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Berylliose

(Berylliose)

Von

Abigail R. Lara

, MD, University of Colorado

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2018| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2018
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Berylliose ist eine Lungenentzündung, die durch das Einatmen von Beryllium enthaltendem Staub oder entsprechenden Dämpfen verursacht wird.

  • Bei den meisten Patienten mit Berylliose kommt es allmählich zu Husten, Atembeschwerden, Müdigkeit und Nachtschweiß.

  • Die Diagnose stützt sich auf die Belastung der jeweiligen Person, Röntgenaufnahmen und Computertomographie des Brustkorbs sowie Tests zur Reaktion des Immunsystems auf Beryllium.

  • Zur Behandlung können Sauerstoff und Kortikosteroide nötig sein.

  • Manche Patienten müssen für den Rest des Lebens Kortikosteroide einnehmen, andere wiederum benötigen möglicherweise eine Lungentransplantation.

In der Vergangenheit wurde Beryllium hauptsächlich in der elektronischen und chemischen Industrie sowie zur Herstellung von Leuchtstoffröhren verwendet. Heutzutage wird es hauptsächlich in der Raumfahrttechnik und für Beryllium-Aluminium-Legierungen eingesetzt. Außer den Arbeitern in diesen Industriezweigen bekommen auch Menschen Berylliose, die in der Nähe von Beryllium-Schmelzöfen wohnen.

Die Berylliose unterscheidet sich von anderen umweltbedingten Lungenerkrankungen dadurch, dass bei geringer Belastung durch Beryllium anscheinend nur diejenigen Menschen Lungenprobleme bekommen, die besonders empfindlich für das Metall sind – etwa zwei bis sechs Prozent aller Personen, die damit in Kontakt kommen. Bei diesen Menschen kann die Krankheit sogar nach relativ kurzem Kontakt mit Berylliumstaub auftreten.

Die Berylliose kann wie folgt auftreten:

  • Akut

  • Chronisch

Die akute Berylliose ist unterdessen jedoch selten. Die akute Berylliose tritt ganz plötzlich auf und äußert sich hauptsächlich in Form einer Lungenentzündung. Die Lunge versteift sich und funktioniert nur noch mangelhaft.

Die chronische Berylliose ist häufiger. Es bildet sich auffälliges Gewebe in der Lunge und die Lymphknoten vergrößern sich.

Symptome

An akuter Berylliose Erkrankte leiden plötzlich unter Hustenanfällen, Atembeschwerden und Gewichtsverlust. Die akute Berylliose kann auch zu einem Hautausschlag und zu Rötungen sowie Reizungen der Augen führen.

Bei der chronischen Berylliose entwickeln sich Husten, Atembeschwerden, Gewichtsverlust, Nachtschweiß und Müdigkeit nur allmählich, oft erst 10 bis mehr als 40 Jahre nach dem Kontakt mit Beryllium. Wenn die Berylliose früh erkannt wird, können sich zunächst noch gar keine Symptome gezeigt haben.

Diagnose

  • Früherer Kontakt mit Beryllium

  • Bluttests auf eine Allergie gegen Beryllium

Die Diagnose stützt sich auf die Vorgeschichte des Patienten in Bezug auf Kontakt mit Beryllium und auf die Ergebnisse eines Bluttests. Durch den sogenannten Beryllium-Lymphozytenproliferationstest (BeLPT) kann eine Allergie auf Beryllium nachgewiesen werden.

Wenn die Erkrankung bereits etwas weiter fortgeschritten ist, erleichtern die charakteristischen Veränderungen auf Röntgenaufnahmen oder einer Computertomographie (CT) des Brustkorbs die Diagnose. Röntgen- und CT-Bilder von Menschen mit Berylliose ähneln jedoch denen von Patienten mit einer anderen Lungenerkrankung, die als Sarkoidose bezeichnet wird. Für eine definitive Diagnose wird eine Untersuchung durchgeführt, bei der ein sogenanntes Bronchoskop in die Lunge eingeführt wird, um ein wenig Lungengewebe und Zellen zu entnehmen, die sodann auf eine allergische Reaktion auf Beryllium untersucht werden.

Prognose

Akute Berylliose kann sehr ernst sein. Die meisten Menschen erholen sich bei geeigneter Behandlung in 7 bis 10 Tagen. Bei anderen kann es im Fall einer schweren akuten Erkrankung aber auch zum Tod oder zu einer chronischen Berylliose kommen.

Bei Menschen, die erst mehrere Jahre nach dem Kontakt mit der Substanz Symptome aufweisen, verläuft die Krankheit völlig anders. Patienten mit chronischer Berylliose weisen kontinuierlich Symptome auf, die sich in der Regel verschlimmern. Wenn die Lunge schwer geschädigt ist, wird das Herz überanstrengt, was zu einer ernst zu nehmenden Form von Herzinsuffizienz (Cor pulmonale) und zum Tod führen kann.

Vorbeugung

Einer Berylliose kann vorgebeugt werden, indem die Belastung durch Beryllium streng eingeschränkt wird.

Behandlung

  • Bei akuter Berylliose Unterstützung der Atmung

  • Bei chronischer Berylliose Kortikosteroide

Bei akuter Berylliose wird Sauerstoff nach Bedarf verabreicht und es kann zur Unterstützung der Atmung eine künstliche Beatmung notwendig sein. Kortikosteroide werden verabreicht.

Bei chronischer Berylliose werden Kortikosteroide, wie Prednison zur oralen Einnahme verabreicht. Manche Patienten müssen für den Rest des Lebens Kortikosteroide einnehmen. Bei einigen Betroffenen mit einer sehr schweren chronischen Berylliose kann eine Lungentransplantation lebensrettend wirken. Weitere unterstützende Maßnahmen wie z. B. ergänzende Sauerstofftherapie, Rehabilitation bei Lungenerkrankungen oder Medikamente zur Behandlung einer rechtsseitigen Herzinsuffizienz werden je nach Bedarf eingesetzt.

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