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Verstopfung bei Kindern

Von

Deborah M. Consolini

, MD, Sidney Kimmel Medical College of Thomas Jefferson University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2018| Inhalt zuletzt geändert Jul 2018
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Verstopfung (Konstipation) ist, wenn der Stuhlgang sich über einen Zeitraum von mindestens 1 Monat bei Säuglingen und von 2 Monaten bei älteren Kindern immer wieder verzögert oder Probleme bereitet (siehe auch Verstopfung bei Erwachsenen). Der Stuhl ist härter und manchmal ist die Menge größer als normal und die Darmentleerung schmerzt. Bei Kindern kommen Verstopfungen sehr häufig vor. Bis zu 5 Prozent der Arztbesuche von Kindern sind darauf zurückzuführen. In drei Phasen sind Säuglinge und Kinder besonders anfällig. Die erste Phase beginnt, wenn Getreide und feste Nahrungsmittel in den Ernährungsplan aufgenommen werden, die zweite Phase ist die Zeit des Toilettentrainings und die dritte Phase beginnt um die Einschulungszeit.

Während der gesamten Kindheit variieren Häufigkeit und Beschaffenheit des Stuhlgangs. Es gibt keine alleingültige Definition, was normal ist. Neugeborene haben täglich viermal oder häufiger weichen, gelben und körnigen Stuhlgang. Im ersten Jahr haben Säuglinge täglich 2- bis 4-mal Stuhlgang. Stillkinder haben häufiger Stuhlgang als Kinder, die mit Säuglingsnahrung gefüttert werden, und können nach jedem Stillen Stuhlgang haben. Nach einem oder zwei Monaten ist bei manchen Stillkindern der Stuhlgang nicht mehr so häufig, der Stuhl bleibt aber breiig oder weich. Ab dem Alter von 1 Jahr haben die meisten Kinder täglich ein- oder zweimal weichen aber geformten Stuhlgang. Bei manchen Säuglingen und jungen Kindern kann es jedoch vorkommen, dass für sie ein Stuhlgang nur alle 3 bis 4 Tage völlig normal ist.

Zu den Leitlinien für das Feststellen von Verstopfung bei Säuglingen und Kindern gehören:

  • Kein Stuhlgang für 2 oder 3 Tage länger als gewöhnlich

  • Harter oder schmerzhafter Stuhlgang

  • Große Stuhlgänge, die die Toilette verstopfen können

  • Blutstropfen außen am Stuhlgang

Bei Säuglingen sind Anzeichen einer Anstrengung vor dem erfolgreichen Stuhlgang, wie z. B. Pressen oder Weinen, normalerweise kein Indiz für eine Verstopfung. Solche Symptome werden meist dadurch hervorgerufen, dass die Beckenbodenmuskulatur während des Stuhlgangs nicht entspannt werden kann, und verschwinden typischerweise spontan.

Eltern machen sich häufig Sorgen um den Stuhlgang ihres Kindes. Eine Verstopfung hat aber normalerweise keine ernsten Folgen. Manche Kinder mit Verstopfung klagen regelmäßig über Bauchschmerzen, besonders nach den Mahlzeiten. Gelegentlich können durch großen und harten Stuhlgang kleine Einrisse am After auftreten (Analfissur). Analfissuren sind schmerzhaft und können zu hellroten Blutstreifen auf dem Stuhl oder Toilettenpapier führen. In seltenen Fällen können chronische Verstopfungen Harnwegstörungen begünstigen, wie etwa Harnwegsinfektionen oder Bettnässen.

Ursachen

Häufige Ursachen

Bei 95 Prozent der Kinder wird eine Verstopfung hervorgerufen durch

  • Ernährungsprobleme

  • Verhaltensprobleme

Verstopfungen, denen Ernährungs- oder Verhaltensprobleme zugrunde liegen, werden als funktionelle Verstopfung bezeichnet.

Ernährungsprobleme, die eine Verstopfung hervorrufen, sind unter anderem Ernährungsweisen mit geringer Flüssigkeit und/oder Ballaststoffen (was in Obst, Gemüse und Vollkorn vorkommt).

Verhaltensprobleme, die mit Verstopfungen in Zusammenhang gebracht werden, sind unter anderem Stress (der bei der Geburt eines Geschwisterkindes auftreten kann), Widerstand gegen das Toilettentraining sowie der Wunsch nach Kontrolle. Des Weiteren können Kinder den Stuhlgang absichtlich zurückhalten, weil sie eine schmerzhafte Analfissur haben oder weil sie nicht aufhören möchten zu spielen. Sexueller Missbrauch kann zu Stress oder Verletzungen führen, die Kinder veranlassen, den Stuhl zurückzuhalten. Wenn Kinder ihren Darm nicht entleeren, wenn der Stuhldrang auftritt, dehnt sich letztendlich das Rektum, um den Darminhalt aufzunehmen. Bei einem gedehnten Rektum nimmt der Stuhldrang ab und es sammelt sich immer mehr Stuhl an, der sich verhärtet. Daraus kann sich ein Teufelskreis einer immer schlimmer werdenden Verstopfung entwickeln. Wenn der angesammelte Stuhl sich verhärtet, wird manchmal die Passage des nachkommenden Stuhls verhindert. Dieser Zustand wird Kotstau genannt. Weicher Stuhl, der hinter dem verhärteten Stuhl liegt, kann sich an der Blockade vorbei drücken und landet in der Unterwäsche des Kindes, was dann zum Einkoten (Enkopresis) führt. Die Eltern könnten dann annehmen, dass das Kind Durchfall hat, obwohl das tatsächliche Problem eine Verstopfung ist.

Seltenere Ursachen

Bei ungefähr 5 Prozent der Kinder sind körperliche Störungen, Medikamente oder Giftstoffe der Auslöser für eine Verstopfung. Diese Störungen können schon bei Geburt vorhanden sein oder sich erst später entwickeln. Verstopfungen, denen Erkrankungen, Medikamente oder Giftstoffe zugrunde liegen, werden als organische Verstopfung bezeichnet.

Bei Neugeborenen und Säuglingen ist die häufigste Erkrankung, die eine organische Verstopfung hervorruft, das

  • kongenitale Megakolon auch Hirschsprung-Krankheit (eine unzureichende Nervenversorgung des Dickdarms) genannt

Andere Ursachen für eine organische Verstopfung sind unter anderem

Kinder mit schweren abdominalen Erkrankungen (z. B. einer Appendizitis oder einer Blockade des Darms) haben häufig keinen Stuhlgang. Allerdings zeigen diese Kinder typischerweise andere, augenscheinlichere Symptome, wie z. B. Bauchschmerzen oder Anschwellen der Bauchdecke und/oder Erbrechen. Aufgrund dieser Symptome suchen Eltern in der Regel einen Arzt auf, bevor sich die Häufigkeit des Stuhlgangs verringert.

Beurteilung

Die Ärzte versuchen zuerst zu bestimmen, ob die Verstopfung ihre Ursache in der Ernährung oder im Verhalten hat (funktional) oder durch eine Erkrankung, einen Giftstoff oder ein Medikament ausgelöst wurde (organisch).

Warnsignale

Bestimmte Symptome geben Anlass zur Sorge und sollten den Gedanken an eine organische Ursache der Verstopfung nahelegen:

  • Kein Stuhlgang (SG) in den ersten 24 bis 48 Stunden nach der Geburt

  • Gewichtsverlust oder schlechtes Wachstum

  • Verminderter Appetit

  • Blut im Stuhl

  • Fieber

  • Erbrechen

  • Schwellung des Bauchs

  • Bauchschmerzen (bei Kindern, die alt genug sind, dies mitzuteilen)

  • Bei Säuglingen: Schwindende Muskelspannung (Säugling erscheint schlapp oder schwach) und verringerte Fähigkeit zu saugen

  • Bei älteren Kindern: Unbeabsichtigter Harnfluss (Harninkontinenz), Rückenschmerzen, Schwäche in den Beinen oder Gehschwierigkeiten

Wann ein Arzt zu konsultieren ist:

Kinder sollten sofort von einem Arzt begutachtet werden, wenn bei ihnen eines der Warnsignale festgestellt werden kann. Wenn keine Warnsignale vorhanden sind, das Kind aber seltene, harte oder schmerzhafte Stuhlgänge hat, sollte ein Arzt darüber informiert werden. Je nachdem, welche anderen Symptome das Kind zeigt (falls welche vorhanden sind), kann der Arzt empfehlen, einfache, zu Hause durchzuführende Behandlungen zu versuchen oder er kann die Eltern bitten, mit dem Kind für eine Untersuchung in die Praxis zu kommen.

Was der Arzt unternimmt:

Die Ärzte stellen zunächst Fragen zu den Symptomen und der Krankengeschichte des Kindes. Anschließend führen sie eine körperliche Untersuchung durch. Die Ergebnisse der körperlichen Untersuchung und Aufnahme der Krankengeschichte durch den Arzt deuten meistens auf die Ursache der Verstopfung und Tests hin, die durchzuführen sind (siehe Tabelle Einige Ursachen und Merkmale einer Verstopfung bei Säuglingen und Kindern).

Die Ärzte vergewissern sich bei Neugeborenen, ob sie schon den ersten Stuhlgang hatten (der erste Stuhlgang wird als Mekonium bezeichnet). Neugeborene, die innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach der Geburt keinen Stuhlgang hatten, sollten gründlich untersucht werden, um eine Hirschsprung-Krankheit, eine Analatresie oder andere schwere Erkrankungen auszuschließen.

Bei Säuglingen oder älteren Kindern fragen die Ärzte, ob die Verstopfung nach einem bestimmten Ereignis eingesetzt hat, z. B. nach einem neuen Getreidebrei oder nach anderen festen Nahrungsmitteln, nach dem Genuss von Honig, nach dem Start des Toilettentrainings oder nach Schulbeginn. Bei allen Altersgruppen fragen die Ärzte nach Ernährung, Erkrankungen, Giftstoffen und Medikamenten, die eine Verstopfung hervorrufen können.

Bei der körperlichen Untersuchung achten die Ärzte zunächst auf allgemeine Anzeichen einer Krankheit und messen Körpergröße und -gewicht, um nach Anzeichen einer Wachstumsverzögerung zu suchen. Danach konzentrieren sie sich auf den Bauch, den After (inklusive einer manuellen Untersuchung des Rektums mit einem behandschuhten Finger) und die Funktion der Nerven (wodurch die Funktionen des Verdauungstrakts beeinflusst werden können).

Tests

Wenn die Ursache der Verstopfung sich als funktionell herausstellt, sind keine Tests erforderlich, sofern die Kinder auf die Behandlung ansprechen. Wenn Kinder nicht auf die Behandlung ansprechen oder wenn die Ärzte eine andere zugrunde liegende Störung vermuten, wird ein Röntgenbild des Bauchs gemacht. Aufgrund der Untersuchungsergebnisse werden dann weitere Tests vorgenommen.

Tabelle
icon

Einige Ursachen und Merkmale einer Verstopfung bei Säuglingen und Kindern

Ursache

Häufige Merkmale*

Untersuchungen

Angeborene Fehlbildung des Afters

Anormale Lage des Afters

Lage des Afters näher an den Geschlechtsorganen als normal

Messungen zur Bestimmung der exakten Lage der Afteröffnung

Analstenose (verengter After)

Verzögerte Passage des ersten SG (Mekonium) während der ersten 24–48 Lebensstunden

Heftige und schmerzhafte SG

Geschwollener Bauch

Anormales Aussehen und anormale Lage des Afters

Ärztliche Untersuchung

Blockade der Afteröffnung (Analatresie)

Geschwollener Bauch

Keine SG

Blockade des Afters, bei einer ärztlichen Untersuchung erkannt

Ärztliche Untersuchung, die bald nach der Geburt durchgeführt wird

Probleme mit dem Rückenmark

Meningomyelozele (schwerste Form der Spina bifida)

Ein wunder, roter Bereich auf dem Rücken, an dem das Rückenmark hervortritt, bei der Geburt erkannt

Abnehmende Beinreflexe oder schwindende Muskelspannung

Kein natürlicher Reflex des Afters (Verengung nach leichter Berührung, Analreflex genannt)

Einfache Röntgenaufnahmen der unteren Wirbelsäule

MRT der Wirbelsäule

Spina bifida occulta (unvollständige, von außen nicht ersichtliche Fehlbildung der Wirbelkörper)

Haarbüschel oder Grübchen über der Fehlbildung, bei der Geburt erkannt

MRT der Wirbelsäule

„Tethered Cord“-Syndrom (während der fetalen Entwicklung bleibt das Rückenmark am unteren Ende des Rückenmarkkanals hängen und kann sich nicht in seine normale Position nach oben ausdehnen)

Gehschwierigkeiten, Schmerzen oder Schwäche in den Beinen und Rückenschmerzen

Inkontinenz

MRT der Wirbelsäule

Ein Tumor nahe dem Steißbein (Steißbeinteratom) oder anderer Rückenmarkstumor

Rückenschmerzen, Gehschwierigkeiten und Schmerzen oder Schwäche in den Beinen

Inkontinenz

MRT der Wirbelsäule

Infektion der Wirbelsäule oder des Rückenmarks

Rückenschmerzen, Gehschwierigkeiten und Schmerzen oder Schwäche in den Beinen

Fieber

Inkontinenz

MRT der Wirbelsäule

Hormonelle Erkrankung, Störungen des Stoffwechsels oder Elektrolythaushalts

Diabetes insipidus (aufgrund von Störungen des antidiuretischen Hormons, das der Wasserregulierung des Körpers dient)

Übermäßiger Durst und übermäßiges Weinen, das aufhört, sobald das Kind Wasser erhält

Übermäßiges Ausscheiden von verdünntem Urin

Gewichtsverlust und Erbrechen

Urin- und Bluttests, um zu messen, wie stark Urin und Blut verdünnt sind (Osmolalität)

Bluttests zur Messung der Konzentration des antidiuretischen Hormons

Hyperkalzämie (ein ungewöhnlich hoher Kalziumspiegel im Blut)

Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Muskelschwäche und Bauchschmerzen

Übermäßiger Durst und übermäßiges Urinieren

Bluttests zur Messung des Kalziumspiegels

Hypokaliämie (ein ungewöhnlich geringer Kaliumspiegel im Blut)

Muskelschwäche

Übermäßiges Urinieren und Dehydratation

Wachstum nicht wie erwartet (Gedeihstörung)

Möglicherweise Verwendung von Diuretika oder bestimmten Antibiotika

Bluttests zur Messung des Elektrolytspiegels

Hypothyreose (Unterfunktion der Schilddrüse)

Schlechte Nahrungsaufnahme

Langsame Herzfrequenz

Bei Neugeborenen große weiche Bereiche (Fontanelle) zwischen den Schädelknochen und geringe Muskelspannung

Trockene Haut, anfällig für Erkältung, Müdigkeit und Gelbsucht

Bluttests zur Messung des Schilddrüsenhormonspiegels

Darmerkrankungen

Verzögerte Passage des ersten SG

Geringe Gewichtszunahme oder Gedeihstörung

Häufige Schübe einer Lungenentzündung (Pneumonie)

Schweißtest

Möglicherweise genetische Untersuchungen zur Bestätigung der Diagnose

Verzögerte Passage des ersten SG

Geschwollener Bauch

Grün oder gelb gefärbtes Erbrochenes, was auf den Inhalt von Galle hinweist

Verengter After, bei einer ärztlichen Untersuchung erkannt

Röntgenaufnahmen des unteren Verdauungstrakts, nachdem Barium in das Rektum eingeführt wurde (Bariumeinlauf)

Druckmessung in Anus und Rektum (Manometrie)

Biopsie des Rektums

Erbrechen

Schlechte Nahrungsaufnahme

Gewichtsverlust, schlechtes Wachstum oder beides

Blut im Stuhl

Stuhltests

Symptome, die nachlassen, wenn die Säuglingsnahrung gewechselt wird

Möglicherweise Endoskopie, Koloskopie oder beides

Bauchschmerzen

Blähung

Gewichtsverlust

Erschöpfung

Bluttests

Endoskopie

Lang anhaltende (chronische) Bauchschmerzen

Durchfall und Verstopfung, die sich abwechseln

Gefühl einer unvollständigen Darmentleerung nach dem SG

Beurteilung von Ablauf und Zeitpunkt von SG und der Schmerzcharakteristik

Ausschluss anderer Erkrankungen durch Krankengeschichte, körperliche Untersuchung und möglicherweise Bluttests, Stuhltests, Bildgebung oder Koloskopie

Pseudoobstruktion (was zu Symptomen einer Blockade führt, aber keine Blockade erkennbar ist)

Übelkeit und Erbrechen

Bauchschmerzen und ein geschwollener Bauch

Röntgenaufnahme des Bauchs

Tests zur Beurteilung der Qualität der Darmfunktion (Untersuchung der Darmmotilität)

Tumor im Abdomen

Gewichtsverlust, nächtliche Schweißausbrüche und Fieber

Schwellung oder Schmerzen des Bauchs

Abdominale Raumforderung, bei einer ärztlichen Untersuchung erkannt

MRT

Nebenwirkungen von Medikamenten

Verwendung von Medikamenten mit anticholinerger Wirkung (z. B. Antihistaminika), Antidepressiva, Chemotherapeutika oder Opioiden

Einnahme von Medikamenten, die eine Verstopfung hervorrufen können

Ärztliche Untersuchung

Toxine

Plötzlich reduzierte Fähigkeit zu saugen

Verlust der Muskelspannung

Gelegentliche Einnahme von Honig vor dem Alter von 12 Monaten

Test auf Botulinumtoxin im Stuhl

Normalerweise keine Symptome

Möglicherweise Bauchschmerzen, Müdigkeit und Reizbarkeit

Entwicklungsrückgang

Bluttests zur Messung der Bleikonzentration

*Zu den Merkmalen zählen Symptome und Befunde der ärztlichen Untersuchung. Die genannten Merkmale sind typisch, treten aber nicht immer auf.

SG = Stuhlgang; MRT = Magnetresonanztomographie.

Behandlung

Die Behandlung der Verstopfung hängt von der Ursache ab.

Bei einer organischen Verstopfung wird die ursächliche Erkrankung, das Medikament oder der Giftstoff behandelt, korrigiert oder entfernt.

Bei funktioneller Verstopfung werden unter anderem folgende Maßnahmen ergriffen

  • Ändern der Ernährung

  • Ändern des Verhaltens

  • Manchmal kommen Stuhlweichmacher oder Laxative zum Einsatz

Ändern der Ernährung

Zu einer Ernährungsänderung für Säuglinge gehört unter anderem, ihnen täglich 30 bis 120 ml Pflaumen-, Birnen- oder Apfelsaft zu geben. Bei Säuglingen, die jünger als 2 Monate sind, können morgens und abends 1 Teelöffel (5 ml) eines ungezuckerten Maissirups zur Säuglingsnahrung beigemischt werden.

Ältere Säuglinge und Kinder sollten den Verzehr von Obst, Gemüse und ballaststoffreichen Getreideflocken steigern und den Verzehr von stopfenden Nahrungsmitteln, wie Milch und Käse, einschränken.

Ändern des Verhaltens

Bei älteren Kindern kann eine Änderung des Verhaltens helfen. Zu den Maßnahmen gehört

  • Kinder, die auf die Toilette gehen können, zu ermutigen, 5 bis 10 Minuten nach den Mahlzeiten auf die Toilette zu gehen und sie positiv zu bestärken, wenn sie Fortschritte machen (z. B. den Fortschritt auf einem Diagramm an der Wand aufzeichnen)

  • Kindern, die sich im Toilettentraining befinden, eine Pause von diesem Training zu geben, bis die Verstopfungen sich gelöst haben

Nach einer Mahlzeit auf der Toilette zu sitzen, kann helfen, da durch die Nahrungsaufnahme ein Reflex für Stuhlgang ausgelöst wird. Häufig ignorieren Kinder diese Reflexsignale und verzögern den Stuhlgang. Diese Technik nutzt den Reflex dazu, den Verdauungstrakt neu zu trainieren, eine Toilettenroutine zu entwickeln und regelmäßigeren Stuhlgang zu fördern.

Stuhlweichmacher und Laxative

Wenn die Verstopfung weder auf das geänderte Verhalten noch auf veränderte Ernährung anspricht, können die Ärzte bestimmte Medikamente empfehlen, die den Stuhl weicher machen (Stuhlweichmacher) und/oder die Spontanbewegung des Verdauungstrakts erhöhen (Laxative). Zu solchen Medikamenten gehören Polyethylenglykol, Lactulose, Mineralöl, Magnesium-Milch (Magnesiumhydroxid), Senna und Bisacodyl. Viele dieser Medikamente sind heutzutage rezeptfrei erhältlich. Die Dosis sollte aber dem Alter und Körpergewicht des Kindes sowie der Intensität der Verstopfung angepasst werden. Daher sollten Eltern einen Arzt zur richtigen Dosis und Häufigkeit der täglichen Verabreichung befragen, bevor sie diese Behandlungen anwenden. Ziel dieser Behandlung ist die Passage eines weichen Stuhlgangs pro Tag.

Wenn bei dem Kind ein Kotstau vorliegt, können sanfte Einläufe gemacht werden und Wirkstoffe (z. B. Mineralöl oder Polyethylenglykol) oral mit viel Flüssigkeit eingenommen werden. Wenn diese Behandlungen keine Wirkung zeigen, muss das Kind eventuell stationär aufgenommen werden, damit der Kotstau aufgelöst wird.

Bei Säuglingen ist normalerweise keine dieser Behandlungen erforderlich. Meist ist ein Glyzerinzäpfchen ausreichend.

Um den regelmäßigen Stuhlgang aufrechtzuerhalten, kann es bei manchen Kindern notwendig sein, ballaststoffreiche Zusätze (z. B. Flohsamen) zu geben, die auch ohne Rezept erhältlich sind. Damit diese Zusätze wirken, muss das Kind jeden Tag 1 bis 2 Liter Wasser trinken.

Wichtigste Punkte

  • Normalerweise werden Verstopfungen durch Verhaltens- oder Ernährungsprobleme ausgelöst (funktionelle Verstopfung genannt).

  • Kinder sollten von einem Arzt untersucht werden, wenn die Abstände zwischen den Stuhlgängen 2 oder 3 Tage länger dauern als normal, wenn es sich um harten Stuhl in großer Menge handelt, wenn der Stuhlgang Schmerzen oder Blutungen verursacht oder wenn das Kind andere Symptome aufweist.

  • Wenn ein Neugeborenes innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach der Geburt keinen Stuhlgang hat, sollte eine Untersuchung erfolgen, um z. B. die Hirschsprung-Krankheit oder andere schwere Erkrankungen auszuschließen.

  • Wenn die Ursachen auf Ernährungs- oder Verhaltensprobleme zurückzuführen sind, kann eine ballaststoffreiche Kost oder eine Verhaltensänderung helfen.

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