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Salmonelleninfektionen

Von

Larry M. Bush

, MD, FACP, Charles E. Schmidt College of Medicine, Florida Atlantic University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Feb 2020| Inhalt zuletzt geändert Feb 2020
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Quellen zum Thema

Das gramnegative BakteriumSalmonella löst meist Durchfall, manchmal aber auch Typhus, also eine ernstere Infektion, aus.

  • Die meisten Menschen stecken sich an, wenn sie verunreinigte Nahrungsmittel verzehren, beispielsweise nicht durchgegartes Hähnchenfleisch oder Eier.

  • Gewöhnlich befallen die Bakterien den Verdauungstrakt, sie können aber auch über die Blutbahn zu anderen Körperteilen wandern.

  • Die Betroffenen leiden an Übelkeit, krampfartigen Bauchschmerzen und daraufhin an flüssigem Durchfall, Fieber und Erbrechen.

  • Bestätigt wird die Diagnose durch Feststellung der Bakterien in einer Probe, normalerweise im Stuhl.

  • Der Flüssigkeitsverlust wird ausgeglichen.

  • Antibiotika sind bei Darminfektionen mit Salmonellen in der Regel nicht hilfreich, aber Antibiotika sind bei Personen hilfreich, bei denen das Risiko einer Bakteriämie besteht oder eine Bakteriämie vorliegt.

Salmonellen verursachen unterschiedliche Infektionen. Am häufigsten kommt es zu einer Gastroenteritis, mitunter aber auch zu Typhus, einer ernsteren Infektion.

Es gibt über 2000 verschiedene Arten von Salmonellen.

Manche Salmonellen kommen nur bei Menschen vor. Andere Salmonellen-Arten finden sich normalerweise im Verdauungstrakt vieler Wild- und Haustiere wie Kühe, Schafe, Schweine, Geflügel und Reptilien (einschließlich Schlangen, Eidechsen und Schildkröten). Viele dieser Erreger können bei Menschen Infektionen hervorrufen.

Salmonellen werden bei infizierten Menschen und Tieren über die Exkremente ausgeschieden, was zu Verunreinigungen führt. In den 1970er Jahren traten in den USA viele Infektionen durch Hausschildkröten auf. Aus diesem Grund wurde der Verkauf dieser Tiere verboten, was eine geringere Zahl an Infektionen zur Folge hatte. In jüngster Zeit ist der legale und illegale Verkauf von Reptilien als Haustiere gestiegen. Bis zu 90 Prozent der Hausreptilien und -amphibien, wie z. B. Wasserfrösche, sind mit Salmonellen infiziert.

Menschen infizieren sich gewöhnlich durch den Verzehr unzureichend gekochten Geflügels oder Eier, manchmal aber auch durch nicht ausreichend gekochtes Rind- und Schweinefleisch, nicht pasteurisierte Milchprodukte oder verunreinigte Meeresfrüchte oder Frischwaren. Salmonellen können die Eierstöcke von Hennen befallen und somit die Eier infizieren, bevor diese gelegt werden. Auch weitere Nahrungsmittel können durch tierische Exkremente (beispielsweise in Schlachthöfen) oder durch infizierte Mitarbeiter in Lebensmittelbetrieben, die nach dem Toilettengang nicht ordnungsgemäß ihre Hände waschen, verunreinigt sein. Auch durch das Trinken von verunreinigtem Wasser kann es zu einer Infektion kommen. Andere gemeldete Infektionsquellen sind infizierte Hausschildkröten und Reptilien sowie kontaminiertes Marihuana.

Da Salmonellen gewöhnlich durch die Magensäure abgetötet werden, ist eine größere Menge an Erregern notwendig, um eine Infektion zu entwickeln, es sei denn, die Betroffenen leiden an einem Magensäuremangel. Ein solcher Mangel kann bei folgenden Personen auftreten:

  • Unter einjährige Kinder

  • Ältere Menschen

  • Patienten, die Antazida bzw. Medikamente zur Hemmung der Magensäureproduktion einnehmen, einschließlich Histamin-2-Blocker (H2-Blocker wie z. B. Famotidin) oder Protonenpumpenhemmer (wie z. B. Omeprazol)

Die Salmonellen rufen eine Entzündung des Darms (Gastroenteritis) hervor, was eine häufige Ursache für Durchfall ist.

Wussten Sie ...

  • In den USA sind bis zu 90 Prozent der Hausreptilien und -amphibien mit Salmonellen infiziert.

Ausbreitung über die Blutbahn

Mitunter gelangen die Bakterien in die Blutbahn (und verursachen Bakteriämie), breiten sich aus und verursachen Infektionen oder Eiteransammlungen (Abszesse) an weiter entfernten Orten, wie z. B. den Knochen, Gelenken, in den Harnwegen und der Lunge. Die Bakterien können sich ansammeln und Infektionen an künstlichen Gelenken oder Herzklappen (Prothesen), transplantierten Blutgefäßen oder an Tumoren hervorrufen. Es kann auch die Auskleidung der Arterien, gewöhnlich der Aorta (der Hauptschlagader des Körpers), infiziert werden. Abszesse und infizierte Arterien können eine chronische Bakteriämie hervorrufen.

Eine Ausweitung der Infektion über die Blutbahn kommt in den folgenden Gruppen besonders häufig vor:

  • Säuglinge

  • Ältere Menschen, vor allem Bewohner eines Pflegeheims

  • Menschen mit Erkrankungen, welche die roten Blutkörperchen betreffen, wie Sichelzellanämie oder Malaria

  • Menschen mit einer Erkrankung, die das Immunsystem schwächt, beispielsweise eine HIV-Infektion (humanes Immundefizienz-Virus) oder Krebs

  • Menschen, die Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems einnehmen, beispielsweise zur Behandlung von Krebs oder um die Abstoßung transplantierter Organe zu verhindern

Symptome

Wenn der Darm infiziert ist, setzen die Symptome gewöhnlich 12 bis 48 Stunden nach Aufnahme der Bakterien ein. Es treten Übelkeit und krampfartige Bauchschmerzen auf, darauf folgen wässriger Durchfall, Fieber und Erbrechen. Salmonellen-Symptome klingen innerhalb von 1 bis 4 Tagen ab. Gelegentlich sind die Symptome stärker und dauern lange an.

Lange nach Abklingen der Symptome ist es bei einigen Menschen immer noch möglich, dass entsprechende Bakterien über den Stuhl ausgeschieden werden. Diese Menschen gelten als Träger der Bakterien.

Bei 10 bis 30 Prozent der Erwachsenen entsteht Wochen oder Monate nach Abklingen des Durchfalls eine reaktive Arthritis. Diese Erkrankung verursacht Schmerzen und Schwellungen, normalerweise an der Hüfte, den Knien und der Achillessehne (die das Fersenbein mit dem Wadenmuskel verbindet).

Weitere Symptome können auftreten, wenn sich eine Bakteriämie entwickelt und die Infektion sich ausbreitet. Wenn beispielsweise ein Knochen infiziert ist, fühlt sich das darüber liegende Gewebe oft weich an oder schmerzt. Ist eine Herzklappe infiziert, kann Atemnot auftreten. Bei einer Infektion der Aorta kann es zu Schmerzen im Rücken und Bauchraum kommen.

Die Betroffenen erholen sich in der Regel vollständig. Davon ausgenommen sind Menschen, die bereits vor der Salmonellen-Infektion an einer Krankheit litten, die das Immunsystem schwächt, oder die eine Komplikation infolge der Infektion erlitten.

Diagnose

  • Kultur von Stuhl, Eiter, Blut oder einer Rektumprobe

Zur Diagnose der Salmonellen-Infektion wird eine Stuhl-, Eiter- oder Blutprobe oder ein Abstrich aus dem Rektum entnommen. Die Probe wird in ein Labor geschickt, wo Bakterienkulturen angelegt werden. Durch Identifizierung der Bakterien in der Probe wird die Diagnose bestätigt.

Die Bakterien werden auch untersucht, um zu bestimmen, welche Antibiotika wirksam sind (ein Prozess, der als Resistenzprüfung bezeichnet wird).

Vorbeugung

Möglichkeiten zur Vorbeugung gegen Salmonellen-Infektionen:

  • Gründliches Durchgaren von Geflügel, Eiern und Hackfleisch

  • Vermeidung von Lebensmitteln oder Getränken, die rohe Eier oder Rohmilch (unpasteurisierte Milch) enthalten, z. B. Plätzchenteig, Sauce Hollandaise oder bestimmte hausgemachte Salatsaucen

  • Gründliches Waschen von Frischprodukten

  • Händewaschen nach dem Toilettengang oder nach dem Windelnwechseln

  • Sofortiges Waschen der Hände, der Arbeitsflächen in der Küche und der Küchenutensilien mit Seife und Wasser nach Kontakt mit rohem Fleisch oder Geflügel

  • Händewaschen mit Seife nach dem Anfassen von Reptilien, Vögeln oder Küken und nach Kontakt mit Haustierkot

Bei Personen mit besonders hohem Risiko, z. B. kleinen Kindern, sind besondere Vorsichtsmaßnahmen erforderlich. Da bei Reptilien (wie z. B. Schildkröten), Küken und anderen Jungvögeln von einem möglichen Befall mit Salmonellen ausgegangen werden muss, sollte Kleinkindern der Umgang mit solchen Tieren untersagt werden, und in einem Haushalt mit Kleinkindern sollten keine Reptilien gehalten werden.

Infizierte sollten keine Nahrungsmittel für andere Personen zubereiten.

Reisende können bestimmte Maßnahmen zur Reduzierung des Durchfallrisikos ergreifen.

Es gibt keine Schutzimpfung gegen Salmonellose, aber es gibt Impfstoffe gegen Typhus.

Behandlung

  • Flüssigkeit bei Darminfektionen

  • Antibiotika bei Personen, bei denen ein Bakteriämierisiko besteht oder die an Bakteriämie leiden

  • Chirurgische Drainage bei Abszessen

Behandelt wird eine durch Salmonellen ausgelöste Darminfektion mit oral verabreichter Flüssigkeit, die bei schweren Infektionen jedoch intravenös verabreicht wird. Antibiotika tragen nicht zu einer schnelleren Genesung von Menschen mit einer durch Salmonellen ausgelösten Darminfektion bei und können zur Folge haben, dass die Bakterien über längere Zeit durch den Stuhl ausgeschieden werden. Aus diesem Grund werden normalerweise keine Antibiotika verabreicht. Patienten, bei denen die Gefahr einer Bakteriämie besteht (beispielsweise Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, Säuglinge und HIV-Infizierte) und solche mit implantierten Apparaten oder Materialien (wie künstliche Gelenke, Herzklappen oder transplantierte Blutgefäße) erhalten Antibiotika. Diesen Patienten kann mehrere Tage lang Ciprofloxacin, Azithromycin oder Ceftriaxon verabreicht werden. Kinder erhalten Trimethoprim/Sulfamethoxazol.

Patienten mit einer Bakteriämie erhalten etwa 2 Wochen lang Ciprofloxacin oder Ceftriaxon. Wenn die Bakteriämie anhält, wird die Antibiotikabehandlung 4 bis 6 Wochen lang fortgesetzt.

Abszesse werden chirurgisch entleert, und es werden mindestens 4 Wochen lang Antibiotika verabreicht.

Wenn die Aorta, eine Herzklappe oder andere Bereiche (z. B. Gelenke) infiziert sind, erfordert dies normalerweise eine Operation und es werden über mehrere Wochen oder Monate Antibiotika verabreicht.

Weitere Informationen

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