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Schuppenflechte

Von

Shinjita Das

, MD, Harvard Medical School

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Nov 2018| Inhalt zuletzt geändert Nov 2018
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Kurzinformationen
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Quellen zum Thema

Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine chronische, rezidivierende Krankheit, die einen oder mehrere Flecken (Plaques) mit silbrigen Schuppen und einer deutlichen Abgrenzung zwischen den Herden und der gesunden Haut bildet.

  • Ein Problem mit dem Immunsystem kann eine Rolle spielen, ebenso ist eine genetische Prädisposition für Schuppenflechte möglich.

  • Die charakteristischen Schuppen bzw. roten Flecken können überall am Körper in Form von kleinen oder größeren Plaques auftreten, insbesondere an den Ellenbogen, den Knien und auf der Kopfhaut.

  • Die Krankheit wird mit einer Kombination aus auf die Haut aufgetragenen Medikamenten, Bestrahlung mit UV-Licht (Phototherapie) und oralen oder intravenösen Medikamenten behandelt.

Schuppenflechte kommt häufig vor. Etwa 1 bis 5 % der Weltbevölkerung sind davon betroffen. Hellhäutige Menschen tragen ein größeres Risiko, während bei dunkelhäutigen Menschen das Erkrankungsrisiko geringer ist. Schuppenflechte setzt meist im Alter zwischen 16 und 22 sowie 57 und 60 Jahren ein. Sie kann allerdings in jedem Alter und bei allen Ethnien vorkommen.

Die schuppige Haut wird dadurch verursacht, dass sich die Hautzellen stark vermehren und ungewöhnlich schnell erneuern. Der Grund für dieses schnelle Zellwachstum ist nicht bekannt, vermutlich spielen jedoch Mechanismen des Immunsystems eine Rolle. Die Krankheit kommt oft in der Familie vor, und bestimmte Gene stehen im Zusammenhang mit Schuppenflechte.

Symptome

Die Plaque-Psoriasis, die häufigste Unterart der Schuppenflechte, beginnt meistens mit einem oder mehreren kleinen, roten, silbrigen, glänzenden Flecken (Plaques) auf der Kopfhaut, den Ellbogen, den Knien, auf dem Rücken oder dem Po. Die Augenbrauen, die Unterarme, der Bauchnabel, die Haut rund um den After und die Gesäßspalte können ebenso betroffen sein. Viele Menschen mit Schuppenflechte haben auch deformierte, verdickte und raue Nägel.

Die ersten Plaques verschwinden nach ein paar Monaten von selbst oder sie breiten sich aus und wachsen zu größeren Plaques zusammen. Manche Betroffene haben nicht mehr als eine oder zwei kleine Plaques, bei anderen sind große Hautpartien befallen. Dicke Plaques oder Plaques an den Handflächen, Fußsohlen und in den Hautfalten des Genitalbereichs neigen eher dazu, zu jucken und zu schmerzen, oftmals hat die betroffene Person allerdings keine Symptome. Obwohl die Plaques keine übermäßigen körperlichen Beschwerden bereiten, sind sie sehr auffällig und oftmals belastend. Der psychische Stress, der durch Schuppenflechte ausgelöst wird, kann enorm sein.

Schuppenflechte hält ein Leben lang an, kann aber kommen und gehen. Die Symptome der Schuppenflechte bessern sich häufig im Sommer, wenn die Haut dem Sonnenlicht ausgesetzt ist. Bei manchen Menschen vergehen Jahre zwischen den Schüben.

Bei etwa 5 % bis 30 % der Menschen mit Schuppenflechte tritt im Lauf der Zeit auch Arthritis auf (Psoriasis-Arthritis). Bei der Psoriasis-Arthritis schmerzen die Gelenke und schwellen an.

Schübe

Schuppenflechte kann sich ohne ersichtlichen Grund oder als Folge einer Vielzahl an Umständen wieder verschlimmern. Schübe sind meist mit Umständen verbunden, die zu Hautreizungen führen, z. B. mit kleinen Verletzungen und einem schweren Sonnenbrand. Manchmal kommen Schübe nach Infektionen wie Erkältungen oder einer Angina vor. Insgesamt sind Schübe im Winter, nach Alkoholkonsum und nach stressbelasteten Situationen besonders häufig. Viele Medikamente, wie Malariamittel, Lithium, Angiotensin-konvertierende Enzymhemmer (ACE-Hemmer), Terbinafin, Interferon alpha und Betablocker, können ebenfalls ein Verschlimmern der Schuppenflechte auslösen. Schübe sind außerdem bei adipösen Menschen, HIV-Infizierten oder Rauchern häufiger als bei anderen.

Ungewöhnliche Formen von Schuppenflechte

Einige seltene Formen der Schuppenflechte können schwerere Auswirkungen haben.

Psoriasis-Erythrodermie führt dazu, dass die gesamte Haut des Körpers rot und schuppig wird. Diese Psoriasisform kann gefährlich sein, da bei ihr, genau wie bei einer Verbrennung, die Haut ihre Schutzfunktion gegenüber Verletzungen oder Infektionen verliert.

Eine andere, selten vorkommende Form von Schuppenflechte ist die pustulöse Psoriasis, bei der sich kleine und große eitrige Pusteln auf dem ganzen Körper bilden.

Bei der palmoplantaren Psoriasis handelt es sich um eine Form der pustulösen Psoriasis, bei der Pusteln hauptsächlich an Händen und Füßen auftreten. Sie wird manchmal palmoplantare Psoriasis der Handflächen und Fußsohlen genannt.

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Manchmal Hautbiopsie

Die Diagnose der Schuppenflechte basiert meist darauf, wie die Schuppen und Plaques aussehen und wo am Körper sie auftreten.

Manchmal wird eine Probe des Hautgewebes entnommen und mikroskopisch untersucht, um andere Krankheiten (wie Hautkrebs) auszuschließen.

Behandlung

  • Topische Medikamente

  • Phototherapie

  • Immunsuppressiva

  • Andere Medikamente

Zur Behandlung von Schuppenflechte sind zahlreiche Medikamente erhältlich. Meist werden verschiedene Medikamente in Abhängigkeit von Schwere und Ausmaß der Symptome miteinander kombiniert.

Topische Medikamente

Topische Medikamente (auf die Haut aufgetragene Mittel) werden am häufigsten eingesetzt. Feuchtigkeitscremes für die Haut sind bei fast allen Schuppenflechte-Patienten von Vorteil.

Andere topische Mittel enthalten Kortikosteroide, die oft zusammen mit Calcipotriol, einem Vitamin-D-Derivat, oder Steinkohlenteer eingesetzt werden.

Tacrolimus und Pimecrolimus werden eingesetzt, um Schuppenflechte zu behandeln, die in empfindlichen Hautbereichen (wie im Gesicht, in der Leistenbeuge oder in Hautfalten) vorkommt. Tazaroten oder Anthralin werden ebenfalls eingesetzt.

Sehr dicke Plaques können mit salizylsäurehaltigen Salben behandelt werden, die die Wirksamkeit der anderen Medikamente erhöhen.

Viele dieser Medikamente reizen die Haut, sodass herausgefunden werden muss, welche im vorliegenden Fall am besten wirken.

Phototherapie

Eine Phototherapie (Bestrahlung mit UV-Licht) kann helfen, die Schuppenflechte für einige Monate am Stück abklingen zu lassen ( Phototherapie: Verwendung von ultraviolettem Licht zur Behandlung von Hauterkrankungen). Die Phototherapie wird oft zusammen mit verschiedenen topischen Medikamenten kombiniert, insbesondere wenn große Hautpartien betroffen sind. Üblicherweise wird die Phototherapie mit Psoralenen kombiniert (Mitteln, durch die die Haut empfindlicher auf die Auswirkungen von ultraviolettem Licht wird). Diese Behandlung bezeichnet man als PUVA (Psoralene plus UV-A).

Viele Ärzte setzen mittlerweile Behandlungen mit Schmalband-Ultraviolett-B-Licht ein (Schmalband-UV-B-Therapien), die ebenso wirksam sind wie PUVA. Schmalband-UV-B-Therapien werden allerdings ohne Psoralene durchgeführt und zeigen deshalb nicht dieselben Nebenwirkungen, wie zum Beispiel eine extreme Lichtempfindlichkeit.

Ärzte können auch einzelne Flecken auf der Haut direkt mit einem Laser behandeln, der ultraviolettes Licht fokussiert (bezeichnet als Excimer-Lasertherapie).

Immunsuppressiva

Immunsuppressiva sind Medikamente, die das Immunsystem absichtlich schwächen (unterdrücken), um eine Verschlimmerung der Psoriasis zu verhindern. Diese Medikamente können oral eingenommen oder als Injektion verabreicht werden. Immunsuppressiva können die Fähigkeit des Körpers zur Bekämpfung von Infektionen verringern.

Cyclosporin kann zur Behandlung schwerer Schuppenflechte eingesetzt werden. Dieses Medikament kann zu Bluthochdruck und einer Nierenschädigung führen.

Mycophenolat verursacht häufig Magendarmkomplikationen und eine Knochenmarksuppression (Unterdrückung der Produktion der roten und weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen). Ebenfalls erhöht ist das Risiko für die Entwicklung eines Lymphoms und anderer Krebsarten.

Methotrexat ist entzündungshemmend und stört das Wachstum und die Vermehrung von Hautzellen. Methotrexat wird zur Behandlung von Personen mit besonders schwerer Schuppenflechte oder von solchen Menschen, die auf weniger schädliche Behandlungsformen nicht ansprechen, verwendet. Leberschäden und geschwächte Abwehrkräfte sind mögliche Nebenwirkungen.

Andere Medikamente

Zur Behandlung schwerer Formen von Schuppenflechte und Psoriasis-Arthritis können andere Medikamente verabreicht werden.

Acitretin ist besonders wirksam bei der Behandlung der pustulösen Psoriasis, erhöht jedoch häufig den Fettspiegel (Lipide) im Blut und kann zu Leber- und Knochenproblemen führen, sowie reversiblen Haarausfall verursachen. Dieses Medikament wird oral verabreicht. Es kann zu schweren Geburtsfehlern führen und darf nicht von Frauen eingenommen werden, die schwanger werden können. Frauen sollten mindestens zwei Jahre nach ihrer letzten Einnahme von Acitretin warten, bis sie versuchen, schwanger zu werden.

Biologische Wirkstoffe bestehen aus lebenden Organismen und hemmen bestimmte chemische Stoffe, die am Immunsystem beteiligt sind. Hierzu gehören Etanercept, Adalimumab, Infliximab, Alefacept und Ustekinumab, Secukinumab, Brodalumab sowie Ixekizumab. Diese Medikamente werden über eine Spritze verabreicht. Eine weitere Option stellt Apremilast dar, das oral (über den Mund) eingenommen wird. Sie sind tendenziell die wirksamsten Medikamente gegen schwere Schuppenflechte, allerdings ist ihr Sicherheitsprofil bei Langzeitanwendung unklar.

Phototherapie: Verwendung von ultraviolettem Licht zur Behandlung von Hauterkrankungen

Dass die Bestrahlung mit Sonnenlicht bei bestimmten Hauterkrankungen eine heilsame Wirkung hat, ist seit langer Zeit bekannt. Heute weiß man, dass eine Komponente des Sonnenlichts, das ultraviolette (UV) Licht, für diesen Effekt verantwortlich ist. UV-Licht hat viele unterschiedliche Auswirkungen auf die Hautzellen; es verändert unter anderem Menge und Art der chemischen Substanzen, die die Hautzellen produzieren, und tötet Zellen ab, die bei Hauterkrankungen eine Rolle spielen können.

Die Verwendung von UV-Licht zur Behandlung einer Krankheit wird Phototherapie genannt. Mit einer Phototherapie werden vornehmlich Schuppenflechte und atopische Dermatitis behandelt.

Da die Einstrahlung des natürlichen Sonnenlichts in ihrer Intensität Schwankungen unterworfen ist und in bestimmten Klimazonen einen großen Teil des Jahres nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung steht, wird die Phototherapie beinahe immer mit künstlichem UV-Licht durchgeführt. Die Behandlung findet in der Praxis eines Arztes oder in spezialisierten Kliniken und Pflegezentren statt.

UV-Licht, das für das menschliche Auge unsichtbar ist, wird in Abhängigkeit von seiner Wellenlänge in die Kategorien A, B und C eingeteilt. Ultraviolett-A (UV-A) dringt tiefer in die Haut ein als Ultraviolett-B (UV-B). Je nach der Art und der Schwere der zu behandelnden Krankheit wählt man UV-A- oder UV-B-Licht. UV-C-Licht wird bei der Phototherapie nicht verwendet. Einige Lichtquellen erzeugen nur bestimmte Wellenlängen aus dem UV-A- oder UV-B-Bereich (Schmalbandtherapie), die zur Behandlung spezieller Erkrankungen dienen. Eine Schmalbandtherapie ist hilfreich, den Sonnenbrandeffekt, der mit einer Phototherapie einhergeht, zu verringern.

Manchmal wird eine Fototherapie mit dem Einsatz von Psoralenen kombiniert. Die Kombination von Psoralenen und UV-A wird als PUVA-Therapie bezeichnet. Diese Medikamente werden vor der Behandlung mit UV-Licht eingenommen. Sie erhöhen die Empfindlichkeit der Haut für UV-Strahlung, sodass Einwirkungszeit und -stärke der Bestrahlung reduziert werden können.

Zu den unerwünschten Wirkungen der Phototherapie gehören Schmerzen und Hautrötung wie beim Sonnenbrand. UV-Strahlung erhöht zudem langfristig das Risiko für Hautkrebs, wenn auch das Risiko für kurze Behandlungsepisoden gering ist. Psoralene verursachen häufig Übelkeit und eine extreme Lichtempfindlichkeit. Überdies muss, weil Psoralene auch in die Augenlinse eindringen, nach einer PUVA-Therapie für einen Zeitraum von mindestens zwölf Stunden eine UV-undurchlässige Sonnenbrille getragen werden.

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