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Hashimoto-Thyreoiditis

(Autoimmunthyreopathie)

Von

Jerome M. Hershman

, MD, MS, David Geffen School of Medicine at UCLA

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Aug 2019| Inhalt zuletzt geändert Aug 2019
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Kurzinformationen
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Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Autoimmunentzündung der Schilddrüse.

  • Eine Hashimoto-Thyreoiditis entsteht, wenn der Körper die Zellen der Schilddrüse angreift – eine Autoimmunreaktion.

  • Zunächst funktioniert die Schilddrüse womöglich normal, ist unteraktiv (Hypothyreose) oder selten überaktiv (Hyperthyreose)

  • Bei den meisten Personen entwickelt sich irgendwann eine Schilddrüsenunterfunktion

  • Menschen mit dieser Erkrankung sind in der Regel müde und vertragen keine Kälte.

  • Die Diagnose stützt sich auf die Ergebnisse einer körperlichen Untersuchung und von Bluttests.

  • Personen mit Schilddrüsenunterfunktion müssen lebenslang ein Schilddrüsenhormon einnehmen.

Thyreoiditis bezieht sich auf jede Entzündung der Schilddrüse. Eine Entzündung der Schilddrüse kann entweder durch eine Virusinfektion oder eine Autoimmunerkrankung verursacht werden.

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste Form der Thyreoiditis und auch die häufigste Ursache für eine Hypothyreose. Aus unbekannten Gründen greift der Körper sich selbst an (eine Autoimmunreaktion). Die weißen Blutkörperchen dringen in die Schilddrüse ein. Daraufhin werden Antikörper gebildet, die die Schilddrüse angreifen (Schilddrüsenantikörper).

Bei etwa 50 Prozent der Betroffenen mit Hashimoto-Thyreoiditis ist die Schilddrüse anfänglich unteraktiv. Bei fast allen anderen ist die Schilddrüse zunächst normal (obwohl die Drüse bei einer kleinen Personenzahl anfänglich überaktiv wird), danach wird sie normalerweise unteraktiv.

Manche Menschen mit Hashimoto-Thyreoiditis leiden unter weiteren endokrinen Erkrankungen wie Diabetes, einer Unterfunktion der Nebennieren oder der Nebenschilddrüsen sowie anderen Autoimmunkrankheiten wie perniziöser Anämie, rheumatoider Arthritis, Sjögren-Syndrom oder systemischem Lupus erythematodes(Lupus).

Die Hashimoto-Thyreoiditis tritt vornehmlich bei Frauen auf (insbesondere bei älteren Frauen) und tendiert zu familiärer Häufung. Die Krankheit betrifft öfter Menschen mit bestimmten Chromosomenstörungen, wie Downsyndrom, Turner-Syndrom und Klinefelter-Syndrom.

Symptome

Die Hashimoto-Thyreoiditis beginnt oft mit einer schmerzlosen, festen Vergrößerung der Schilddrüse oder einem Völlegefühl im Hals. Das Drüsengewebe ist normalerweise gummiartig und fühlt sich manchmal klumpig an. Wenn die Schilddrüse unteraktiv ist, können die Personen müde und kälteempfindlich sein und andere Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion aufweisen. Die wenigen Personen mit überaktiver Schilddrüse (Hyperthyreose) können anfänglich an Palpitationen, Nervosität und Hitzeempfindlichkeit leiden.

Diagnose

  • Schilddrüsenfunktionstests

Die Ärzte messen die Spiegel der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Triiodothyronin (T3) sowie des Thyreoidea-stimulierenden Hormons (TSH, ein von der Hirnanhangsdrüse produziertes Hormon, das die Schilddrüse zur Bildung von Schilddrüsenhormonen anregt) im Blut, um festzustellen, wie gut die Drüse funktioniert (Schilddrüsenfunktionstests). Die Diagnose stützt sich jedoch auf eine körperliche Untersuchung und die Ergebnisse eines Bluttests zur Bestimmung, ob die Person Schilddrüsenantikörper hat.

Behandlung

  • Vermeidung von überschüssigem Jod

  • Manchmal Schilddrüsenhormonersatz

Für die Hashimoto-Thyreoiditis gibt es keine spezifische Behandlung.

Bei den meisten Menschen stellt sich schließlich eine Schilddrüsenunterfunktion ein, dann müssen sie lebenslang eine Schilddrüsenhormon-Ersatztherapie einnehmen. Schilddrüsenhormon kann auch dabei hilfreich sein, die vergrößerte Schilddrüse zu verkleinern.

Menschen mit der Hashimoto-Thyreoiditis, die keine Schilddrüsenhormonersatzmittel nehmen, sollten übermäßigen Jodkonsum (der eine Schilddrüsenunterfunktion verursachen kann) aus natürlichen Quellen wie Kelp-Tabletten und Algen vermeiden.

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