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Trimethoprim und Sulfamethoxazol

Von

Brian J. Werth

, PharmD,

  • University of Washington School of Pharmacy

Inhalt zuletzt geändert Aug 2018
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Quellen zum Thema

Trimethoprim ist als ein einzelnes Medikament oder in Kombination mit Sulfamethoxazol (ein Sulfonamid-Antibiotikum) verfügbar. Die Substanzen blockieren synergistisch sequenzielle Schritte des bakteriellen Folatstoffwechsels.

  • Trimethoprim verhindert die Reduktion von Dihydrofolat zu Tetrahydrofolat.

  • Sulfamethoxazol inhibiert die Konversion von p -Aminobenzoesäure zu Dihydropteroat.

Diese Synergie führt zu maximaler antibakterieller, oft bakterizider Wirkung.

Trimethoprim/Sulfamethoxazol; Trimethoprim-Sulfamethoxazol (TMP-SMX) ist verfügbar als eine feste Kombination mit einem Mischungsverhältnis von 1:5 (80 mg TMP plus 400 mg SMX oder mit doppeltem Wirkstoffgehalt, 160 mg TMP plus 800 mg SMX).

Pharmakokinetik

Beide Substanzen werden nach oraler Gabe gut resorbiert und über den Urin ausgeschieden. Sie haben eine Serumhalbwertszeit von ca. 11 Stunden im Plasma und penetrieren gut in Gewebe und Körperflüssigkeiten, inklusive Liquor. TMP reichert sich in Prostatagewebe an.

Indikationen

TMP und TMP/SMX (siehe Tabelle Einige Hinweise zu TMP/SMX) sind aktiv gegen

Die Kombination ist inaktiv gegen

Enterokokken, viele Enterobakterien und Streptococcus pneumoniae Stämme sind resistent. TMP/SMX ist klinisch nicht wirksam bei Gruppe-A-Streptokokkenpharyngitis.

Tabelle
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Einige Indikationen für TMP/SMX

Indikation

Kommentare

Chronische bakterielle Prostatitis

Einer der wenigen wirksamen Medikamenten, aber heilt < 1/2 der Patienten, auch nach 12 Wo.

Unkomplizierte Zystitis bei Frauen

Genauso effektiv wie Fluorchinolone bei der empirischen Kurzzeittherapie (3 Tage), wenn TMP-SMX-Resistenzen nicht häufiger als 15% sind.

Verwendung von 1/2–1 Tablette mit doppeltem Wirkstoffgehalt jede oder jede zweite Nacht, oder bei Frauen mit früheren Rezidiven nach dem Koitus, nach dem Koitus

Behandlung von Pneumocystis jirovecii Pneumonie und Prophylaxe dieser Infektion bei Patienten mit AIDS oder Krebs

Mittel der Wahl

Darminfektionen durch verschiedene Bakterien (z. B. Shigella sp, Vibrio sp, Escherichia coli) und die Protozoen Cystoisospora und Cyclospora spp

Wirksamkeit durch die zunehmende Prävalenz der Resistenz beschränkt

Akute Exazerbationen der chronischen Bronchitis

Methicillin-resistente Staphylococcus aureus-Infektionen

Wird verwendet, wenn Patienten Vancomycin nicht vertragen

TMP/SMX = Trimethoprim/Sulfamethoxazol.

TMP als Einzelsubstanz ist insbesondere hilfreich bei

  • Chronisch-bakterieller Prostatitis

  • Zur Prophylaxe und Therapie von Harnweginfekten bei Patienten mit Sulfonamidallergie

Kontraindikationen

TMP/SMX ist bei Patienten, die eine allergische Reaktion auf eine der beiden Substanzen hatten, kontraindiziert.

Zu den relativen Kontraindikationen gehören Folatmangel, Leberfunktionsstörungen und Niereninsuffizienz.

Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit

Reproduktionsstudien bei Tieren mit TMP/SMX zeigen ein gewisses Risiko (z. B. Geburtsfehler). Daten zur Schwangerschaft beim Menschen sind unzureichend. Allerdings sollte die Verwendung von TMP/SMX im ersten Trimester (da Neuralrohrdefekte ein Risiko darstellen) und kurzfristig vermieden werden. Bei Verwendung während der Schwangerschaft oder bei Neugeborenen erhöht TMP/SMX den Blutspiegel von unkonjugiertem Bilirubin und erhöht das Risiko von Kernikterus im Fötus oder Neugeborenen. Wenn TMP/SMX während des ersten Trimesters nicht vermieden werden kann, ist eine Folsäure-Ergänzung (4 mg/Tag) erforderlich.

Sulfonamide treten in die Muttermilch über, und von der Anwendung während der Stillzeit wird in der Regel abgeraten.

Nebenwirkungen

Zu den Nebenwirkungen von TMP/SMX zählen

  • Solche, die mit Sulfonamid in Verbindung stehen

  • Folsäuremangel

  • Hyperkaliämie (TMP kann renal-tubuläre Kaliumausscheidungen verringern, was zu Hyperkaliämie führt)

  • Niereninsuffizienz

Nierenversagen bei Patienten mit zugrunde liegender Niereninsuffizienz ist vermutlich sekundär, bedingt durch eine interstitielle Nephritis oder Tubulusnekrose. Dennoch, TMP hemmt kompetitiv die renal tubuläre Kreatininsekretion und kann eine künstliche Erhöhung der Serumkreatinins verursachen, obwohl die GFR unverändert bleibt. Erhöhungen des Serumkreatinins sind wahrscheinlicher bei Patienten mit vorbestehender Niereninsuffizienz und insbesondere bei jenen mit Diabetes mellitus.

Die meisten Nebenwirkungen sind die gleichen wie diejenigen von Sulfonamiden. TMP hat negative Auswirkungen identisch mit denen des SMX, aber sie sind weniger verbreitet. Übelkeit, Erbrechen und Exanthem treten am häufigsten auf. Insbesondere bei AIDS-Patienten kommt es häufig zu unerwünschten Wirkungen, insbesondere Fieber, Exanthem und Neutropenie.

Folatmangel (führt zu makrozytärer Anämie)kann ebenfalls auftreten. Die Gabe von Folsäure dient der Vermeidung oder Behandlung einer makrozytären Anämie, einer Leukopenie und einer Thrombozytopenie, die gelegentlich bei längerer Gabe von TMP/SMX auftritt.

Selten tritt eine schwerer Lebernekrose auf. Das Arzneimittel kann auch ein Syndrom ähnlich einer aseptischen Meningitis hervorrufen

Überlegungen zur Dosierung

TMP/SMX kann die Wirkung von Warfarin erhöhen sowie den Serumspiegel von Phenytoin, Methotrexat und Rifampicin erhöhen. SMX kann die blutzuckersenkende Wirkung von Sulfonylharnstoffen erhöhen.

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