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Auswirkungen des Alterns auf die Augen

Von

James Garrity

, MD, Mayo Clinic College of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2019| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2019
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Im mittleren Alter verliert die Linse des Auges an Flexibilität, und ihre Fähigkeit, sich zu verdicken, nimmt ab, sodass sie sich weniger gut auf nahe liegende Objekte fokussieren kann. Dieser Zustand wird als Altersweitsichtigkeit (Presbyopie) bezeichnet. Mit einer Lesebrille oder bifokalen Linsen lässt sich diese Fehlsichtigkeit ausgleichen. Für weitere Informationen über die Auswirkungen des Alterns auf das Auge siehe Veränderungen im Körper beim Älterwerden: Augen.

In fortgeschrittenem Alter kommt es zu folgenden Veränderungen:

  • ein Vergilben oder ein Braunwerden, verursacht durch den langjährigen Kontakt mit ultraviolettem Licht, mit Wind und Staub;

  • willkürliche Pigmentflecken (bei Personen mit dunkler Hautfarbe eher verbreitet);

  • ein Dünnerwerden der Bindehaut;

  • einen bläulichen Farbton, der durch eine zunehmende Transparenz der Bindehaut hervorgerufen wird.

Mit zunehmendem Alter kann die Zahl der Schleimzellen in der Bindehaut abnehmen. Die Produktion der Tränenflüssigkeit kann sich ebenfalls mit zunehmendem Alter reduzieren, sodass weniger Tränen zur Verfügung stehen, um die Oberfläche der Augen feucht zu halten. Diese beiden Veränderungen erklären, warum ältere Menschen eher zu trockenen Augen neigen. Obwohl die Augen normalerweise zu Trockenheit neigen, kann es bei Reizungen jedoch zu starkem Tränenfluss kommen, wie beispielsweise beim Zwiebelschneiden oder wenn ein Fremdkörper ins Auge gerät.

Mit Arcus senilis (Arcus lipoides corneae) bezeichnet man eine ringförmige grauweiße Trübung des Hornhautrandes, die auf abgelagerten Kalzium- und Cholesterinsalzen beruht. Dieser Zustand ist bei Personen über 60 verbreitet. Arcus senilis beeinträchtigt die Sehschärfe nicht.

Einige Erkrankungen der Netzhaut treten mit höherer Wahrscheinlichkeit im fortgeschrittenen Lebensalter auf, darunter auchMakuladegeneration, diabetische Retinopathie (bei Personen mit Diabetes) und Ablösung der Bindehaut. Andere Erkrankungen des Auges wie etwa Katarakte werden ebenfalls häufiger.

Die Stärke der Muskeln, die die Augenlider schließen, nimmt mit zunehmendem Alter ebenfalls ab. Manchmal führt diese Muskelschwäche in Kombination mit der Schwerkraft und einer altersbedingten Lockerung der Augenlider dazu, dass das untere Augenlid sich vom Augapfel weg nach außen wendet. Dieser Zustand wird als Ektropium bezeichnet. Aufgrund einer altersbedingten Erschlaffung, die einen anderen Teil des Augenlides betrifft, wendet sich das untere Augenlid in manchen Fällen nach innen und verursacht ein Reiben der Augenwimpern gegen den Augapfel. Dieser Zustand wird als Entropium bezeichnet. Ist das obere Augenlid betroffen, hängt es möglicherweise herab, was als Ptosis bezeichnet wird.

Bei manchen älteren Menschen geht das Fettgewebe rund um die Augenhöhle zurück, sodass der Augapfel tiefer in die Augenhöhle sinkt. Dieser Zustand wird als Enophthalmus bezeichnet. Aufgrund erschlafften Gewebes in den Augenlidern kann das hinter dem Augapfel gelegene Fettgewebe auch nach vorne in die Augenlider dringen, wodurch diese kontinuierlich geschwollen erscheinen. Ein ausgeprägter Enophthalmus kann die periphere Sicht eines Menschen leicht behindern.

Die Muskeln, welche die Pupillenweite kontrollieren, werden mit zunehmendem Alter schwächer. Die Pupillen werden kleiner, reagieren träger auf Licht und erweitern sich bei Dunkelheit langsamer. Daher können Menschen über 60 Objekte als nicht so hell empfinden, sie fühlen sich beim Verlassen des Hauses (oder beim nächtlichen Autofahren durch entgegenkommende Scheinwerfer) zu Anfang geblendet und haben Schwierigkeiten beim Wechsel von einer gut beleuchteten in eine dunklere Umgebung. Diese Veränderungen können in Verbindung mit den Auswirkungen einer Katarakt (grauer Star) besonders hinderlich sein.

Mit zunehmendem Alter verändert sich die Augenfunktion noch weiter. Die Schärfe des Sehvermögens (Visus) lässt trotz Tragen der besten Brillen nach, vor allem bei Personen mit Katarakt (Grauer Star), Makuladegeneration oder einem fortgeschrittenen Glaukom (Grüner Star) (siehe Tabelle Einige Erkrankungen, die überwiegend ältere Menschen betreffen). Die Lichtmenge, die die Netzhaut erreicht, verringert sich, sodass ältere Menschen eine stärkere Beleuchtung und einen größeren Kontrast zwischen Objekt und Hintergrund benötigen, um ausreichend sehen zu können. Ältere Menschen sehen darüber hinaus möglicherweise auch eine größere Zahl an „fliegenden“ schwarzen Punkten („Mouches volantes“). Normalerweise beeinträchtigen „Mouches volantes“ die Sehfähigkeit nicht besonders.

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