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Barrieremethoden

Von

Frances E. Casey

, MD, MPH, Virginia Commonwealth University Medical Center

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mai 2020| Inhalt zuletzt geändert Mai 2020
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Barrieremethoden verhindern physikalisch, dass Spermien in die Gebärmutter einer Frau gelangen. Dazu zählen Kondome, Diaphragmen, Portiokappen, Verhütungsschwämme und Spermizide.

Blocking Access: Barrier Contraceptives

Barrieremethoden verhindern, dass Sperma in die Gebärmutter gelangt. Dazu zählen Kondome, Diaphragmen, Portiokappen und Verhütungsschwämme. Manche Kondome sind mit Spermiziden (Spermien abtötende Substanzen) beschichtet. Spermizide sollten mit Kondomen und anderen Barrieremethoden verwendet werden, die keine Spermizide enthalten.

Blocking Access: Barrier Contraceptives

Kondome

Kondome sind dünne Schutzhüllen, die den Penis bedecken. Kondome aus Latex sind die einzige Methode, die sowohl eine Schwangerschaft verhüten als auch vor allen sexuell übertragbaren Krankheiten schützen kann, einschließlich derer durch Bakterien (wie z. B. Gonorrhö und Syphilis) und derer durch Viren (wie z. B. HPV – humanes Papillomavirus – und HIV – humanes Immundefizienz-Virus). Kondome aus synthetischen Materialien wie Polyurethan, Polyisopren oder synthetischem Kautschuk schützen ebenfalls, sind jedoch dünner und reißen leichter. Kondome, die aus Lammhaut bestehen, bieten keinen Schutz gegen virale Infektionen wie HIV.

Did You Know...

  • Latex-Kondome helfen als einzige Verhütungsmethode gegen alle sexuell übertragbaren Erkrankungen, einschließlich der HIV-Infektion.

Damit Kondome schützen, müssen sie korrekt angewendet werden. Kondome sollten vor der Penetration angewendet werden. Die korrekte Anwendung beinhaltet Folgendes:

  • Bei jedem Geschlechtsakt ein neues Kondom benutzen.

  • Ein Kondom der richtigen Größe benutzen.

  • Sorgfältig mit dem Kondom umgehen, um zu vermeiden, dass es durch Fingernägel, Zähne oder andere scharfe Objekte beschädigt wird.

  • Kondom überstreifen, nachdem der Penis erigiert ist, und vor dem genitalen Kontakt mit dem Partner.

  • Überprüfen, in welche Richtung das Kondom aufgerollt wird, indem es auf den Zeigefinger gestülpt und vorsichtig nur ein kleines Stück weit aufgerollt wird. Wenn dies nicht möglich ist, das Kondom anders herum aufstülpen und den Versuch wiederholen. Das Kondom anschließend wieder zusammenrollen.

  • Das aufgerollte Kondom über die Spitze des erigierten Penis stülpen.

  • An der Spitze des Kondoms ungefähr 1,5 cm für die Aufnahme der Samenflüssigkeit freilassen.

  • Mit einer Hand die eingeschlossene Luft aus der Kondomspitze drücken.

  • Falls unbeschnitten, die Vorhaut zurückziehen, bevor das Kondom abgerollt wird.

  • Mit der anderen Hand das Kondom bis zur Penisbasis abrollen und Luftblasen herausdrücken.

  • Sicherstellen, dass während des Geschlechtsverkehrs genügend Gleitflüssigkeit vorhanden ist.

  • Bei Latexkondomen nur Gleitmittel auf Wasserbasis benutzen. Gleitmittel auf Fettbasis (wie Vaseline, Backfett, Mineralöle, Massageöle, Körperlotionen und Salat- bzw. Kochöle) können das Latex schwächen und das Kondom zum Reißen bringen.

  • Das Kondom beim Herausgleiten fest gegen den Penisschaft halten, um zu verhindern, dass Samen aus dem Kondom austritt.

Männliche Kondome sollten so positioniert werden, dass die Spitze ungefähr einen Zentimeter über den Penis hinausragt, damit ausreichend Platz für das Sperma vorhanden ist. Manche Kondome haben ein Reservoir an der Spitze. Unmittelbar nach dem Samenerguss sollte der Penis zurückgezogen werden. Dabei muss der Mann den Rand des Kondoms fest an den Penisschaft drücken, damit das Kondom nicht abrutscht und Samen herausfließt.

Das weibliche Kondom ist eine Aussackung mit einem inneren und einem äußeren Ring. Der innere Ring wird so weit wie möglich in die Scheide (oder den Anus) eingeführt und der äußere Ring bleibt außerhalb. Dann gleitet der Penis vorsichtig durch den äußeren Ring in die Aussackung. Wenn der Penis aus der Aussackung rutscht oder der äußere Ring nach innen geschoben wird, kann das Kondom entfernt und wieder eingesetzt werden, ohne eine Schwangerschaft zu riskieren, solange kein Samenerguss erfolgt ist. Nach dem Geschlechtsverkehr und vor dem Entfernen des Kondoms sollte der äußere Ring zusammengedrückt und verdreht werden, um zu verhindern, dass Samenflüssigkeit ausläuft. Danach sollte das Kondom vorsichtig aus der Scheide entfernt werden. Wenn Samenflüssigkeit ausläuft, könnten Spermien in die Scheide gelangen und eine Schwangerschaft verursachen. Das weibliche Kondom sollte nicht mehr als 8 Stunden vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt werden.

Für jeden Geschlechtsverkehr muss ein neues Kondom verwendet werden. Im Zweifelsfall sollte das Kondom entsorgt werden.

Während des ersten Jahres einer vorschriftsmäßigen Anwendung männlicher Kondome lag die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft bei 2 Prozent, bei üblicher Anwendung (die Art, wie die meisten sie nutzen) bei 18 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft mit weiblichen Kondomen während des ersten Jahres liegt bei 5 Prozent bei perfekter Anwendung und bei 21 Prozent bei üblicher Anwendung.

Ein Spermizid im Gleitmittel des Kondoms oder ein in die Scheide eingeführtes spermientötendes Mittel erhöht die Sicherheit. Spermizide sollten jedes Mal, wenn ein Kondom verwendet wird, aufgetragen werden.

Diaphragma (Pessar)

Das Diaphragma ist eine Halbkugel aus Gummi mit flexiblem Rand, die in die Scheide eingeführt und über den Gebärmutterhals geschoben wird. Es verhindert, dass Samen in die Gebärmutter vordringt.

Diaphragmen gibt es in unterschiedlichen Größen. Sie müssen von einer medizinischen Fachkraft angepasst werden, die den Frauen auch beibringt, wie sie einzuführen sind. Bei einer erheblichen Gewichtsveränderung von mehr als 4,5 kg nach oben oder nach unten, nach einer Schwangerschaft, einem Schwangerschaftsabbruch und nach Ablauf eines Jahres sollte der Sitz des Diaphragmas überprüft werden, weil sich Größe und Form der Scheide mitunter verändern.

Eine neue Art von Diaphragma gilt als Einheitsgröße. Es besteht aus Silikon. Ältere Diaphragmen bestehen aus Latex. Das Silikondiaphragma ist weicher und haltbarer als die älteren Diaphragmen.

Der Arzt zeigt der Frau auch, wie sie es so einsetzt, dass es den gesamten Gebärmutterhals abdeckt, ohne Beschwerden zu bereiten. Weder die Frau noch ihr Partner sollten das Diaphragma bemerken. Eine Spermizid-Creme oder ein Gel (das die Spermien abtötet) sollten immer zusammen mit einem Diaphragma verwendet werden. Die Creme oder das Gel wird immer auf die Innenseite der Schale aufgetragen (so nah wie möglich am Gebärmutterhals), falls das Diaphragma während des Geschlechtsverkehrs verrutscht.

Es wird vor dem Geschlechtsverkehr eingeführt und sollte anschließend noch mindestens 6 bis 8 Stunden und höchstens 24 Stunden in der Scheide verbleiben. Bei erneutem Geschlechtsverkehr, während das Diaphragma noch liegt, sollte erneut ein Spermizid eingeführt werden.

Diaphragmen können abgewaschen und wiederverwendet werden. Eine Frau sollte das Diaphragma regelmäßig auf Risse überprüfen.

Während des ersten Jahres der Anwendung eines Diaphragmas liegt die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft bei 6 Prozent bei perfekter Anwendung und bei ca. 12 Prozent bei typischer Anwendung (wie die meisten Frauen es anwenden).

Portiokappe

Eine Portiokappe, eine hutförmige Silikonkappe, wird in die Scheide eingeführt und über dem Gebärmutterhals positioniert. Eine Portiokappe verhindert, dass Spermien in den Gebärmutterhals gelangen. Portiokappen ähneln Diaphragmen, sind jedoch kleiner und fester.

In den USA gibt es nur eine Portiokappe. Es gibt sie in drei Größen. Je nachdem, ob die Frau schon schwanger war und ob das Baby vaginal oder per Kaiserschnitt geboren wurde, wird vom Arzt die passende Größe für eine Frau bestimmt. Medizinische Fachkräfte müssen ein Rezept für die Portiokappe ausstellen, aber sie muss nicht an die Frau angepasst werden.

Eine Creme oder ein Gel mit einem Spermizid sollte stets mit einer Portiokappe verwendet werden. Die Kappe wird vor dem Geschlechtsverkehr übergezogen und bleibt nach dem Geschlechtsverkehr mindestens 6 Stunden, aber nicht mehr als 48 Stunden an Ort und Stelle. Mithilfe der angebrachten Lasche lässt sich die Portiokappe einfach entfernen. Die Portiokappe ist waschbar und kann 1 Jahr lang wiederverwendet werden.

Während des ersten Jahres liegt die Schwangerschaftsrate bei Frauen, die noch kein Baby hatten, bei üblicher Anwendung bei ca. 8 Prozent. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft bei der Verwendung einer Portiokappe bei Frauen mit Kindern höher als bei kinderlosen Frauen. Durch die Geburt verändert sich der Gebärmutterhals, was die sichere Anpassung einer Kappe erschwert.

Verhütungsschwamm

Ein Verhütungsschwamm ist ein runder, kissenförmiger Schwamm aus Polyurethan mit einem Durchmesser von ca. 4 cm. Dieser Schwamm wird mit Wasser angefeuchtet, gefaltet und tief in die Scheide eingesetzt, wo er verhindert, dass Spermien in die Gebärmutter gelangen. Der Schwamm enthält auch ein Spermizid. Er ist rezeptfrei erhältlich und muss nicht von einem Mediziner eingesetzt werden.

Der Schwamm kann von der Frau bis zu 24 Stunden vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt werden und bietet während dieser Zeit Schutz, ungeachtet dessen, wie oft der Geschlechtsverkehr stattfindet. Der Schwamm muss mindestens 6 Stunden nach dem letzten Geschlechtsverkehr eingesetzt bleiben. Er sollte aber nicht länger als 30 Stunden in der Scheide bleiben. Gewöhnlich bemerkt nach dem Einsetzen keiner der beiden Partner diesen Schwamm.

Der Schwamm ist weniger wirksam als das Diaphragma. Schwangerschaftsraten bei üblicher Anwendung liegen bei 12 Prozent bei kinderlosen Frauen und bei 24 Prozent bei Frauen mit Kindern.

Probleme im Zusammenhang mit der Anwendung sind selten. Dazu zählen allergische Reaktionen, Trockenheit und Entzündung der Scheide und Schwierigkeiten beim Entfernen des Schwamms.

Spermizide

Spermizide töten Samenzellen bei Kontakt ab. Sie werden vor dem Geschlechtsverkehr als Schaum, Creme, Gel oder Zäpfchen in die Scheide eingeführt. Diese Verhütungsmittel bieten eine chemische Barriere für Spermien, indem sie Spermien abfangen und schädigen. Sie verhindern so, dass Spermien das Ei befruchten

Die verschiedenen Präparate scheinen sich in ihrer Wirkung kaum zu unterscheiden. Bei vorschriftsgemäßer Verwendung von Spermiziden werden im ersten Jahr der Anwendung ca. 19 Prozent der Frauen schwanger. Aufgrund ihrer beschränkten Wirksamkeit werden Spermizide am besten mit einer weiteren Barrieremethode, wie z. B. einem Kondom oder Diaphragma, verwendet.

Spermizide sollten mindestens 10 bis 30 Minuten, aber normalerweise nicht mehr als 1 Stunde vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt werden. Sie sollten jedes Mal erneut angewendet werden, wenn ein Paar Geschlechtsverkehr hat.

Die Verwendung von Spermiziden mehrmals täglich kann die Scheide reizen und die sie auskleidende Schleimhaut schädigen. Infolgedessen können die Mikroorganismen, die sexuell übertragbare Krankheiten (einschließlich HIV) verursachen, leichter in den Körper gelangen und Krankheiten verursachen. Spermizide schützen nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Weitere Informationen

  • CDC: Wirksamkeit von Kondomen: Auf dieser Website sind Informationen über die korrekte Anwendung von Kondomen für Männer und Frauen und von Lecktüchern, Hinweise zur Vorbeugung von sexuell übertragbaren Krankheiten mit dem Kondom für Männer sowie Links zu zusätzlichen Ressourcen erhältlich.

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