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Hyperpigmentierung

Von

Shinjita Das

, MD, Harvard Medical School

Inhalt zuletzt geändert Mai 2018
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Quellen zum Thema

Hyperpigmentierungen haben zahlreiche Ursachen und können fokal oder diffus auftreten. Meist besteht eine vermehrte Melaninproduktion und -ablagerung.

Fokale Hyperpigmentierungen entstehen überwiegend postinflammatorisch, nach Verletzungen (z. B. Schnittwunden Wunden Pflege von Platzwunden Ermöglicht die schnelle Heilung Minimiert das Risiko einer Infektion Optimiert kosmetische Ergebnisse Der Heilungsprozess beginnt gleich nach der Verletzung durch Koagulation... Erfahren Sie mehr und Verbrennungen Verbrennungen Verbrennungen sind Verletzungen der Haut oder anderer Gewebe, die durch den Kontakt mit Wärme, Strahlung, Chemikalien oder Elektrizität verursacht werden. Verbrennungen werden nach... Erfahren Sie mehr Verbrennungen ) oder anderen Ursachen einer Entzündungsreaktion (z. B. Akne Acne vulgaris Die Acne vulgaris geht mit der Bildung von Komedonen (Mitessern), Papeln, Pusteln, Knötchen und/oder Zysten durch Obstruktion und Entzündung der Haarfollikel-Talgdrüsen-Einheit... Erfahren Sie mehr Acne vulgaris , Lupus erythematodes Systemischer Lupus erythematodes Der systemische Lupus erythematodes ist eine chronische, multisystemische entzündliche Krankheit mit autoimmuner Ätiologie, die bevorzugt bei jungen Frauen auftritt. Gemeinsame Manifestationen... Erfahren Sie mehr Systemischer Lupus erythematodes ). Fokale lineare Hyperpigmentierung ist häufig auf Phytophotodermatitis zurückzuführen, eine phototoxische Reaktion, die durch UV-Licht in Kombination mit Psoralene (speziell Furocumarine) in Pflanzen (z. B. Limetten, Petersilie, Sellerie— Chemische Lichtempfindlichkeit Chemische Lichtempfindlichkeit Chemische Lichtempfindlichkeit ) entsteht. Fokale Hyperpigmentierung kann durch neoplastisch Prozesse (z. B. Lentigines Lentigines Hyperpigmentierungen haben zahlreiche Ursachen und können fokal oder diffus auftreten. Meist besteht eine vermehrte Melaninproduktion und -ablagerung. (Siehe auch Überblick Pigmentierungsstö... Erfahren Sie mehr  Lentigines , Melanom Melanom Maligne Melanome gehen von den Melanozyten in pigmentierten Bereichen aus (z. B. Haut, Schleimhäute, Augen oder ZNS). Das Metastasierungsrisiko korreliert mit der Tiefe der dermalen Invasion... Erfahren Sie mehr Melanom , Melasma Melasma (Chloasma) Hyperpigmentierungen haben zahlreiche Ursachen und können fokal oder diffus auftreten. Meist besteht eine vermehrte Melaninproduktion und -ablagerung. (Siehe auch Überblick Pigmentierungsstö... Erfahren Sie mehr  Melasma (Chloasma) , Sommersprossen oder Café-au-lait-Flecken Art der Läsion (Primäre Morphologie) Art der Läsion (Primäre Morphologie) entstehen. Acanthosis nigricans Krebs der inneren Organe Krebs der inneren Organe verursacht fokale Hyperpigmentierung und ein samtiges Plaque, am häufigsten an den Achselhöhlen und am hinteren Hals.

Diffuse Hyperpigmentierung Arzneimittelinduzierte Hyperpigmentierung Hyperpigmentierungen haben zahlreiche Ursachen und können fokal oder diffus auftreten. Meist besteht eine vermehrte Melaninproduktion und -ablagerung. (Siehe auch Überblick Pigmentierungsstö... Erfahren Sie mehr  Arzneimittelinduzierte Hyperpigmentierung kann durch Medikamente entstehen und auch systemische und neoplastische Ursachen haben (insbesondere Lungenkarzinome und Melanome mit systemischer Beteiligung). Nach der Eliminierung von Medikamenten als Ursache für diffuse Hyperpigmentierung, sollten die Patienten auf die häufigsten systemischen Ursachen getestet werden. Diese Gründe sind beim M. Addison Morbus Addison Der Morbus Addison ist eine schleichende, fortschreitende Unterfunktion der Nebennierenrinde. Er verursacht charakteristische Symptome wie Hypotension, Hyperpigmentierung und kann zu einer adrenergen... Erfahren Sie mehr Morbus Addison , Hämochromatose Hereditäre Hämochromatose Die hereditäre Hämochromatose ist eine genetische Krankheit; sie ist durch die exzessive Akkumulation von Eisen (Fe) im Gewebe charakterisiert, die zu Gewebeschäden führt... Erfahren Sie mehr Hereditäre Hämochromatose und primäre biliäre Cholangitis Primär biliäre Cholangitis (PBC) Die primäre biliäre Cholangitis (PBC; früher bekannt als primäre biliäre Zirrhose) ist eine Autoimmunerkrankung der Leber, die durch die fortschreitende Zerstörung... Erfahren Sie mehr . Hautbefunde sind nicht-diagnostisch, daher ist eine Hautbiopsie nicht erforderlich oder hilfreich. Die Suche nach zugrunde liegenden Krebserkrankungen sollte auf einer Überprüfung der Systeme basieren.

Melasma (Chloasma)

Bei dem Melasma liegen im Gesicht dunkelbraune, scharf abgegrenzte, etwa symmetrische hyperpigmentierte Flecken vor (meist auf Stirn, Schläfen, Wangen, Oberlippen oder Nase). Es tritt bevorzugt bei Schwangeren auf (Melasma gravidarum oder Schwangerschaftsmaske) sowie bei der Einnahme oraler Kontrazeptiva Orale Kontrazeptiva Die oralen Kontrazeptiva wirken wie ovarielle Hormone. Wenn sie eingenommen werden, hemmen sie die Freisetzung des Gonadotropin-Releasing-Hormons (GnRH) durch den Hypothalamus und in der Folge... Erfahren Sie mehr . Zehn Prozent der Fälle betreffen nicht-schwangere Frauen und dunkelhäutige Männer. Melasma ist häufiger und dauert länger bei Menschen mit dunkler Haut.

Weil das Melasma-Risiko mit zunehmender Sonneneinstrahlung steigt, beinhaltet der Mechanismus wahrscheinlich eine Überproduktion von Melanin durch hyperfunktionelle Melanozyten. Neben Sonneneinstrahlung sind weitere erschwerende Faktoren

  • Autoimmune Schilddrüsenkrankheiten

  • Photosensibilisierende Medikamente

Bei Frauen verblasst das Melasma langsam und unvollständig nach der Entbindung oder dem Beenden der Hormoneinnahme. Bei Männern verschwindet es nur selten wieder.

Die Behandlung hängt davon ab, ob es sich um eine epidermale oder dermale Pigmentierung handelt. Epidermale Pigmentablagerungen werden unter Wood-Licht Wood-Lampe Diagnostische Untersuchungen sind indiziert, wenn die Ursache einer Hautläsion oder Hauterkrankung nach Anamnese und körperlicher Untersuchung weiterhin unklar ist. Hierzu gehören Patch-Tests... Erfahren Sie mehr  Wood-Lampe (365 nm) deutlicher sichtbar und können mittels Biopsie diagnostiziert werden. Nur die epidermale Pigmentierung spricht auf eine Behandlung an. Die oft wirksame Erstlinientherapie beinhaltet eine dreifache topische Therapie, bestehend aus einer Kombination von Hydrochinon 2 bis 4%, Tretinoin 0,05 bis 1% und einem topischen Kortikosteroid der Klassen V bis VII. (siehe Tabelle: Relative Wirkstärke von ausgewählten topischen Kortikosteroiden Relative Wirkstärke von ausgewählten topischen Kortikosteroiden  Relative Wirkstärke von ausgewählten topischen Kortikosteroiden ). Wenn keine dreifache topische Therapie verfügbar ist, könnte man überlegen, dass Hydrochinon 3 bis 4% zweimal täglich für jeweils bis zu 8 Wochen angewendet wird (chronische Dauereinnahme kann theoretisch das Risiko für eine exogene Ochronose (eine permanente Form der Hyperpigmentierung) erhöhen. 2% Hydrochinon ist als Aufrechterhaltung nützlich. Vor dem Einsatz im Gesicht sollte Hydrochinon zunächst für eine Woche auf einem kleinen Fleck hinter einem Ohr oder auf dem Unterarm getestet werden, da es zu Hautreizungen oder allergischen Reaktionen führen kann. Azelainsäure-Creme 15 bis 20%, kann anstelle von oder mit Hydrochinon und/oder Tretinoin verwendet werden. Hydrochinon, Tretinoin und Azelainsäure sind Bleichmittel.

Bei Patienten mit schwerem Melasma, das nicht auf topische Bleichmittel anspricht, ist ein chemisches Peeling mit Glykolsäure oder 30- bis 50%ige Trichloressigsäure möglich. Laser-Behandlungen wurden verwendet, aber bisher wurde noch keine als Standard-Therapie etabliert. Zwei viel versprechende Technologien sind der Q-switched Nd: YAG (1064 nm)-Laser und nonablative fraktionierte Hauterneuerung in Verbindung mit dreifacher topischer Therapie. Während und nach der Therapie muss strikter Schutz vor der Sonne Vorbeugung Die Haut kann auf Sonnenlicht mit chronischen (z. B. Dermatoheliosis [Hautalterung], aktinische Keratosen) oder akuten (z. B. Lichtempfindlichkeit, Sonnenbrand) Veränderungen reagieren. Die... Erfahren Sie mehr beachtet werden.

Lentigines

Lentigines (Singular: Lentigo) sind flache, dunkelgelb bis braune, ovale Hautflecken. Sie entstehen häufig aufgrund chronischer Sonnenexposition (Solarlentigines, manchmal Leberflecken genannt) und treten am häufigsten auf dem Gesicht und Handrücken auf. Sie treten in der Regel zunächst im mittleren Alter auf und nehmen mit dem Alter zu. Obwohl das Fortschreiten von Lentigines zu einem Melanom nicht bewiesen ist, sind Lentigines ein unabhängiger Risikofaktor für Melanome Melanom Maligne Melanome gehen von den Melanozyten in pigmentierten Bereichen aus (z. B. Haut, Schleimhäute, Augen oder ZNS). Das Metastasierungsrisiko korreliert mit der Tiefe der dermalen Invasion... Erfahren Sie mehr Melanom . Wenn Lentigines ein kosmetisches Anliegen sind, werden sie mit Kryotherapie oder Laser behandelt; Hydrochinon ist nicht wirksam.

Nicht solare Lentigines werden manchmal mit systemischen Störungen in Verbindung gebracht, wie z. B. Peutz-Jeghers-Syndrom Peutz-Jeghers-Syndrom Das Peutz-Jeghers-Syndrom ist eine autosomal-dominante Krankheit mit multiplen hamartomähnlichen Polypen in Magen, Dünndarm und Kolon entlang charakteristischer pigmentierter Hautlä... Erfahren Sie mehr Peutz-Jeghers-Syndrom (bei denen reichlich Lentigines der Lippen auftreten), Multiple Lentigines Syndrom (oder LEOPARD-Syndrom, das für multiple Lentigines steht, Elektrokardiogram (EKG) Leitungsstörungen, Okularer Hypertelorismus, Pulmonale Stenose, Abnormale Genitalien, Retardierung des Wachstums und sensorineurale Taubheit), oder xeroderma Pigmentosum.

Arzneimittelinduzierte Hyperpigmentierung

Veränderungen treten für gewöhnlich diffus auf, gelegentlich jedoch auch in einem für das Arzneimittel typischen Verteilungsmuster oder Farbton (siehe Tabelle: Hyperpigmentierung Wirkungen einiger Medikamente und Chemikalien Hyperpigmentierung Wirkungen einiger Medikamente und Chemikalien  Hyperpigmentierung Wirkungen einiger Medikamente und Chemikalien ). Mechanismen umfassen

  • Erhöhtes Melanin in der Epidermis (tendenziell mehr braun)

  • Melanin in der Epidermis und Dermis (meist braun mit einem Hauch von grau oder blau)

  • Erhöhtes Melanin in der Dermis (tendenziell mehr gräulich oder blau)

  • Dermale Ablagerung des Medikaments, von Metaboliten oder Medikament-Melanin-Komplexenn (meist schiefer- oder blaugrau)

Medikamente können zu sekundärer Hyperpigmentierung führen. Der arzneimittelbedingte Lichen planus Lichen planus Der Lichen planus ist ein rezidivierendes, juckendes, entzündliches Exanthem mit kleinen, dezenten, polygonalen, abgeflachten, lividen Papeln, die konfluieren können, oft liegen auch... Erfahren Sie mehr Lichen planus beispielsweise (auch als lichenoide Arzneimittelreaktion bezeichnet) hinterlässt meist eine fokale Hyperpigmentierung.

Tabelle
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Beim fixierten Arzneimittelexanthem bilden sich jedes Mal bei Einnahme einer Substanz an derselben Stelle rote Plaques oder Blasen, für gewöhnlich persistiert eine residuelle postinflammatorische Hyperpigmentierung. Die Läsionen tauchen typischerweise im Gesicht (v. a. Lippen), auf Händen, Füßen und Genitalien auf. Zu den typischen reizenden Medikamenten gehören Antibiotika (Sulfonamide, Tetracycline, Trimethoprim und Fluorchinolone), nichtsteroidale Antiphlogistika und Barbiturate.

Wichtige Punkte

  • Allgemeine Ursachen von fokaler Hyperpigmentierungen sind Verletzungen, Entzündungen, Phytophotodermatitis, Lentigines, Melasma, Sommersprossen, Café-au-lait-Flecken und Acanthosis nigricans.

  • Häufige Ursachen der ausgedehnten Hyperpigmentierung gehören Melasma, Medikamente, Krebs und andere systemische Erkrankungen.

  • Untersuchen Sie Patienten mit ausgedehnter Hyperpigmentierung, die nicht durch Medikamente für primäre biliäre Cholangitis, Cholangitis, Hämochromatose und Morbus Addison verursacht ist.

  • Behandeln Sie Melasma zunächst mit einer Kombination aus Hydrochinon 2 bis 4%, Tretinoin 0,05 bis 1%, und einem topischen Kortikosteroide Klasse V bis VII.

  • Wenn Lentigines ein kosmetisches Anliegen sind, sind sie mit Kryotherapie oder Laser zu behandeln.

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