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Krupp

(Laryngotracheobronchitis)

Von

Rajeev Bhatia

, MD, Phoenix Children's Hospital

Inhalt zuletzt geändert Aug 2018
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Quellen zum Thema

Krupp ist eine akute Entzündung des oberen und unteren Respirationstrakts, die meistens durch eine Infektion mit Parainfluenza-Virus Typ 1 verursacht wird. Seine Kennzeichen sind ein metallischer, bellender Husten und ein inspiratorischer Stridor. Die Diagnose ist offensichtlich, kann aber auch durch eine anteroposteriore Röntgenaufnahme des Halses gesichert werden. Die Behandlung besteht aus Antipyretika, Hydrierung, vernebeltem Epinephrin und Corticosteroiden. Die Prognose ist hervorragend.

An Krupp erkranken hauptsächlich Kinder zwischen 6 Monaten und 3 Jahren.

Ätiologie

Die häufigsten Erreger sind

Weniger häufige Ursachen sind das respiratorische Syncytialvirus (RSV) und Adenovirus, gefolgt von den Influenzaviren A und B, Enterovirus, Rhinovirus, Masernvirus und Mycoplasma pneumoniae. Krupp, der durch eine Influenza verursacht wird, verläuft schwerer und kommt bei Kindern verschiedener Altersstufen vor.

Saisonale Ausbrüche sind häufig. Durch Parainfluenza bedingte Fälle treten vor allem im Herbst auf, die durch RSV und Influenzaviren im Winter und Frühjahr. Die Krankheit wird durch die Luft oder durch Kontakt mit infiziertem Sekret übertragen.

Pathophysiologie

Die Infektion verursacht eine Entzündung in Larynx, Trachea, Bronchien, Bronchiolen und Lungenparenchym. Eine Obstruktion durch Schwellung und entzündetes Exsudat kann sich entwickeln und betrifft vor allem die subglottische Region. Die Obstruktion erhöht die Atemarbeit; selten mündet eine Ermüdung in eine Hyperkapnie. Wenn die Bronchiolen verlegt werden, können gleichzeitig Atelektasen auftreten.

Symptome und Beschwerden

Krupp folgt normalerweise auf einen Infekt des oberen Respirationstraktes. Ein bellender, oft spastischer Husten und Heiserkeit kommen vor, vor allem in der Nacht; ferner kann ein inspiratorischer Stridor auftreten. Die Kinder wachen in der Nacht mit Atemnot, Tachypnoe und Einziehungen auf. In schweren Fällen kann sich, wenn das Kind ermüdet, bei zunehmend schwacher Atmung eine Zyanose entwickeln.

Die offensichtliche Atemnot und der raue inspiratorische Stridor sind die häufigsten dramatischen klinischen Befunde. Eine Auskultation deckt verzögerte Inspiration und Stridor auf. Auch Knistern kann vorkommen, was auf eine Beteiligung der unteren Atemwege schließen lässt. Atemgeräusche sind bei Atelektasen vermindert. Fieber ist bei der Hälfte der Kinder vorhanden. Der Zustand des Kindes scheint sich am Morgen zu bessern und verschlechtert sich am Abend erneut.

Wiederholte Episoden werden spastischer Krupp genannt. Dabei spielen Allergien oder eine vermehrte Reaktion der Atemwege eine Rolle. Die klinischen Manifestationen lassen keine Unterscheidung von einem virusbedingten Krupp zu. Obwohl der spastische Krupp in der Regel durch eine Virusinfektion beginnt, tritt in der Regel kein Fieber auf.

Diagnose

  • Klinischer Befund (z. B. bellender Husten, inspiratorischer Stridor)

  • Anteroposteriore (AP) und seitliche Röntgenaufnahmen des Halses nach Bedarf

Die Diagnose von Krupp ist durch die bellende Form des Hustens offensichtlich. Ein ähnlicher inspiratorischer Stridor kann bei Epiglottitis, bakterieller Tracheitis, Fremdkörper in Atemwegen, Diphtherie und retropharyngealem Abszess auftreten. Die Epiglottitis, der retropharyngeale Abszess und die bakterielle Tracheitis fangen schneller an und verursachen eine Odynophagie und weniger Symptome einer Infektion der oberen Luftwege; die Kinder sehen kränker aus. Ein Fremdkörper kann Atemnot und einen typischen Krupphusten verursachen, Fieber und eine vorbestehende Infektion der oberen Luftwege fehlen jedoch. Die Diphtherie kann ausgeschlossen werden, wenn in der Anamnese eine adäquate Immunisierung vorhanden ist oder durch eine Identifizierung des Organismus aus einer viralen Kratzkultur an den typisch gräulichen Diphtheriemembranen bestätigt wird.

Wenn die Diagnose zweifelhaft ist, sollten bei den Patienten laterale Röntgenaufnahmen der Halsweichteile und des Thorax angefertigt werden. Eine glatte Einengung in der subglottischen Region bestätigt die Diagnose. Schwerkranke Patienten, bei denen die Epiglottitis ein Risiko darstellt, sollten im Operationsraum von einem Spezialisten untersucht werden, der Erfahrung mit dem Legen von Atemzugängen hat ( Epiglottitis : Therapie). Es sollte eine Pulsoxymetrie durchgeführt und bei Patienten mit Atemnot sollten die Blutgase bestimmt werden.

Tipps und Risiken

  • Die Epiglottitis, der retropharyngeale Abszess und die bakterielle Tracheitis verursachen ein stärker toxisches Aussehen als Krupp und sind nicht mit metallischem, bellendem Husten assoziiert.

Behandlung

  • Für ambulante Patienten kühle feuchte Luft und möglicherweise eine einzige Dosis lang-wirkender Kortikosteroide.

  • Für stationäre Patienten befeuchteter Sauerstoff, racemisches Adrenalin und Kortikosteroide

Die Krankheit dauert 3–4 Tage und klingt spontan ab. Ein mittelschwer erkranktes Kind kann mit ausreichender Hydrierung und Antipyretika nach Hause entlassen werden. Es ist wichtig, das Kind ruhigzuhalten, da Erschöpfung oder Schreien den Zustand verschlechtern kann. Geräte zur Luftbefeuchtung (z. B. Kälte-Dampf-Luftbefeuchter oder Verdampfer) können die Austrocknung der oberen Atemwege lindern und werden häufig von Familien zu Hause genutzt. Eine Änderung des Krankheitsverlaufs konnte aber noch nicht bestätigt werden. Die überwiegende Mehrheit der Kinder mit Krupp erholen sich vollständig.

Der Krankenhausaufenthalt ist typischerweise indiziert bei zunehmender oder anhaltender Atemnot, Tachykardie, Müdigkeit, Zyanose oder Hypoxämie oder Dehydrierung. Pulsoxymetrie hilft bei der Beurteilung und Behandlung von schweren Fällen. Wenn die Sauerstoffsättigung unter 92% fällt, sollte befeuchteter Sauerstoff gegeben werden, unter einer Messung der BGAs zur Beurteilung der CO2-Retention. Eine 30–40%ige Sauerstoffkonzentration ist normalerweise ausreichend. Eine CO2-Retention (Paco2> 45 mmHg) deutet auf eine Erschöpfung und Schwierigkeiten hin, eine adäquate Sauerstoffsättigung aufrecht zu erhalten und sollte Anlass zu einer endotrachealen Intubation geben.

Vernebeltes Epinephrin 5–10 mg in 3 ml Kochsalz alle 2 h kann eine Linderung der Symptome bewirken und vermindert die Erschöpfung. Die Wirkung ist jedoch nur vorübergehend, der Verlauf der Krankheit, die zugrunde liegende Virusinfektion und der Sauerstoffpartialdruck (Pao2) ändern sich dadurch nicht. Zudem können noch eine Tachykardie und andere Nebenwirkungen auftreten. Tachykardie und andere schädliche Wirkungen können auftreten. Dieses Medikament wird in erster Linie für Patienten mit moderatem bis schwerem Krupp empfohlen.

Von früh verabreichtem hochdosierten Dexamethason 0,6 mg/kg i.m. oder p.o. als einmalige Dosis (maximale Dosis 10 mg) können Kinder in den ersten 24 h der Erkrankung profitieren. Es kann dazu beitragen, einen Krankenhausaufenthalt zu verhindern oder einem Kind helfen, das mit mittelschwerem bis schwerem Krupp eingeliefert wird. Hospitalisierte Kinder, die nicht schnell darauf ansprechen, benötigen eventuell mehrere Dosen. Die Viren, die Krupp verursachen, prädisponieren nicht zu einer sekundären bakteriellen Infektion, und Antibiotika sind selten indiziert.

Wichtige Punkte

  • Krupp ist eine akute virale Infektion der Atemwege, die Säuglinge im Alter von 6 bis 36 Monaten betrifft und typischerweise durch Parainfluenzaviren verursacht wird (vor allem Typ 1).

  • Die Hauptsymptome sind ein bellender, oft krampfhafter Husten und manchmal inspiratorischer Stridor (verursacht durch subglottisches Ödem); die Symptome sind nachts oft schwerer.

  • Die Diagnose erfolgt in der Regel klinisch, aber eine anteroposteriore Röntgenaufnahme des Halses und des Thorax, die eine klassische subglottische Verengung zeigt (Turmzeichen) bekräftigt die Diagnose.

  • Kühle, befeuchtete Luft oder Sauerstoff und manchmal Kortikosteroide und zerstäubtes razemisches Adrenalin werden verabreicht.

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