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Harnretention

Von

Patrick J. Shenot

, MD, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University

Inhalt zuletzt geändert Jul 2018
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Als Harnretention bezeichnet man die unvollständige Blasenentleerung oder das vollständige Sistieren der Miktion; sie kann sein

  • Akuttherapie

  • Chronisch

Ursachen können eine gestörte Blasenkontraktilität, Blasenauslassobstruktion oder Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie (Fehlen der Koordination zwischen Blasenkontraktion und Sphinkterrelaxation) oder Kombinationen daraus sein. (Siehe auch Übersicht zu Miktion.)

Eine Retention kommt meist bei Männern vor, bei denen Prostataveränderungen oder Harnröhrenstrikturen zu einer Auslassobstruktion führen. Bei beiden Geschlechtern kann die Harnretention auf bestimmte Medikamente (besonders solche mit anticholinerger Wirkung, darunter viele frei verkäufliche Medikamente), eine schwere chronische Obstipation (die eine Erhöhung des Drucks auf das Trigonum verursacht) oder – bei Patienten mit Diabetes, Multipler Sklerose, Morbus Parkinson oder vorausgegangener Beckenchirurgie mit Blasendenervation – auf eine neurogene Blasezurückzuführen sein.

Eine Harnretention kann asymptomatisch verlaufen oder häufiges Wasserlassen, das Gefühl einer unvollständigen Entleerung und Harndrang oder Überlaufinkontinenz nach sich ziehen. Es kann weiterhin zu Blähbauch und Schmerzen kommen. Entwickelt sich die Harnretention langsam, treten meist keine Schmerzen auf. Eine lange bestehende Harnretention prädisponiert zu Harnwegsinfekten und kann den Blasendruck erhöhen, was zu einer obstruktiven Uropathie führen kann.

Diagnose

  • Messung des Volumens

Bei Patienten, die überhaupt nicht Wasser lassen können, ist die Diagnose eindeutig. Bei denjenigen, die Wasser lassen können, wird eine unvollständig Blasenentleerung durch Bestimmung des Restharns mittels Katheter oder Sonographie diagnostiziert, die ein erhöhtes Restharnvolumen zeigen. Ein Volumen < 50 ml ist normal; < 100 ml ist in der Regel akzeptabel bei Patienten > 65, aber anomal bei jüngeren Patienten. Weitere Untersuchungen ergeben sich aus den klinischen Befunden (z. B. Harnstatus, Blutuntersuchungen, Ultraschall, urodynamische Untersuchung, Zystoskopie und Zystographie).

Therapie

  • Harnröhrenkatheter und Behandlung der Ursache

Zur Behebung einer akuten Harnretention ist eine Harnröhrenkatheterisierung erforderlich. Die weitere Behandlung richtet sich nach den Ursachen. Bei Männern mit benigner Prostatahyperplasie, können Medikamente (meist alpha-adrenerge Blocker oder 5-Alpha-Reduktase-Inhibitoren) oder eine Operation helfen, eine Blasenauslassobstruktion zu verringern

Es gibt keine wirksame Behandlung bei eingeschränkter Kontraktilität der Blase, jedoch kann die Blasenentleerung durch eine Verringerung der Blasenauslassobstruktion mittels "alpha-adrenerge Blocker" erhöht werden.

Intermittierende Selbstkatheterisierung oder Dauerkatheter sind oft erforderlich. Ein permanenter suprapubischer Katheter oder eine Harnableitung sind der letzte Ausweg.

Wichtige Punkte

  • Zu den Mechanismen gehören eingeschränkte Kontraktilität der Blase, Blasenauslassobstruktion und Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie.

  • Unvollständige Retention wird durch das Restharnvolumen diagnostiziert > 50 ml (> 100 ml bei Patienten > 65).

  • Verordnung eines Harnröhrenkatheters und ursächliche Behandlung der Retention.

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