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Beurteilung von Nieren- und Harnwegserkrankungen

Von

Paul H. Chung

, MD, Sidney Kimmel Medical College, Thomas Jefferson University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mai 2020| Inhalt zuletzt geändert Mai 2020
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Geschichte

Ein Arzt erhebt die Krankengeschichte, indem er eine Person befragt. Dabei werden Fragen zu den Symptomen, der Krankengeschichte (d. h. welche Erkrankungen die Person hatte), den Medikamenten (vom Arzt verschrieben, frei verkäuflich, Drogen, einschließlich Alkohol und Tabak), zu Allergien und Erkrankungen in der Familie gestellt. Patienten, bei denen vermutlich eine Störung der Nieren und Harnwege vorliegt, werden in der Regel nach Folgendem gefragt:

  • Menge, Häufigkeit und Zeit des Wasserlassens

  • Ob das Wasserlassen schmerzhaft ist, brennt oder Blut zu sehen ist

  • Ob Urin austritt (Harninkontinenz)

  • Ob es schwierig ist, Wasser zu lassen

  • Ob das Gefühl besteht, dass sich die Blase nicht vollständig leert

  • Ob frühere Harnwegsinfektionen bestanden oder ob medizinische Eingriffe oder chirurgische Eingriffe der Harnwege durchgeführt wurden

  • Ob sie Schmerzen in der Flanke, Seite, dem unteren Rücken oder dem Bauchraum oder in der Nähe der Geschlechtsorgane haben (wie Leiste oder Schamlippen)

  • Zeit der Nahrungsaufnahme und die Art der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme (manchmal)

Da beispielsweise manche Nahrungsmittel und Medikamente den Urin verfärben können, fragen Ärzte möglicherweise nach der Ernährung. Wenn ein Patient nachts oft aufwacht, um Wasser zu lassen, wird er gefragt, wie viel, was und wann er getrunken hat.

Körperliche Untersuchung

Anschließend wird der Patient untersucht. (Siehe Übersicht Harnwege.) Dabei werden die Nieren ertastet. Bei gesunden Erwachsenen und Kindern können die Nieren nicht ertastet werden, außer bei sehr dünnen Menschen. Bei gesunden Neugeborenen sind die Nieren tastbar. Der Arzt kann die Seite oder den unteren Rücken (Flanke) des Patienten abtasten. Ist dies schmerzhaft, kann das auf ein Problem mit den Nieren hindeuten (wie Schwellungen oder Infektionen). Bestehen beim Wasserlassen Probleme oder ein Druck im unteren Bauchraum, klopft der Arzt den Bauch mit einem Finger ab. Ist ein besonders dumpfes Geräusch zu hören, könnte die Blase geschwollen (d. h. gebläht) sein.

Bei Männern werden die Geschlechtsorgane untersucht, um sicherzustellen, dass die Hoden nicht geschwollen, empfindlich oder verschoben sind. Anschließend folgt eine rektale Untersuchung, um eine Schwellung der Prostata zu ertasten. Eine vergrößerte Prostata kann den Urinfluss behindern.

Bei Frauen erfolgt möglicherweise eine gynäkologische Untersuchung, um herauszufinden, ob eine Entzündung oder Reizung der Scheidenhaut (Vaginitis) oder die Geschlechtsorgane an den Harnwegssymptomen beteiligt sind.

Auch die Haut kann auf Veränderungen im Zusammenhang mit Nierenerkrankungen untersucht werden. Herz und Lunge können mit einem Stethoskop abgehört werden, um auffällige Geräusche festzustellen, die auf eine Nierenerkrankung hindeuten könnten. Bei Verdacht auf eine chronische Nierenerkrankung wird sichergestellt, dass der Patient nicht benommen oder verwirrt ist.

Untersuchungsverfahren bei Nieren- und Harnwegserkrankungen

Manchmal sind ein Test oder verschiedene Maßnahmen erforderlich, um eine Erkrankung der Nieren und der Harnwege zu diagnostizieren.

Nach der körperlichen Untersuchung muss oft eine Urinprobe getestet werden. Bei Verdacht auf eine Infektion können im Labor auch Mikroorganismen aus der Urinprobe gezüchtet werden. Wird eine Blockierung (Obstruktion) oder eine Auffälligkeit der inneren Organe der Harnwege vermutet, müssen normalerweise bildgebende Verfahren durchgeführt werden. Um zu bestimmen, wie gut die Nieren die Abfallprodukte aus dem Blut filtern, werden oft Tests an Blut- und Urinproben durchgeführt (Nierenfunktionstests). Manchmal muss auch das Innere der Blase untersucht werden (Zystoskopie) oder eine Probe der Zellen aus dem Urin, der Niere oder Prostata (Biopsie).

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