Lungenkrebs

(Lungenkarzinom)

Vollständige Überprüfung: Feb. 2026 VonMaria A. Velez, MD, MS, University of California, Los Angeles | Peer-Review durchM. Patricia Rivera, MD, University of Rochester Medical Center
Letzte Aktualisierung: Feb. 2026
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Kurzinformationen

Lungenkrebs ist von allen Krebsarten bei Männern und Frauen die häufigste Todesursache. Etwa 85 Prozent der Fälle hängen mit Zigarettenrauchen zusammen.

  • Ein häufiges Symptom ist dauernder Husten oder eine Veränderung bei einem chronischen Husten.

  • Lungenkrebs lässt sich auf Röntgenaufnahmen des Brustkorbs erkennen. Zur Bestätigung der Diagnose sind jedoch auch weitere bildgebende Untersuchungen (wie CT- und PET-CT) und Biopsien erforderlich.

  • Operationen, Chemotherapie, gezielte Wirkstoffe, Immuntherapie und Strahlentherapie können zur Behandlung von Lungenkrebs eingesetzt werden.

Von allen Krebsarten ist Lungenkrebs die häufigste Todesursache weltweit. Weltweit macht Lungenkrebs etwa 12 % aller neuen Krebsdiagnosen aus und ist für beinahe 19 % aller Krebstodesfälle verantwortlich. Es gibt weltweit erhebliche Unterschiede beim Auftreten von Lungenkrebs, wobei einige Gebiete, wie Australien und Neuseeland, höhere Inzidenzraten und andere, wie Westafrika, niedrigere aufweisen. Bei Männern kommt er häufiger vor. Diese Abweichungen nach Geschlecht und Region lassen sich zum Teil durch eine unterschiedliche Prävalenz beim Rauchen und das Ausmaß der wirtschaftlichen Entwicklung erklären. In den Vereinigten Staaten wurden im Jahr 2025 schätzungsweise 226.650 neue Fälle von Lungenkrebs diagnostiziert (etwa 110.680 bei Männern und 115.970 bei Frauen), und es wird erwartet, dass 124.730 Menschen an der Krankheit sterben.

Primärer Lungenkrebs ist ein Krebs, der von den Zellen der Lunge ausgeht. Ein primärer Lungenkrebs kann in den Atemwegen, die von der Luftröhre zur Lunge hin abzweigen (Bronchien) oder in den Lungenbläschen (Alveolen) entstehen.

Metastasierender Lungenkrebs ist ein Krebs, der seinen Ursprung in einem anderen Bereich des Körpers hat und sich auf die Lunge ausbreitet (meistens von den Brüsten, dem Grimmdarm, der Prostata, den Nieren, der Schilddrüse, dem Magen, dem Gebärmutterhals, dem Mastdarm, den Hoden, den Knochen oder der Haut).

In der Lunge und den Atemwegen

Es gibt 2 Hauptarten von primärem Lungenkrebs:

  • Nichtkleinzelliges Lungenkarzinom: Rund 85 Prozent aller Lungenkrebserkrankungen fallen in diese Kategorie. Dieser Krebstyp entsteht langsamer als das kleinzellige Lungenkarzinom. Dennoch hat sich bei rund 40 Prozent der Betroffenen der Krebs zum Zeitpunkt der Diagnose bereits auf andere Körperteile außerhalb des Brustraums ausgebreitet. Die häufigsten Arten von nichtkleinzelligem Lungenkarzinom sind Plattenepithelkarzinome, die ihren Ursprung in den Zellen haben, die die Atemwege auskleiden, Adenokarzinome, die ihren Ursprung in den Zellen haben, die die kleinen Lungenbläschen (Alveolen) auskleiden, und großzellige Karzinome, die große, schlecht definierte (differenzierte) Zelltypen enthalten, sowie sarkomatoide Karzinome, eine gemischte Krebsart, die mehr als 1 schlecht differenzierten Zelltyp enthält.

  • Kleinzelliges Lungenkarzinom: Dieser Krebstyp wird manchmal auch Haferzellkarzinom genannt und macht ca. 15 Prozent aller Fälle von Lungenkrebs aus. Er ist enorm aggressiv und breitet sich rasch aus. Zum Zeitpunkt der Diagnose hat sich der Krebs bei den meisten Betroffenen bereits auf andere Körperteile ausgebreitet.

Seltene Arten von Lungenkrebs:

Ursachen für Lungenkrebs

Zigarettenrauch ist die Hauptursache für Lungenkrebs und trägt zu rund 85 Prozent aller Krebsfälle bei. Das Risiko hängt sowohl von der Anzahl der gerauchten Zigaretten als auch der Jahre ab, in denen geraucht wurde. Doch es gibt auch starke Raucher, die nicht an Lungenkrebs erkranken. Bei Menschen, die das Rauchen aufgeben, sinkt das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, aber ehemalige Raucher werden immer noch ein höheres Lungenkrebsrisiko haben als Menschen, die nie geraucht haben.

Rund 15 – 20 Prozent der Patienten, die an Lungenkrebs erkrankt sind, haben nie oder nur sehr wenig geraucht. Bei ihnen ist der Grund für die Erkrankung mit Lungenkrebs nicht bekannt, es werden aber gewisse Genmutationen dahinter vermutet.

Zu den weiteren möglichen Risikofaktoren zählen:

  • Luftverschmutzung

  • Belastung durch Zigarrenrauch

  • Belastung durch Passivrauchen

  • Belastung mit Karzinogenen wie Asbest, Strahlung, Radon, Arsen, Chromaten, Nickel, Chlormethylethern, polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, Senfgas oder Kokerei-Emissionen, die bei der Arbeit auftreten oder eingeatmet werden

  • Zum Kochen und Heizen nur offene Feuer benutzen

Das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, ist größer bei Personen, die den genannten Belastungen ausgesetzt sind und zusätzlich Zigaretten rauchen.

Das Risiko von Lungenkrebs im Zusammenhang mit Nikotin aus elektronischen Abgabesystemen wie E-Zigaretten ist noch nicht geklärt, aber Ärzte sind der Meinung, dass die durch Verbrennen von Tabak entstandenen Substanzen mit größerer Wahrscheinlichkeit zu Krebs führen als das Nikotin selbst.

Es ist nicht bekannt, ob das Rauchen von Marihuana das Risiko für Lungenkrebs erhöht.

Der Kontakt mit Radon im Haushalt ist ein Risikofaktor für Lungenkrebs.

In seltenen Fällen kommt Lungenkrebs bei Menschen vor, in deren Lunge sich durch andere Erkrankungen wie Tuberkulose Narben gebildet haben. Dann treten vor allem das bronchioloalveoläre Karzinom (eine Art Adenokarzinom, das auch Adenokarzinom in situ genannt wird) auf. Auch Menschen, die rauchen und Betacarotin-Präparate zu sich nehmen, weisen möglicherweise ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs auf.

Wussten Sie ...

  • Obwohl Rauchen für die meisten Fälle verantwortlich ist, können auch Menschen, die nie geraucht haben, an Lungenkrebs erkranken.

Genetische Veränderungen

Ärzte haben mehrere Gene identifiziert, die mit Lungenkrebs in Zusammenhang stehen. Veränderungen in diesen Genen werden Mutationen genannt. Die bei Lungenkrebs vorkommenden Mutationen treten häufig im Laufe der Zeit wiederholt in bestimmten Genen auf. Einige spezifische Genmutationen stehen mit dem nichtkleinzelligen Lungenkarzinom in Verbindung (z. B. EGFR, ALK, KRAS, ROS, NTRK1, NTRK2, NTRK3 und CDKN2A), andere mit dem kleinzelligen Lungenkarzinom (z. B. MYC, NOTCH1 und NOTCH2). Es wurden jedoch auch mehrere andere Gene identifiziert (z. B. TP53). Ärzte testen Patienten mit Lungenkrebs auf diese Genveränderungen (Biomarker), um festzustellen, welche auf die Genmutationen abzielenden Therapien wirksam sein werden.

Symptome von Lungenkrebs

Die Symptome von Lungenkrebs hängen von der Art und der Lage ab sowie davon, wie er sich innerhalb der Lunge, in Bereiche nahe der Lunge oder in andere Bereiche des Körpers ausgebreitet hat. Manche Patienten haben zum Zeitpunkt der Diagnose keine Symptome.

Eines der häufigeren Symptome ist hartnäckiger Husten oder bei Menschen mit chronischem Husten eine Veränderung der Eigenschaft dieses Hustens. Einige Patienten husten Blut hoch oder haben blutdurchzogenen Auswurf (Hämoptyse). Wenn ein Lungentumor in benachbarte Blutgefäße einwächst, kann es zu schweren Blutungen kommen, was aber selten vorkommt.

Weitere unspezifische Symptome eines Lungentumors sind Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Müdigkeit, Schmerzen im Brustkorb und Schwäche.

Komplikationen bei Lungenkrebs

Der Tumor kann die Atemwege verengen, was zu Keuchatmung führt. Verschließt ein Tumor einen Atemweg, kann der Teil der Lunge kollabieren, der durch dem Atemweg versorgt wird (Atelektase). Weitere Folgen des Verschlusses eines Atemwegs sind Kurzatmigkeit und Lungenentzündung (Pneumonie), was von Husten, Fieber und Schmerzen im Brustkorb begleitet sein kann.

Wenn der Tumor die Brustwand angreift, können dauerhafte hartnäckige Schmerzen im Brustkorb auftreten. Eine Flüssigkeit mit Krebszellen kann sich im Raum zwischen der Lunge und der Brustwand ansammeln (bösartiger Pleuraerguss). Diese Flüssigkeit kann in großer Menge zu Kurzatmigkeit und Schmerzen in der Brust führen. Wenn sich der Krebs in der Lunge ausbreitet, nimmt der Sauerstoffgehalt im Blut ab, was zu Kurzatmigkeit und schließlich zu einer Vergrößerung der rechten Herzseite sowie möglicherweise zu einer Herzinsuffizienz führt (eine Erkrankung namens Cor pulmonale).

Lungenkrebs kann in bestimmte Nerven im Halsbereich einwachsen und dadurch ein hängendes Augenlid, verengte Pupille und geringere Schweißsekretion auf einer Gesichtsseite verursachen – zusammen werden diese Symptome als Horner-Syndrom bezeichnet.

Tumoren in den Lungenspitzen können die Nerven angreifen, die den Arm versorgen, was zu Schmerzen, Taubheit und Schwäche in Arm oder Schulter führt. Tumoren, die an diesem Ort entstehen, werden oft Pancoast-Tumoren genannt. Wenn der Tumor in die Nerven in der Mitte des Brustkorbs wächst, kann der Nerv zum Kehlkopf geschädigt werden. Dadurch klingt die Stimme heiser. Auch der Nerv zum Zwerchfell kann beschädigt werden, was zu Kurzatmigkeit und niedrigen Sauerstoffwerten im Blut führt.

Lungenkrebs kann in die Speiseröhre hineinwachsen, was Schwierigkeiten oder Schmerzen beim Schlucken verursacht.

Auch in den Herzmuskel oder in den mittleren Brustbereich (Mediastinum) kann der Lungenkrebs einwachsen, was zu Herzrhythmusstörungen, zur Blockierung des Blutflusses zum Herzen oder zu einer Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel (Perikard) führen kann.

Der Tumor kann in die den Brustkorb durchlaufende obere Hohlvene eindringen oder auf sie drücken (Vena cava superior). Dieser Zustand wird als Vena-cava-superior-Syndrom bezeichnet. Bei einer Blockierung der oberen Hohlvene staut sich Blut in den Venen der oberen Körperteile. Die Venen in der Brustwand vergrößern sich. Im Gesicht, am Hals und an der oberen Brustwand – auch an den Brüsten – treten schmerzhafte Schwellungen und Rötungen auf. Der Zustand kann auch Kurzatmigkeit, Kopfschmerzen, Sehstörungen, Schwindel und Benommenheit verursachen. Die Symptome verstärken sich in der Regel, wenn sich der Betroffene vorbeugt oder hinlegt.

Lungenkrebs kann sich auch mit dem Blut auf andere Körperteile ausbreiten und greift dabei meistens Leber, Gehirn, Nebennieren, Rückenmark und Knochen an. Vor allem das kleinzellige Lungenkarzinom kann schon im Frühstadium Metastasen bilden. Symptome wie Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Krampfanfälle und Knochenschmerzen können bereits auftreten, bevor sich Lungenprobleme bemerkbar machen, was die Früherkennung erschwert.

Paraneoplastische Syndrome sind Begleitsymptome einer Krebserkrankung, die aber abseits des Tumorherds auftreten, wie zum Beispiel in Nerven und Muskeln. Diese Syndrome beziehen sich nicht auf die Größe oder den Ort des Tumors und bedeuten auch nicht, dass der Krebs außerhalb des Brustraums Metastasen gebildet hat. Sie beruhen auf Substanzen, die vom Krebs freigesetzt werden (etwa Hormone, Zytokine und verschiedene andere Proteine bzw. Eiweißstoffe). Häufige paraneoplastische Auswirkungen von Lungenkrebs sind:

Diagnose von Lungenkrebs

  • Bildgebende Verfahren

  • Mikroskopische Untersuchung der Tumorzellen

  • Genetische Untersuchung des Tumors

  • Stadieneinteilung

Die Möglichkeit eines Lungenkarzinoms wird bei Personen abgeklärt, die unter hartnäckigem oder sich verschlimmerndem Husten, anderen Lungensymptomen (wie z. B. Kurzatmigkeit oder blutigem Auswurf) oder auch Gewichtsverlust leiden, insbesondere bei solchen, die rauchen oder mit dem Rauchen aufgehört haben. Der Verdacht auf Lungenkrebs besteht auch, wenn die Patienten eine Lungenentzündung hatten, die aber nach Gabe von Antibiotika immer noch auf dem Röntgenbild zu sehen ist.

Bildgebende Verfahren

Röntgenaufnahmen der Brust sind für gewöhnlich der erste Test. Im Röntgenbild lassen sich die meisten Lungentumoren erkennen, ausgenommen besonders kleine. Gelegentlich wird auf einer Röntgenaufnahme der Brust, die aus einem anderen Grund gemacht wurde (z. B. vor einer Operation), ein Schatten erkannt, der das erste Anzeichen, wenn auch noch lange keinen schlüssigen Nachweis einer Krebserkrankung darstellt.

Als Nächstes kann eine Computertomografie (CT) gemacht werden. Die CT kann charakteristische Muster darstellen, die für die Diagnose hilfreich sind. Sie kann auch auf kleinere Tumoren hinweisen, die auf Röntgenaufnahmen des Brustkorbs nicht erkennbar sind, und Aufschluss darüber geben, ob die Lymphknoten im Brustraum vergrößert sind.

Die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) und die PET-CT-Aufnahme, bei der die PET- und CT-Technologie in einem Gerät kombiniert ist, werden ebenfalls verwendet, um Patienten mit Verdacht auf Krebs zu beurteilen. Sie kann zudem helfen, Erkrankungen festzustellen, die sich außerhalb des Brustkorbs ausgebreitet haben. Auch die Magnetresonanztomografie (MRT) kann eingesetzt werden, wenn CT- oder PET/CT-Geräte den Ärzten nicht genügend Informationen liefern.

Mikroskopische Untersuchung

Mit einer mikroskopischen Untersuchung von verdächtigem Lungengewebe wird die Diagnose in der Regel bestätigt. Wenn der Krebs einen bösartigen Pleuraerguss verursacht hat, kann es auch ausreichen, die Pleuraflüssigkeit abzusaugen und zu testen. In der Regel muss die Gewebeprobe (Biopsie) jedoch direkt aus dem Tumor entnommen werden.

Eine Möglichkeit, an die Gewebeprobe zu kommen, besteht in einer Bronchoskopie. Dabei wird der Atemweg des betroffenen Patienten mit einem flexiblen Beobachtungsschlauch direkt eingesehen, und Proben des Tumors können entnommen werden. Mit Bronchoskopen, die Ultraschallgeräte enthalten, können Gewebe entdeckt und biopsiert werden, die mit einem normalen Bronchoskop nicht zu sehen sind, einschließlich Lymphknoten in der Mitte des Brustkorbs (Mediastinum). Damit kann das Krankheitsstadium bestimmt und über die Maßnahmen zur Behandlung entschieden werden.

Falls der Krebs zu weit von den großen Atemwegen entfernt ist, als dass er mit einem Bronchoskop erreicht werden könnte, wird die Probe in der Regel durch Einführen einer Nadel durch die Haut gewonnen. Dieser Eingriff ist eine sogenannte perkutane Biopsie. Manchmal kommt für die Entnahme der Gewebeprobe nur ein chirurgischer Eingriff infrage, und zwar eine Thorakotomie. Im Falle einer Mediastinoskopie werden Proben von vergrößerten Lymphknoten (per Biopsie) aus der Brustmitte entnommen und untersucht, um zu beurteilen, ob eine Entzündung oder eine Krebserkrankung für die Vergrößerung verantwortlich ist.

Genetische Untersuchung

Genetische Untersuchungen der Gewebeproben zeigen, ob der Krebs aufgrund einer Mutation entstanden ist und mit Medikamenten behandelt werden kann, die auf die Auswirkungen der Mutation abzielen.

Stadieneinteilung

Nachdem die Krebsdiagnose unter dem Mikroskop bestätigt worden ist, werden in der Regel Tests durchgeführt, um zu beurteilen, ob sich der Krebs ausgebreitet hat. Mittels PET/CT-Aufnahmen und einer CT- oder MRT-Untersuchung des Gehirns kann festgestellt werden, ob der Lungenkrebs bereits Metastasen gebildet hat, vor allem in der Leber, in den Nebennieren oder im Gehirn. Wenn kein PET/CT-Gerät zur Verfügung steht, werden CT-Aufnahmen des Brustkorbs, des Bauchraums, des Beckens und der Knochen gemacht. Die Aufnahme der Knochen kann Knochenmetastasen anzeigen.

Lungenkrebs wird mithilfe des International Staging Systems (TNM-System) eingeteilt. Krebserkrankungen werden danach eingeteilt:

  • Wie groß der Tumor ist (T)

  • Ob er sich auf nahe gelegene Lymphknoten ausgebreitet hat (N)

  • Ob er sich auf entfernte Organe ausgebreitet (metastasiert) hat (M)

Die verschiedenen Kategorien dienen zur Einteilung des Krebses in sogenannte Stadien. Jedes dieser Stadien ist weiter mit Zahlen unterteilt, typischerweise 1-4 (z. B. T1N1M1) und manchmal zusätzlich mit Buchstaben a-c (z. B. T4N2aM0).

Lungenkrebs kommt in 4 Stadien vor: I, II, III und IV (unter Verwendung des TNM-Systems). Das kleinzellige Lungenkarzinom wird zusätzlich in eine Erkrankung mit begrenztem Stadium (wenn der Krebs auf eine Seite des Brustkorbs begrenzt ist) und eine Erkrankung mit einem ausgedehnten Stadium (wenn sich der Krebs weiter im ganzen Körper ausgebreitet hat) eingeteilt. Das Stadium einer Krebserkrankung legt die am besten geeignete Behandlung nahe und ermöglicht es dem Arzt, die Prognose des Patienten abzuschätzen. In Fällen mit ausgedehntem Krankheitsstadium besteht das Hauptziel der Behandlung darin, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern (palliative Versorgung), anstatt die Krankheit zu heilen.

Screening auf Lungenkrebs

Screening-Tests sind Tests, die bei Hochrisikopatienten ohne Symptome durchgeführt werden, um nach Hinweisen auf eine Erkrankung zu suchen, die bereits in einem frühen Stadium auftreten. Bei Lungenkrebs werden zum Screening CT-Scans in niedriger Dosierung eingesetzt.

Ein Screening für alle (also danach, ob Risikofaktoren vorliegen oder nicht), hat das Risiko für den Tod durch Lungenkrebs nicht nachweislich herabgesetzt und wird daher nicht empfohlen. Die Tests können sehr teuer sein und die Untersuchten zu Unrecht beunruhigen, wenn falsch positive Ergebnisse fälschlicherweise auf eine Krebserkrankung hinweisen. Auch das Gegenteil kommt vor. Ein Screening-Test kann negativ ausfallen, wenn eigentlich eine Krebserkrankung vorliegt.

Das Screening von Personen mit hohem Risiko jedoch wird empfohlen. Man versucht, das Krebsrisiko jedes Patienten korrekt zu beurteilen, bevor Screening-Tests durchgeführt werden. Gruppen, bei denen ein solches Screening auf Lungenkrebs nützlich sein könnte, sind starke Raucher oder ehemalige langjährige Raucher im mittleren und fortgeschrittenen Alter. Die Richtlinien empfehlen ein Screening für Personen im Alter von 50 bis 80 Jahren, die über 20 Packungsjahre lang geraucht haben (berechnet durch Multiplikation der Raucherjahre mit der Anzahl der Packungen pro Tag), die noch rauchen oder innerhalb der letzten 15 Jahre aufgehört haben. Eine alljährliche CT-Untersuchung mit geringerer Strahlungsintensität als normal scheint genügend heilbare Krebserkrankungen aufzudecken, um Menschenleben retten zu können. Röntgenuntersuchungen des Brustkorbs und Sputumuntersuchungen im Rahmen des Screenings werden für diese Hochrisikopersonen allerdings nicht empfohlen.

Behandlung von Lungenkrebs

  • Operation

  • Strahlentherapie

  • Chemotherapie

  • Gezielte Therapien

  • Immuntherapie

Sowohl für kleinzellige als auch nichtkleinzellige Lungenkarzinome werden verschiedene Behandlungsmethoden eingesetzt. Operation, Chemotherapie, Immuntherapie, gezielte Therapie (Therapien, die auf relevante krebsproduzierende Genmutationen abzielen) und Strahlentherapie können einzeln oder in Kombination eingesetzt werden. Die genaue Kombination der Behandlung hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Krebsart

  • Lage des Krebses

  • Schwere des Krebses

  • Das Ausmaß, in dem sich der Krebs ausgebreitet hat

  • Allgemeiner Gesundheitszustand des Patienten

So besteht die Behandlung bei einigen Patienten mit einem nichtkleinzelligen Lungenkarzinom in einem fortgeschrittenen Stadium aus Chemotherapie und Strahlentherapie vor, während oder anstelle einer operativen Entfernung des Tumors.

Chirurgischer Eingriff bei Lungenkrebs

Ein chirurgischer Eingriff ist das Mittel der Wahl bei einem nichtkleinzelligen Lungenkarzinom, das noch nicht über die Lunge hinaus gestreut hat (Frühstadium). Im Allgemeinen wird bei kleinzelligem Lungenkrebs im Frühstadium keine Operation durchgeführt, da dieser aggressive Krebs, der sich zum Zeitpunkt der Diagnose oft über die Lunge hinaus ausgebreitet hat und daher mit Chemotherapie und Strahlentherapie behandelt wird. Eine Operation bei nichtkleinzelligem Lungenkarzinom ist nicht möglich, wenn sich der Krebs schon über die Lunge hinaus ausgebreitet hat, wenn er zu nahe an der Luftröhre sitzt oder wenn andere schwerwiegende Krankheiten vorliegen (wie z. B. eine schwere Herz- oder Lungenerkrankung).

Vor dem chirurgischen Eingriff wird eine Lungenfunktionsprüfung vorgenommen, damit beurteilt werden kann, ob die nach der Operation verbleibende Lungensubstanz noch eine hinreichende Atmung mit ausreichender Sauerstoffaufnahme gewährleisten kann. Wenn die Testergebnisse darauf hinweisen, dass die Entfernung der Krebsgeschwülste aus der Lunge zu einer unzureichenden Lungenfunktion führt, ist die Operation nicht möglich. Wie viel Lungengewebe tatsächlich entfernt werden muss, liegt im Ermessen des Chirurgen und kann von einem kleinen Teil eines Lungensegments bis hin zu einem ganzen Lungenflügel reichen.

Auch wenn nichtkleinzellige Lungenkarzinome operativ entfernt werden können, führt dies nicht in jedem Fall zu einer Heilung. Ergänzende (adjuvante) Chemotherapie nach dem chirurgischen Eingriff kann die Überlebensrate steigern und wird in fast jedem Fall außer bei sehr kleinen Tumoren durchgeführt. Manchmal wird vor der Operation eine Chemotherapie (was als neoadjuvante Therapie bezeichnet wird) durchgeführt, um den Tumor vor der Operation zu schrumpfen.

Gelegentlich werden Lungenmetastasen operiert, die sich von einem Tumor aus einem anderen Körperbereich (beispielsweise dem Dickdarm) ausgebreitet haben, nachdem der ursprüngliche Tumor entfernt worden ist. Dieses Vorgehen wird in seltenen Fällen empfohlen, wenn Tests ergeben haben, dass der Krebs außerhalb der Lunge noch keine anderen Metastasen gebildet hat.

Strahlentherapie bei Lungenkrebs

Strahlentherapie wird sowohl bei nichtkleinzelligen als auch bei kleinzelligen Lungenkarzinomen eingesetzt. Sie kann bei Patienten durchgeführt werden, die sich nicht operieren lassen wollen, die wegen eines anderen Leidens (etwa einer schweren koronaren Herzkrankheit) nicht operiert werden können oder deren Krebsgeschwulst benachbarte Gewebe wie Lymphknoten befallen hat. Obwohl Strahlentherapie eine Behandlungsmöglichkeit gegen Krebserkrankungen darstellt, kann sie den Krebs normalerweise nur etwas verkleinern oder sein Wachstum verlangsamen. Die Überlebenschancen von Betroffenen erhöhen sich, wenn die Bestrahlung mit Chemotherapie kombiniert wird.

Bei einigen Patienten mit einem kleinzelligen Lungenkarzinom, die auf die Chemotherapie gut angesprochen haben, kann eine Kopfbestrahlung nützlich sein, um zu verhindern, dass der Krebs Metastasen im Gehirn bildet. Ist dies bereits geschehen, wird die Strahlentherapie häufig eingesetzt, um Symptome wie Kopfschmerzen, Verwirrtheit und Krampfanfälle zu lindern.

Die Strahlentherapie ist auch geeignet, um Komplikationen zu verhindern, die häufig mit Lungenkrebs einhergehen, wie etwa Bluthusten, Knochenschmerzen, das Vena-cava-superior-Syndrom und eine Rückenmarkskompression.

Chemotherapie bei Lungenkrebs

Chemotherapie wird sowohl bei nichtkleinzelligen als auch bei kleinzelligen Lungenkarzinomen eingesetzt. Bei kleinzelligen Lungenkarzinomen ist Chemotherapie die wichtigste Behandlung, manchmal in Kombination mit Strahlentherapie. Dieser Ansatz wird bevorzugt, weil kleinzellige Lungenkarzinome so aggressiv sind und sich zum Zeitpunkt der Diagnose oft schon auf andere Bereiche des Körpers ausgebreitet haben. Durch eine Chemotherapie haben Patienten in fortgeschrittenen Krankheitsstadien eine verlängerte Überlebenschance.

Bei nichtkleinzelligen Lungenkarzinomen ist durch eine Chemotherapie in der Regel auch eine Verlängerung der Überlebenschance mit Symptombehandlung möglich. Bei Patienten mit einem nichtkleinzelligen Lungenkarzinom, das sich auf andere Bereiche des Körpers ausgebreitet hat, erhöht sich die mittlere Überlebensdauer mit einer Behandlung auf 9 Monate. Auch gezielte Therapien können die Überlebenschancen von Krebspatienten verbessern.

Gezielte Therapien bei Lungenkrebs

Manche Patienten mit nichtkleinzelligen Lungenkarzinomen überleben wesentlich länger, wenn sie eine Chemotherapie, eine Strahlentherapie oder einige der gezielten Krebstherapien erhalten. Gezielte Therapien bestehen aus Medikamenten wie etwa biologischen Wirkstoffen, die spezifisch gegen genetische Mutationen gerichtet sind, die die Lungentumoren verursachen. In Studien wurden Proteine in Krebszellen und Blutgefäßen identifiziert, die den Stoffwechsel der Krebszellen anregen. Diese Proteine könnten eine Rolle bei der Ausbreitung und Metastasenbildung des Krebses spielen. Es wurden Medikamente entwickelt, die speziell die krankhafte Wirkung des Proteins beeinflussen und dadurch die Krebszellen möglicherweise abtöten oder ihr Wachstum hemmen. Wichtige zielgerichtete Therapien bei Lungenkrebs umfassen EGFR-Hemmer (z. B. Osimertinib), ALK-Hemmer (z. B. Alectinib und Lorlatinib), ROS-Hemmer (z. B. Crizotinib), BRAF-Hemmer (z. B. Dabrafenib), MET-Hemmer (z. B. Tepotinib) und NTRK1-, NTRK2- oder NTRK3-Genfusionshemmer (z. B. Entrectinib).

Immunmodulierende Medikamente (Immuntherapeutika), unter anderem Nivolumab, Pembrolizumab, Durvalumab, Ipilimumab und Atezolizumab, unterstützen das körpereigene Immunsystem bei der Krebsabwehr. Diese Medikamente können anstelle der normalen Chemotherapeutika, in Kombination mit herkömmlicher Chemotherapie oder nach dem vergeblichen Versuch einer konventionellen Behandlung mit Chemotherapeutika eingesetzt werden.

Laser- und Ablationstherapie bei Lungenkrebs

Gelegentlich wird auch mittels Lasertherapie versucht, Lungentumoren zu entfernen oder zu verkleinern. Ein energiereicher Strahl (Hochfrequenzablation) oder Kälte (Kryoablation) wird manchmal eingesetzt, um Tumorzellen bei Patienten mit kleineren Tumoren oder bei denjenigen, für die ein chirurgischer Eingriff nicht infrage kommt, zu zerstören.

Andere Therapien

Oft sind für Patienten mit Lungenkrebs auch andere Behandlungsformen notwendig. Viele dieser sogenannten palliativen Behandlungen zielen auf eine Linderung der Symptome und Verbesserung der Lebensqualität statt auf eine Heilung der Krebserkrankung ab.

Da sich die Lungenfunktion bei vielen Lungenkrebspatienten erheblich verschlechtert – ob sie nun behandelt werden oder nicht –, kann ihre Atmung sowohl mit Sauerstofftherapie als auch mit Bronchodilatatoren (die Atemwege erweiternde Medikamente) unterstützt werden.

Auch Schmerzen müssen oft behandelt werden. Zur Schmerzlinderung können oft Opioide eingesetzt werden, die jedoch Nebenwirkungen wie Verstopfung auslösen können, die ebenfalls einer Behandlung bedürfen.

Prognose bei Lungenkrebs

Lungenkrebs hat eine schlechte Prognose. Patienten mit einem ausgedehnten kleinzelligen oder einem fortgeschrittenen nichtkleinzelligen Lungenkarzinom haben besonders schlechte Aussichten. Bei einer frühen Diagnose verbessern sich die Überlebenschancen.

Bei NSCLC variiert die 5-Jahres-Überlebensrate je nach Stadium, zwischen 65 und 80 % für Patienten mit Stadium I, zwischen 30 und 60 % für Stadium II, zwischen 13 und 36 % für Patienten mit Stadium III und zwischen 5 und 62 % für Stadium IV.

Bei SCLC im begrenzten Stadium liegt die typische Überlebenszeit zwischen 25 und 56 Monaten, wobei 16 bis 28 % der Patienten mindestens 5 Jahre leben. Bei SCLC im fortgeschrittenen Stadium ist die Prognose schlechter, wobei die typische Überlebenszeit etwa 1 Jahr beträgt und 12 % der Patienten mindestens 5 Jahre überleben.

Überlebende müssen regelmäßig Kontrolluntersuchungen mit Röntgen- und CT-Aufnahmen des Brustkorbs durchführen lassen, um sicherzustellen, dass der Krebs nicht zurückgekommen ist. Ein Rückfall tritt in der Regel innerhalb der ersten zwei Jahre ein. Eine Überwachung in kurzen Abständen wird jedoch während fünf Jahren nach einer Behandlung für Lungenkrebs empfohlen, wonach die Betroffenen für den Rest ihres Lebens jährlich untersucht werden sollten.

Da viele Patienten an Lungenkrebs sterben, ist es in der Regel notwendig, eine Sterbebegleitung einzuplanen. Auch wenn Angst und Schmerzen bei Menschen mit unheilbarem Lungenkrebs häufig vorkommen, können diese Symptome durch geeignete Medikamente gelindert werden.

Vorbeugung gegen Lungenkrebs

Zu den vorbeugenden Maßnahmen zur Vorbeugung vor Lungenkrebs gehört, das Rauchen einzustellen und den Kontakt mit potenziell krebserregenden Stoffen zu vermeiden. Patienten mit einem hohen Risiko für Lungenkrebs sollten ebenfalls untersucht werden. Die Patienten sollten auch die Radonspiegel in ihrem Zuhause überwachen, um den Kontakt zu begrenzen. Wichtig ist auch, die Belastung durch Asbest und Dieselabgase zu reduzieren.

Weitere Informationen

Die folgenden Quellen in englischer Sprache können nützlich sein. Bitte beachten Sie, dass MANUAL nicht für den Inhalt dieser Quellen verantwortlich ist.

  1. American Cancer Society: Lung Cancer

  2. American Lung Association: Lung Cancer

  3. CancerCare: Lung Cancer

  4. National Cancer Institute: Lung Cancer

  5. Cancer Nation (früher National Coalition for Cancer Survivorship)

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