Übersicht über demyelinisierende Erkrankungen

VonMichael C. Levin, MD, College of Medicine, University of Saskatchewan
Reviewed ByAndrew M Feldman, MD, MEd, Weill Cornell Medicine
Überprüft/überarbeitet Geändert Okt. 2025
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Myelinscheiden bedecken viele Nervenfasern im zentralen und peripheren Nervensystem; sie beschleunigen die axonale Übertragung neuronaler Impulse. Krankheiten, die das Myelin betreffen, unterbrechen die Nervenleitung; die Symptome können Defizite in jedem Teil des Nervensystems widerspiegeln.

Das Myelin, das von der Oligodendroglia im Zentralnervensystem (ZNS) gebildet wird, unterscheidet sich chemisch und immunologisch von dem Myelin, das in der Peripherie von Schwann-Zellen gebildet wird. Dementsprechend betreffen einige Myelinerkrankungen primär die peripheren Nerven (z. B. Guillain-Barré-Syndrom, chronisch inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie und andere periphere Nerven-Polyneuropathien), während andere primär das ZNS betreffen (siehe Tabelle ). Die am häufigsten betroffenen Gebiete im ZNS sind Gehirn, Rückenmark und N. opticus.

Demyelinisierung kann die sekundäre Folge einer infektiösen, einer ischämischen, einer metabolischen oder einer hereditären Störung oder eines Toxins (z. B. Alkohol, Ethambutol) sein. Bei primär demyelinisierenden Erkrankungen ist die Ursache unbekannt, jedoch wird ein autoimmuner Mechanismus vermutet, weil die Erkrankungen manchmal auf eine Virusinfektion oder Virusimpfung folgen.

Die Demyelinisierung tendiert zu einer segmentalen oder flickenförmigen Verteilung, wobei sie verschiedene Gebiete gleichzeitig oder sequenziell betreffen kann. Eine Remyelinisierung erfolgt häufig bei Reparatur, Regeneration und kompletter Wiederherstellung der neuronalen Funktion. Jedoch führt ausgedehnter Verlust von Myelin meist zu nachfolgender axonaler Degeneration und häufig auch zur Degeneration der Zellkörper; beides kann irreversibel sein.

Eine Demyelinisierung sollte bei jedem Patienten mit unerklärten neurologischen Defiziten erwogen werden. Folgende Merkmale sprechen für primär demyelinisierende Erkrankungen:

  • Diffuse oder multifokale Defizite

  • Plötzliches oder subakutes Auftreten, insbesondere bei jungen Erwachsenen

  • Beginn innerhalb von Wochen nach einer Infektion

  • Defizite, die zu- und abnehmen

  • Symptome, die auf eine bestimmte demyelinisierende Störung hinweisen (z. B. ungeklärte Optikusneuritis oder internukleäre Ophthalmoplegie, die für multiple Sklerose sprechen)

Spezifische Untersuchungen und die Behandlung hängen von der jeweiligen Störung ab.

Tabelle
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