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Autoimmunerkrankungen

Von

Peter J. Delves

, PhD, University College London, London, UK

Inhalt zuletzt geändert Jul 2019
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Es handelt sich um Krankheiten, bei denen das Immunsystem Antikörper gegen ein endogenes Antigen bildet (autoantigen). Folgende Überempfindlichkeitsreaktionen kann es geben:

Hinweise zu bestimmten Autoimmunerkrankungen s. an anderer Stelle im MSD-Manual.

Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Ätiologie

Mechanismen

Den Angriffen des Körpers gegen sich selbst können verschiedene Mechanismen zugrunde liegen:

  • Autoantigene können alle möglichen Alterationen immunogen werden.

  • Antikörper gegen ein fremdes Antigen können mit einem unveränderten Autoantigen kreuzreagieren (z. B. Antikörper gegen Streptokokken-M-Protein kann mit humanem Herzmuskel kreuzreagieren).

  • Normalerweise vom Immunsystem abgesonderte Autoantigene werden ausgesetzt und lösen eine Autoimmunreaktion aus (z. B. systemische Freisetzung von melaninhaltigen uvealen Zellen nach einer Augenverletzung löst eine sympathische Ophthalmie aus).

Autoantigene können durch chemische, physikalische oder biologische Alterationen immunogen werden.

Genetische Faktoren

Verwandte von Patienten mit Autoimmunerkrankungen haben oft auch Autoantikörper. Die Spezifität von Autoantikörpern bei Patienten und ihren Verwandten ist häufig, aber nicht immer, ähnlich. Wenn ein Zwilling eine Autoimmunerkrankung hat, ist es wahrscheinlicher, dass der andere Zwilling sie hat, wenn er eineiig ist und kein zweieiiger Zwillinge.

Die meisten Autoimmunerkrankungen haben eine polygene Ätiologie und fast immer tragen allele Varianten innerhalb des humanen Leukozytenantigen-Genlocus dazu bei.

Abwehrmechanismen

Normalerweise werden potenziell pathologische Autoimmunreaktionen durch den Immuntoleranz-Mechanismus der klonalen Deletion und klonalen Anergie verhindert. Alle autoreaktiven Lymphozyten, die nicht durch diese Mechanismen gesteuert werden, werden üblicherweise durch Foxp3+ regulatorische T-Zellen zurückgehalten. Eine regulatorischer T-Zell-Defekt kann mit jedem dieser Schutzmechanismen interferieren, was in Autoimmunität resultiert. Antiidiotypische Antikörper (Antikörper gegen die Antigenbindungsstelle anderer Antikörper) interferieren möglicherweise mit der Regulation der Antikörperaktivität.

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