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Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

(Senile Makuladegeneration)

Von

Sonia Mehta

, MD, Vitreoretinal Diseases and Surgery Service, Wills Eye Hospital, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mai 2019| Inhalt zuletzt geändert Mai 2019
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Quellen zum Thema

Bei einer altersbedingten Makuladegeneration bildet sich die Makula, der wichtigste Sehbereich im Zentrum der Netzhaut, fortschreitend zurück, was zu einem allmählichen Verlust des zentralen Sehvermögens führt.

  • Das zentrale Sehvermögen erschöpft sich und verliert an Detailsicht, sodass gerade Linien wellenförmig erscheinen können.

  • Veränderungen im Auge, die auf eine Degeneration der Makula hinweisen, können durch den Arzt häufig mit speziellen Instrumenten im Verlauf der Untersuchung identifiziert werden.

  • Nahrungsergänzungsmittel können dabei helfen, den Fortschritt der Krankheiten zu verlangsamen.

  • Injektionen ins Auge und Laserbehandlungen können für einige Patienten erforderlich werden.

Die Netzhaut ist das durchsichtige, lichtempfindliche Gewebe im hinteren Teil des Auges. Der mittlere Bereich der Retina (Netzhaut) wird Makula genannt und enthält Licht wahrnehmende Sehzellen in großer Dichte. Diese Zellen produzieren sehr scharfe visuelle Abbildungen und sind für das zentrale und das Farbsehen verantwortlich.

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste Ursache für einen permanenten Verlust des zentralen Sehvermögens bei älteren Menschen. Sie ist unter Frauen und Männern gleichermaßen vertreten. Bei weißen Menschen kommt sie häufiger vor.

Ursachen

Die Folgenden sind Risikofaktoren für eine altersbedingte Makuladegeneration:

  • Alter

  • Familiengeschichte

  • Rauchen

  • Bestimmte genetische Anomalien

  • Herzkreislauferkrankungen (wie beispielsweise Atherosklerose)

  • Sonnenexposition

  • Eine Ernährung, die arm an Fettsäuren des Typs Omega-3 (vorhanden zum Beispiel in bestimmten Fischsorten) sowie dunklem Blattgemüse ist.

Formen

Man unterscheidet zwei Arten von AMD:

  • Trocken (nicht exsudativ oder atroph)

  • Feucht (neovaskulär oder exsudativ)

Alle Formen der AMD beginnen als trockene AMD. Einige Personen (etwa 10 %) entwickeln darüber hinaus eine feuchte AMD. Etwa 85 % aller Personen mit AMD leiden nur am trockenen Typ. Auch wenn nur relativ wenige Personen unter der feuchten Art leiden, werden 80 bis 90 % der Fälle mit AMD-bedingtem starkem Verlust des Sehvermögens durch die feuchte Art verursacht.

Die trockene AMD führt dazu, dass das Gewebe der Makula immer dünner wird, da die Zellen verschwinden. Durch die angesammelten Abfallprodukte der Stäbchen und Zapfen können Ablagerungen in der Netzhaut, (der durchsichtigen, lichtempfindlichen Struktur im hinteren Teil des Auges), entstehen, die als Drusen (gelbe Flecken) bezeichnet werden. Von der trockenen Form können beide Augen gleichzeitig betroffen sein. Es scheint nicht zu Vernarbungen, Blutungen oder dem Auslaufen anderer Flüssigkeiten in der Makula zu kommen.

Die feuchte AMD entwickelt sich, wenn abnormale Blutgefäße aus der Aderhaut (der Schicht aus Blutgefäßen zwischen der Netzhaut und der äußeren weißen Schicht namens Sklera) unter die Makula wachsen und Blut und Flüssigkeit absondern (daher der Begriff „feucht“). Mit der Zeit entwickelt sich unter der Makula eine Ansammlung von Narbengewebe. Die feuchte Form entwickelt sich zunächst in einem Auge und greift schließlich auf das andere Auge über.

Symptome

Trockene AMD

Bei einer trockenen AMD erfolgt der Verlust des zentralen Sehvermögens allmählich und schmerzlos über Jahre hinweg. Patienten können kaum oder gar keine Symptome haben; wenn jedoch Symptome auftreten, geschieht dies oft in beiden Augen. Gegenstände können verwischt erscheinen, kleine Details können verloren gehen, und das Lesen kann schwerer werden. Mit fortschreitender Krankheit treten in der Regel blinde Flecken (Skotoma) auf und können manchmal das Sehvermögen schwer beeinträchtigen. Die meisten Menschen behalten ein ausreichendes Sehvermögen zurück, um lesen und Autofahren zu können.

Feuchte AMD

Bei einer feuchten AMD schreitet der Verlust des Sehvermögens oft schnell voran, normalerweise im Verlauf von Tagen und Wochen und kann sogar noch plötzlicher auftreten, wenn eines der abnormalen Blutgefäße blutet. Das erste Symptom kann in einem Bereich des zentralen Sehvermögens auftreten, der verschwommen, wellig oder verzerrt ist. Das Sehvermögen an den äußeren Rändern des Gesichtsfelds (peripheres Sehen) ist in der Regel nicht betroffen. Feuchte AMD beeinträchtigt normalerweise jeweils ein Auge. Das führt oft zu Schwierigkeiten beim Lesen und Fernsehen.

AMD kann das Sehvermögen wesentlich beeinträchtigen und im betroffenen Auge zu Blindheit im juristischen Sinne führen.

Diagnose

  • Untersuchung des Auges durch den Arzt

  • Gegebenenfalls Farbfotographie, Fluoreszenzangiographie und/oder optische Kohärenztomographie

Der Arzt kann AMD in der Regel mit einem Ophthalmoskop (mit dem Licht durch ein Vergrößerungsglas auf den hinteren Teil des Auges geworfen wird) diagnostizieren. Fast immer ist ein Schaden an der Netzhaut erkennbar, noch bevor sich die Symptome entwickeln. Zur Bestätigung der Diagnose einer feuchten AMD kann der Arzt Farbfotos der Netzhaut machen oder eine Fluoreszenzangiographie durchführen. Eine optische Kohärenztomographie, ein bildgebendes Verfahren, kann oft bei der Erstellung der Diagnose einer feuchten AMD und der Einschätzung, wie gut der Patient auf eine Therapie anspricht, helfen.

Behandlung

  • Nahrungsergänzungsmittel

  • Arzneimittel und Laserverfahren

  • Sehhilfen und Beratung

Gegenwärtig gibt es keine Behandlung zur Beseitigung der durch die trockene AMD verursachten Schäden. Für die leichte Form der Krankheit wird zurzeit keine Behandlung empfohlen. Mit dem Rauchen aufzuhören kann helfen, das Risiko für ein Auftreten von AMD zu reduzieren.

Nahrungsergänzungsmittel

Nahrungsergänzungsmittel werden für Patienten mit mittlerer oder fortgeschrittener AMD in einem Auge empfohlen. Das Risiko, an einer fortgeschrittenen AMD zu erkranken, kann durch Einnahme der folgenden Nahrungsergänzungsmittel gesenkt werden:

  • Zink

  • Kupfer

  • Vitamin C

  • Vitamin E

  • Lutein plus Zeaxanthin (für Patienten, die in der Vergangenheit geraucht haben oder derzeit rauchen)

  • Betakarotin oder Vitamin A (bei Nichtrauchern)

Betroffene, die innerhalb der letzten sieben Jahre Tabakprodukte konsumiert haben, sollten weder Betakarotin noch Vitamin A zu sich nehmen, da diese Ergänzungsmittel das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, erhöhen können. Stattdessen kann Lutein plus Zeaxanthin eingenommen werden. Bei Männern, die diese Ergänzungsmittel nehmen, ist das Risiko für Probleme der Harnwege und Prostata erhöht, und bei Frauen das Risiko, Stressinkontinenz zu entwickeln. Betakarotin kann zu einer Gelbfärbung der Haut führen. Die Kontrolle der Risikofaktoren für Atherosklerose (wie etwa Bluthochdruck) und der reguläre Konsum von Omega-3-fettsäurehaltigen Nahrungsmitteln und mehr dunkelgrüner Blattgemüsesorten kann helfen, den Fortschritt der altersbedingten Makuladegeneration zu verlangsamen. Die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren in Form von Nahrungsergänzungsmitteln verlangsamt das Fortschreiten der Erkrankung jedoch nicht.

Medikamentöse Behandlungen und Laserverfahren

Bei der feuchten Form von AMD können Medikamente wie Ranibizumab, Bevacizumab oder Afilbercept in das Auge injiziert werden, um die undichten Blutgefäße zu schließen. Diese Injektionen müssen zwar alle 1 bis 2 Monate wiederholt werden, können aber das Risiko eines Verlustes des Sehvermögens reduzieren und bei einem Drittel der Betroffenen die Wiederherstellung des Sehvermögens unterstützen.

Eine weitere vielversprechende Behandlung ist die photodynamische Therapie. Bei dieser Behandlung wird eine Substanz in den Arm injiziert, welche die Blutgefäße der Netzhaut für Laserlicht empfindlich werden lässt. Dann wird ein Laserstrahl für die Zerstörung der abnormalen neuen Blutgefäße eingesetzt. Wenn sich die neuen Blutgefäße nicht direkt unter der Makula befinden, kann ein thermaler Laser für ihre Zerstörung benutzt werden, bevor sie weiteren Schaden anrichten.

Feuchte AMD wird selten operativ behandelt.

Die Anpassung an den Verlust des Sehvermögens

Vergrößerungsgläser, eine leistungsstarke Lesebrille, teleskopische Linsen und ein Bildschirmlesegerät können Menschen mit beeinträchtigtem Sehvermögen helfen. Benutzer von Computern können aus einer Vielzahl von Sehhilfen ( Was sind optische Hilfsmittel?) wählen. So projiziert ein entsprechendes Gerät beispielsweise ein vergrößertes Bild des Computerbildschirms auf einen unbeschädigten Teil der Netzhaut. Bestimmte Arten von Software zeigen Computerdaten in großer Schrift an oder lesen die Daten mit einer computergenerierten Stimme laut vor. Elektronische Bücher (E-Bücher) können das Lesen erleichtern, da sie dem Leser gestatten, die Schriftgröße und Kontraststufe anzupassen. Bei Personen mit permanentem, schwerwiegendem zentralem Sehverlust durch AMD kann ein implantierbares Miniteleskop zur Anwendung kommen.

Menschen mit schlechtem Sehvermögen wird empfohlen, sich über die ihnen zur Verfügung stehenden Dienstleistungen beraten zu lassen; eine solche Beratung wird in der Regel von einem Fachmann (einem Ophthalmologen oder Optiker, die auf die Behandlung von Menschen mit sehr schlechtem Sehvermögen spezialisiert sind) durchgeführt.

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