Was Patienten über COPD wissen müssen
Spricht man über die Gefahren des Rauchens, ist die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) eine davon. Rauchen ist sogar die häufigste Ursache der COPD.
COPD ist eine häufige Todesursache – jedes Jahr sterben in den Vereinigten Staaten ungefähr 140.000 Menschen daran. COPD-Patienten brauchen länger, bis beim Ausatmen keine Luft mehr in der Lunge ist. Oftmals liegt dies an einer Verengung oder Schädigung der Atemwege und führt dazu, dass Luft in der Lunge eingeschlossen wird. Mit der Zeit führt das zu chronischem Husten, Kurzatmigkeit, einer Einschränkung der körperlichen Aktivität und einem erhöhten Risiko für Atemwegsinfektionen.
Obwohl COPD eine der Haupttodesursachen ist, kann man Maßnahmen zur Bekämpfung der Krankheit ergreifen. Es gibt Behandlungen, die die Lebensqualität der Betroffenen verbessern und ihnen helfen, länger mit COPD zu leben. Im Folgenden sind 4 wissenswerte Dinge über COPD für Patienten und Betreuer aufgelistet.
1. COPD umfasst andere Atemwegserkrankungen
COPD ist ein Sammelbegriff, der auch chronisch-obstruktive Bronchitis und Emphyseme umfasst.
Eine chronische Bronchitis wird als Husten mit Auswurf definiert, der über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten in zwei aufeinanderfolgenden Jahren auftritt. Wenn die chronische Bronchitis mit einer Einschränkung des Luftflusses (Ventilationsobstruktion) einhergeht, spricht man von chronischer obstruktiver Bronchitis. Ein Emphysem ist die ausgedehnte und irreversible Zerstörung der Zellwände in den Alveolen (den Zellen, welche die Lungenbläschen, die strukturellen Elemente der Lunge, stützen), wodurch sich viele Alveolen stark aufblähen. Zur Bestätigung der Diagnose wird oft eine Lungenfunktionsprüfung durchgeführt.
Man kann gleichzeitig eine chronische Bronchitis und ein Emphysem haben. Vielmehr entscheidet der Schweregrad der Einschränkung des Luftflusses darüber, wie sich der Patient fühlt.
Obwohl COPD oft mit Umwelteinflüssen wie Rauchen in Verbindung gebracht wird, kann sie auch erblich bedingt sein. Wenn jemand schon in jungen Jahren an COPD erkrankt – vor allem, wenn eine erbliche Neigung zu dieser Krankheit vorliegt –, wird der Alpha-1-Antitrypsinspiegel im Blut gemessen, um beurteilen zu können, ob ein Alpha-1-Antitrypsinmangel vorliegt. Ist der Spiegel niedrig, können weitere Gentests, manchmal mittels Wangenabstrich oder Fingerpunktion (Trockenblutprobe), durchgeführt werden, um zu bestätigen, ob die Erkrankung vorliegt oder nicht. Diese Erbkrankheit wird auch vermutet, wenn COPD bei Leuten auftritt, die nie geraucht haben.
2. COPD ist anders als Asthma
Asthma ist eine weitere sehr häufig auftretende Atemwegserkrankung, die ähnliche Symptome wie COPD verursachen kann. Bei Personen mit Asthma und chronischer Bronchitis kann neben dem Husten mit Auswurf auch Keuchatmung, Kurzatmigkeit und eine Einschränkung des Luftflusses, die sich teilweise zurückbilden kann, vorliegen. In manchen Fällen können Asthma und COPD auch gleichzeitig vorliegen. Dies wird dann als Asthma-COPD-Overlap-Syndrom bezeichnet. Patienten mit beiden Erkrankungen werden hauptsächlich wegen Asthma behandelt.
Ein wesentlicher Unterschied zwischen COPD und Asthma ist, dass sich die Einschränkung des Luftstroms bei Asthma in den meisten Fällen vollkommen zurückbilden kann – sie bildet sich entweder von selbst zurück oder mithilfe einer Behandlung. Bei der COPD lässt sich eine durch ein Emphysem hervorgerufene Einschränkung in der Regel zwar nicht beheben, aber die Verkrampfungen der Bronchienmuskulatur, die Entzündungsvorgänge und die erhöhte Schleimproduktion gehen möglicherweise zurück. Medikamente zum Inhalieren sind in verschiedenen Formen, einschließlich tragbarer Dosierinhalatoren, Trockenpulverinhalatoren und Vernebler, verfügbar und können helfen, die Atemwegsmuskulatur zu entspannen und die COPD-Symptome zu lindern.
Sowohl bei COPD als auch bei Asthma kann es zu Schüben, sogenannten Exazerbationen, kommen. Asthmaschübe können durch Allergien, Infektionen und sogar körperliche Anstrengung verursacht werden. Bei COPD werden diese Schübe allerdings in der Regel durch eine Virusinfektion oder eine hohe Luftverschmutzung verursacht. COPD-Schübe zeichnen sich durch eine Verschlechterung der Kurzatmigkeit und die übermäßige Produktion von gelbem oder grünem Schleim aus. Diese Schübe sollten so rasch wie möglich behandelt werden.
3. Eine frühzeitige Behandlung kann helfen
Einer der größten Mythen rund um COPD ist, dass man nichts dagegen tun kann. In Wahrheit gibt es wirksame Behandlungen, die die körperliche Leistungsfähigkeit verbessern, die Symptome lindern, die allgemeine Lungenfunktion verbessern und das Überleben verlängern können. Es dauert oft Jahre, bis COPD fortschreitet. Und je eher man vorbeugende Maßnahmen ergreifen kann, umso besser.
Ein wichtiger Schritt ist, allgemein ein gesundes Leben zu führen. Dazu gehört, ein normales Körpergewicht beizubehalten, regelmäßig Sport zu treiben und sich gesund zu ernähren. Zusätzlich zu Medikamenten wie solchen zum Inhalieren sollten Patienten mit COPD auch jedes Jahr gegen Grippe geimpft werden. Eine Impfung gegen Pneumokokken, COVID-19 und das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) sind auch hilfreich.
4. Es ist nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören
Wenn es um COPD geht, ist der größte Schritt, den man für die Verbesserung der eigenen Gesundheit tun kann, mit dem Rauchen aufzuhören. Wenn das geschieht, solange die Einschränkung des Luftflusses noch gering oder mäßig ist, lässt der Husten oft nach, die Schleimproduktion verringert sich und die Kurzatmigkeit schreitet nur noch langsam fort. Das Rauchen aufzugeben ist in jedem Krankheitsstadium hilfreich.
Um mit dem Rauchen aufzuhören, sollte man am besten mehrere Ansätze gleichzeitig verfolgen; unter anderem:
- Festlegen eines bestimmten Datums, an dem man aufhört
- Änderung bestimmter Verhaltensweisen (Zigaretten sind schwer zu erreichen/besorgen oder eine Belohnung dafür, für einen immer länger werdenden Zeitraum nicht zu rauchen)
- Gruppentherapie und Selbsthilfegruppen
- Nikotinersatz (Nikotinkaugummi kauen, Nikotinpflaster tragen oder einen Nikotininhalator, Nikotin-Lutschtabletten oder ein Nikotinspray verwenden)
- Anwendung von Medikamenten, die das Verlangen nach Tabak verringern sollen
Für COPD-Patienten gibt es viele Ressourcen, um eine Gemeinschaft zu finden und etwas über die Krankheit zu erfahren. Die COPD Foundation stellt Informationen zur Diagnose und Behandlung von COPD sowie Hilfsmittel zur Unterstützung von Menschen mit COPD und ihren Betreuern bereit. Der Better Breathers Club der American Lung Association informiert und unterstützt Menschen mit COPD und vernetzt sie miteinander.
Um weitere Informationen über COPD zu erhalten, besuchen Sie die Manuals-Webseite oder die Quick-Facts-Seite zu diesem Thema.