Msd Manual

Please confirm that you are not located inside the Russian Federation

Lädt...

Atopische Dermatitis (Ekzem)

Von

Mercedes E. Gonzalez

, MD, University of Miami Miller School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2018| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2018
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Kurzinformationen
HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Quellen zum Thema

Eine atopische Dermatitis (häufig als Ekzem bezeichnet) ist eine chronische, juckende Entzündung der oberen Hautschichten und tritt häufig bei Personen auf, die Heuschnupfen oder Asthma haben oder in deren Familie diese allergischen Erkrankungen vorkommen.

  • Die atopische Dermatitis ist sehr häufig, insbesondere in Industriestaaten und bei Menschen, die zu Allergien neigen.

  • Säuglinge neigen zu gerötetem, nässendem und verkrustetem Ausschlag im Gesicht, auf der Kopfhaut, an Händen, Armen, Füßen oder Beinen.

  • Bei älteren Kindern und Erwachsenen tritt die atopische Dermatitis an vereinzelten Stellen auf, meistens an den Händen, den Oberarmen, der Innenseite der Ellenbogen und in den Kniekehlen.

  • Die Diagnose wird auf Grundlage des Erscheinungsbildes des Ausschlags und der familiären Krankengeschichte gestellt.

  • Im Rahmen der Behandlung sollte die Haut feucht gehalten und Auslöser vermieden werden. Es werden Kortikosteroide aufgetragen und manchmal wird auch eine Therapie mit ultraviolettem Licht oder mit das Immunsystem modulierenden Medikamenten eingesetzt.

Die atopische Dermatitis ist eine der häufigsten Hautkrankheiten, insbesondere in städtischen Gebieten oder in Industrieländern, in denen 20 % der Kinder und Heranwachsenden und 1 bis 3 % der Erwachsenen davon betroffen sind. Bei den meisten Betroffenen tritt die Erkrankung vor Ende des 5. Lebensjahres auf und bei vielen bereits im ersten Lebensjahr. Eine atopische Dermatitis, die während der Kindheit auftritt, geht meist im Erwachsenenalter ganz weg oder bessert sich wesentlich.

Die Ursachen der atopischen Dermatitis sind nicht bekannt, die Erkrankung ist aber genetisch bedingt und vererbt sich häufig innerhalb der Familie in Verbindung mit Asthma und Heuschnupfen. Bei atopischer Dermatitis handelt es sich nicht um eine Allergie gegen eine bestimmte Substanz. Allerdings erhöht die atopische Dermatitis die Wahrscheinlichkeit, auch an Asthma und Heuschnupfen zu erkranken (Ärzte bezeichnen dies als atopische Trias). Atopische Dermatitis ist nicht ansteckend.

Viele Erkrankungen können Schübe atopischer Dermatitis auslösen, darunter auch emotioneller Stress, veränderte Temperatur oder Luftfeuchtigkeit, Bakterien vom Typ Staphylococcus aureus auf der Haut, bestimmte durch die Luft übertragene Partikel (wie Staubmilben, Schimmel und Tierhaare oder -schuppen), einige Hautpflegeprodukte (wie Kosmetika, Parfüms, scharfe Seifen), Schwitzen sowie der Kontakt mit reizenden Stoffen (insbesondere Wolle). Bei manchen Säuglingen können Lebensmittelallergien eine atopische Dermatitis provozieren.

Symptome

Atopische Dermatitis beginnt meistens bei Babys (normalerweise vor dem 5. Lebensmonat).

In der frühen (akuten) Phase entstehen rote, nässende und verkrustete Flächen und manchmal auch Blasen. Diese Phase dauert 1 bis 2 Monate.

In der späteren (chronischen) Phase führen Kratzen und Reibung zu trockenen und verdickten Bereichen.

Bei Babys und Kleinkindern breiten sich Ausschläge vom Gesicht auf Hals, Kopfhaut, Hände, Arme, Füße und Beine aus. Große Körperbereiche können betroffen sein.

Bei älteren Kindern und Erwachsenen tritt der Ausschlag häufig (und wiederholt) an bestimmten, vereinzelten Stellen auf, vor allem vorne am Hals, an den Innenseiten der Ellbogen und in den Kniekehlen.

Obwohl die Farbe, die Intensität und die Lage des Ausschlags variieren können, verursacht er immer Juckreiz. Bei älteren Kindern und Erwachsenen ist starker Juckreiz das Hauptsymptom. Das Jucken reizt oft zu unkontrolliertem Kratzen und führt zu einem Kreislauf von Jucken und Kratzen, der die Erkrankung verschlimmert. Durch ständiges Kratzen verdickt sich die Haut (Lichenifikation).

Komplikationen

Durch das Kratzen und die Reibung kann die Haut einreißen. So entstehen Eintrittspforten für Bakterien, die Infektionen der Haut, des Unterhautgewebes und der naheliegenden Lymphknoten auslösen. Es kann auch zu einer verbreiteten Entzündung und Abschuppung der Haut (exfoliative Dermatitis) kommen.

Eine Infektion mit Herpes-simplex-Viren, die bei anderen Menschen normalerweise eine kleine Hautfläche mit winzigen, leicht schmerzhaften Bläschen betrifft, kann bei Patienten mit atopischer Dermatitis eine großflächige Dermatitis, Blasenbildung und hohes Fieber (Ekzema herpeticatum) verursachen.

Betroffene mit atopischer Dermatitis können außerdem Virusinfektionen der Haut (wie gewöhnliche Warzen und Molluscum contagiosum) sowie Pilzinfektionen der Haut entwickeln.

Bei Personen, die seit langem an einer atopischen Dermatitis leiden, kann es im zweiten oder dritten Lebensjahrzehnt zu einer Linsentrübung der Augen (Katarakte) kommen.

Diagnose

  • Das Erscheinungsbild des Ausschlags und die familiäre Krankengeschichte des Patienten

  • Gelegentlich Haut- oder Bluttests

Die Diagnose der atopischen Dermatitis wird anhand des typischen Erscheinungsbilds des Ausschlags und oftmals in Abhängigkeit davon, ob andere Familienmitglieder ebenfalls an Allergien leiden, gestellt.

Manchmal wird ein Prick-, Patch- oder Bluttest (Radio-Allergo-Sorbent-Test, [RAST]) durchgeführt, um zu prüfen, welche Substanzen die Attacken auslösen.

Prognose

Oft lässt die atopische Dermatitis ab einem Alter von 5 Jahren nach. Trotzdem sind Schübe im Verlauf des Jugend- bis ins Erwachsenenalter häufig. Bei Mädchen und Personen, die bereits in jungem Alter eine atopische Dermatitis entwickeln, deren Erkrankung schwerwiegend ist, die betroffene Angehörige haben und an Rhinitis oder Asthma leiden, ist die Wahrscheinlichkeit, länger an atopischer Dermatitis zu leiden, größer. Trotzdem kann eine atopische Dermatitis auch bei diesen Personen häufig im Erwachsenenalter abklingen oder deutlich nachlassen. Da die Symptome der atopischen Dermatitis sichtbar und manchmal einschränkend sind, kann es bei Kindern, die in ihrer Entwicklung mit der Krankheit leben müssen, zu langfristigen emotionalen Problemen kommen.

Vorbeugung

Dem Ausschlag lässt sich vorbeugen, indem man Stoffe, die die Haut reizen, oder Nahrungsmittel, auf die man empfindlich reagiert, meidet.

Bestimmte Maßnahmen können helfen, um die Exposition gegenüber häufigen Auslösern im Haushalt zu reduzieren:

  • Verwendung von Kissen aus Synthetikfasern und undurchlässigen Matratzenauflagen

  • Waschen der Bettwäsche bei hohen Temperaturen

  • Entfernen von Polstermöbeln, Stofftieren, Teppichen und Haustieren (um Staubmilben und tierische Hautschuppen zu reduzieren)

  • Verwendung von Umluftgeräten mit hochwirksamen Partikelfiltern (HEPA) im Schlafzimmer und intensiv genutzten Wohnbereichen.

  • Verwendung von Lufttrocknern in Kellern und anderen schlecht belüfteten und feuchten Räumen (um Schimmel zu reduzieren)

  • Auftragen des Antibiotikums Mupirocin in den Nasenlöchern und Bäder mit verdünnter Bleiche, um die Anzahl von S. aureus auf der Haut zu senken, was dadurch die Schwere der atopischen Dermatitis verringert.

Es sollte auch versucht werden, emotionalen Stress zu vermeiden.

Behandlung

  • Maßnahmen zur Linderung des Juckreizes

  • Manchmal Kortikosteroide, das Immunsystem modulierende Medikamente oder Therapie mit ultraviolettem Licht

Die Erkrankung ist nicht heilbar, lediglich der Juckreiz kann mit topischen oder oral einzunehmenden Medikamente gelindert werden. Die Behandlung des Juckreizes kann in der Regel zu Hause erfolgen. Personen mit exfoliativer Dermatitis, Zellulitis oder Ekzema herpeticatum müssen jedoch möglicherweise stationär aufgenommen werden.

Bestimmte Hautpflegemaßnahmen sind hilfreich:

  • Verwendung von Seifenersatz anstatt normaler Seife

  • Feuchthalten der Haut, sei es durch Auftragen von Feuchtigkeitslotion oder Vaseline nach dem Kontakt mit Wasser

  • Auftragen von Feuchtigkeitslotionen nach dem Duschen auf die noch feuchte Haut

  • Nur einmal täglich baden

  • Zugabe von kolloidalem Hafermehl zum Badewasser

  • Zum Abtrocknen die Haut abtupfen, statt zu reiben

Eltern sollten die Fingernägel ihrer Kinder kurz schneiden, damit sie sich so wenig wie möglich Kratzen, und um so das Risiko einer Infektion zu reduzieren. Wenn es zu einer Hautinfektion kommt, können Antibiotika zum Einnehmen, zum Auftragen auf die Haut oder beides verschrieben werden.

Zu speziellen Behandlungsmethoden zählt das Auftragen einer Kortikosteroid-Salbe oder -Creme. Um bei Personen, die über einen längeren Zeitraum behandelt werden, die Verwendung von Kortikosteroiden einzuschränken (da sie zu einer Ausdünnung der Haut führen können), ersetzen die Ärzte sie manchmal für jeweils eine Woche oder länger durch Vaseline oder nicht kortikosteroidhaltige Ekzembehandlungen. Salben oder Cremes, die einen das Immunsystem modulierenden Wirkstoff enthalten, wie Tacrolimus oder Pimecrolimus, sind hilfreich und können die Notwendigkeit, Kortikosteroide über einen langen Zeitraum anzuwenden, begrenzen. Manche Ärzte verschreiben solche Medikamente zuerst (zum Beispiel eine Crisaborol-Salbe).

Phototherapie (Bestrahlung mit ultraviolettem Licht) kann auch helfen, insbesondere eine Therapie mit Schmalband-UV-B-Licht.

Bei schweren Fällen haben sich nasse Umschläge als hilfreich erwiesen. Dabei werden Kortikosteroide oder Immunmodulatoren auf die Haut aufgetragen und zuerst mit einem feuchten Umschlag und dann mit einem trockenen Umschlag bedeckt). Eine weitere Möglichkeit ist die Unterdrückung des Immunsystems mit Cyclosporin, Azathioprin oder Mycophenolatmofetil zum Einnehmen oder mit injizierten Biologika wie etwa Dupilumab.

Ekzema herpeticatum wird mit dem Virostatikum Aciclovir behandelt.

HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Erfahren Sie

Auch von Interesse

Videos

Alle anzeigen
Filzläuse
Video
Filzläuse
Der Genitalbereich von geschlechtsreifen Männern und Frauen ist häufig von gekräuseltem Schamhaar...
3D-Modelle
Alle anzeigen
Lymphangitischer Streifen
3D-Modell
Lymphangitischer Streifen

SOZIALE MEDIEN

NACH OBEN