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Chronische Entzündung des Herzbeutels

Von

Brian D. Hoit

, MD, Case Western Reserve University School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Nov 2020| Inhalt zuletzt geändert Nov 2020
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Quellen zum Thema

Die chronische Entzündung des Herzbeutels (bewegliche, zweiblättrige Umhüllung des Herzens) beginnt allmählich, ist langwierig und führt zu Flüssigkeitsansammlung im Perikardraum und zur Verdickung des Herzbeutels.

  • Zu den Symptomen können Kurzatmigkeit, Husten und Müdigkeit gehören.

  • Bei der Diagnose kommen eine Echokardiographie und manchmal andere Tests zum Einsatz.

  • Wenn bekannt, wird die Ursache behandelt; andernfalls werden zur Symptomlinderung Salzreduktion und Diuretika verschrieben.

  • In manchen Fällen kann die operative Entfernung des Herzbeutels erforderlich sein

Eine Perikarditis gilt als chronisch, wenn sie länger als 6 Monate andauert. Es gibt zwei Hauptformen von chronischer Perikarditis.

  • Chronische exsudative Perikarditis

  • Chronisch konstriktive Perikarditis

Bei der chronisch exsudativen Perikarditis sammelt sich langsam Flüssigkeit im Perikardraum, zwischen den beiden Blättern des Herzbeutels.

Chronisch konstriktive Perikarditis ist eine seltene Erkrankung, die auftritt, wenn sich der Herzbeutel in narbiges (fibröses) Gewebe umwandelt. Das fibröse Gewebe zieht sich im Laufe der Jahre immer mehr zusammen und presst das Herz zusammen. Durch das Zusammenpressen kann sich das Herz nicht normal mit Blut füllen, was zu einer Form der Herzinsuffizienz Herzinsuffizienz (CHF) Bei einer Herzinsuffizienz (einem Herzversagen) kann das Herz nicht mit den Anforderungen des Körpers mithalten. Das führt zu einem verringerten Blutfluss, einer Stauung des Blutes in den Venen... Erfahren Sie mehr Herzinsuffizienz (CHF) führt. Allerdings vergrößert sich das beengte Herz nicht so, wie es bei den meisten Formen von Herzinsuffizienz geschieht. Da ein höherer Druck nötig ist, um das beengte Herz mit Blut zu füllen, erhöht sich vielmehr der Druck in den Venen, die das Blut ins Herz zurückbringen. Als Folge des erhöhten Venendrucks tritt Flüssigkeit durch die Wände aus und sammelt sich in anderen Körperteilen, etwa unter der Haut. Manchmal tritt eine konstriktive Perikarditis schneller auf (zum Beispiel innerhalb weniger Wochen nach einer Herzoperation) und wird als subakut eingestuft.

Ursachen einer chronischen Perikarditis

Die Ursache für chronisch konstriktive Perikarditis ist ebenfalls meist unbekannt. Zu den häufigsten bekannten Ursachen zählen Virusinfektionen, Strahlentherapie bei Brustkrebs oder ein Lymphom Überblick über Lymphome Lymphome sind bösartige (maligne) Tumoren der Lymphozyten, die im Lymphsystem und den blutbildenden Organen vorkommen. Lymphome sind Krebserkrankungen einer besonderen Art von weißen Blutkörperchen... Erfahren Sie mehr Überblick über Lymphome in der Brust und Herzoperationen. Die chronisch konstriktive Perikarditis kann auch die Folge einer Krankheit sein, die eine akute Perikarditis Ursachen Die akute Perikarditis ist eine Entzündung des Herzbeutels (die bewegliche, zweiblättrige Umhüllung des Herzens), die plötzlich beginnt, häufig schmerzhaft ist und Flüssigkeit sowie Blutbestandteile... Erfahren Sie mehr Ursachen hervorruft, wie rheumatoide Arthritis, systemischer Lupus erythematodes (Lupus), eine vorherige Verletzung, eine Herzoperation oder eine bakterielle Infektion.

Früher war Tuberkulose Tuberkulose (TB) Tuberkulose ist eine ansteckende chronische Infektion, die durch das Bakterium Mycobacterium tuberculosis verursacht wird, das auf dem Luftweg übertragen wird. Sie greift in der Regel die Lunge... Erfahren Sie mehr Tuberkulose (TB) die häufigste Ursache für eine chronische Perikarditis in den USA, doch heute macht sie nur noch 2 Prozent der Fälle aus. In Afrika und Indien stellt Tuberkulose immer noch die häufigste Ursache für alle Formen der Perikarditis dar.

Symptome einer chronischen Perikarditis

Hierzu zählen folgende Symptome:

  • Kurzatmigkeit

  • Husten

  • Erschöpfung

Die Kurzatmigkeit wird durch den hohen Druck der Lungenvenen verursacht, mit dem sie Flüssigkeit in die Lungenbläschen pressen.

Die Ermüdungserscheinungen treten auf, weil der kranke Herzbeutel die Pumpleistung des Herzens beeinträchtigt, sodass der Körper nicht ausreichend mit Blut versorgt werden kann.

Weitere häufige Symptome sind Flüssigkeitsansammlung im Oberbauch (Aszites) und in den Beinen (Ödem). Manchmal sammelt sich Flüssigkeit im Raum zwischen den beiden Schichten der Pleura an, den Membranen, die die Lunge umgeben (eine Erkrankung, die als Pleuraerguss Der Pleuraerguss bezeichnet eine abnorme Ansammlung von Flüssigkeit im Pleuraraum (dem Raum zwischen den beiden Blättern der dünnen Membranen, die die Lunge umgeben). In der Pleurahöhle kann... Erfahren Sie mehr bezeichnet wird). Chronische Perikarditis verursacht jedoch für gewöhnlich keine Schmerzen.

Manchmal tritt die Entzündung auch ohne Symptome auf.

Chronisch exsudative Perikarditis zeigt nur wenige Symptome, da sich die Flüssigkeit langsam ansammelt. Wenn sich die Flüssigkeit langsam ansammelt, kann sich das Perikard nach und nach ausdehnen, sodass sich Symptome eines massiven Drucks auf das Herz (Herzbeuteltamponade Herzbeuteltamponade Bei einer Herzbeuteltamponade wird durch Flüssigkeit oder Blut, die sich in dem aus zwei Blättern bestehenden Beutel befinden, der das Herz umgibt (Perikard), Druck ausgeübt. Dadurch wird die... Erfahren Sie mehr ) möglicherweise nicht entwickeln. Staut sich die Flüssigkeit jedoch rasch, oder kann sich das Perikard nicht ausreichend ausdehnen, dann kann das Herz zusammengepresst werden, was eine Herzbeuteltamponade zur Folge haben kann.

Diagnose einer chronischen Perikarditis

  • Echokardiographie

  • Manchmal Herzkatheterisierung oder Bildgebungsverfahren mittels MRT oder CT

Oft wird eine Echokardiographie Echokardiographie und andere Ultraschalluntersuchungen Bei derUltrasonographie werden Hochfrequenzwellen (Ultraschall) von den Strukturen im Körperinneren zurückgeworfen und liefern so bewegliche Bilder. Dabei werden keine Röntgenstrahlen eingesetzt... Erfahren Sie mehr Echokardiographie und andere Ultraschalluntersuchungen durchgeführt. Sie zeigt die Flüssigkeitsmenge im Perikardraum und den Umfang des fibrösen Gewebes rund um das Herz. Damit kann auch das Vorliegen einer Herzbeuteltamponade bestätigt werden und sie kann auf eine konstriktive Perikarditis hinweisen.

Auf einer Röntgenaufnahme des Brustraums lassen sich Kalziumeinlagerungen im Herzbeutel erkennen. Sie entstehen bei fast der Hälfte aller Personen mit chronisch konstriktiver Perikarditis.

Die Diagnose kann auf zweierlei Arten gesichert werden.

  • Herzkatheterisierung

  • Bildgebende Verfahren

Mit der Herzkatheterisierung Herzkatheterisierung und Koronarangiographie Eine Herzkatheterisierung und eine koronare Angiographie sind minimalinvasive Methoden zur Untersuchung des Herzens und der Blutgefäße, die das Herz versorgen (Koronararterien), ohne operieren... Erfahren Sie mehr Herzkatheterisierung und Koronarangiographie kann der Blutdruck in den Herzkammern und in den großen Blutgefäßen gemessen werden. Diese Messergebnisse erlauben es, eine chronische Perikarditis von ähnlichen Krankheiten zu unterscheiden.

Eine Biopsie kann helfen, die Ursache für die chronische Perikarditis, beispielsweise Tuberkulose, zu bestimmen. Dazu wird im Rahmen einer Operation eine kleine Gewebeprobe des Herzbeutels entnommen und mikroskopisch untersucht. Als Alternative dazu kann die Probe mithilfe eines durch einen Einschnitt in die Brust eingeführten Perikardioskops (eines Glasfaserröhrchens zum Betrachten des Herzbeutels und zur Entnahme von Gewebeproben) entnommen werden.

Zur Bestimmung der Ursache der Perikarditis können auch Laboruntersuchungen an Blut- und Flüssigkeitsproben aus dem Herzbeutel notwendig sein.

Wussten Sie ...

  • Menschen können ohne Herzbeutel leben, doch bedeutet dessen operative Entfernung ein Risiko.

Behandlung einer chronischen Perikarditis

  • Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung

  • Manchmal Entfernung der Herzbeutelflüssigkeit oder des Perikards

  • Bei chronisch konstriktiver Perikarditis, salzarme Ernährung und Diuretika zur Linderung der Symptome

Bekannte Ursachen einer chronisch exsudativen Perikarditis werden nach Möglichkeit behandelt. Bei normaler Herzfunktion kann erst einmal abgewartet werden.

Chronisch konstriktive Perikarditis

Bei Menschen mit chronisch konstriktiver Perikarditis können Salzreduktion und Diuretika (Medikamente, die die Flüssigkeitsausscheidung des Körpers erhöhen) Erleichterung verschaffen.

Die einzige Heilungsmöglichkeit der chronisch konstriktiven Perikarditis besteht jedoch in der operativen Entfernung des Herzbeutels. Die Operation behebt die Krankheit bei ungefähr 85 Prozent der Betroffenen. Da der Eingriff allerdings ein Todesrisiko von 5 bis 15 Prozent birgt (bei Personen mit schwerer Herzinsuffizienz noch höher), werden die meisten Patienten erst operiert, wenn die Krankheit sie in ihrer täglichen Aktivität erheblich einschränkt.

In der Regel warten die Ärzte mit einer Operation, bis die Symptome schwerwiegend sind, allerdings nicht so lange, bis die Symptome so schwer sind, dass sie bereits in Ruhe auftreten. Mit einer salzarmen Ernährung und der Einnahme von Diuretika kann die Krankheit für Monate oder sogar Jahre kontrolliert werden. Ist eine konstriktive Perikarditis subakut (zum Beispiel nach einer Herzoperation), kann dies sogar die einzig mögliche Behandlung sein.

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