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Autoimmunerkrankungen

Von

Peter J. Delves

, PhD, University College London, London, UK

Inhalt zuletzt geändert Jan 2018
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Es handelt sich um Krankheiten, bei denen das Immunsystem Antikörper gegen ein endogenes Antigen bildet (autoantigen). Folgende Überempfindlichkeitsreaktionen kann es geben:

  • Type II: Mit Antikörpern beladene Zellen, wie jeder in ähnlicher Weise beladener Fremdkörper, aktivieren das Komplementsystem mit resultierender Gewebeschädigung.

  • Type III: Die Ansammlung von Antikörper-Antigen-Komplexen ist am Verletzungsprozess beteiligt.

  • Typ IV: Verletzungen sind T-Zellvermittelt.

Hinweise zu bestimmten Autoimmunerkrankungen s. an anderer Stelle im MSD Manual.

Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Ätiologie

Mechanismen

Den Angriffen des Körpers gegen sich selbst können verschiedene Mechanismen zugrunde liegen:

  • Autoantigene können alle möglichen Alterationen immunogen werden.

  • Antikörper gegen ein fremdes Antigen können mit einem unveränderten Autoantigen kreuzreagieren (z. B. Antikörper gegen Streptokokken-M-Protein kann mit humanem Herzmuskel kreuzreagieren).

  • Normalerweise vom Immunsystem abgesonderte Autoantigene werden ausgesetzt und lösen eine Autoimmunreaktion aus (z. B. systemische Freisetzung von melaninhaltigen uvealen Zellen nach einer Augenverletzung löst eine sympathische Ophthalmie aus).

Autoantigene können durch chemische, physikalische oder biologische Alterationen immunogen werden.

  • Chemisch: Bestimmte chemische Substanzen koppeln sich an Proteine des Körpers und machen sie immunogen (wie bei der medikamenteninduzierten hämolytischen Anämie).

  • Physikalisch: Beispielsweise induziert ultraviolettes Licht eine Apoptose von Keratinozyten und anschließend eine veränderte Immunogenität von Antigenen, was zu Lichtempfindlichkeit führt, wie sie bei einem kutanem Lupus erythematodes vorkommt.

  • Biologisch: Zum Beispiel kommt es in Tiermodellen durch eine andauernde Infektion mit einem RNA-Virus, das sich mit Wirtsgewebe verbindet zu biologischen Autoantigenveränderungen, was zu Autoimmunerkrankungen ähnlich dem SLE führt.

Genetische Faktoren

Verwandte von Patienten mit Autoimmunerkrankungen haben oft auch Autoantikörper. Die Spezifität von Autoantikörpern bei Patienten und ihren Verwandten ist häufig, aber nicht immer, ähnlich. Wenn ein Zwilling eine Autoimmunerkrankung hat, ist es wahrscheinlicher, dass der andere Zwilling sie hat, wenn er eineiig ist und kein zweieiiger Zwillinge.

Die meisten Autoimmunerkrankungen haben eine polygene Ätiologie und fast immer tragen allele Varianten innerhalb des HLA-Genlocus dazu bei.

Abwehrmechanismen

Normalerweise werden potenziell pathologische Autoimmunreaktionen durch den Immuntoleranz-Mechanismus der klonalen Deletion und klonalen Anergie verhindert. Alle autoreaktiven Lymphozyten, die nicht durch diese Mechanismen gesteuert werden, werden üblicherweise durch Foxp3+ regulatorische T-Zellen zurückgehalten. Eine regulatorischer T-Zell-Defekt kann mit jedem dieser Schutzmechanismen interferieren, was in Autoimmunität resultiert. Antiidiotypische Antikörper (Antikörper gegen die Antigenbindungsstelle anderer Antikörper) interferieren möglicherweise mit der Regulation der Antikörperaktivität.

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