Enterokokkeninfektionen

VonLarry M. Bush, MD, FACP, Charles E. Schmidt College of Medicine, Florida Atlantic University;
Maria T. Vazquez-Pertejo, MD, FACP, Wellington Regional Medical Center
Reviewed ByBrenda L. Tesini, MD, University of Rochester School of Medicine and Dentistry
Überprüft/überarbeitet Geändert Sept. 2025
v8495445_de
Aussicht hier klicken.

Enterokokken sind grampositive, fakultative aerobe Organismen. Enterococcus faecalis und E. faecium verursachen eine Reihe von Infektionen wie Endokarditis, Harnwegsinfektionen, intraabdominelle Infektionen, Zellulitis und Wundinfektionen sowie eine begleitende Bakteriämie.

Enterokokken sind Teil der normalen Darmflora. Sie wurden als Streptokokken der Gruppe D eingestuft, sind aber jetzt als eine eigene Gattung eingestuft. Es gibt > 60 Arten, aber E. faecalis und E. faecium verursachen am häufigsten Infektionen beim Menschen (1).

Enterokokken verursachen typischerweise:

Allgemeiner Hinweis

  1. 1. Schwartzman JA, Lebreton F, Salamzade R, et al. Global diversity of enterococci and description of 18 previously unknown species. Proc Natl Acad Sci U S A. 2024;121(10):e2310852121. doi:10.1073/pnas.2310852121

Diagnose von Enterokokkeninfektionen

Enterokokken sind grampositive, fakultativ anaerobe Kokken und treten meist paarweise oder in Ketten auf. Die meisten reagieren mit Antiseren der Gruppe D und zeigen auf Blutagar eine Alpha- oder Gamma-Hämolyse. Sie sind Katalase- und Urease-negativ, können Esculin in Gegenwart von 40%igen Gallensalzen hydrolysieren und sind im L-Pyrrolidonyl-beta-naphthylamid-Test (PYR) positiv.

Zu den molekularen Tests für eine schnellere Identifizierung gehören die Polymerasekettenreaktion (PCR), die 16s-rRNA-Sequenzierung, Nukleinsäureamplifikationstests (NAAT) und proteomische Tests wie die matrixunterstützte Laser-Desorptions-Ionisation-Flugzeitmassenspektrometrie (MALDI-TOF).

Behandlung von Enterokokkeninfektionen

  • Variiert je nach Ort der Infektion und Empfindlichkeitsprüfung

Enterokokken, die mit einer Endokarditis (1) assoziiert sind, sind schwer zu eradizieren, es sei denn, es wird eine Kombination aus bestimmten zellwandaktiven Antibiotika (z. B. Penicillin, Ampicillin, Amoxicillin, Piperacillin, Vancomycin) plus einem Aminoglykosid (z. B. Gentamicin, Streptomycin) verwendet, um eine bakterizide Wirkung zu erzielen (2, 3). Allerdings haben einige zellwandaktive Antibiotika nur eine begrenzte oder gar keine Wirksamkeit gegen Enterokokken; hierzu gehören Nafcillin, Oxacillin Ticarcillin, Ertapenem, die meisten Cephalosporine und Aztreonam. E. faecium sind resistenter gegen Penicillin als E. faecalis. Wenn ein Aminoglycosid nicht verwendet werden kann, ist die Kombination von Aminopenicillin, wie Ampicillin, plus Ceftriaxon eine wirksame Alternative für die Behandlung von E. faecalis Endokarditis. mipenem und in geringerem Maße Meropenem sind gegen E. faecalis aktiv.

Bei komplizierten Hautinfektionen durch Enterokokken sind Daptomycin, Linezolid, Tedizolid, Tigecyclin und Omadacyclin wirksame Behandlungsoptionen.

Piperacillin-Tazobactam, Imipenem/Cilastatin oder Meropenem, Tigecyclin und Eravacyclin werden für komplizierte intra-abdominale Infektionen empfohlen, wenn Enterokokken bekannt oder mutmaßlich beteiligt sind.

Harnwegsinfektionen erfordern keine bakterizide Therapie und werden, wenn der verursachende Organismus sensitiv ist, meist mit einem einzigen Antibiotikum wie Ampicillin oder Amoxicillin behandelt. Nitrofurantoin und Fosfomycin sind auch wirksame Optionen, jedoch nur bei Infektionen der unteren Harnwege (z. B. Zystitis).

Resistenz

In den letzten Jahrzehnten haben sich Resistenzen gegen mehrere antimikrobielle Medikamente schnell entwickelt, vor allem bei erhöhten E. faecium.

Resistenzen gegen Aminoglykoside (z. B. Gentamicin, Streptomycin), insbesondere mit E. faecium, entstehen weiterhin.

Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) können auch gegen andere Glykopeptide (z. B. Teicoplanin), Aminoglykoside, und zellwandaktive Beta-Lactame (z. B. Penicillin G, Ampicillin) resistent sein (4). Die empfohlene Behandlung umfasst Oxazolidinone (Linezolid, Tedizolid) und Daptomycin, wenn die Empfindlichkeit erhalten bleibt. Oritavancin, Tigecyclin, Eravacyclin und Chloramphenicol haben in-vitro-Aktivität gegen VRE und können alternative Behandlungsoptionen darstellen. Obwohl sie früher verwendet wurden, werden Streptogramine (Quinupristin/Dalfopristin nur für E. faecium) bei Enterokokkeninfektionen nicht mehr zur Anwendung empfohlen. Nitrofurantoin und Fosfomycin sind oft wirksam bei Harnwegsinfekten durch Vancomycin-resistente Enterokokken.

Beta-Laktamase-produzierende Enterokokken sind gelegentlich schwer zu eradizieren, insbesondere wenn eine große Anzahl von Organismen in Geweben vorhanden ist (z. B. bei Endokarditis-Vegetation). Resistenzen können klinisch vorhanden sein, auch wenn der Erreger in Standardkultur- und Empfindlichkeitstests als sensibel erscheint. Vancomycin oder Kombinationen aus Beta-Lactam-Antibiotika und Beta-Lactamase-Inhibitoren (z. B. Piperacillin/Tazobactam, Ampicillin/Sulbactam) können stattdessen verwendet werden.

Enterokokken können exogen produzierte Folate aufnehmen und dadurch die Wirkung von Trimethoprim (TMP) und Sulfamethoxazol (SMX) aufheben, die durch Blockierung der bakteriellen Folatsynthese zum Zelltod führen. Daher kann die Therapie mit diesen antimikrobiellen Mitteln trotz offensichtlicher In-vitro-Empfindlichkeit fehlschlagen. Daher wird TMP/SMX häufig nicht in Empfindlichkeitstests für Enterokokken berücksichtigt.

Literatur zur Behandlung

  1. 1. McDonald EG, Aggrey G, Aslan AT, et al: Guidelines for Diagnosis and Management of Infective Endocarditis in Adults: A WikiGuidelines Group Consensus Statement. JAMA Netw Open. 6(7):e2326366, 2023. doi:10.1001/jamanetworkopen.2023.26366

  2. 2. Baddour LM, Wilson WR, Bayer AS, et al. Infective Endocarditis in Adults: Diagnosis, Antimicrobial Therapy, and Management of Complications: A Scientific Statement for Healthcare Professionals From the American Heart Association [published correction appears in Circulation.. 2015 Oct 27;132(17):e215. doi: 10.1161/CIR.0000000000000332.] [published correction appears in Circulation 2016 Aug 23;134(8):e113. doi: 10.1161/CIR.0000000000000427.] [published correction appears in Circulation. 2018 Jul 31;138(5):e78-e79. doi: 10.1161/CIR.0000000000000594.]. Circulation. 2015;132(15):1435-1486. doi:10.1161/CIR.0000000000000296

  3. 3. Delgado V, Ajmone Marsan N, de Waha S, et al. 2023 ESC Guidelines for the management of endocarditis [published correction appears in Eur Heart J. 2023 Dec 1;44(45):4780. doi: 10.1093/eurheartj/ehad625.] [published correction appears in Eur Heart J. 2024 Jan 1;45(1):56. doi: 10.1093/eurheartj/ehad776.] [published correction appears in Eur Heart J. 2025 Mar 13;46(11):1082. doi: 10.1093/eurheartj/ehae877.]. Eur Heart J. 2023;44(39):3948-4042. doi:10.1093/eurheartj/ehad193

  4. 4. García-Solache M, Rice LB. The Enterococcus: a Model of Adaptability to Its Environment. Clin Microbiol Rev. 2019;32(2):e00058-18. Published 2019 Jan 30. doi:10.1128/CMR.00058-18

quizzes_lightbulb_red
Test your KnowledgeTake a Quiz!
DE_MSD_Mobile_Pro_326IOS ANDROID
DE_MSD_Mobile_Pro_326IOS ANDROID
DE_MSD_Mobile_QR_Pro_326iOS ANDROID