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Überblick über die antibakterielle Substanzen

Von

Brian J. Werth

, PharmD, University of Washington School of Pharmacy

Inhalt zuletzt geändert Aug 2018
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Quellen zum Thema

Antibakterielle Wirkstoffe werden aus Bakterien oder Schimmelpilzen oder per De-Novo-Synthese hergestellt. Technisch gesehen bezieht sich "Antibiotikum" nur auf Antibiotika, die aus Bakterien oder Schimmelpilzen gewonnen werden, wird aber oft (auch im MSD-Manual) als Synonym für "antibakterieller Wirkstoff" verwendet.

Antibiotika haben viele Wirkmechanismen, einschließlich der folgenden:

  • Inhibierung der Zellwandsynthese

  • Erhöhung der Permeabilität der Zellmembranen

  • Beeinträchtigung der Proteinsynthese, des Nukleinsäure-Stoffwechsels und anderer Stoffwechselprozesse (z.B. Folsäure-Synthese)

Antibiotika interagieren manchmal mit anderen Medikamenten und erhöhen oder erniedrigen deren Serumspiegel (siehe Tabelle Häufige Auswirkungen von Antibiotika auf andere Arzneimittel). Die klinisch wichtigsten Interaktionen kommen bei Substanzen mit einer niedrigen therapeutischen Breite vor (d. h., die toxische Dosis liegt nahe bei der therapeutischen Dosis). Auch andere Wirkstoffe können die Dosen von Antibiotika erhöhen oder verringern.

Viele Antibiotika sind chemisch verwandt und werden deshalb in Klassen eingeteilt. Obwohl Substanzen innerhalb einer Klasse strukturelle und funktionelle Ähnlichkeiten aufweisen, haben sie oft verschiedene pharmakologische Eigenschaften und Wirkspektren.

Tabelle
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Einige Häufige Auswirkungen von Antibiotika auf andere Arzneimittel

Arzneimittel

Toxizität wird verstärkt durch

Keine Interaktion mit

Digoxin

Alle Makrolide (Azithromycin, Clarithromycin, Erythromycin)

Minocyclin

Rifampicin (verminderte Digoxinkonzentrationen)

Tetrazyklin

Beta-Laktame (einschließlich Carbapeneme, Cephalosporine und Penicilline)

Oxazolidinone (einschließlich Tedizolid)

Phenytoin

Ciprofloxacin

Isoniazid

Manche Makrolide (Erythromycin, Clarithromycin, Telithromycin)

Rifampicin (vermindert den Phenytoinspiegel)

Sulfonamide

Azithromycin

Aminoglykoside

Clindamycin

Doxycyclin

Fluorchinolone außer Ciprofloxacin

Linezolid

Metronidazol

Quinupristin/Dalfopristin

Trimethoprim

Vancomycin

Theophyllin

Ciprofloxacin

Clarithromycin

Erythromycin

Rifampicin (vermindert den Theophyllinspiegel)

Azithromycin

Doxycyclin

Linezolid

Trimethoprim

Warfarin

Cefoperazon*

Cefotetan*

Chloramphenicol

Clarithromycin

Doxyzyklin

Erythromycin

Bestimmte Fluorchinolone (Ciprofloxacin, Levofloxacin, Moxifloxacin, Ofloxacin)

Metronidazol

Rifampicin (PT-Senkung)

Sulfonamide

Aminoglykoside IV

Azithromycin

Cephalosporine (manche)

Clindamycin

Doxyzyklin

Linezolid

Penicilline

Quinupristin/Dalfopristin

Tetrazyklin

Trimethoprim

Vancomycin

*Diese Medikamente interferieren mit Vitamin-K-abhängigen Gerinnungsfaktoren und können auch das Blutungsrisiko bei Thrombozytenaggregationshemmern und Thrombolytika erhöhen.

Auswahl und Einsatz von Antibiotika

Antibiotika sollten nur eingesetzt werden, wenn klinische oder labormedizinische Hinweise auf eine bakterielle Infektion vorliegen. Die Anwendung bei virusbedingten Krankheiten oder unspezifischem Fieber ist in den meisten Fällen inadäquat; sie setzt Patienten ohne Nutzen den unerwünschten Wirkungen des Medikaments aus und fördert die Entwicklung bakterieller Resistenzen.

Bestimmte bakterielle Infektionen (z. B. Abszesse, Fremdkörperinfektionen) erfordern eine chirurgische Intervention und sprechen auf Antibiotika alleine nicht an.

Im Allgemeinen sollten Ärzte versuchen, Antibiotika mit dem engsten Wirkungsspektrum und der kürzesten Dauer zu verwenden.

Wirkspektrum

Bei schweren Infektionen sind Kulturen und Antibiotika-Empfindlichkeitsprüfungen für die Auswahl einer Substanz erforderlich. Trotzdem muss die Therapie oft einsetzen, bevor die Ergebnisse der Erregerkultur vorliegen, was eine Auswahl aufgrund des mutmaßlich vorliegenden Pathogens erfordert (empirische Antibiotikaauswahl).

Unabhängig davon, ob das Antibiotikum aufgrund der Kulturergebnisse oder empirisch ausgewählt wurde, sollte die ausgewählte Substanz das engste Wirkungsspektrum besitzen, das für die Beherrschung der Infektion geeignet ist. Für die empirische Behandlung schwerer Infektionen, bei denen jeder einzelne einer breiten Palette von Erregern beteiligt sein kann (z. B. Fieber bei neutropenischen Patienten) oder die auf einer Mischung verschiedener Erreger beruhen können (z. B. polymikrobielle Anaerobierinfektionen), ist ein breites Wirkungsspektrum wünschenswert. Die wahrscheinlichsten Pathogene und deren Empfindlichkeit auf Antibiotika variieren in Abhängigkeit von der geographischen Lage (innerhalb von Städten oder sogar innerhalb eines Krankenhauses) und können sich von Monat zu Monat ändern. Die Anfälligkeitsdaten sollten in Antibiogrammen zusammengefasst und nach Möglichkeit zur empirischen Behandlung verwendet werden. Antibiogramme fassen die regionalen Annahmen (oder den Standort) für die Antibiotika-Empfindlichkeit der häufigsten Erreger für häufig verwendete Antibiotika zusammen.

Bei schweren Infektionen sind oft Kombinationen von Antibiotika notwendig, da mehrere Arten von Bakterien vorhanden sein können oder weil Kombinationen synergistisch gegen eine einzelne Spezies von Bakterien wirken. Synergismus wird üblicherweise als eine schnellere oder umfassendere antibakterielle Wirkung definiert, die durch eine Kombination von Antibiotika erzielt wird. Ein typisches Beispiel ist ein zellwandaktives Antibiotikum (z. B. ein β-Lactam, Vancomycin) zusammen mit einem Aminoglykosid.

Wirksamkeit

Die antibakterielle In-vivo-Aktivität ist von verschiedenen Faktoren betroffen, wie z.B.

  • Pharmakokinetik: Der zeitliche Verlauf der Antibiotika-Spiegel, die von Faktoren wie Absorption, Verteilung (Konzentration in Flüssigkeiten und Geweben, Proteinbindung), Stoffwechselrate und Ausscheidung beeinflusst werden.

  • Pharmakodynamik: Die antimikrobielle Aktivität lokaler Antibiotika-Konzentrationen auf den Zielerreger und die Reaktion dieses Erregers einschließlich Resistenz

  • Auftreten von Fremdmaterialien

  • Kontrolle der Infektionsquelle

  • Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder das Vorhandensein inhibierender Substanzen

  • Abwehrmechanismen des Wirts

Bakterizide Substanzen töten Bakterien ab. Bakteriostatische Medikamente verlangsamen oder stoppen das Wachstum in vitro. Diese Definitionen gelten aber nicht uneingeschränkt; auch bakteriostatische Medikamente können einige anfällige Bakterienspezies töten, während bakterizide Substanzen nur das Wachstum einiger anfälliger Bakterienspezies einschränken können. Päzisere quantitative Methoden identifizieren die minimale In-vitro-Konzentration, ab der ein Antibiotikum das Wachstum hemmen (minimale Hemmkonzentration, MHK) bzw. das Absterben verursachen kann (minimale bakterizide Konzentration, MBK). Ein Antibiotikum mit bakterizider Aktivität kann die bakterielle Abtötung verbessern, wenn die Abwehrkräfte des Wirtes lokal an der Infektionsstelle (z.B. bei Meningitis oder Endokarditis) oder systemisch (z.B. bei Patienten, die neutropen oder anderweitig immunsupprimiert sind) beeinträchtigt sind, aber keine klinischen Daten deuten darauf hin, dass die Ergebnisse mit bakteriziden Antibiotika besser sind als die mit bakteriostatischen Medikamenten.Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator Die Wirkstoffauswahl für eine optimale Wirksamkeit sollte darauf basieren, wie sich die Wirkstoffkonzentration im Verhältnis zur MIC über die Zeit ändert und nicht darauf, ob der Wirkstoff bakterizide oder bakteriostatische Aktivität aufweist.

Antibiotika können in 3 allgemeine Kategorien eingeteilt werden (1) basierend auf der Pharmakokinetik, die die antimikrobielle Aktivität (Pharmakodynamik) optimiert:

  • Konzentrationsabhängig: Die Größe, um welche die Peakkonzentration die MHK (typischerweise als Peak-to-MIC-Verhältnis ausgedrückt) übersteigt, korreliert am besten mit der antimikrobiellen Aktivität

  • Zeitabhängig: Die Dauer des Dosierungsintervalls, in dem die Antibiotikakonzentration die MHK überschreitet (in der Regel als Prozentsatz der Zeit über MHZ ausgedrückt), korreliert am besten mit der antimikrobiellen Aktivität

  • Belichtungsabhängig: Die Menge des Arzneimittels relativ zur MHK angegeben (die Menge des Arzneimittels ist der 24-Stunden-Bereich unter der Konzentrationszeitkurve (AUC24); das AUC24MIC-Verhältnis korreliert am besten mit antimikrobieller Aktivität)

Aminoglykoside, Fluorochinolone und Daptomycin weisen eine konzentrationsabhängige bakterielle Aktivität auf. Die Erhöhung ihrer Konzentrationen von Werten leicht über dem MIC auf Werte weit über dem MIC erhöht die Rate und das Ausmaß ihrer bakteriziden Aktivität. Darüber hinaus haben Aminoglykoside und Fluorchinolone bei kurzzeitiger Überschreitung des MIC eine post-antibiotische Wirkung (PAE) auf Restbakterien; die Dauer von PAE ist ebenfalls konzentrationsabhängig. Wenn der PAE lang anhält, können die Medikamentenspiegel über längere Zeit unterhalb der MHK liegen, ohne dass es zu einem Verlust der Effektivität kommt, was eine seltenere Applikation ermöglicht. Konsequenterweise sind Aminoglykoside und Fluorochinolone meist am effektivsten, wenn sie als intermittierender Bolus gegeben werden und freie Serumspitzenspiegel erreichen, die 10-fach über der MHK des Bakteriums liegen; in der Regel sind die Tiefstspiegel nicht wichtig.

Beta-Lactam, Clarithromycin und Erythromycin weisen eine zeitabhängige bakterizide Wirksamkeit auf. Eine Erhöhung ihrer Konzentration über die MHK steigert nicht ihre bakterizide Aktivität, und ihr In-vivo-Abtötungsvermögen ist im Allgemeinen langsam. Zusätzlich sind β-Lactame meist nur dann effektiv, wenn die Serumspiegel frei vorliegender Wirkstoffe (d. h. nicht an Serumeiweiß gebundener Substanzen) die MHK über 50% der Zeit überschreiten, da sie das bakterielle Wachstum nur gering oder gar nicht hemmen, wenn die Konzentration unter die MHK fällt (d. h. minimale PAE). Die lange Serumhalbwertzeit (~8-h) von Ceftriaxon führt dazu, führt das dazu, dass der freie Serumspiegel die MHK sehr empfindlicher Erreger über das gesamte 24-h-Dosierungsintervall überschreitet. Für Beta-Lactame, die Serum-Halbwertszeiten 2 h haben, sind häufigere Dosierungen oder eine kontinuierliche Infusion erforderlich, um die Zeit über dem MIC zu optimieren.

Die meisten antimikrobiellen Mittel weisen eine expositionsabhängige antibakterielle Aktivität auf, die am besten durch das Verhältnis zwischen AUC und MIC charakterisiert wird. Vancomycin, Tetracycline und Clindamycin sind Beispiele.

Zeit vs. Konzentration einer Einzeldosis eines theoretischen Antibiotikums.

Zeit vs. Konzentration einer Einzeldosis eines theoretischen Antibiotikums.

Es gibt 3 pharmakokinetische/pharmakodynamische Parameter im Zusammenhang mit der antimikrobiellen Wirksamkeit:

  • Verhältnis der Spitzenserumkonzentration zu MIC

  • Zeit in Prozent über MIC

  • Verhältnis von 24 h AUC zu MIC

Wirksamkeitsreferenz

  • 1. Ein PK/PD-Ansatz zur Antibiotika-Therapie. RxKinetics. Aufgerufen am 22.07.18.

Applikation

Bei vielen Antibiotika führt die orale Verabreichung fast genauso schnell zu therapeutischen Blutspiegeln wie die i.v.-Applikation. Die IV-Verabreichung oral verfügbarer Medikamente wird jedoch unter den folgenden Umständen bevorzugt:

  • Orale Antibiotika werden nicht toleriert (z. B. wegen Erbrechen).

  • Orale Antibiotika werden schlecht aufgenommen (z.B. wegen Malabsorption nach einer Darmoperation, gestörter Darmmotilität [z. B. durch Opioidkonsum]).

  • Die Patienten sind schwer krank und die Durchblutung des Gastrointestinaltrakts ist möglicherweise beeinträchtigt oder die kurzzeitige Verzögerung des Wirkungseintritts bei oraler Applikation könnte schädlich sein.

Besondere Personengruppen

Die Dosis und Häufigkeit von Antibiotika müssen bei den folgenden Personen ggf. angepasst werden:

Schwangerschaft und Stillzeit beeinflussen die Wahl des Antibiotikums. Penicilline, Cephalosporine und Erythromycin sind mit die sichersten Antibiotika während einer Schwangerschaft; Tetrazykline sind kontraindiziert. Die meisten Antibiotika erreichen in der Muttermilch eine ausreichende Konzentration, um ein brustgestilltes Baby zu beeinflussen, was manchmal eine Kontraindikation für ihre Anwendung bei stillenden Müttern darstellt.

Tabelle
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Üblichen Dosen der häufig verschriebenen Antibiotika a

Arzneimittel

Dosis für Erwachsene

Kinder (Alter > 1 Monat) Dosis

Dosis bei Niereninsuffizienzb (Kreatinin-Clearance < 10 ml/min)

Oral

Parenteral

Schwere Infektionen

Oral

Parenteral

Aminoglykoside

Amikacin

N/A

15 mg/kg i.v. einmal/Tag

oder

7,5 mg/kg alle 12 h

15 mg/kg i.v. einmal/Tag

oder

7,5 mg/kg i.v. alle 12 h

N/A

5–7,5 mg/kg i.v. alle 12 h

1,5–2,5 mg/kg i.v. alle 24–48 h

Gentamicin

N/A

5–7 mg/kg i.v. einmal/Tag

oder

1,7 mg/kg i.v. alle 8 h

5–7 mg/kg i.v. einmal/Tag

N/A

1–2,5 mg/kg i.v. alle 8 h

0,34–0,51 mg/kg i.v. alle 24–48 h

  • Für einen synergistischen Effekt mit einem zellwandwirksamen Antibiotikum bei Enterokokkenendokarditis, die durch einen gegenüber Gentamicin empfindlichen Stamm verursacht wurde.

N/A

1 mg/kg i.v.alle 8 h

N/A

N/A

1 mg/kg i.v. alle 8 h

Bei Infektionskrankheiten ist eine Beratung hinsichtlich der Dosierung erforderlich.

Die Dosierung muss angepasst werden, um maximale Serumkonzentration von 3–4 mcg/ml und minimale Konzentration von < 1 mcg/ml zu erreichen.

  • Für Streptokokken- oder Staphylococcus aureus-Endokarditis

1 mg/kg i.v. alle 8 h

oder

3 mg/kg i.v. einmal/Tag

N/A

N/A

1 mg/kg i.v. alle 8 h

oder

3 mg/kg i.v. einmal/Tag

N/A

Neomycin

  • Für präoperative Darmsanierung (mit Erythromycin und mechanischer Reinigung)

1 g für 3 Dosierungen (z. B. bei 1, 2 und 11 Uhr am Tag vor der Operation)

N/A

N/A

15 mg/kg alle 4 h für 2 Tage

oder

25 mg/kg nach 1, 2 und 11 Uhr am Tag vor der Operation

N/A

N/A

  • Für Leberkoma

1–3 g 4-mal täglich

N/A

N/A

0,6–1,75 g/m2 alle 6 h

oder

0,4–1,2 g/m2 alle 4 h

N/A

N/A

Streptomycin

  • Bei Tuberkulose

N/A

15 mg/kg i.m. alle 24 h (maximal: 1,0 g/Tag) zunächst, dann 1,0 g 2- bis 3-mal/Woche

N/A

N/A

20–40 mg/kg i.m. einmal/Tag

7,5 mg/kg i.m. alle 72–96 h (maximal 1 g)

  • Für einen synergistischen Effekt mit einem zellwandwirksamen Antibiotikum bei Enterokokkenendokarditis

N/A

7,5 mg/kg i.m. alle 12 h

N/A

N/A

N/A

N/A

Tobramycin

N/A

5–7 mg/kg i.v. 1-mal/Tag

oder

1,7 mg/kg i.v. alle 8 h

5–7 mg/kg i.v. einmal/Tag

oder

1,7 mg/kg i.v. alle 8 h

N/A

1–2,5 mg/kg i.v. alle 8 h

0,34–0,51 mg/kg i.v. alle 24–48 h

β-Lactame: Cephalosporine (1. Generation)

Cefadroxil

0,5–1 g alle 12 h

N/A

N/A

15 mg/kg alle 12 h

N/A

0,5 g p.o. alle 36 h

Cefazolin

N/A

1-2 g i.v. alle 8 h

2 g i.v. alle 8 h

N/A

16,6–33,3 mg/kg i.v. alle 8 h

1–2 g i.v. alle 24–48 h

Cephalexin

0,25–0,5 g alle 6 h

N/A

N/A

6,25–12,5 mg/kg alle 6 h

oder

8,0–16 mg/kg alle 8 h

N/A

0,25–0,5 g p.o. alle 24–48 h

β-Lactame: Cephalosporine (2. Generation)

Cefaclorc

0,25–0,5 g alle 8 h

N/A

N/A

10–20 mg/kg alle 12 h

oder

6,6–13,3 mg/kg alle 8 h

N/A

0,5 g p.o. alle 12 h

Cefotetan

N/A

1–3 g i.v. alle 12 h

2–3 g i.v. alle 12 h

N/A

20–40 mg/kg i.v. alle 12 h

1–3 g i.v. alle 48 h

Cefoxitin

N/A

1 g i.v. alle 8 h bis 2 g i.v. alle 4 h

2 g i.v. alle 4 h

oder

3 g i.v. alle 6 h

N/A

27–33 mg/kg i.v. alle 8 h bzw. bei schweren Infektionen, 25–40 mg/kg alle 6 h

0,5–1,0 g i.v. alle 24–48 h

Cefprozil

0,25 g alle 12 h

oder

0,5 g alle 12–24 h

N/A

N/A

15 mg/kg alle 12 h für Otitis media

N/A

0,25 g p.o. alle 12–24 h

Cefuroxime

0,125–0,5 g alle 12 h

0,75–1,5 g i.v. alle 6–8 h

1,5 g i.v. alle 6 h

10–15 mg/kg Suspension alle 12 h

Für ältere Kinder: 125–250 mg Tabletten alle 12 h

25–50 mg/kg i.v. alle 8 h

0,25–0,5 g p.o. alle 24 h

oder

0,75 g i.v. alle 24 h

  • Für Meningitis

3 g i.v. alle 8 h

50–60 mg/kg i.v. alle 6 h

β-Lactame: Cephalosporine (3. Generation)

Cefotaxime

N/A

1 g alle 12 h bis 2 g i.v. alle 4 h

2 g i.v. alle 4 h

N/A

8,3–33,3 mg/kg i.v. alle 4 h

oder

16,6–66,6 mg/kg alle 6 h

1–2 g i.v. alle 24 h

Cefpodoximed

0,1–0,4 g alle 12 h

N/A

N/A

5 mg/kg alle 12 h

N/A

0,1–0,4 g p.o. alle 24 h

Ceftazidime

N/A

1 g i.v. alle 12 h bis 2 g alle 8 h

2 g i.v. alle 8 h

N/A

25–50 mg/kg i.v. alle 8 h

0,5 g i.v. alle 24–48 h

Ceftazidim/Avibactam

(2,5 g = Ceftazidim 2 g + Avibactam 0,5 g)

N/A

2,5 g i.v. alle 8 h

2,5 g i.v. alle 8 h

N/A

N/A

0,94 g i.v. alle 24–48 h

Ceftibutenc

0,4 g alle 24 h

N/A

N/A

9 mg/kg einmal/Tag

N/A

0,1 g p.o. alle 24 h

Ceftriaxone

N/A

1–2 g i.v. alle 24 h

2 g i.v. alle 24 h

N/A

50–75 mg/kg i.v. alle 24 h

oder

25–37,5 mg/kg alle 12 h

Gleich wie Erwachsenendosis

  • Für Meningitis

N/A

2 g i.v. alle 12 h

2 g i.v. alle 12 h

N/A

50 mg/kg i.v. alle 12 h oder 100 mg/kg alle 24 h (nicht 4 g/Tag überschreiten)

Möglicherweise eine Initialdosis von 100 mg/kg i.v. (nicht 4 g überschreiten) zu Beginn der Therapie

2 g i.v. alle 12 h

β-Lactame: Cephalosporin (4. Generation)

Cefepime

N/A

1–2 g i.v. alle 8–12 h

2 g i.v. alle 8 h

N/A

50 mg/kg i.v. alle 8–12 h

0,25–1 g i.v. alle 24 h

β-Lactame: Cephalosporin (5. Generation)

Ceftarolin

N/A

0,6 g i.v. alle 12 h

0,6 g i.v. alle 12 h

N/A

N/A

0,2 g i.v. alle 12 h

Neue Cephalosporine

Ceftolozan/Tazobactam

(1,5 g = Ceftolozan 1 g + Tazobactam 0,5 g)

N/A

1,5 g i.v. alle 8 h

1,5 g i.v. alle 8 h

N/A

N/A

0,75 g i. v. einmal, dann 0,15 g i. v. alle 8 h

β-Lactame: Penicilline

Amoxicillin

0,25–0,5 g alle 8 h

oder

0,875 g alle 12 h

N/A

N/A

12,5–25 mg/kg alle 12 h

oder

7–13 mg/kg alle 8 h

N/A

0,25–0,5 g p.o. alle 24 h

  • Endokarditis-Prophylaxe

2 g für 1 Dosis

N/A

N/A

50 mg/kg 1 h vor Eingriff

N/A

2 g p.o. für 1 Dosis

Amoxicillin/Clavulansäure

0,25–0,5 g alle 8 h

oder

0,875 g alle 12 h

N/A

N/A

Wenn > 40 kg: Erwachsenendosis

N/A

0,25–0,5 g p.o. alle 24 h

Amoxicillin/Clavulansäure, ES-600

N/A

N/A

N/A

45 mg/kg alle 12 h

N/A

N/A

Amoxicillin/Clavulansäure, verzögerte Wirkstoffeinsetzung

2 g alle 12 h

N/A

N/A

N/A

N/A

N/A

Ampicillin

N/A

0,5–2,0 g i.v. alle 4–6 h

2 g i.v. alle 4 h

N/A

25–50 mg/kg i.v. alle 6 h

0,5–2,0 g i.v. alle 12–24 h

  • Für Meningitis

N/A

2 g i.v. alle 4 h

2 g i.v. alle 4 h

N/A

50–100 mg/kg i.v. alle 6 h

2 g i.v. alle 12 h

Ampicillin/Sulbactam

(3 g = 2 g Ampicillin + 1 g Sulbactam)

N/A

1,5–3,0 g i.v. alle 6 h

3 g i.v. alle 6 h

N/A

25–50 mg/kg i.v. alle 6 h

1,5–3,0 g i.v. alle 24 h

Dicloxacillinc

0,125–0,5 g alle 6 h

N/A

N/A

3,125–6,25 mg/kg alle 6 h

N/A

0,125–0,5 g p.o. alle 6 h

Nafcillin

Selten verwendet

1–2 g i.v. alle 4 h

2 g i.v. alle 4 h

N/A

12,5–25 mg/kg i.v. alle 6 h

oder

8,3–33,3 mg/kg alle 4 h

1–2 g i.v. alle 4 h

Oxacillin

Selten verwendet

1–2 g i.v. alle 4 h

2 g i.v. alle 4 h

N/A

12,5–25 mg/kg i.v. alle 6 h

oder

8,3–33,3 mg/kg i.v. alle 4 h

1–2 g i.v. alle 4 h

Penicillin Gc

0,25–0,5 g alle 6–12 h (Penicillin V)

1–4 Millionen Einheiten i.v. alle 4–6 h

4 Mio. Einheiten i.v. alle 4 h

Penicillin VK

6,25–12,5 mg/kg alle 8 h

6250–100.000 Einheiten/kg i.v. alle 6 h

oder

4166,6–66.666 Einheiten/kg i.v. alle 4 h

0,5–2 Mio. Einheiten i.v. q 4–6 h (maximale Tagesdosis: 6 Mio. Einheiten/Tag)

Penicillin G Benzathin (Bicillin® L-A)

  • Für Streptokokkenpharyngitis

N/A

1,2 Mio. Einheiten i.m. für 1 Dosis

N/A

N/A

25.000–50.000 Einheiten/kg i.m. als Einzeldosis

oder

Wenn < 27 kg: 300.000–600.000 Einheiten als Einzeldosis

oder

Wenn 27 kg: 0,9 Mio. Einheiten als Einzeldosis

1,2 Mio. Einheiten i.m. für 1 Dosis

  • Prophylaxe bei rheumatischem Fieber

N/A

1,2 Mio. Einheiten i.m. alle 3–4 Wochen

N/A

N/A

25.000–50.000 Einheiten/kg i.m. alle 3–4 Wochen

1,2 Mio. Einheiten i.m. alle 3–4 Wochen

  • Bei früher Syphilis

N/A

2,4 Mio. Einheiten i.m. für 1 Dosis

N/A

N/A

50.000 Einheiten/kg i.m. für 1 Dosis

2,4 Mio. Einheiten i.m. für 1 Dosis

  • Bei Spätsyphilis (ohne Neurosyphilis)

N/A

2,4 Mio. Einheiten i.m./Woche für 3 Wochen

N/A

N/A

50.000 Einheiten/kg i.m. in 3 Dosen mit 1-wöchigem Abstand

2,4 Mio. Einheiten i.m. für 1 Dosis

Penicillin G Procain (nur i.m.)

N/A

0,3–0,6 Mio. Einheiten alle 12 h

N/A

N/A

25.000–50.000 Einheiten/kg i.m. alle 24 h

oder

12.500–25.000 Einheiten/kg i.m. alle 12 h

0,3-0,6 Mio. Einheiten i.m. alle 12 h

Piperacillin (1,9 mEq Na/g)

N/A

3 g i.v. alle 4–6 h

3 g i.v. alle 4 h

N/A

50–75 mg/kg i.v. alle 6 h

oder

33,3–50 mg/kg i.v. alle 4 h

3–4 g i.v. alle 12 h

Piperacillin/Tazobactam (2,25 g = 2,0 g Piperacillin + 0,25 g Tazobactam)

N/A

3,375 g i.v. alle 6 h

3,375 g i. v. infundiert über 4 h alle 8 h oder 4,5 g i. v. alle 6 h

N/A

80 mg/kg i.v. alle 8 h

2,25 g i.v. alle 8 h bis 4,5 g i.v. alle 12 h

Ticarcillin (5,2 mEq Na/g)

N/A

3 g i.v. alle 4–6 h

3 g i.v. alle 4 h

N/A

Wenn < 60 kg: 50 mg/kg i.v. alle 4–6 h

1–2 g i.v. alle 12 h

Ticarcillin/Clavulansäure (3,1 g = 3 g Ticarcillin + 0,1 g Clavulansäure)

N/A

3,1 g i.v. alle 4–6 h

3,1 g i.v. alle 4 h

N/A

Wenn< 60 kg: 50 mg/kg i.v. (basierend auf Ticarcillin-Komponente) alle 4–6 h

2 g i.v. alle 12 h

β-Lactame: Monobactame

Aztreonam

N/A

1–2 g i.v. alle 6–12 h

2 g i.v. alle 6 h

N/A

30–40 mg/kg i.v. alle 6–8 h

0,5 g i.v. alle 8 h

β-Lactame: Carbapeneme

Ertapenem

N/A

1 g i.v. alle 24 h

1 g i.v. alle 24 h

N/A

N/A

0,5 g i.v. alle 24 h

Imipenem

N/A

0,5–1,0 g i.v. alle 6 h

1 g i.v. alle 6 h

N/A

Für Kleinkinder 4 Wochen bis 3 Monate: 25 mg/kg i.v. alle 6 h

Für Kinder > 3 Monate: 15–25 mg/kg i.v. alle 6 h

0,125–0,25 g i.v. alle 12 h (kann das Risiko von Anfällen erhöhen)

Meropenem

N/A

1 g i.v. alle 8 h

1 g i.v. alle 8 h

N/A

20–40 mg/kg i.v. alle 8 h

0,5 g i.v. alle 24 h

  • Für Meningitis

N/A

2 g i.v. alle 8 h

N/A

40 mg/kg i.v. alle 8 h

Meropenem/Vaborbactam

(4 g = Meropenem 2 g + Vaborbactam 2 g)

N/A

4 g i.v. alle 8 h

4 g i.v. alle 8 h

N/A

N/A

1 g i.v. alle 12 h

Doripenem

N/A

0,5 g i.v. alle 8 h

0,5 g i.v. alle 8 h

N/A

N/A

0,25 g i.v. alle 24 h

Fluorchinolonee

Ciprofloxacin

0,5–0,75 g alle 12 h

0,2–0,4 g i.v. alle 8–12 h

0,4 g i.v. alle 8 h

10–15 mg/kg i.v. alle 12 h (in bestimmten Fällen)

10–15 mg/kg i.v. alle 12 h (in bestimmten Fällen)

0,5–0,75 g p.o. alle 24 h

oder

0,2–0,4 g i.v. alle 24 h

  • Verzögerte Wirkstoffeinsetzung bei unkomplizierter Zystitis

0,5 g alle 24 h für 3 Tage

N/A

N/A

N/A

N/A

N/A

Delafloxacin

450 mg alle 12 h

300 mg i.v. alle 12 h

300 mg i.v. alle 12 h

N/A

N/A

N/A

Gemifloxacin

320 mg alle 24 h

N/A

N/A

N/A

N/A

160 mg p.o. alle 24 h

Levofloxacin

0,25–0,75 g alle 24 h

0,25–0,75 i.v. g alle 24 h

0,75 g i.v. alle 24 h

N/A

N/A

0,25–0,5 g p.o. oder i.v. alle 48 h

Moxifloxacin

0,4 g alle 24 h

0,4 g i.v. alle 24 h

0,4 g i.v. alle 24 h

N/A

N/A

0,4 g alle 24 h p.o. oder i.v.

Norfloxacinc

0,4 g alle 12 h

N/A

N/A

N/A

N/A

0,4 g p.o. alle 24 h

Ofloxacin

0,2–0,4 g alle 12 h

0,4 g i.v. alle 12 h

0,2–0,4 g i.v. alle 12 h

N/A

N/A

0,1–0,2 g p.o. oder i.v. alle 24 h

Makrolide

Azithromycin

0,5 g am Tag 1, dann 0,25 g alle 24 h für 4 Tage

0,5 g i.v. alle 24 h

0,5 g i.v. alle 24 h

N/A

0,5 g p.o. an Tag 1, dann 0,25 g p.o. alle 24 h für 4 Tage oder 0,5 g i.v. alle 24 h

  • Bei nichtgonorrhöischer Zervizitis und Urethritis

1 g für 1 Dosis

N/A

N/A

N/A

N/A

N/A

  • Bei Reisediarrhö

1 g für 1 Dosis

N/A

N/A

5–10 mg/kg für 1 Dosis

N/A

N/A

  • Bei Tonsillitis oder Pharyngitis

N/A

N/A

N/A

12 mg/kg für 5 Tage

N/A

N/A

  • Bei Otitis media oder ambulant erworbener Pneumonie

N/A

N/A

N/A

10 mg/kg am Tag 1, dann 5 mg/kg einmal/Tag an den Tagen 2–5

N/A

N/A

Clarithromycin

0,25–0,5 g alle 12 h

Verzögerte Freisetzung: 1 g alle 24 h

N/A

N/A

7,5 mg/kg alle 12 h

N/A

0,25–0,5 g p.o. alle 24 h

Erythromycin-Basisc

0,25–0,5 g alle 6 h

N/A

N/A

10–16,6 mg/kg alle 8 h

oder

7,5–12,5 mg/kg alle 6 h

N/A

0,25 g p.o. alle 6 h

  • Bei GI präoperativen Darmvorbereitung

1 g für 3 Dosen

N/A

N/A

20 mg/kg für 3 Dosen

N/A

N/A

Erythromycinlactobionat

N/A

0,5–1 g i.v. alle 6 h

1 g i.v. alle 6 h

N/A

3,75–5,0 mg/kg i.v. alle 6 h

0,5 g i.v. alle 6 h

Erythromycin-Gluceptat

N/A

0,5–1 g i.v. alle 6 h

1 g i.v. alle 6 h

N/A

3,75–5,0 mg/kg i.v. alle 6 h

0,5 g i.v. alle 6 h

Telithromycin

800 mg alle 24 h

N/A

N/A

N/A

N/A

800 mg p.o. alle 24 h

Sulfonamide und Trimethoprim

Sulfisoxazol

1,0 g alle 6 h

25 mg/kg i.v. alle 6 h (in den USA nicht verfügbar)

N/A

30–37,5 mg/kg alle 6 h

oder

20–25 mg/kg alle 4 h

N/A

1 g p.o. alle 12–24 h

Sulfamethizol

0,5–1 g alle 6–8 h

N/A

N/A

7,5–11,25 mg/kg alle 6 h

N/A

N/A

Sulfamethoxazol

1 g alle 8–12 h

N/A

N/A

25–30 mg/kg alle 12 h

N/A

1 g p.o. alle 24 h

Trimethoprim

0,1 g alle 12 h

oder

0,2 g alle 24 h

N/A

N/A

2 mg/kg alle 12 h für 10 Tage bei Harnwegsinfektionen

N/A

0,1 g p.o. alle 24 h

Trimethoprim/Sulfamethoxazolf

0,16/0,8 g alle 12 h

3–5 mg TMP/kg i.v. alle 6–8 h

5 mg TMP/kg i.v. alle 6 h

3–6 mg TMP/kg alle 12 h

3–6 mg TMP/kg i.v. alle 12 h

(Nicht empfohlen, wenn andere Alternativen zur Verfügung stehen)

  • Für Pneumocystis jirovecii Pneumonief

0,32/1,6 g alle 8 h für 21 Tage

5 mg TMP/kg i.v. alle 8 h für 21 Tage

5 mg TMP/kg i.v. alle 6–8 h

5–6,6 mg TMP/kg alle 8 h

oder

3,75–5 mg TMP/kg alle 6 h

5–6,6 mg TMP/kg i.v. alle 8 h

oder

3,75–5 mg TMP/kg i.v. alle 6 h

Wenn notwendig, 5 mg TMP/kg i.v. alle 24 h

oder

1,25 mg TMP/kg i.v. alle 6 h

Tetracycline

Doxycyclin

0,1 g alle 12 h

0,1 g i.v. alle 12 h

0,1 mg i.v. alle 12 h

Alter > 8 Jahre: 2–4 mg/kg alle 24 h

oder

1–2 mg/kg alle 12 h

Alter > 8 Jahre: 2–4 mg/kg i.v. alle 24 h

oder

1–2 mg/kg i.v. alle 12 h

0,1 g i.v. oder p.o. alle 12 h

Minocyclin

0,1 g alle 12 h

0,1 g i.v. alle 12 h

0,1 g i.v. alle 12 h

N/A

N/A

0,1 g i.v. oder p.o. alle 12 h

Tetrazyklinc

0,25–0,5 g alle 6 h

N/A

N/A

Alter > 8 Jahre: 6,25–12,5 mg/kg alle 6 h

N/A

Doxyzyklin anstelle

Tigezyklin

N/A

100 mg, dann 50 mg (25 mg bei schweren Leberfunktionsstörungen) i.v. alle 12 h

Gleich wie Erwachsenendosisg

N/A

N/A

Gleich wie Erwachsenendosis

Sonstige

Clindamycin

0,15–0,45 g alle 6 h

0,6 g i.v. alle 6 h auf 0,9 i.v. g alle 8 h

0,9 g i.v. alle 8 h

2,6–6,6 mg/kg alle 8 h

oder

2–5 mg/kg alle 6 h

6,6–13,2 mg/kg i.v. alle 8 h

oder

5–10 mg/kg i.v. alle 6 h

0,15–0,45 g p.o. alle 6 h

oder

0,6–0,9 g i.v. alle 6–8 h

Chloramphenicol

0,25–1 g alle 6 h

0,25–1,0 g i.v. alle 6 h

1 g i.v. alle 6 h

N/A

12,5–18,75 mg/kg i.v. alle 6 h

0,25–1,0 g i.v. alle 6 h

  • Für Meningitis

N/A

12,5 mg/kg alle 6 h (maximal 4 g/Tag)

12,5 mg/kg i.v. alle 6 h (maximal 4 g/Tag)

N/A

18,75–25 mg/kg i.v. alle 6 h

12,5 mg/kg i.v. alle 6 h (maximal 4 g/Tag)

Colistin (Polymyxin E)

N/A

2,5–5 mg/kg/Tag i.v. in 2–4 Dosen

2,5–5 mg/kg/Tag i.v. in 2–4 Doseng

N/A

N/A

1,5 mg/kg alle 36 h

Dalbavancin

N/A

1500 mg als Einzeldosis oder 1000 mg einmal, gefolgt von einer 500-mg-Dosis 1 Woche später

1500 mg als Einzeldosis oder einmalig 1000 mg, gefolgt von 500 mg

Dosis 1 Woche später

N/A

N/A

1125 mg als Einzeldosis oder 750 mg einmal, gefolgt von einer 500-mg-Dosis 1 Woche später

Daptomycin

N/A

4–6 mg/kg i.v. alle 24 h

8–10 mg/kg i.v. alle 24 hg

N/A

N/A

4–6 mg/kg i.v. alle 48 h

Fidaxomicin

0,2 g alle 12 h

N/A

N/A

N/A

N/A

0,2 g p.o. alle 12 h

Fosfomycin

Eine Einzeldosis von 3 g in 0,089–0,118 l (3–4 oz) Wasser

N/A in den USA

N/A

N/A

N/A

Eine Einzeldosis von 3 g in 0,089–0,118 l (3–4 oz) Wasser

Linezolid

0,6 g alle 12 h

0,6 g i.v. alle 12 h

0,6 g i.v. alle 12 h

10 mg/kg alle 8 h

10 mg/kg i.v. alle 8 h

0,6 g i.v. oder p.o. alle 12 h

Metronidazol

  • Bei anaeroben Infektionen

7,5 mg/kg alle 6 h (4 g/Tag nicht überschreiten)

7,5 mg/kg i.v. alle 6 h (4 g/Tag nicht überschreiten)

7,5 mg/kg i.v. alle 6 h (4 g/Tag nicht überschreiten)

7,5 mg/kg alle 6 h

7,5 mg/kg i.v. alle 6 h

3,75 mg/kg i.v. oder p.o. alle 6 h (2 g/Tag nicht überschreiten)

  • Bei Trichomoniasis

2 g für 1 Dosis

oder

0,5 g alle 12 h für 7 Tage

N/A

N/A

N/A

N/A

N/A

  • Bei Clostridioiden (früher, Clostridium) difficile–Induzierte Diarrhöe (pseudomembranöse Kolitis)

0,5 g alle 6–8 h für 10–14 Tage

500 mg i.v. alle 6–8 h

500 mg i.v. alle 6 h

7,5 mg/kg alle 8 h

7,5 mg/kg i.v. alle 6 h

250 mg p.o. oder i.v. alle 8 h

  • Für Amöbiasis

0,5–0,75 g alle 8 h für 10 Tage gefolgt von Paromomycin p.o. 0,5 g alle 8 h für 7 Tage

0,75 g i.v. alle 8 h für 10 Tage durch paromomycin p.o. 0,5 g alle 8 h für 7 Tage gefolgt

0,75 g i.v. alle 8 h für 10 Tage gefolgt von Paromomycin p.o. 0,5 g alle 8 h für 7 Tage

11,6–16,6 mg/kg alle 8 h für 7–10 Tage

11,6– 16,6 mg/kg i.v. alle 8 h für 7–10 Tage

N/A

  • Bei Giardiasis

0,25 g alle 6–8 h für 5–7 Tage

N/A

N/A

5 mg/kg alle 6–8 h für 5 Tage

N/A

N/A

Nitrofurantoin-Makrokristalle

50–100 mg alle 6 h

N/A

N/A

1,25–1,75 mg/kg alle 6 h

N/A

Nicht empfehlenswert

Nitrofurantoinmonohydrat/Makrokristalle

100 mg alle 12 h

N/A

N/A

N/A

N/A

N/A

Oritavancin

N/A

1200 mg als eine Einzeldosis

1200 mg als eine Einzeldosis

N/A

N/A

1200 mg als eine Einzeldosis

Quinupristin/Dalfopristin

N/A

7,5 mg/kg i.v. alle 8–12 h

7,5 mg/kg i.v. alle 8 h

N/A

7,5 mg/kg i.v. alle 12 h für komplizierte Haut- und Hautstruktur-Infektionen

oder

7,5 mg/kg alle 8 h bei schweren Infektionen

7,5 mg/kg i.v. alle 8–12 h

Rifampinc

  • Bei Tuberkulose

    (als Teil eines Medikamentplans mit 3 oder 4 Substanzen)

0,6 g alle 24 h

0,6 g i.v. alle 24 h

N/A

5–10 mg/kg alle 12 h

oder

10–20 mg/kg alle 24 h

10–20 mg/kg i.v. alle 24 h

0,3–0,6 g i.v. oder p.o. alle 24 h

  • Bei Meningokokkenexposition

0,6 g alle 12 h für 4 Dosen

N/A

N/A

Alter 1 Monat: 10 mg/kg alle 12 h für 2 Tage

Alter < 1 Monat: 5 mg/kg alle 12 h für 2 Tage

N/A

0,6 g p.o. alle 12 h für 4 Dosen

  • Bei Haemophilus influenzae-Exposition

20 mg/kg alle 24 h für 4 Tage (600 mg alle 24 h nicht überschreiten)

N/A

N/A

20 mg/kg alle 24 h für 4 Tage

Alter < 1 Monat: 10 mg/kg alle 24 h für 4 Tage

N/A

20 mg/kg alle 24 h für 4 Tage (600 mg alle 24 h nicht überschreiten)

  • Bei Staphylokokkeninfektionen (in Kombination mit einem Penicillin, Cephalosporin oder Vancomycin)

0,3 g alle 8 h

oder

0,6–0,9 g alle 24 h

0,3 g i.v. alle 8 h

oder

0,6–0,9 g i.v. alle 24 h

0,3 g i.v. alle 8 h

oder

0,6–0,9 g i.v. alle 24 h

0,3 g i.v. oder p.o. alle 8 h

oder

0,6–0,9 g i.v. oder p.o. alle 24 h

Rifapentin

  • Für pulmonale TB (als Teil eines Medikamentplans mit 3 oder 4 Substanzen)

Anfangsphase (2 Monate): 0,6 g 2-mal/Woche

Fortführungsphase (4 Monate): 0,6 g 1-mal/Woche

N/A

N/A

N/A

N/A

N/A

  • Für latente TB (in Kombination mit Isoniazid)

0,9 g 1-mal/Woche (3 Monate)

N/A

N/A

N/A

N/A

N/A

Tedizolid

200 mg alle 24 h

200 mg i.v. alle 24 h

200 mg i.v. alle 24 h

N/A

N/A

200 mg p.o. oder i.v. alle 24 h

Telavancin

N/A

10 mg/kg i.v. alle 24 h

10 mg/kg i.v. alle 24 h

N/A

N/A

N/A

Vancomycin

125 mg alle 6 h (nur wirksam für C. difficile-induzierte Diarrhö)

15 mg/kg i.v. alle 12 h (häufig 1 g alle 12 h)

25 mg/kg einmal, dann 15–20 mg/kg i. v. alle 8–12 hg

N/A

13 mg/kg i.v. alle 8 h

oder

10 mg/kg i.v. alle 6 h

0,5–1,0 g i.v. alle Wocheh

  • Bei Meningitisi

N/A

N/A

15–20 mg/kg i.v. alle 8–12 hh

N/A

15 mg/kg i.v. alle 6 h

15 mg/kg i.v. alle Wochenh

bDie Initialdosis sollte äquivalent zu der üblichen Dosis für einen Patienten mit normaler Nierenfunktion sein, gefolgt von einer Dosis, die an die Niereninsuffizienz angepasst ist. Dosisanpassungen von Aminoglykosiden sollten durch die Messung des Spitzenspiegels (gemessen 1 h nach Beginn einer 30-min-i. v--Infusion) und des Talspiegels (gemessen 30 min vor der nächsten Dosis) unterstützt werden.

cRate oder Ausmaß der Resorption wird vermindert, wenn das Medikament zusammen mit den Mahlzeiten eingenommen wird.

dDosierung sollten nicht die Erwachsenendosis überschreiten.

eDiese Medikamente werden in der Regel bei Kindern vermieden.

fDie Dosis basiert auf TMP.

gDie Standardtherapie für die Dosierung dieses Antibiotikums gegen schwere Infektionen ist komplex und entwickelt sich schnell (s. Diskussion des einzelnen Medikaments für weitere Informationen).

h Die Dosen sollten angepasst werden, um eine stationäre Trogkonzentration von 15–20 mg/l zu erreichen. Wenn technisch möglich, ist es besser, die Dosierung über das AUC24/MIC-Verhältnis anzupassen.

iDarüber hinaus kann die intrathekale oder intraventrikuläre Gabe von Vancomycin 10-20 mg/Tag erforderlich sein, ggf. Dosisanpassung, um Tal-Liquorspiegel von 10-20 mcg/ml zu erreichen.

AUC24 = 24-h-Bereich unter der Konzentrationszeitkurve; MHK = minimale Hemmkonzentration; N/A = unzutreffend; TMP = Trimethoprim.

Dauer

Eine Antibiotikatherapie sollte fortgeführt werden, bis objektive Hinweise für eine systemische Infektion über mehrere Tage hinweg nicht mehr vorhanden sind (z. B. Fieber, Symptome, auffällige Laborbefunde). Bei einigen Infektionen (z. B. Endokarditis, Tuberkulose, Osteomyelitis, Lepra), werden Antibiotika für Wochen oder Monate eingesetzt, um einen Rückfall zu verhindern.

Komplikationen

Komplikationen bei einer Antibiotikatherapie beinhalten Superinfektionen durch nichtempfindliche Erreger oder Pilze und kutane, renale, hämatologische, neurologische und gastrointestinale unerwünschte Wirkungen.

Das Auftreten unerwünschter Nebenwirkungen macht oft einen Abbruch der Therapie mit dem ursächlichen Medikament sowie den Einsatz eines anderen Antibiotikums erforderlich, auf das die Bakterien empfindlich reagieren; manchmal gibt es jedoch keine Alternative.

Antibiotikaresistenz

Antibiotikaresistenz kann intrinsisch bei einer bestimmten Bakterienart vorliegen, kann aber auch durch Mutationen erworben werden oder durch Erwerb von Antibiotikaresistenz-kodierenden Genen eines anderen Erregers. Diese Gene können verschiedene Resistenzmechanismen kodieren (siehe Tabelle Gemeinsame Mechanismen der Antibiotikaresistenz). Resistenzgene können zwischen 2 Bakterienzellen durch die folgenden Mechanismen übertragen werden:

  • Transformation (Aufnahme von nackter DNA aus einem anderen Organismus)

  • Transduktion (Infektion durch einen Bakteriophagen)

  • Konjugation (Austausch genetischen Materials in Form von Plasmiden [Teile eigenständig replizierender extrachromosomaler DNA] oder Transposons [bewegliche Teile chromosomaler DNA]).

Plasmide und Transposons können Resistenzgene rasch verbreiten.

Die Anwendung von Antibiotika führt insbesondere zu einer Elimination nichtresistenter Bakterien und erhöht den Anteil an zurückbleibenden resistenten Bakterien. Dies betrifft trifft nicht nur pathogene Erreger, sondern auch die physiologische Flora; resistente physiologische Flora stellt wiederum ein Reservoir für Resistenzgene dar, die sich auf zukünftige Erreger ausbreiten können.

Tabelle
icon

Gemeinsame Mechanismen der Antibiotikaresistenz

Mechanism

Beispiel

Verminderte Zellwandpermeabilität

Verlust des D2-Porins der äußeren Zellwand bei Imipenem-resistenten Pseudomonas aeruginosa

Enzymatische Inaktivierung

Produktion von β-Lactamasen, die Penicilline bei Penicillin-resistenten Staphylococcus aureus, Haemophilus influenzae, und Escherichia coli inaktivieren

Produktion von Aminoglykosid-inaktivierenden Enzymen bei Gentamicin-resistenten Enterokokken

Veränderung der Zielstruktur

verminderte Affinität Penicillin-bindender Proteine für Beta-Lactam-Antibiotika (z. B. bei Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus [MRSA] und Streptococcus pneumoniae mit reduzierter Penicillinempfindlichkeit)

verminderte Affinität methylierter ribosomaler RNA-Zielstrukturen für Makrolide, Clindamycin und Quinupristin bei MLSB-resistenten S. aureus

verminderte Affinität veränderter Zellwandbausteine für Vancomycin (z. B. bei Enterococcus faecium)

verminderte Affinität der DNA-Gyrase für Fluorochinolone bei Fluorochinolon-resistenten S. aureus

Aktivierung von Antibiotika-Effluxpumpen

erhöhter Ausstrom von Tetracyclin, Makroliden, Clindamycin oder Fluorochinolonen (z. B. S. aureus)

Umgehung der Antibiotikainhibition

Entwicklung bakterieller Mutanten, die auch mittels in der Umgebung vorhandener Bau- und Nährstoffe (z. B. Thymidin) und nicht nur durch innerhalb von Bakterien synthetisierte Produkte existieren können (z. B. Trimethoprim-Sulfamethoxazol)

MLSB = Makrolide, Lincosamide, Streptogramin B.

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