Akute Paronychie

VonShari Lipner, MD, PhD, Weill Cornell Medicine
Reviewed ByJoseph F. Merola, MD, MMSc, UT Southwestern Medical Center
Überprüft/überarbeitet Geändert Okt. 2025
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Die Paronychie ist eine Infektion der periungualen Gewebe. Akute Paronychie verursacht Rötung, Überwärmung und Schmerzen in den Nagelfalzen. Die Diagnose wird durch klinische Untersuchung gestellt. Inzision und Drainage sind eine wichtige Behandlungsmaßnahme. Antistaphylokokken-Antibiotika können ebenfalls eingesetzt werden.

(Siehe auch Übersicht über die Nagelerkrankungen.)

Paronychie bezieht sich auf eine Infektion der periunguealen Hautfalten und kann akut oder chronisch sein. Bei akuter Paronychie sind die Erreger in der Regel Staphylococcus aureus oder Streptokokken und seltener Pseudomonas oder Proteus-Spezies. Organismen dringen durch einen Bruch in der Epidermis ein, der durch einen Niednagel, ein Trauma an einem Nagelfalz, Verlust der Kutikula oder chronische Reizung (z. B. durch Wasser und Waschmittel) entsteht. Beißen oder Saugen der Finger kann auch zur Entwicklung der Infektion beitragen. An den Zehen ist oft ein eingewachsener Nagel der Auslöser.

Bei Diabetikern sowie bei Patienten mit peripherer Gefäßerkrankung kann die Zehenparonychie zu einer ausgedehnteren Infektion führen und die Extremität bedrohen.

Symptome und Anzeichen einer akuten Paronychie

Die Paronychie entsteht entlang des Nagelrandes (lateraler und/oder proximaler Nagelfalz) und manifestiert sich im Laufe von Stunden bis Tagen mit Schmerzen, Überwärmung, Rötung und Schwellung. Für gewöhnlich bildet sich am Nagelrand sowie gelegentlich unter dem Nagel Eiter. Eine Infektion kann sich auf die Fingerspitze ausbreiten, was eine Nagelbettentzündung verursacht. Selten dringt die Infektion in die Tiefe des Fingers vor und führt dort zur infektiösen Tenosynovitis der Flexoren.

Akute Paronychie am Finger
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Auf diesem Foto ist die akute Paronychie durch eine ausgedehnte Entzündung um den Fingernagel und Eiterbildung gekennzeichnet.

DR. P. MARAZZI/SCIENCE PHOTO LIBRARY

Diagnose der akuten Paronychie

  • Körperliche Untersuchung allein

Die Diagnose einer akuten Paronychie basiert auf der körperlichen Untersuchung.

Mehrere Hauterkrankungen können Änderungen verursachen, die aussehen wie Paronychie; sie sollten daher in Betracht gezogen werden, vor allem, wenn die Behandlung zunächst nicht wirksam ist. Zu diesen Krankheiten gehören Plattenepithelkarzinom, proximale Onychomykose, pyogenes Granulom, Pyoderma gangraenosum und Herpes Panaritium.

Behandlung der akuten Paronychie

  • Gegen Staphylokokken und Streptokokken wirksame Antibiotika

  • Drainage von Eiter

Eine frühe Behandlung besteht aus warmen Kompressen oder Bädern und einem oralen Antibiotikum, das gegen Staphylokokken und Streptokokken wirksam ist (z. B. Dicloxacillin oder Cephalexin 250 mg 4-mal täglich, Clindamycin 300 mg 4-mal täglich). In Gebieten, in denen Methicillin-resistentes Staphylococcus aureus häufig vorkommt, sollten Antibiotika, die wirksam gegen diesen Organismus sind (z. B. Trimethoprim/Sulfamethoxazol) basierend auf den Ergebnissen der lokalen Sensitivitätstestung gewählt werden. Bei Patienten mit Diabetes und anderen Patienten mit peripheren Gefäßerkrankungen sollte die Zehenparonychie auf Anzeichen einer Phlegmone oder einer schwereren Infektion (z. B. Ausbreitung von Ödemen oder Erythemen, Lymphknotenschwellung, Fieber) überwacht werden.

Fluktuierende Schwellungen oder sichtbarer Eiter sollten mit einem Freer-Elevator, einer kleinen Hämostase oder einer Skalpellklinge Nr. 11, die zwischen Nagel und Nagelfalz eingeführt wird, abgelassen werden. Eine Hautinzision ist nicht erforderlich. Zur Drainageförderung kann für 24–48 Stunden ein dünner Mullschlauch eingelegt werden. Es ist wichtig, eine Wundkultur durchzuführen, um Erreger und Sensitivitäten zu bestimmen.

Wichtige Punkte

  • Akute Paronychie kann mit einem Niednagel, einem Nagelfalztrauma, dem Verlust der Nagelhaut, einer chronischen Reizung oder Beißen oder Lutschen der Finger zusammenhängen.

  • Die Diagnose ist wahrscheinlich, wenn sich schwere Rötungen, Schmerzen und Wärme akut entlang des Nagelrandes entwickeln, aber Alternativdiagnosen sollten in Erwägung gezogen werden, insbesondere dann, wenn die Behandlung nicht erfolgreich ist.

  • Mit einem Antibiotikum und feuchter Hitze sowie durch Drainage von sichtbarem Eiter behandeln.

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