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Kurzes abgeschlossenes unerklärliches Ereignis (BRUE) und ALTE

Von

Christopher P. Raab

, MD, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Aug 2021| Inhalt zuletzt geändert Aug 2021
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Ein „kurzes abgeschlossenes unerklärliches Ereignis“ (brief, resolved, unexplained event, BRUE) und ein „akutes lebensbedrohliches Ereignis“ (apparent life-threatening event, ALTE) ist keine bestimmte Erkrankung, sondern sind Begriffe, die für das plötzliche Auftreten gewisser beunruhigender Symptome stehen, wie etwa längeres Aussetzen der Atmung (Apnoe), eine Veränderung der Hautfarbe oder der Muskelspannung sowie Husten und Würgen bei Kindern im Alter von unter einem Jahr.

  • Ein Ereignis wird als BRUE eingestuft, wenn nach einer gründlichen Abklärung der bisherigen Krankengeschichte und körperlichen Untersuchung und manchmal auch Tests keine Ursache gefunden wurde.

  • Bekannte Ursachen sind unter anderem Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt, Nervensystem, der Atmung, Infektionskrankheiten, Herz-, Stoffwechselstörungen und traumatische Erkrankungen.

  • Die Diagnose wird auf Basis eines Gesprächs mit den Erziehungsberechtigten, einer körperlichen Untersuchung und der Ergebnisse bestimmter Labortests gestellt.

  • Die Prognose hängt von der festgestellten Ursache des Ereignisses ab.

  • Die Behandlung zielt auf die jeweilige Ursache ab, sofern sie bestimmt werden kann.

Die Begriffe hierzu haben sich kürzlich geändert. Früher verwendete der Arzt den Begriff „anscheinend lebensbedrohliches Ereignis“, um alle Ereignisse zu klassifizieren, bei denen Säuglinge plötzlich alarmierende Symptome entwickelten, unabhängig davon, ob eine zugrundeliegende Ursache gefunden wurde oder nicht. Heute spricht man von einem „kurzen abgeschlossenen unerklärlichen Ereignis“ (brief, resolved, unexplained event, BRUE), wenn keine zugrundeliegende Ursache gefunden wurde. Manche Ärzte verwenden immer noch den Begriff „anscheinend lebensbedrohliches Ereignis“, während sie nach einer Ursache suchen und später, wenn eine Ursache gefunden wurde.

Zwar könnte man annehmen, dass diese Begriffe mit dem plötzlichen Kindstod Plötzlicher Kindstod (Sudden Infant Death Syndrome, SIDS) Der plötzliche Kindstod ist ein plötzlicher, unerwarteter Tod, der gewöhnlich im Schlaf bei einem scheinbar gesunden Baby von höchstens 1 Jahr auftritt. Die Ursache... Erfahren Sie mehr (Sudden Infant Death Syndrome, SIDS) zusammenhängen, aber es besteht kein eindeutiger Zusammenhang zwischen dem SIDS und einem BRUE oder ALTE.

Ursachen

Eine Ursache für die alarmierenden Symptome kann in mehr als der Hälfte der Fälle nicht festgestellt werden. Diese Fälle werden als kurze, abgeschlossene, unerklärliche Ereignisse bezeichnet.

Liegt eine Ursache vor, dann sind die häufigsten Ursachen

Weniger häufige Ursachen sind

Symptome

Ein kurzes abgeschlossenes unerklärliches Ereignis (BRUE) oder ein akutes lebensbedrohliches Ereignis (ALTE) ist in der Regel durch eine unerwartete, plötzlich auftretende Veränderung in der Atmung eines Kleinkinds gekennzeichnet, die die Eltern oder Betreuungspersonen beunruhigt. Bei einem ALTE können folgende Symptome auftreten:

  • Aussetzen der Atmung für 20 Sekunden oder länger

  • Eine Veränderung der Hautfarbe, in der Regel bläulich oder blass, manchmal aber auch rot

  • Eine Veränderung der Muskelspannung, in der Regel schlaff

  • Erstickungs- oder Würgeanfälle

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Andere Tests auf Basis der Ergebnisse der Untersuchung

Wenn ein BRUE auftritt, stellt der Arzt mehrere wichtige Fragen:

Der Arzt untersucht das Kind, um sichtbare Defekte festzustellen, insbesondere Anzeichen, die auf eine Verletzung hindeuten, und Anomalien des Nervensystems, wie etwa zu hohe oder zu niedrige Muskelspannung und Anzeichen einer Infektion, Verletzung oder Verdacht auf Missbrauch.

Basierend auf dem Gespräch mit den Betreuungspersonen und der körperlichen Untersuchung kann der Arzt ausreichend Informationen einholen, um sicherzustellen, dass das Kind keine ernsthafte Erkrankung hat. Es können Laboruntersuchungen (Bluttests [einschließlich Tests der Leberfunktion] sowie Stuhl-, Urin- und Rückenmarkflüssigkeitsuntersuchungen) durchgeführt werden; ebenso Tests mithilfe bildgebender Verfahren (wie Röntgenaufnahme des Brustkorbs Bildgebende Untersuchungen des Brustkorbs Zu den bildgebenden Verfahren des Brustkorbs zählen: Röntgenaufnahmen Computertomographie (CT) CT-Angiographie Magnetresonanztomographie (MRT) Erfahren Sie mehr oder eine Computertomographie [CT] Computertomographie (CT) Bei einer Computertomographie (CT), die früher auch axiale Computertomographie (CAT) genannt wurde, drehen sich eine Röntgenquelle und ein Röntgendetektor um einen Patienten. Der Röntgendetektor... Erfahren Sie mehr Computertomographie (CT) des Kopfes), eine Elektrokardiographie Elektrokardiographie Bei der Elektrokardiographie (EKG) handelt es sich um eine schnelle, einfache und schmerzfreie Untersuchung, bei der die elektrisch verstärkten Impulse des Herzens gemessen und aufgezeichnet... Erfahren Sie mehr Elektrokardiographie oder, abhängig vom Ergebnis der Untersuchung, eine Kombination verschiedener Tests. Außerdem können weitere Tests (wie etwa eine Elektroenzephalographie Elektroenzephalographie Wenn aufgrund der Vorgeschichte und der neurologischen Untersuchung der Verdacht auf eine Krankheit besteht, können weitere Untersuchungen die Diagnose absichern. Die Elektroenzephalographie... Erfahren Sie mehr Elektroenzephalographie ) zum Feststellen einer möglichen Anfallsaktivität durchgeführt werden.

Prognose

Die Prognose hängt von der festgestellten Ursache ab. Wenn beispielsweise das Risiko für Tod oder Behinderung größer ist, weil die Ursache eine schwere neurologische Störung ist. Ein BRUE oder ein ALTE selbst scheint sich nicht langfristig auf die Entwicklung von Kindern auszuwirken.

Der Zusammenhang zwischen einem BRUE oder einem ALTE und SIDS ist zwar nicht klar, aber Kinder die mindestens 2 ALTE haben, tragen ein höheres Risiko für SIDS.

Behandlung

  • Behandlung der feststehenden Ursache

  • Manchmal Überwachungsgeräte zu Hause

Wenn eine Ursache festgestellt werden kann, so wird diese behandelt. Kinder, die reanimiert werden mussten, deren Untersuchungs- oder Labortestergebnisse Anomalien zeigten oder bei denen bereits zu früheren Zeitpunkten solche Ereignisse aufgetreten waren, werden zur Überwachung und weiteren Abklärung ins Krankenhaus eingewiesen.

Eltern und Betreuer sollten in Wiederbelebungsmaßnahmen (Cardiopulmonary Resuscitation, CPR) für Kleinkinder sowie im sicheren Versorgen von Kleinkindern geschult werden (z. B. sollten sie beachten, dass Kinder nur auf dem Rücken schlafen gelegt und keinem Zigarettenrauch ausgesetzt werden sollten). Manchmal wird der vorübergehende Einsatz von Geräten zur Überwachung von Atemstillständen empfohlen. Dabei sind Überwachungsgeräte, die Atemrhythmus und Herzfrequenz des Kindes aufzeichnen können, gegenüber solchen, die lediglich einen Alarm auslösen, zu bevorzugen. Überwachungsgeräte, die Aufzeichnungen machen, können dem Arzt dabei helfen, Fehlalarme von tatsächlichen Ereignissen zu unterscheiden.

Weitere Informationen

Bei dem Folgenden handelt es sich um ein englischsprachiges Hilfsmittel, das nützlich sein kann. Bitte beachten Sie, dass das MANUAL nicht für den Inhalt dieser Quelle verantwortlich ist.

  • Safe to Sleep®: Informationen für Eltern und Betreuer über sichere Schlafpraktiken für Säuglinge

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