge

Es gibt verschiedene Formen des Schielens. Am weitesten verbreitet sind Einwärtsschielen (Esotropie, Konvergenzschielen oder Strabismus convergens, oben) und Auswärtsschielen (Exotropie oder Strabismus divergens, unten). In der Abbildung ist das rechte Auge des Kindes betroffen.

Schielen: Ein falsch ausgerichtetes Auge

Eine Phorie ist eine nicht sichtbare, geringe Fehlstellung der Augen. Diese Fehlstellung ist vom Gehirn leicht zu korrigieren, sodass die Augen in scheinbar richtig ausgerichteter Stellung gehalten werden, und die Bilder der beiden Augen verschmelzen können. Eine Phorie verursacht daher gewöhnlich keine Symptome und muss nicht behandelt werden, es sei denn, sie ist stark ausgeprägt und kann nicht kompensiert werden, was zumDoppeltsehen (Diplopie) führt.

Eine Tropie ist eine konstante, sichtbare Abweichung oder Fehlstellung eines Auges oder beider Augen. Eine zeitweilige Augenabweichung, die häufig auftritt und vom Gehirn nur schwer zu steuern ist, heißt intermittierende Tropie.

Symptome

Eltern werden auf das Schielen manchmal dadurch aufmerksam, dass das Kind blinzelt oder ein Auge abdeckt. Dieser Defekt kann dadurch festgestellt werden, dass die Augenstellung des Kindes nicht richtig erscheint oder die Bewegung der Augen nicht einheitlich ist.

Phorien verursachen selten Symptome, wenn sie nicht stark ausgeprägt sind. Wenn sie Symptome verursachen, verursachen Phorien typischerweise eine Augenüberanstrengung.

Tropien sind manchmal mit Symptomen verbunden. Kleinere Kinder verlieren häufig die Sehkraft auf einem Auge (Amblyopie), da ihr Gehirn das Bild des falsch ausgerichteten Auges unterdrückt, um Verwirrtheit und Doppeltsehen zu umgehen. Ältere Kinder leiden möglicherweise unter Doppeltsehen oder haben einen verdrehten oder verkrampften Nacken (Torticollis), um die Fehlausrichtung der Augen auszugleichen.

Diagnose

  • Augenuntersuchung

  • Manchmal bildgebende Diagnostikverfahren

Die Sehkraft von Kindern sollte regelmäßig untersucht werden, sodass Schielen bereits im Alter von einigen Monaten festgestellt werden kann. Hierzu strahlt der Arzt mit einer Lampe in die Augen des Kindes, um zu überprüfen, ob das Licht in beiden Augen von derselben Stelle auf der Pupille reflektiert wird.

Ältere Kinder können umfassender untersucht werden. Sie können dazu aufgefordert werden, mit einem verdeckten Auge Objekte oder Buchstaben zu erkennen, und an Tests teilnehmen, um die Ausrichtung der Augen zu prüfen. Alle Kinder, die schielen, müssen von einem Augenarzt (Ophthalmologen) untersucht werden. (Siehe Die Augenuntersuchung.)

Ärzte können bildgebende Verfahren wie Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT – siehe Bildgebende Verfahren) anwenden, um das Gehirn oder das Rückenmark von Kindern mit Hirnnervenlähmung zu untersuchen. Außerdem können Bluttests durchgeführt werden, um nach Gendefekten zu suchen.

Wussten Sie ...

  • Die Sehkraft kann bereits bei Kindern mit 3 Jahren getestet werden.

Prognose

Schielen darf nicht ignoriert oder unter der Annahme hingenommen werden, dass es von allein verschwindet. Es kann zum dauerhaften Sehverlust kommen, wenn eine Amblyopie eintritt und bis zum 4. bis sechsten 6. Lebensjahr nicht behandelt wird. Bei Kindern, die später behandelt werden, ist eine Verbesserung möglich. Sobald das visuelle System jedoch ausgereift ist (gewöhnlich im Alter von 8 Jahren), ist eine Behandlung kaum noch wirksam. Daher ist eine Untersuchung der Sehkraft im Vorschulalter äußerst wichtig.

Die Erfolgsrate durch eine operative Korrektur des Schielens kann größer als 80 Prozent sein.

Behandlung

  • Behandlung von Sehschwäche, sofern diese vorliegt

  • Brillen und Kontaktlinsen

  • Augenübungen

  • Operation zur Korrektur des Stellungsfehlers der Augen

Wenn der Defekt geringfügig oder vorübergehend ist, ist unter Umständen keine Behandlung erforderlich. Bei starkem oder fortschreitendem Schielen ist eine Behandlung jedoch unabdingbar.

Die Behandlung des Schielens (Strabismus) richtet sich nach der Art und Ursache des Schielens. Die Behandlung zielt darauf ab, das Sehvermögen anzugleichen und dafür zu sorgen, dass sich die Augen synchron bewegen.

Für Kinder mit Sehschwäche zwingt der Arzt das Kind, das schwächere Auge zu verwenden, indem er einen Patch über das bessere Auge (Patch) klebt oder mit Augentropfen das Sehvermögen im besseren Auge trübt. Durch das Abkleben des Auges oder den Einsatz von Augentropfen kann das schwächere Auge stärker werden. Das Abdecken eines Auges hilft jedoch nicht gegen Schielen.

Ärzte verschreiben Kindern mit starkem Refraktionsfehler gewöhnlich eine Brille oder Kontaktlinsen. Manchmal können Augenübungen dazu beitragen, eine intermittierende Exotropie zu korrigieren.

Bei der Behandlung von Schielen werden die Augen in einer Operation ausgerichtet, sofern eine zufriedenstellende Ausrichtung durch nicht-operative Methoden nicht möglich ist. Bei dieser Operation werden die Augenmuskeln gelockert (Rezession) oder gestrafft (Resektion). Kinder werden für diesen Eingriff normalerweise nicht ins Krankenhaus eingewiesen. Bei der Operation kann es jedoch zu Komplikationen kommen. Die häufigsten Komplikationen sind eine Überkorrektur (zu starke Korrektur), eine Unterkorrektur (nicht ausreichende Korrektur) und das spätere Wiederauftreten von Schielen. In seltenen Fällen kommt es bei Kindern zu einer Infektion, zu starken Blutungen oder zu Sehverlust.

Weitere Informationen

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