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Halitosis

(Foetor ex ore; schlechter Atem, schlechter Mundgeruch)

Von

Bernard J. Hennessy

, DDS, Texas A&M University, College of Dentistry

Inhalt zuletzt geändert Aug 2018
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Quellen zum Thema

Als Halitosis oder Foetor ex ore bezeichnet man (unangenehmen) Mundgeruch, der häufiger auftritt oder persistiert.

Pathophysiologie

Am häufigsten führen schwefelige Gase wie (Schwefelwasserstoff-)Sulfid und Methylmercaptan zu Mundgeruch, die sich bei der Zersetzung (Gärung) von Nahrungsbestandteilen durch gramnegative anaerobe Bakterien im Mund bilden. Auch Bakterien in parodontalen Krankheitsherden Parodontale Erkrankungen im Überblick Parodontitis ist eine chronisch entzündliche orale Erkrankung, die den zahnstützenden Apparat nach und nach zerstört. In der Regel manifestiert sie sich als eine Verschlechterung der Gingivitis... Erfahren Sie mehr Parodontale Erkrankungen im Überblick können der Auslöser sein, besonders wenn es ulzerierte oder nekrotische Bezirke sind. Die verursachenden Erreger befinden sich tief in den parodontalen Taschen um die Zähne. Bei Patienten mit gesundem Parodontalgewebe können sich diese Bakterien hinten auf der Zunge proliferieren.

Bestimmte Lebensmittel oder Gewürze geben nach der Verdauung den Geruch dieser Substanzen in die Lunge; der ausgeatmete Geruch kann unangenehm sein für andere. Zum Beispiel wird der Geruch von Knoblauch im Atem durch andere 2 oder 3 Stunden nach dem Verbrauch wahrgenommen, lange nachdem er aus dem Mund verschwunden ist.

Ätiologie

Die häufigsten Ursachen insgesamt sind die folgenden:

Gastrointestinale Störungen verursachen selten Mundgeruch, da sich der Ösophagussphinkter normal schließt. Dass sich im Atemgeruch Verdauungszustand und Darmfunktion widerspiegeln, ist ein Trugschluss.

Andere Atemgerüche

Beurteilung

Anamnese

Der aktuelle Krankheitsverlauf sollte die Dauer und die Schwere des Mundgeruchs bestätigen (einschließlich, ob andere Leute es bemerken oder sich beschwert haben), ob der Patient eine angemessene Mundhygiene betreibt und inwieweit die Aufnahme verursachender Lebensmittel für den Mundgeruch verantwortlich ist (siehe Tabelle Einige Ursachen von Mundgeruch Einige Ursachen von Mundgeruch Als Halitosis oder Foetor ex ore bezeichnet man (unangenehmen) Mundgeruch, der häufiger auftritt oder persistiert. (Siehe auch Beurteilung des Zahnpatienten.) Am häufigsten führen schwefelige... Erfahren Sie mehr ).

Die Anamnese sollte die Dauer und die Menge des Alkohol- und Tabakkonsums erfragen. Eine Medikamentenanamnese sollte speziell Informationen über den Einsatz von Medikamenten, die Mundtrockenheit verursachen können (z. B. solche mit anticholinergen Effekten—siehe Tabelle Einige Ursachen der Xerostomie Einige Ursachen der Xerostomie Xerostomie ist Mundtrockenheit, die durch verminderten oder fehlenden Speichelfluss verursacht wird. Dieser Zustand kann zu Beschwerden führen, die das Sprechen und Schlucken beeinträchtigen... Erfahren Sie mehr ) erbringen.

Körperliche Untersuchung

Vitalfunktionen werden überprüft, insbesondere auf das Vorhandensein von Fieber.

Die Nase wird auf Ausfluss und Fremdkörper untersucht.

Der Rachen wird auf Anzeichen einer Infektion und Krebs untersucht.

Schnüffeltest

Die Atemluft wird einem Riechtest unterzogen. Ein unangenehmer und stechender Mundgeruch weist im Allgemeinen auf orale Störungsursachen hin, während systemische Erkrankungen subtilere Geruchsveränderungen bewirken. Im Idealfall sollten die Patienten (möglichst schon 48 Stunden) vor der Untersuchung auf Knoblauch und Zwiebeln verzichten und 2 Stunden vor dem Termin nichts mehr essen und trinken, weder Kaugummi kauen noch gurgeln oder den Mund ausspülen und auch nicht rauchen. Beim Exhalationstest atmet der Patient in 10 cm Entfernung zur Nase des Untersuchers zuerst durch den Mund und dann (bei geschlossenem Mund) durch die Nase aus. Übler Geruch, der aus dem Mund wahrgenommen wird, deutet auf eine orale Ätiologie hin, übler Geruch, der aus der Nase kommend wahrgenommen wird, deutet auf eine Nasen-oder Sinus Ätiologie hin. Schlechter Geruch sowohl bei Mund- als auch Nasenatmung lässt eine systemische oder pulmonale Ursache vermuten.

Wenn die Quelle unklar ist, wird der hintere Teil der Zunge mit einem Plastiklöffel abgeschabt. Nach 5 s wird der Löffel aus einer Entfernung von 5 cm von der Nase des Untersuchers beschnüffelt; ein schlechter Geruch deutet auf Bakterien auf der Zunge als Ursache hin.

Warnzeichen

Die folgenden Ergebnisse sind von besonderer Bedeutung:

  • Fieber

  • Purulenter Nasenausfluss oder purulentes Sputum

  • Sichtbare oder tastbare orale Läsionen

Interpretation der Befunde

Da orale Ursachen bei weitem die häufigsten sind, kann jede sichtbare orale Erkrankung bei Patienten ohne extraorale Symptome oder Anzeichen als Ursache von Mundgeruch vermutet werden und ein Zahnarzt sollte konsultiert werden. Wenn andere Störungen beteiligt sind, schlagen klinische Befunde oftmals eine Diagnose vor (siehe Tabelle Einige Ursachen von Mundgeruch Einige Ursachen von Mundgeruch Als Halitosis oder Foetor ex ore bezeichnet man (unangenehmen) Mundgeruch, der häufiger auftritt oder persistiert. (Siehe auch Beurteilung des Zahnpatienten.) Am häufigsten führen schwefelige... Erfahren Sie mehr ).

Bei Patienten, deren Symptome in Bezug zur Einnahme bestimmter Lebensmittel oder Getränke stehen und die keine anderen Befunde haben, kann ein Versuch der Vermeidung (gefolgt von einem Schnüffeltest) die Klärung bringen.

Tests

Nur wenn sich aus Anamnese oder körperlicher Untersuchung Hinweise auf eine zugrunde liegende Erkrankung ergeben, sollte eine ausgiebigere Diagnostik erfolgen (siehe Tabelle Einige Ursachen von Mundgeruch Einige Ursachen von Mundgeruch Als Halitosis oder Foetor ex ore bezeichnet man (unangenehmen) Mundgeruch, der häufiger auftritt oder persistiert. (Siehe auch Beurteilung des Zahnpatienten.) Am häufigsten führen schwefelige... Erfahren Sie mehr ). Die Bestimmung der Schwefelkonzentration mit tragbaren Messgeräten, Gaschromatographie und chemische Analysen der Zungenabstriche sollte man besser Forschungsgruppen oder bestimmten Zahnarztpraxen überlassen, die sich auf die Beurteilung und Behandlung von Mundgeruch spezialisiert haben.

Therapie

  • Regelmäßige Mundhygiene und Zahnpflege

  • Ursache behandelt

Die zugrunde liegenden Krankheiten werden kausal behandelt.

Bei einer oralen Ursache sollten die Patienten zum Zahnarzt gehen und eine professionelle Zahnreinigung, Zahnfleisch Gingivitis Gingivitis ist eine Form von Parodontalerkrankung, die durch eine Entzündung des Zahnfleisches (Gingiva) gekennzeichnet ist und Blutungen mit Schwellung, Rötung, Exsudat, Veränderung der normalen... Erfahren Sie mehr  Gingivitis - und Kariesbehandlung Karies Karies ist Zahnfäule, und die entstehenden Defekte werden häufig als „Löcher“ oder Kavitäten bezeichnet. Die Symptome — empfindliche, schmerzende Zähne — treten erst spät auf. Die Diagnose basiert... Erfahren Sie mehr  Karies vornehmen lassen. Zu Hause können sie durch richtige Verwendung von Zahnseide und Zahnbürste (Zähne putzen und Zungenbelag entfernen mit der Zahnbürste oder einem Zungenschaber) selbst zu einer besseren Mundhygiene beitragen. Mundspülungen sind nur von begrenztem Nutzen, aber diejenigen, die Oxidantien enthalten (in der Regel Chlordioxid), haben bessere kurzfristige Erfolge gezeigt. Wenn der Patient eine Vorgeschichte des Alkoholabusus hat, sollten nicht-alkoholische Mundspülungen verwendet werden. Bei psychogener Halitosis ist unter Umständen der Rat eines Psychiaters einzuholen.

Grundlagen der Geriatrie

Ältere Patienten nehmen eher Medikamente ein, die einen trockenen Mund verursachen, was zu Schwierigkeiten bei der Mundhygiene (ebenso wie eingeschränkte manuelle Fingerfertigkeit und Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis Rheumatoide Arthritis (RA) Die rheumatoide Arthritis (RA) ist eine chronische systemische Autoimmunerkrankung, die in erster Linie die Gelenke betrifft. Die RA führt zu Destruktionen, vermittelt durch Zytokine, Chemokine... Erfahren Sie mehr  Rheumatoide Arthritis (RA) und Parkinson-Erkrankung M. Parkinson M. Parkinson ist eine langsam fortschreitende degenerative Erkrankung, charakterisiert durch Ruhetremor, Rigor (Steifigkeit), langsame und verminderte Bewegungen (Bradykinesie) und Gang- und/oder... Erfahren Sie mehr ) und damit zu Mundgeruch führt, aber ansonsten ist die Wahrscheinlichkeit einer Mundgeruchsbildung nicht höher. Auch orale Krebserkrankungen treten häufiger im Alter auf und sind bei älteren Patienten öfter ein Grund zur Besorgnis als bei jüngeren.

Wichtige Punkte

  • Mundgeruch ist meist ein Ergebnis aus der Fermentation von Speiseresten durch anaerobe gramnegative Bakterien, die sich um die Zähne und auf dem Zungerücken befinden.

  • Extraorale Störungen können Mundgeruch verursachen, sind aber häufig von suggestiven Befunden begleitet.

  • Dass sich im Atemgeruch Verdauungszustand und Darmfunktion widerspiegeln, ist ein Trugschluss.

  • Mundspülungen bringen nur eine kurzzeitige Besserung.

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