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Chlamydia

Von

Margaret R. Hammerschlag

, MD, State University of New York Downstate Medical Center

Inhalt zuletzt geändert Mrz 2018
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Drei Chlamydienarten können menschliche Krankheiten verursachen, u. a. sexuell übertragbare Krankheiten und respiratorische Infektionen. Die meisten sind empfindlich auf Makroliden (z. B. Azithromycin), Tetrazyklinen (z. B. Doxyzyklin) und Fluorochinolone.

Chlamydien sind unbewegliche, obligat intrazelluläre Bakterien. Sie enthalten DNA, RNA und Ribosomen und produzieren ihre eigenen Proteine und Nukleinsäuren. Allerdings hängen sie für 3 ihrer 4 Nukleosidtriphosphate von der Wirtszelle ab und benutzen das Adenosintriphosphat (ATP) des Wirts, um das Chlamydien-Protein zu synthetisieren.

Zur Gattung Chlamydia gehören 9 Spezies; 3 von ihnen verursachen Krankheiten bei Menschen:

  • Chlamydia trachomatis

  • Chlamydia pneumoniae

  • Chlamydia psittaci

Chlamydien-Spezies können eine persistierende Infektion verursachen, die oft subklinisch ist.

C. trachomatis

C. trachomatis kommt mit 18 immunologisch definierten Serovaren vor:

  • A, B, Ba und C verursachen Trachom.

  • D bis K verursachen Geschlechtskrankheiten ("sexually transmitted diseases", STDs), die auf der Schleinhautoberfläche lokalisiert sind.

  • L1, L2 und L3 verursachen STDs, die zu einer invasiven Lymphknotenkrankheit führen (Lymphogranuloma venereum).

In den USA ist C. trachomatis die häufigste bakterielle Ursache von sexuell übertragbaren Krankheiten, einschließlich

Eine Übertragung von C. trachomatis von der Mutter auf das Kind verursacht eine neonatale Konjunktivitis und neonatale Pneumonie. Ein universelles pränatales Screening und die Behandlung schwangerer Frauen haben die Inzidenz von C. trachomatis-Infektionen bei Säuglingen in den USA stark reduziert.

Der Organismus kann bei Erwachsenen aus dem Rektum und dem Rachen isoliert werden (in der Regel bei Männern, die Sex mit Männern haben [MSM]). Eine rektale Infektion mit L2-Stämmen kann eine schwere Proctocolitis verursachen, die eine akute entzündliche Darmerkrankungen bei HIV-positiven MSM nachahmen kann.

C. pneumoniae

C. pneumoniae kann eine Pneumonie hervorrufen (insbesondere bei Kindern und jungen Erwachsenen), die klinisch nicht von einer durch Mycoplasma pneumoniae hervorgerufenen Pneumonie unterscheidbar sein kann. Bei einigen Patienten mit C. pneumoniae können Lungenentzündung, Heiserkeit und Halsschmerzen dem Husten vorausgehen, was hartnäckig sein und durch Bronchospasmus kompliziert werden kann.

6 bis 19% der ambulant erworbenen Fälle von Pneumonie werden durch C. pneumoniae verursacht; Ausbrüche von Pneumonie durch C. pneumoniae stellen ein besonderes Risiko für Personen in geschlossenen Populationen dar (z. B. Pflegeheime, Schulen, Militäreinrichtungen, Gefängnisse). Saisonale Variationen der Inzidenz sind nicht beobachtet worden.

C. pneumoniae wurde zudem als ein Infektionsauslöser der reaktiven Atemwegserkrankung erwogen.

C. psittaci

C. psittaci verursacht Psittakose (Ornithose). Stämme, die menschliche Krankheiten hervorrufen, werden meist von psittaciden Vögeln (z. B. Papageien) erworben und rufen eine disseminierte Krankheit mit Pneumonitis hervor. Ausbrüche sind bei Angestellten in Geflügelschlachthöfen, die Truthähne und Enten handhaben, aufgetreten.

Diagnose

  • Nukleinsäurebasierte Tests

C. trachomatis wird am besten in genitalen Proben mittels Nukleinsäureamplifikationsverfahren (NAAT) nachgewiesen, da diese Verfahren, sensitiver als eine Zellkultur sind und weniger strenge Anforderungen an die Probengewinnung stellen. Derzeit sind 6 NAATs für die Untersuchung von Genital- und Urinproben von Erwachsenen und Jugendlichen von der FDA zugelassen. NAATs für genitale Infektion kann unter Verwendung nichtinvasiv erhaltenen Proben, wie Urin oder vaginale Abstriche durch den Patienten oder Arzt durchgeführt werden. Obwohl diese NAATs nicht für extragenitale Infektionen (z. B. im Rektum oder Rachen) zugelassen sind, können sie C. trachomatis an diesen Stellen nachweisen, und Laboratorien können interne Validierungen für ihre Verwendung an diesen Standorten durchführen (1).

Serologische Tests sind von begrenztem Nutzen, mit Ausnahme für die Diagnose von Lymphogranuloma venereum und Psittakose.

C. pneumoniae wird mit einer Kultur von Atemwegsproben oder mit NAAT-Tests diagnostiziert. Zwei FDA-zugelassene NAATs für C. pneumoniae sind als Teil eines Panels erhältlich, das gleichzeitig auf mehrere Atemwegspathogene prüft.

Enger Kontakt zu Vögeln, insbesondere Papageien oder Sittichen, ist ein wichtiger initialer Hinweis für die Diagnose einer Infektion mit C. psittaci. Die Diagnose wird durch serologische Tests bestätigt. Eine Kultur ist in der Regel nicht verfügbar Es gibt keine von der FDA zugelassenen NAATs für C. psittaci.

Screening-Verfahren

Da genitale Chlamydiennfektionen so verbreitet sind und häufig asymptomatisch sind oder nur schwache oder unspezifische Symptome (insbesondere bei Frauen) hervorrufen, ist ein Routinescreening von asymptomatischen Personen mit einem hohen Risiko von sexuell übertragbaren Krankheiten vom CDC empfohlen (s.2015 Sexually Transmitted Diseases Treatment Guidelines).

Zu den Personen, die gescreent werden sollten, gehören die folgenden.

Nicht schwangere Frauen (einschließlich Frauen, die Sex mit Frauen haben) werden jährlich gescreent, wenn sie

  • Sexuell aktiv sind und < 25 Jahre alt

  • Eine Vorgeschichte einer früheren sexuell übertragbaren Krankheit haben

  • Sexuelles Verhalten mit hohem Risiko zeigen (z. B. einen neuen Sexpartner oder mehrere Sexpartner haben, im Sexbereich arbeiten, Kondome inkonsequent einsetzen)

  • Einen Partner haben, der eine STD hat oder sexuelles Verhalten mit hohem Risiko zeigt

Frauen < 35 Jahren werden gescreent, wenn sie in eine Justizvollzugsanstalt eingewiesen werden.

Schwangere Frauen werden während ihrer ersten pränatalen Vorsorgeuntersuchung gescreent; diejenigen < 25 Jahre oder mit Risikofaktoren werden im 3. Trimester erneut gescreent.

Heterosexuell aktive Männer werden nicht gescreent, außer unter Umständen mit hoher Prävalenz von Chlamydien-Infektionen, einschließlich Kliniken für Jugendliche oder sexuell übertragbare Krankheiten oder bei der Aufnahme in Justizvollzugsanstalten.

Männer, die Sex mit Männern haben, werden gescreent, wenn sie innerhalb des letzten Jahres sexuell aktiv gewesen sind:

  • Bei insertiven Analverkehr: Urinuntersuchung

  • Für rezeptiven Analverkehr: rektale Tupfer

  • Bei oralem Geschlechtsverkehr: Pharyngeal Tupfer

Diagnosehinweis

Therapie

  • Azithromycin oder Doxyzyklin

Unkomplizierte Infektionen des unteren Genitalbereichs werden typischerweise mit einer der folgenden Methoden behandelt:

  • Eine Einzeldosis von Azithromycin 1 g p.o.

  • Ein 7-tägiges Regime von Doxycyclin 100 mg p. o. 2-mal täglich

  • Einige Fluorchinolone (z. B. Levofloxacin 500 mg p. o. einmal pro Tag)

Bei gleichzeitig vorliegender Gonorrhoe und Verdacht auf Chlamydieninfektion erfolgt eine Standardtherapie. PID, Lymphogranuloma venereum oder eine Epididymitis werden meist für 10 Tage mit Doxycyclin behandelt.

Screening und Behandlung von schwangeren Frauen ist der effektivste Weg, um neonatale Chlamydien-Infektionen, einschließlich Konjunktivitis und Lungenentzündung, zu verhindern. Augenprophylaxe bei Neugeborenen mit Erythromycin oder anderen Präparaten verhindert nicht die Neugeborenen-Chlamydien-Konjunktivitis.

Wichtige Punkte

  • C. trachomatis verursacht Trachom oder sexuell übertragbare Krankheiten; eine Übertragung von der Mutter auf das Kind kann eine neonatale Konjunktivitis und/oder Pneumonie verursachen.

  • C. pneumoniae kann eine Pneumonie hervorrufen (insbesondere bei Kindern und jungen Erwachsenen und in geschlossenen Populationen).

  • C. psittaci ist eine seltene Ursache der Pneumonie (Psittakose), die in der Regel von Psittaciden (z. B. Papageien) erworben wird.

  • Diagnostizieren Sie C. trachomatis und C. pneumoniae Infektionen mit NAATs.

  • Asymptomatische Patienten mit hohem Risiko werden für eine sexuell übertragbare Chlamydien-Infektion gescreent.

  • Die Behandlung erfolgt mit Azithromycin oder Doxycyclin.

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