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Die Augenuntersuchung

Von

Leila M. Khazaeni

, MD, Loma Linda University School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mai 2019| Inhalt zuletzt geändert Mai 2019
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Personen mit Symptomen am Auge sollten sich zwecks Untersuchung an einen Arzt wenden. Einige Augenkrankheiten verursachen jedoch im Anfangsstadium wenige oder gar keine Symptome, sodass die Augen regelmäßig (alle 1 bis 2 Jahre oder häufiger bei Beschwerden mit den Augen) von einem Ophthalmologen oder Augenoptiker untersucht werden sollten. Ein Ophthalmologe ist ein Arzt, der auf die Untersuchung und (chirurgische sowie nicht-chirurgische) Behandlung von Augenkrankheiten spezialisiert ist. Ein Augenoptiker oder Optometrist ist eine medizinische Fachperson, die auf die Diagnose und Behandlung von Sehproblemen oder Problemen bei der Lichtbrechung (Refraktionsfehler) spezialisiert ist.

Blick ins Innere des Auges

Blick ins Innere des Auges

Die Diagnose von Augenerkrankungen basiert zunächst auf den Symptomen, die der Patient beschreibt, dem Aussehen des Auges und den Ergebnissen der Untersuchung.

Eine Person mit Augenproblemen oder Sehstörungen beschreibt Stelle und Dauer der Symptome, und der Augenarzt untersucht dann das Auge, den Bereich um das Auge herum sowie je nach vermuteter Ursache möglicherweise auch andere Bereiche des Körpers. Eine Untersuchung der Augen umfasst normalerweise eine Refraktion (Lichtbrechung), eine Gesichtsfeldanalyse, eine Ophthalmoskopie (auch Funduskopie genannt), eine Untersuchung mit der Spaltlampe und eine Tonometrie. Indem der Patient in alle Richtungen blickt, kann der untersuchende Arzt feststellen, wie die Hirnnerven funktionieren, die die Muskeln, welche die Augen bewegen (und die als extraokulare Muskeln bezeichnet werden), steuern.

Refraktion

Eine Refraktion ist eine Untersuchung, mit deren Hilfe der untersuchende Arzt Refraktionsfehler einschätzt. Probleme mit der Sehschärfe, deren Ursache Refraktionsfehler sind, wie etwa Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Astigmatismus und Presbyopie, werden mithilfe einer Refraktion diagnostiziert. Die Sehschärfe wird normalerweise auf einer Skala gemessen, die die Sehschärfe des Patienten im Abstand von etwa 6 Metern mit derjenigen einer Person vergleicht, deren Sehschärfe vollkommen ist. So erkennt eine Person mit einer Sehschärfe von 20/20 Objekte, die 6 Meter weit entfernt sind, mit derselben Klarheit wie eine Person mit normaler Sehschärfe. Doch sieht eine Person mit einer Sehschärfe von 20/200 in einer Entfernung von 6 Metern nur so deutlich wie eine Person mit einer perfekten Sehschärfe in einer Entfernung von etwa 61 Metern sieht.

Bei einem wichtigen Sehtest wird das Snellen-Diagramm (Sehtesttafel) eingesetzt. Dabei handelt es sich um eine große Karte oder beleuchtete Tafel, die Buchstabenreihen in immer geringer werdenden Größen anzeigt. Die Tafel wird von einer genormten Entfernung aus gelesen. Die Stärke der Sehfähigkeit wird durch die Größe der Buchstabenreihe bestimmt, die der Patient zu lesen in der Lage ist. Für Personen, die nicht lesen können, wird eine modifizierte Tabelle verwendet, in der die Buchstaben durch ein großes „E“ repräsentiert werden, das willkürlich rotiert wird. Patienten werden gebeten zu sagen, in welche Richtung sich das „E“ dreht. Wenn jemand gar nichts von der Tafel ablesen kann, kann der Prüfer feststellen, ob der Patient seine Finger zählen oder seine Handbewegung beobachten kann. Prüfer testen darüber hinaus auch die Nahsicht, indem sie den Patienten bitten, eine Karte oder Zeitung in Standardgröße in einem Abstand von etwa 35 Zentimetern zu lesen.

Eine automatische Refraktion wird mit einem Gerät vorgenommen, das den Refraktionsfehler des Auges dadurch bestimmt, dass es die Veränderung des Lichts beim Eintritt in das Auge misst. Der Patient sitzt vor dem Autorefraktor, und das Gerät gibt einen Strahl ab, wonach dann die Reaktion des Auges gemessen wird. Aus dieser Information berechnet das Gerät, welches Linsenrezept der Patient zur Korrektur seines Refraktionsfehlers benötigt. Diese Messung dauert nur wenige Sekunden.

Ein Phoropter ist das am häufigsten zusammen mit einem Snellen-Diagramm eingesetzte Gerät, um die besten Linsen/Gläser zur Korrektur zu bestimmen, die eine untersuchte Person für eine Brille oder für Kontaktlinsen benötigt. Zum Phoropter gehört eine komplette Reihe von Linsen, die die Testperson ausprobiert, während sie auf die Sehprobentafel schaut. Gewöhnlich dient der Phoropter dazu, die Angaben der automatischen Refraktionsbestimmung zu präzisieren, bevor die definitive Korrekturstärke festgelegt wird.

Gesichtsfeldtest

Das Gesichtsfeld ist der gesamte Bereich, den man mit beiden Augen sieht, einschließlich der Randbezirke (peripheres Sehen). Das Gesichtsfeld kann im Verlauf einer Augenuntersuchung routinemäßig getestet werden. Darüber hinaus kann es auch im Detail getestet werden, wenn Patienten bestimmte Veränderungen beim Sehen bemerken, zum Beispiel, wenn sie mit derselben Körperseite ständig irgendwo anstoßen. Die einfachste Art, die periphere Sicht zu testen, besteht darin, dass der Arzt die Testperson anschaut und einen Finger oder ein anderes kleines Objekt (wie zum Beispiel ein Streichholz) langsam auf das Gesichtsfeld der Person zu bewegt, und zwar von oben, unten, links und rechts. Die Testperson teilt dem Arzt mit, wann sie den sich bewegenden Finger oder das Objekt erstmals sehen kann. Damit das Testergebnis korrekt ist, muss der Blick der Testperson auf das Gesicht des Arztes fixiert sein (und darf nicht auf den Finger oder das Objekt gerichtet sein). Das nicht getestete Auge ist geschlossen.

Das Gesichtsfeld kann auch detaillierter mit einer Tangentenskala oder einem Goldmann-Perimeter vermessen werden. Bei diesen Untersuchungen starrt der Patient in die Mitte eines schwarzen Bildschirms oder in eine hohle, weiße und konkave Halbkugel (die einer kleinen Satellitenschüssel ähnelt). Dann wird ein Objekt oder Licht langsam aus zahlreichen verschiedenen Richtungen von der Peripherie auf das Zentrum des Gesichtsfeldes zu bewegt. Die Testperson gibt an, wann sie das Licht erstmals aus den Augenwinkeln erkennt. Der Arzt markiert diese Stelle auf dem Bildschirm oder Perimeter und zeigt damit an, wo die Person sehen kann; damit wird es möglich, blinde Flecken zu erkennen. Das Gesichtsfeld lässt sich zudem auch mit der Hilfe einer computergestützten automatisierten Perimetrie vermessen. Dabei fixiert die Testperson ihren Blick auf eine große, flache Schale und drückt einen Knopf, sobald sie einen Lichtblitz sieht.

Das Amsler-Gitter (Amsler-Netz) dient der Prüfung des zentralen Gesichtsfeldes. Das Gitter besteht aus einem schwarzen Schirm mit einem weißen Raster und einem weißen Punkt in der Mitte. Die Testperson notiert jede Verzerrung in den Linien des Rasters, während sie den weißen Punkt mit dem Auge fixiert. Jedes Auge wird in normaler Lesedistanz ggf. beim Tragen der Lesebrille getestet, falls die Testperson gewöhnlich eine solche benutzt. Kann die Testperson einen Bereich auf dem Rasterfeld nicht sehen, hat sie möglicherweise an einer Stelle einen abnormalen blinden Fleck. Über den durch das Amsler-Gitter geprüften Bereich hinaus gibt es einen normalen kleinen blinden Fleck - dort, wo der Sehnerv das Auge verlässt. Dennoch sind sich die Menschen dieses blinden Flecks nicht bewusst. Wellenförmige Linien oder ein Ausfallbereich (über den normalen blinden Fleck hinaus) deuten darauf hin, dass es möglicherweise ein Problem mit der Makula gibt. Der Test ist so einfach, dass er zu Hause durchgeführt werden kann, und ist zum Beobachten einer Makuladegeneration nützlich.

Tests zur Farbwahrnehmung

Zur Feststellung einer verminderten Fähigkeit der Farbwahrnehmung (Farbenblindheit) kann eine Vielzahl von Tests eingesetzt werden. Ishihara-Farbtafeln, die am häufigsten eingesetzt werden, bestehen aus kleinen bunten Punkten, die auf einem weißen Hintergrund zusammengedrängt sind und einen großen Kreis bilden. In dem Feld der farbigen Punkte verbergen sich bunte Zahlen oder Symbole. Die Punkte sind gewöhnlich so angeordnet, dass Menschen mit normaler Farbsicht eine bestimmte Zahl erkennen können. Menschen, die farbenblind sind, sehen eine andere oder gar keine Zahl, je nach dem Typ ihrer Farbenblindheit.

Ophthalmoskopie

Ein direktes Ophthalmoskop ist ein in der Hand gehaltenes Gerät, das wie eine kleine Taschenlampe mit einem Vergrößerungsglas aussieht. Mit dem Ophthalmoskop leuchtet der Arzt mit einem Licht in das Auge, um die Hornhaut, die Linse, den Glaskörper (die gallertartige Substanz, die den hinteren Teil des Auges füllt), die Netzhaut, den Sehnerv und die Netzhautvenen und -arterien zu untersuchen (siehe Aufbau und die Funktionen des Auges). Die Testperson blickt direkt geradeaus, während der Lichtstrahl ins Auge geschickt wird. Oft werden zuvor Augentropfen verabreicht, die die Pupille erweitern, sodass der Arzt einen guten Blick hat. Eine Ophthalmoskopie ist schmerzlos, doch falls Augentropfen zur Erweiterung der Pupille verabreicht wurden, ist die Sicht vorübergehend verschwommen, und die Lichtempfindlichkeit ist für ein paar Stunden danach erhöht.

Was ist ein Ophthalmoskop?

Ein Ophthalmoskop ist ein Instrument, das es dem Arzt ermöglicht, das Innere der Augen eines Patienten zu untersuchen. Das Instrument ist mit einem abgewinkelten Spiegel, Linsen und einer Lichtquelle ausgerüstet. Der Arzt kann damit die Netzhaut, den Sehnerv, die Venen und Arterien der Netzhaut sowie gewisse Probleme erkennen, die den Glaskörper (die gallertartige Substanz im Auge) betreffen.

Was ist ein Ophthalmoskop?

Bei jeder Augenuntersuchung stellt eine Ophthalmoskopie einen integralen Bestandteil dar. Mit einer Ophthalmoskopie lassen sich nicht nur Veränderungen in der Netzhaut erkennen, die als Ergebnis einer Erkrankung der Augen entstanden sind, sondern auch Veränderungen im Auge, die von Krankheiten an anderen Stellen im Körper herrühren. Beispielsweise fallen auf diese Weise Veränderungen in den Blutgefäßen der Netzhaut bei Menschen auf, die an Bluthochdruck, Arteriosklerose und Diabetes mellitus leiden. Mit einer Ophthalmoskopie lassen sich auch Hinweise auf einen erhöhten Druck im Gehirn erkennen, was Schwellungen (Ausbuchtungen) der normalerweise gewölbten Sehnervenscheibe (Papillenödem) zur Folge hat. Tumoren an der Netzhaut lassen sich durch eine Ophthalmoskopie erkennen. Auch eine Makuladegeneration lässt sich mithilfe einer Ophthalmoskopie diagnostizieren.

Augenärzte und Augenoptiker verwenden manchmal zudem ein Instrument, das als indirektes Ophthalmoskop bezeichnet wird. Bei einer indirekten Ophthalmoskopie trägt der Arzt eine Art Binokular auf dem Kopf und benutzt eine in der Hand gehaltene Lupe vor dem Auge des Patienten, um das Bild im Auge des Patienten scharf zu stellen. Diese Methode erlaubt eine dreidimensionale Darstellung und damit eine größere Tiefenschärfe. So lässt sich beispielsweise eine Netzhautablösung besser erkennen. Außerdem kann mit dieser Untersuchung auch eine hellere Lichtquelle verwendet werden, was besonders dann wichtig ist, wenn das Innere des Auges aufgrund einer Katarakt (Grauer Star) getrübt ist. Die indirekte Ophthalmoskopie erlaubt zudem einen größeren Überblick über das Augeninnere als eine direkte Ophthalmoskopie, sodass der Arzt einen größeren Teil der Netzhaut prüfen kann.

Spaltlampenuntersuchung

Was ist eine Spaltlampe?

Mit einer Spaltlampe kann der Arzt das gesamte Auge bei starker Vergrößerung betrachten, was eine Tiefenmessung möglich macht. Die Spaltlampe schickt ein helles Lichtbündel ins Auge.

Was ist eine Spaltlampe?

Die Spaltlampe ist ein auf dem Tisch montiertes Binokularmikroskop, das ein Lichtbündel ins Auge des Untersuchten schickt und es dem Arzt ermöglicht, das Auge bei starker Vergrößerung zu untersuchen. Die Spaltlampe hat bessere optische Eigenschaften als das Ophthalmoskop; sie vergrößert und ermöglicht eine dreidimensionale, räumliche Sicht, die ausführliche Vermessungen erlaubt. Eine Spaltlampe ist das beste Gerät für eine Untersuchung der Augenlider, des Gewebes und der Haut im Bereich der Augen, der Iris, der Augenoberfläche (einschließlich der Hornhaut und der Bindehaut) sowie des Kammerwassers (der Flüssigkeit im vorderen Teil des Auges, zwischen der Hornhaut und der Iris). Oft werden Augentropfen verwendet, um die Pupillen zu erweitern, sodass der Arzt noch mehr vom Auge erkennen kann, darunter auch die Linse, den Glaskörper, die Retina und den Sehnerv. Bei Personen, die ein Glaukom (Grüner Star) oder den Verdacht darauf haben, wird eine zusätzliche Linse auf das Auge gelegt oder davor gehalten, um eine Untersuchung des Winkels zwischen der Iris und dem vorderen Teil des Auges (in der Innenfläche der Hornhaut) zu gestatten. Diese Art der Untersuchung wird als Gonioskopie bezeichnet.

Tonometrie

Mit einer Tonometrie ist eine Messung des Augeninnendrucks möglich. Als normal wird ein Augeninnendruck von 8 bis 21 Millimetern auf der Quecksilbersäule (mmHg) angesehen. Der Druck im Inneren des Auges wird gemessen, um bestimmte Formen des Glaukoms (Grüner Star) zu diagnostizieren und deren Behandlung zu überwachen.

Das kontaktlose, mit Luftstrahl funktionierende Tonometer kann für eine Untersuchung auf einen erhöhten Augeninnendruck benutzt werden. Das Gerät ist nicht hochgradig präzise, jedoch nützlich zur Identifizierung von Patienten, die weitere Untersuchungen benötigen könnten. Ein kleiner Lufthauch wird auf die Hornhaut geleitet, der den Patienten zum Blinzeln veranlasst, der jedoch nicht unangenehm ist. Der Lufthauch flacht die Hornhaut ab, und das Gerät misst die Zeit (in Tausendsteln von Sekunden), die dafür gebraucht wird. Der Lufthauch flacht die Hornhaut in einem Auge mit normalem Druck schneller ab als in einem Auge, dessen Innendruck erhöht ist.

Tragbare, in der Hand gehaltene Instrumente werden auch für die Tonometrie benutzt. Es werden Augentropfen verabreicht, die das Auge betäuben, dann wird das Instrument sanft auf die Hornhaut gelegt, und eine Druckmessung wird abgelesen. Tragbare Tonometer können in der Notaufnahme oder der Praxis des Arztes eingesetzt werden, um einen erhöhten Druck im Inneren des Auges schnell festzustellen.

Die Applanationstonometrie stellt eine präzisere Methode dar. Das Applanationstonometer ist normalerweise auf eine Spaltlampe montiert. Nach der Betäubung mit Augentropfen betrachtet der Arzt das Auge durch eine Spaltlampe, während das Applanationstonometer vorsichtig auf die Hornhaut aufgesetzt wird. Der Druckumfang, der zur Abflachung der Hornhaut benötigt wird, hängt mit dem Augeninnendruck zusammen.

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