Chronische Paronychie

VonShari Lipner, MD, PhD, Weill Cornell Medicine
Reviewed ByJoseph F. Merola, MD, MMSc, UT Southwestern Medical Center
Überprüft/überarbeitet Geändert Okt. 2025
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Die chronische Paronychie ist eine rezidivierende oder persistierende Entzündung des Nagelfalzes. Sie betrifft typischerweise die Fingernägel und wird durch längere Exposition gegenüber Wasser oder anderen Reizstoffen verursacht (z. B. Chemotherapeutika). Zu den Anzeichen und Symptomen gehören ein auffallendes Fehlen von Eiter und das Vorhandensein von Erythem, Druckempfindlichkeit sowie in späteren Stadien Fibrose und/oder Dystrophie. Die Diagnose wird klinisch gestellt. Die Behandlung basiert auf der Vermeidung ursächlicher Faktoren, jedoch können topische oder intraläsionale Glukokortikoide sowie topische Calcineurin-Inhibitoren hilfreich sein.

(Siehe auch Übersicht über die Nagelerkrankungen.)

Chronische Paronychie ist eine entzündliche Erkrankung der Nagelfaltenhaut. Sie tritt am häufigsten bei Personen auf, deren Hände chronisch nass sind (z. B. Tellerwäscher, Barkeeper, Haushälterinnen), insbesondere wenn sie ein Handekzem haben, Diabetiker oder immungeschwächt sind. Durch Eradikation des Pilzes heilt das Krankheitsbild nicht grundsätzlich ab. Oft ist Candida nachweisbar, wobei dessen Rolle bei der Ätiologie unklar ist. Die Erkrankung kann eher als irritative Dermatitis betrachtet werden, gelegentlich mit sekundärer Pilzbesiedlung, und nicht als primär infektiöse Pathologie.

Medikamente wie Inhibitoren des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (EGFR), des mammalian target of rapamycin (mTOR) und seltener BRAF-Gen-Inhibitoren können chemotherapieinduzierte Paronychie zusammen mit anderen Hautveränderungen verursachen (1). Der Mechanismus ist nicht vollständig aufgeklärt. Allerdings scheinen die meisten Fälle vom Medikament selbst ausgelöst zu werden, beispielsweise durch Veränderungen des Retinsäuremetabolismus, und nicht durch eine Sekundärinfektion.

Die Nagelfalte kann erythematös und empfindlich sein mit wiederholten Entzündungsschüben und wird oft fibrotisch. Anders als bei der akuten Paronychie ist fast nie eine Eiteransammlung vorhanden. Häufig kommt es zum Verlust der Kutikula und zu einer deutlichen Ablösung des Nagelfalzes von der Nagelplatte. Durch diese Trennung entsteht ein Spalt, der Reizstoffen und Mikroorganismen als Eintrittspforte dient. Der Nagel kann langfristig dystrophisch werden.

Die Diagnose einer chronischen Paronychie wird klinisch gestellt.

Manifestationen chronischer Paronychie
Chronische Paronychie des zweiten Fingernagels (Zeigefinger)

Anzeichen für chronische Paronychien bei diesem Patienten sind fehlende Kutikula, geschwollene proximale Nagelfalte und Beau-Linien der Nagelplatte.

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Hinweis

  1. 1. Axler EN, Iorizzo M, McLellan B, et al. Nail toxicity associated with anticancer agents. J Am Acad Dermatol. 2025;92(6):1327-1336. doi:10.1016/j.jaad.2025.01.069

Behandlung der chronischen Paronychie

  • Vermeidung von Reizstoffen und übermäßiger Wasserexposition

  • Topische Glukokortikoide oder Calcineurininhibitoren

  • Gegebenenfalls intraläsionale Glukokortikoide und Antimykotika

Die Behandlung der chronischen Paronychie konzentriert sich auf die strikte Vermeidung von Reizstoffen und Feuchtigkeit in Kombination mit einer topischen antiinflammatorischen Therapie als Erstlinienbehandlung. Die Vermeidung von Reizstoffen und übermäßiger Wasserexposition hilft der Nagelhaut, sich zu regenerieren und den Raum zwischen Nagelfalz und Nagelplatte zu schließen. Bei Wasserkontakt werden Handschuhe oder Barrierecremes getragen.

Topische Medikamente, die helfen können, sind unter anderem Glukokortikoide und Tacrolimus 0,1% (ein Calcineurin-Hemmer) (1). Intraläsionale Glukokortikoidinjektionen in die hypertrophe proximale Nagelfalte können die Besserung beschleunigen. Antimykotische Behandlungen (z. B. orales Fluconazol) werden nur zur Therapie hinzugefügt, wenn Hefekolonisierung ein Problem darstellt.

Bei fehlendem Therapieansprechen und Befall eines einzelnen Fingers oder Zehs sollten entzündliche Erkrankungen wie Nagelpsoriasis, Nagel-Lichen planus oder ein Plattenepithelkarzinom in Betracht gezogen werden. Eine Biopsie ist erforderlich, um ein Plattenepithelkarzinom auszuschließen.

Literatur zur Therapie

  1. 1. Relhan V, Goel K, Bansal S, Garg VK: Management of chronic paronychia. Indian J Dermatol 59(1):15-20, 2014. doi: 10.4103/0019-5154.123482

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