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Behandlung von Schmerzen und Entzündungen

Von

Alex Moroz

, MD, New York University School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jun 2017| Inhalt zuletzt geändert Jul 2017
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Quellen zum Thema

Professionelle Therapeuten für Rehabilitation behandeln Schmerzen und Entzündungen. Solche Behandlungen fördern die Bewegungsfähigkeit und ermöglichen den Patienten, in vollem Umfang an der Rehabilitation teilzunehmen. Zu den eingesetzten Maßnahmen zählen:

  • Wärmetherapie

  • Kältetherapie

  • Elektrostimulation

  • Extension

  • Massage

  • Akupunktur

Ob Wärme oder Kälte zum Einsatz kommen, ist oft eine persönliche Entscheidung des Therapeuten, aber bei akuten Schmerzen scheint Kälte besser zu wirken. Wird eine Wärme- und Kältetherapie durchgeführt, ist Vorsicht geboten, um Verbrennungen und Kälteschäden zu vermeiden.

Wärmetherapie

Wärme erhöht den Blutfluss und macht das Bindegewebe flexibler. Sie reduziert Schmerzen, Muskelkrämpfe und Gelenksteifheit. Außerdem bekämpft Wärme Entzündungen und die Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe (Ödeme). Wärmetherapie wird zur Behandlung von Entzündungen (einschließlich diverser Formen von Arthritis), Muskelspasmen und Verletzungen wie Verstauchungen und Zerrungen eingesetzt.

Die Hitze wird auf die Körperoberfläche oder im Tiefengewebe angewendet. Heiße Packungen, Infrarotwärme, Paraffinbäder (Heißwachsbäder) und Wassertherapie (sich bewegendes warmes Wasser) dienen der Erwärmung der Körperoberfläche. Im Tiefengewebe kann Hitze durch Hochfrequenzschallwellen (Ultraschall) erzeugt werden.

Tabelle
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Wärmetherapiearten

Art

Beschreibung

Anmerkung

Anwendungsgebiete

Auf die Körperoberfläche angewendete Wärme

Infrarotwärme

Mit einer Lampe zugeführte Wärme, in der Regel weniger als 20 Minuten pro Tag

Maßnahmen zur Vermeidung von Verbrennungen

Nicht für Patienten mit schweren Herz-, Leber- oder Nierenleiden, peripheren vaskulären Erkrankungen oder reduzierter Hautempfindung geeignet

Arthralgie (Gelenkschmerzen)

Arthritis (verschiedene Formen)

Rückenschmerzen

Fibromyalgie

Muskelspasmen

Myalgie (Muskelschmerzen)

Neuralgie (Nervenschmerzen)

Verstauchungen

Zerrungen

Tenosynovitis (Entzündung der Sehnen und Sehnenhäute)

Schleudertrauma

Heiße Kompressen

Baumwollpackungen, gefüllt mit Silikatgel, die vorher meist in der Mikrowelle erwärmt wurden

Können mit einem Handtuch zum Schutz vor Verbrennungen umwickelt werden

Siehe Infrarotwärme

Paraffinbad

In geschmolzenes Wachs eintunken oder eintauchen oder damit bestreichen

Wird zumeist auf kleine Gelenke (Hand-, Knie-, Ellbogengelenk) angewendet

Nicht für offene Wunden geeignet

Wassertherapie

Eintauchen in sich bewegendes warmes Wasser in einem großen Whirlpool

Fördert die Wundheilung durch Stimulieren des Blutflusses und Reinigen der (Brand-)Wunden

Entspannt Muskeln und lindert Schmerzen

Im Tiefengewebe angewendete Wärme

Ultraschall

Hochfrequenzschallwellen zur Penetration und Vibration des Tiefengewebes, die Wärme erzeugen und so die betreffende Körperregion mit Blut (mit Sauerstoff und Nährstoffen) versorgen

Nicht anzuwenden bei Gewebe mit reduzierter Blutversorgung (Ischämie), betäubten oder aktiv infizierten Regionen, Knochen im Heilungsprozess oder auf bestimmte Körperstellen (z. B. Augen, Gehirn, Wirbelsäule, Ohren, Herz oder Genitalien)

Nicht geeignet für Patienten mit Neigung zu Blutungen oder Krebs

Knochenverletzungen

Schleimbeutelenzündung

Komplexes regionales Schmerzsyndrom

Kontrakturen

Osteoarthrose

Sehnenentzündung

Kältetherapie (Kryotherapie)

Kälteanwendungen können bei taubem Gewebe hilfreich sein und Muskelkrämpfe lösen, Schmerzen aufgrund von Verletzungen reduzieren sowie Schmerzen im unteren Rücken oder Entzündungen, die vor kurzem aufgetreten sind, lindern. Die Kälte wird in Form von Eisbeuteln, kalten Packungen oder Flüssigkeiten (z. B. Ethylchlorid) angewendet, die durch Verdunstung kühlen. Der Therapeut grenzt Dauer und Menge der anzuwendenden Kälte ein, um eine Schädigung des Gewebes und einen unerwünschten Temperaturabfall (der Hypothermie verursacht) zu vermeiden. Kälte wird nicht auf Gewebe angewendet, das nicht hinreichend mit Blut versorgt ist (z. B. wenn die Arterien infolge einer peripheren Arterienerkrankung verengt sind).

Elektrostimulation

Wenn die Muskeln keine richtige Nerveneinspeisung haben (infolge einer peripheren Nervenverletzung, Rückenmarkserkrankung oder eines Schlaganfalls), verkümmern sie schnell (Atrophie), werden steif und verkrampfen (Spasmen). Bei der Elektrostimulation werden auf der Haut Elektroden platziert, die Muskelkontraktion hervorrufen und somit die Muskeln trainieren, was einer Atrophie und Spastik vorbeugen kann.

Eine Form der Elektrostimulation – transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) – verwendet Niederspannung, die keine Muskelkontraktion hervorruft. Die TENS kann bei chronischen Rückenschmerzen, rheumatischer Arthritis, Knöchelverstauchungen, Gürtelrose oder räumlich begrenzten Schmerzen sinnvoll sein. Bei der TENS erzeugt ein batteriebetriebenes Handgerät Strom, der durch auf die Haut platzierte Elektroden auf diese übertragen wird. Das Gerät erzeugt ein Kribbeln, ist aber nicht schmerzhaft.

Abhängig von der Stärke der Schmerzen kann die transkutane elektrische Nervenstimulation mehrmals täglich für 20 Minuten bis mehrere Stunden eingesetzt werden. Häufig bekommt der Patient Anleitungen, wie er die TENS zu Hause richtig anwendet. Die meisten Menschen tolerieren die Therapie gut, nicht bei allen tritt jedoch Schmerzlinderung ein. Die TENS kann einen abnormen Herzrhythmus (Arrhythmie) verursachen. Personen, die ein schweres Herzleiden oder einen Schrittmacher haben, sollten diese Therapie nicht anwenden. Die TENS sollte nicht auf den Augen oder in der Augenpartie angewendet werden.

Extension

Nackentraktion (zervikale Traktion) kann im Krankenhaus, Rehabilitationszentrum oder zu Hause angewendet werden, um chronische Nackenschmerzen infolge einer Degeneration der Halsknochen (zervikale Spondylose), eines Bandscheibenvorfalls, Schleudertraumata oder Verkrampfungen der Nackenmuskeln (Schiefhals – siehe Fokale und segmentale Dystonien) zu behandeln. Traktion ist wirksamer, wenn der Patient sitzt, statt im Bett zu liegen. Ein motorbetriebenes System ist in der Regel am wirksamsten.

Traktion wird in der Regel mit einer anderen physikalischen Therapie kombiniert, unter anderem mit Sport und Dehnübungen. Obwohl zervikale Traktionsgeräte im Versandhandel bestellt werden können, sollte der Therapeut den Gerätetyp aussuchen und die Höhe des eingesetzten Gewichts bestimmen. Der Patient sollte ein solches Gerät nicht unbeaufsichtigt verwenden. Ein Familienangehöriger, der vorsichtig das Gewicht abnimmt, sollte dabei sein, um das Verletzungsrisiko zu verringern.

Massage

Massagen können Schmerzen lindern, Schwellungen bekämpfen und verspanntes (kontrahiertes) Gewebe lockern. Eine Massage zur Behandlung einer Verletzung sollte nur von einem ausgebildeten Masseur durchgeführt werden. Massagen sind nicht zur Behandlung von Infektionen oder Entzündungen aufgrund der Bildung von Blutgerinnseln (Thrombophlebitis) geeignet.

Tabelle
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Einige Massage-Anwendungsbereiche

  • Amputation

  • Arthritis

  • Hämatome

  • Schleimbeutelenzündung

  • Krebs (bestimmte Arten)

  • Zerebralparese

  • Fibromyalgie

  • Frakturen

  • Hemiplegie (Lähmung einer Körperseite)

  • Gelenkverletzungen

  • Kreuzschmerzen

  • Multiple Sklerose

  • Neuritis

  • Paraplegie

  • Periarthritis

  • Periphere Nervenverletzungen

  • Quadriplegie

  • Verstauchungen

  • Zerrungen

  • Verspanntes (kontrahiertes) Gewebe

Akupunktur

Bei der Akupunktur werden an bestimmten Stellen, oft weit entfernt von der eigentlichen Schmerzstelle, dünne Nadeln in die Haut gestochen. Die Nadeln werden ein paar Minuten mit Unterbrechungen schnell gedreht, oder durch die Nadeln werden kleine elektrische Ströme geschickt. Akupunktur kann das Gehirn zur Produktion von Endorphinen anregen. Endorphine, die natürlicherweise im Gehirn produziert werden, blockieren das Schmerzempfinden und reduzieren die Entzündung. Die Akupunktur wird zuweilen zusammen mit anderen Therapien eingesetzt, um kürzlich aufgetretene Schmerzen, chronische Schmerzen und Arthritis zu behandeln. Akupunktur sollte von einem anerkannten Akupunkteur mit sterilen Nadeln durchgeführt werden.

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