Msd Manual

Please confirm that you are not located inside the Russian Federation

Lädt...

Anormale Uterusblutung (AUB)

(Funktionale Uterusblutung; dysfunktionale Uterusblutung)

Von

JoAnn V. Pinkerton

, MD, University of Virginia Health System

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2019| Inhalt zuletzt geändert Jul 2019
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Kurzinformationen
HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Quellen zum Thema

Eine anormale Uterusblutung ist eine Blutung aus der Scheide, die häufig oder unregelmäßig auftritt oder länger andauert oder stärker ist als normale Menstruationsperioden. Am häufigsten wird diese Art von Blutung durch Veränderungen in der hormonellen Steuerung der Menstruation verursacht. Sie wird dann als anormale Uterusblutung aufgrund einer ovulatorischen Dysfunktion (AUB-O) bezeichnet.

  • Eine anormale Uterusblutung wird diagnostiziert, wenn durch die körperliche Untersuchung, Ultraschall und andere Tests die gewöhnlichen Ursachen von Scheidenblutungen ausgeschlossen wurden.

  • Gewöhnlich wird eine Endometriumbiopsie durchgeführt.

  • Die Blutung kann gewöhnlich mit Östrogen plus einem Progestin (einem synthetischen weiblichen Hormon) oder Progesteron (ähnlich dem Hormon, das der Körper produziert) oder manchmal mit einem von beiden kontrolliert werden.

  • Wenn bei der Biopsie anormale Zellen gefunden werden, beinhaltet die Behandlung eine hohe Dosis Progestin und manchmal die Entfernung der Gebärmutter.

Anormale Uterusblutungen treten gewöhnlich zu Beginn und gegen Ende der fruchtbaren Jahre auf: 20 Prozent der Fälle kommen bei jugendlichen Mädchen vor, mehr als 50 Prozent bei über 45-jährigen Frauen.

In etwa 90 Prozent der Fälle setzen die Eierstöcke nicht regelmäßig ein Ei frei (Eisprung). Folglich ist die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft geringer. Da die Eierstöcke aber gelegentlich ein Ei freisetzen, sollten diese Frauen an Schwangerschaftsverhütung denken, wenn sie nicht schwanger werden möchten.

Anormale Uterusblutungen entstehen häufig, wenn der Östrogenspiegel weiterhin hoch ist, anstatt zu sinken, was normalerweise nach der Freisetzung eines Eis, das nicht befruchtet wird, geschieht. Der hohe Östrogenspiegel wird nicht durch eine angemessene Menge an Progesteron ausgeglichen. In solchen Fällen wird kein Ei freigesetzt und die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) kann sich weiter verdicken (anstatt abgestoßen und als Menstruationsperiode ausgeschieden zu werden). Diese anormale Verdickung wird als endometriale Hyperplasie bezeichnet. Regelmäßig wird die verdickte Schleimhaut unvollständig und unregelmäßig ausgeschieden und verursacht eine Blutung. Die Blutung ist unregelmäßig, verlängert und manchmal heftig.

In diesem Zyklus der anormalen Verdickung und unregelmäßigen Abstoßung können sich präkanzeröse Zellen entwickeln, wodurch das Risiko von Krebs in der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumkarzinom) sogar bei jungen Frauen steigt.

Eine anormale Uterusblutung ist oft ein frühes Anzeichen der Menopause.

Symptome

Die Blutungen können sich von typischen Menstruationsperioden in Folgendem unterscheiden:

  • Treten häufiger auf (mit einem geringeren Abstand als 21 Tagen – Polymenorrhö)

  • Treten häufig und unregelmäßig zwischen Perioden auf (Metrorrhagie)

  • Führen zu höherem Blutverlust (Verlust von mehr als 84 Milliliter Blut oder Perioden, die länger als 7 Tage dauern), aber treten in regelmäßigen Zeitabständen auf (Menorrhagie)

  • Führen zu einem hohen Blutverlust und treten häufig und unregelmäßig zwischen den Menstruationen auf (Menometrorrhagie)

Blutungen während der regulären Menstruationszyklen können anormal sein oder die Blutung kann zu unvorhersehbaren Zeiten eintreten. Einige Frauen haben Symptome im Zusammenhang mit Menstruationsperioden, wie z. B. Brustspannung, Krämpfe und Blähungen.

Wenn die Blutungen anhalten, entwickeln Frauen einen Eisenmangel und manchmal eine Anämie.

Ob eine Frau unfruchtbar wird, hängt von der Ursache der Blutung ab.

Diagnose

  • Ausschließen von anderen Ursachen für eine unnormale Blutung

  • Ein großes Blutbild

  • Schwangerschaftstest

  • Messen der Hormonspiegel

  • Gewöhnlich eine transvaginale Ultraschalluntersuchung oder eine Endometriumbiopsie

  • Oft Sonohysterographie oder Hysteroskopie

Eine anormale Uterusblutung wird vermutet, wenn die Blutung zu unregelmäßigen Zeiten oder in übermäßigen Mengen austritt. Eine hormonell bedingte Gebärmutterblutung wird diagnostiziert, wenn alle anderen Ursachen für eine Scheidenblutung ausgeschlossen sind. Zu den Ursachen zählen die Folgenden:

Um festzustellen, ob die Blutung anormal ist, stellen Ärzte Fragen über das Muster der Blutungen.

Um andere mögliche Ursachen auszuschließen, fragen sie über andere Symptome und mögliche Ursachen (wie z. B. die Einnahme von Arzneimitteln, andere Störungen, Myome und Komplikationen während Schwangerschaften) nach.

Außerdem wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Mit einem großen Blutbild kann der Arzt feststellen, wie hoch der Blutverlust war und ob eine Anämie vorliegt. Außerdem wird ein Schwangerschaftstest durchgeführt.

Es werden Tests basierend auf den Ergebnissen während der Befragung und körperlichen Untersuchung durchgeführt, um nach möglichen Ursachen für Scheidenblutungen zu suchen. Es können beispielsweise Bluttests durchgeführt werden, um festzustellen, wie schnell das Blut gerinnt (um auf Gerinnungsstörungen zu untersuchen).

In der Regel werden Bluttests zur Messung der Hormonspiegel (um auf das polyzystische Ovarialsyndrom, Probleme mit der Schilddrüse, der Hirnanhangdrüse oder anderen Störungen zu untersuchen, die zu unnormalen Blutungen führen). Zu den Hormonen, die gemessen werden können, zählen weibliche Hormone wie Östrogen oder Progesteron (die an der Steuerung des Menstruationszyklus beteiligt sind), Schilddrüsenhormone und Prolaktin.

Wenn die Testergebnisse negativ sind, wird eine anormale Uterusblutung diagnostiziert.

Weitere Tests

Ein transvaginaler Ultraschall (mithilfe eines kleinen Handgeräts, das durch die Scheide eingeführt wird, um in das Innere der Gebärmutter sehen zu können), wird oft verwendet, um nach Wucherungen in der Gebärmutter zu suchen und zu untersuchen, ob die Gebärmutterschleimhaut verdickt ist. Eine Verdickung der Gebärmutterschleimhaut kann durch gutartige Störungen wie Polypen oder Myome oder durch Hormonveränderungen entstehen. (Die hormonellen Veränderungen, die eine unnormale Uterusblutung verursachen, können die Schleimhaut dicker werden lassen, was wiederum präkanzeröse Zellen entstehen lassen und damit das Risiko für einen Gebärmutterschleimhautkrebs erhöhen kann.)

Mit einem transvaginalen Ultraschall wird untersucht, wenn Frauen eines der Folgenden haben (dies betrifft die meisten Frauen mit anormalen Uterusblutungen):

  • Alter von 35 oder älter

  • Risikofaktoren für Gebärmutterschleimhautkrebs, wie Fettleibigkeit, Diabetes mellitus, Bluthochdruck, polyzystisches Ovarialsyndrom und starke Körperbehaarung (Hirsutismus), unabhängig vom Alter

  • Blutung, die trotz einer Behandlung mit Hormonen anhält

  • Becken oder Fortpflanzungsorgane, die während der körperlichen Untersuchung nicht ausreichend untersucht werden können

  • Befunde, die anhand der körperlichen Untersuchung auf Auffälligkeiten der Eierstöcke oder der Gebärmutter hindeuten

Mit der transvaginalen Ultraschalluntersuchung können die meisten Polypen, Myome, Gebärmutterschleimhautkrebs und Verdickungen der Schleimhaut in der Gebärmutter (die eine Vorstufe zu Krebs sein können) erkannt werden. Werden mit dem transvaginalen Ultraschall verdickte Bereiche entdeckt, können weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um zu überprüfen, ob kleine Polypen oder andere Wucherungen zu finden sind. Eine oder beide der folgenden Untersuchungen könnten durchgeführt werden:

  • Hydrosonographie (Ultraschall nach Infusion von Kochsalzwasserlösung in die Gebärmutter)

  • Hysteroskopie (Einführen eines Beobachtungsschlauchs durch die Scheide zur Ansicht der Gebärmutter)

Die Hysteroskopie wird in der Arztpraxis durchgeführt. Wenn die Arztpraxis nicht über eine Hysteroskopie verfügt, kann das Verfahren auch ambulant in einer Klinik durchgeführt werden.

Eine Endometriumbiopsie wird in der Regel durchgeführt, um bei Frauen mit folgenden Merkmalen auf präkanzeröse Veränderungen und Krebs zu untersuchen:

  • Alter ab 35 Jahren und einem oder mehreren Risikofaktoren für Gebärmutterschleimhautkrebs (siehe oben)

  • Alter unter 35 Jahren plus mehreren Risikofaktoren für Gebärmutterschleimhautkrebs

  • Blutung, die trotz Behandlung anhaltend, unregelmäßig oder heftig ist

  • Verdickung der Gebärmutterschleimhaut (mit transvaginalem Ultraschall festgestellt)

  • Nicht eindeutige Befunde während der transvaginalen Ultraschalluntersuchung

Behandlung

  • Ein Medikament zur Kontrolle der Blutungen

  • Hält die Blutung an, ein Verfahren zur Eindämmung der Blutung

  • Liegen abnorme Zellen vor, werden hohe Dosen Progestin oder Progesteron verabreicht oder, bei Frauen in den Wechseljahren, manchmal die Gebärmutter entfernt

Die Behandlung einer anormalen Uterusblutung hängt von Folgendem ab:

  • Wie alt ist die Frau

  • Wie stark die Blutung ist

  • Ob die Gebärmutterschleimhaut verdickt ist

  • Ob die Frau schwanger werden möchte

Die Behandlung konzentriert sich auf die Kontrolle der Blutung und bei Bedarf auf die Vorbeugung eines Endometriumkarzinoms.

Arzneimittel

Die Blutung kann mithilfe von Arzneimitteln kontrolliert werden, bei denen es sich um Hormone handeln kann oder auch nicht.

Medikamente, die keine Hormone sind, werden oft zuerst verwendet, insbesondere bei Frauen, die schwanger werden oder die Nebenwirkungen einer Hormontherapie vermeiden möchten. Zu diesen Medikamenten zählen:

  • Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)

  • Tranexamsäure

Hormontherapie (z. B. mit Verhütungspillen) wird häufig zuerst bei Frauen ausprobiert, die nicht schwanger werden möchten oder die sich kurz vor oder nach der Menopause befinden (diese Zeitspanne wird als Perimenopause bezeichnet).

Wenn die Gebärmutterschleimhaut verdickt ist, aber die Zellen normal sind (Endometriumhyperplasie) können Hormone verwendet werden, um die Blutung zu stoppen.

Häufig wird eine Antibabypille verabreicht, die Östrogen und ein Progestin enthält (ein kombiniertes orales Verhütungsmittel). Neben der Kontrolle der Blutung senken orale Verhütungsmittel die Brustspannung und Krämpfe, die mit der Blutung einhergehen. Sie senken auch das Risiko eines Endometrium- sowie eines Ovarialkarzinoms. Gewöhnlich hört die Blutung nach 12 bis 24 Stunden auf. Manchmal ist eine hohe Dosierung erforderlich, um die Blutung zu kontrollieren. Nach dem Ende der Blutung können für mindestens 3 Monate geringe Dosierungen der oralen Verhütungsmittel verschrieben werden, um zu verhindern, dass die Blutung wiederkehrt.

Einige Frauen sollten kein Östrogen einnehmen, auch nicht in kombinierten oralen Verhütungsmitteln. Dies betrifft folgende Frauen:

  • Frauen mit hohen Risikofaktoren für eine Erkrankung des Herzens oder der Blutgefäße, oder die zu Blutgerinnseln neigen

  • Frauen, die im letzten Monat von einem Baby entbunden wurden

Frauen in und nach den Wechseljahren sollten keine oralen Verhütungsmittel nehmen.

Ein Progestin oder Progesteron (ähnlich wie das Hormon, das der Körper selbst herstellt) kann in den folgenden Fällen einzeln verabreicht werden:

  • Wenn die Frauen kein Östrogen einnehmen sollten (d. h., wenn Östrogen kontraindiziert ist).

  • Wenn die Behandlung mit Östrogen unwirksam oder unverträglich ist.

  • Wenn die Frauen kein Östrogen einnehmen möchten.

Progestine und Progesteron können 21 Tage lang im Monat oral eingenommen werden. Wenn diese Hormone auf diese Weise eingenommen werden, schützen sie möglicherweise nicht vor einer Schwangerschaft. Wenn Frauen nicht schwanger werden möchten, müssen sie also eine andere Verhütungsmethode verwenden. Diese Hormone können auch über ein Intrauterinpessar (IUP) oder durch eine Injektion, die alle paar Monate erfolgt, gegeben werden. Das IUP und die Injektionsformen sind als Verhütungsmittel wirksam.

Andere Medikamente, die gelegentlich zur Behandlung von anormalen Uterusblutungen eingesetzt werden, sind Danazol (ein synthetisches männliches Hormon oder Androgen) und Agonisten des Gonadotropin freisetzenden Hormons (GnRH) (synthetische Formen eines vom Körper produzierten Hormons). Diese Medikamente haben allerdings erhebliche Nebenwirkungen und können daher nur ein paar Monate lang eingesetzt werden.

Wenn Frauen versuchen, schwanger zu werden und die Blutung nicht zu stark ist, kann ihnen Clomifen (ein Fruchtbarkeitsmedikament) oral anstelle von Hormonen verabreicht werden. Es regt den Eisprung an.

Andere Therapien

Wenn die Gebärmutterschleimhaut verdickt bleibt oder die Blutung trotz Hormonbehandlung anhält, wird in der Regel eine Hysteroskopie im OP-Saal durchgeführt, um sich das Innere der Gebärmutter anzusehen und das Gewebe dann mit einer Dilatation und Kürettage (D und K) zu entfernen. Bei dem D-und-K-Verfahren wird Gewebe aus der Gebärmutterschleimhaut herausgeschabt. Dieses Verfahren kann die Blutungen verringern. Bei einigen Frauen verursacht das Verfahren eine Vernarbung des Endometriums (Asherman-Syndrom), wodurch die Menstruationsblutungen ausbleiben (Amenorrhö).

Wenn die Blutung nach einer Ausschabung anhält, kann diese durch ein Verfahren, das die Gebärmutterschleimhaut (Endometriumablation) zerstört oder entfernt, kontrolliert werden. Bei diesem Verfahren kommen Brenn-, Frost- oder andere Techniken zum Einsatz.

Wenn die Blutung nach der Durchführung anderer Behandlungen anhält, empfehlen Ärzte die Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie).

Enthält die verdickte Schleimhaut auffällige Zellen, können besonders Frauen über 35 Jahre, die nicht schwanger werden möchten, mit einem hoch dosierten Progestin behandelt werden. Eine Biopsie wird nach einer 3- bis 6-monatigen Behandlung durchgeführt. Wenn auffällige Zellen entdeckt werden, wird eine Hysterektomie durchgeführt, da die auffälligen Zellen kanzerös werden können. Bei Frauen in den Wechseljahren wird die Behandlung nur dann mit einem Progestin begonnen, wenn sie eine Krankheit haben, bei der eine Operation zu riskant wäre. Eine Hysterektomie kann erforderlich sein.

Notfallbehandlung

In seltenen Fällen erfordern schwere Blutungen Notfallmaßnahmen. Hierzu zählen Flüssigkeiten, die intravenös verabreicht werden, und Bluttransfusionen.

Gelegentlich führen Ärzte einen Katheter mit einem an der Spitze aufblasbaren Ballon durch die Scheide in die Gebärmutter ein. Der Ballon wird aufgeblasen, um Druck auf die blutenden Gefäße auszuüben und somit die Blutung zu stoppen.

In seltenen Fällen wird Östrogen intravenös verabreicht, bis die Blutung stoppt.

HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Erfahren Sie

Auch von Interesse

Videos

Alle anzeigen
Chorionzottenbiopsie
Video
Chorionzottenbiopsie
Während der Schwangerschaft beherbergt und schützt die Gebärmutter für ungefähr neun Monate...
3D-Modelle
Alle anzeigen
Polyzystisches Eierstocksyndrom
3D-Modell
Polyzystisches Eierstocksyndrom

SOZIALE MEDIEN

NACH OBEN