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Proktitis

Von

Parswa Ansari

, MD, Hofstra Northwell-Lenox Hill Hospital, New York

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jan 2020| Inhalt zuletzt geändert Jan 2020
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Quellen zum Thema

Proktitis ist eine Entzündung der Schleimhaut im Mastdarm (rektale Mukosa).

  • Die Entzündung hat viele Ursachen, von einer Infektion bis zu Strahlentherapie.

  • Abhängig von der Ursache kann eine Proktitis schmerzlos oder sehr schmerzhaft sein.

  • Ein Arzt stellt die Diagnose nach der Untersuchung des Mastdarminneren.

  • Eine durch Infektion verursachte Proktitis kann mit Antibiotika behandelt werden.

  • Kortikosteroide können auf die betroffene Stelle aufgetragen oder manchmal oral eingenommen werden, um eine durch Strahlentherapie verursachte Proktitis zu behandeln.

Der Mastdarm (Rektum) ist der Abschnitt des Verdauungstrakts über dem After, in dem der Stuhl gehalten wird, bevor er durch den After den Körper verlässt. (Siehe auch Übersicht über After und Mastdarm.)

Das Verdauungssystem

Das Verdauungssystem

Proktitis wird immer häufiger und hat mehrere Ursachen. Sie kann die Folge von Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sein. Sie kann auch durch eine sexuell übertragbare Erkrankung (wie z. B. Gonorrhoe, Syphilis, Infektion mit Chlamydieninfektion oder Herpes-simplex-Virus-Infektion entstehen, vor allem bei homosexuellen Männern.

Eine Person mit Immunstörung besitzt ebenfalls ein erhöhtes Risiko für die Entstehung einer Proktitis, vor allem bei Infektionen mit Herpes-simplex- und Zytomegalovirus.

Proktitis kann auch durch einige Bakterien verursacht werden, die nicht sexuell übertragen werden, z. B. Salmonellen, oder durch die Anwendung eines Antibiotikums, das die normalen Darmbakterien zerstört, sodass andere Bakterien an deren Stelle wachsen können (Clostridium difficile –siehe Clostridium difficile -induzierte Kolitis).

Eine weitere Ursache der Proktitis ist eine Strahlentherapie, die auf den Mastdarm oder dessen Nähe gerichtet ist, was häufig bei der Behandlung von Prostata- und Mastdarmkarzinom der Fall ist.

Symptome

Eine Proktitis verursacht meist Schmerzen bei der Stuhlausscheidung, schmerzlose Blutungen oder Schleimabsonderungen aus dem Mastdarm. Wenn ein Tripper, Herpes-simplex- oder Zytomegalieviren die Ursache sind, können After und Mastdarm äußerst schmerzempfindlich sein.

Diagnose

  • Proktoskopie oder Sigmoidoskopie

  • Blut- und Stuhltests

  • Manchmal Koloskopie

Für die Diagnose begutachtet ein Arzt den Mastdarm mithilfe eines Proktoskops oder Sigmoidoskops (ein Schlauch zur Betrachtung von Mastdarm oder After – siehe Endoskopie) und entnimmt Abstriche und eine Gewebeprobe aus der Schleimhaut des Mastdarms zur Untersuchung. Im Labor lassen sich dann Bakterien, Pilze und Viren als Auslöser der Proktitis nachweisen.

Blutuntersuchungen auf Syphilis und Stuhltests auf Clostridium difficile werden ebenfalls durchgeführt.

Ein Arzt kann auch andere Darmbereiche mithilfe einer Koloskopie (Untersuchung des gesamten Dickdarms mit einem Endoskop) auf Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa untersuchen.

Behandlung

  • Behandlung der Krankheitsursache

Wenn eine bakterielle Infektion die Ursache ist, lässt sich die Proktitis am besten mit Antibiotika behandeln. Ist die Proktitis die Folge einer Antibiotikatherapie, durch die die normalen Darmbakterien zerstört werden, kann ein Arzt Metronidazol oder Vancomycin verordnen, wodurch die schädlichen Bakterien, die die normalen verdrängt haben, abgetötet werden sollten.

Wenn die Ursache der Proktitis eine Strahlentherapie ist, kann sie mit Kortikosteroiden behandelt werden, die durch Einläufe direkt auf die Schleimhaut des Rektums aufgetragen oder als Tablette oral verabreicht werden. Ein Einlauf mit Sucralfat kann ebenfalls helfen. Wenn diese Behandlungen nicht helfen, kann der Arzt Formalin direkt auf die Schleimhaut des Mastdarms auftragen, um die Blutung zu stoppen, oder eine Behandlung mit Sauerstoff ausprobieren (hyperbare Sauerstofftherapie).

Wenn eine Proktitis Blutungen der Schleimhaut des Mastdarms verursacht hat, verwenden die Ärzte Argonplasma-, Laser- und Elektrokoagulation sowie Hitzesonden, um die Blutung zu stoppen.

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